Intel Core 9 273PQE im Test: Benchmarks
Auf dieser Seite zeigen wir die umfangreichen Benchmark-Tests zum Intel Core 9 273PQE. Wie schnell ist die CPU wirklich?
Inhaltsverzeichnis
Stammleser wissen, dass die PCGH-Redaktion die Abläufe rund um Prozessor- und Grafikkarten-Benchmarks jedes Jahr optimiert und erweitert. Die Basis der CPU-Tests bildet der hauseigene Testparcours. Dieser kombiniert gezielt ausgewählte Spiele mit einigen Anwendungen, um die Leistungsfähigkeit eines Prozessors möglichst variantenreich abzubilden. Für das aktuelle Jahr erweitert die Redaktion das Testprozedere vor allem um neue Titel. Hinzu kommen Cities: Skylines 2, Resident Evil Requiem, Death Stranding 2, The Outer Worlds 2 sowie Anno 117: Pax Romana. Sie ergänzen die bereits breite Auswahl und liefern zusätzliche Einblicke in unterschiedliche Grafik-Engines und deren CPU-Skalierung.
Ferner gilt bei CPU-Benchmarks ein zentraler Grundsatz. Sämtliche Spieletests laufen in der niedrigstmöglichen 16:9-Auflösung bei maximalen Details. Die Kritik an diesem Vorgehen ist uns bekannt, da höhere Auflösungen als praxisnäher gelten ("wer spielt in 720p?"). Ziel eines CPU-Tests ist jedoch die isolierte Betrachtung der Prozessorleistung. Diese lässt sich nur ermitteln, wenn andere limitierende Faktoren möglichst ausgeschlossen werden. In der Praxis betrifft dies vor allem die Grafikkarte. Sobald ein GPU-Limit erreicht wird, misst der Benchmark primär die Grafikleistung und nicht mehr die CPU-Performance. Das entspricht nicht dem Zweck eines CPU-Benchmarks. Die zugrunde liegende Logik ist einfach: Prozessoren arbeiten unabhängig von der Auflösung mit identischer Geschwindigkeit. Steigt die Auflösung, verschiebt sich die Limitierung zunehmend in Richtung Grafikkarte. In diesem Fall liefern Grafikkarten-Benchmarks die aussagekräftigeren Ergebnisse.
Die CPU-Testsysteme
| Sockel | AM5 | AM4 | 1851 | 1700 | 1700 (Core 9 273PQE) |
|---|---|---|---|---|---|
| Mainboard | Asrock X670E PG Lightning | MSI B550 Tomahawk | Gigabyte Z890 Aorus Master | Gigabyte Z790 Gaming X | Asrock Industrial IMB-X1714 |
| RAM | 32 GiB, G.Skill F5-6000J2836G16GX2 (UDIMM, SR), EXPO, Takt nach Herstellervorgabe | 32 GiB, Corsair CMT64GX4M4Z3600C16 (UDIMM, DR), XMP, Takt nach Herstellervorgabe | 32 GiB, G.Skill F5-6000J2836G16GX2 (UDIMM, SR), XMP, Takt nach Herstellervorgabe | 32 GiB, G.Skill F5-6000J2836G16GX2 (UDIMM, SR), XMP, Takt nach Herstellervorgabe | 32 GiB, Crucial CP16G56C46U5.C8B2 (UDIMM, SR), CL46 (für die Nerds: Micron G-Die) |
| CPU-Kühler | Asus Ryujin 3 360 ARGB | Asus Ryujin 3 360 ARGB | Asus Ryujin 3 360 ARGB | Asus Ryujin 3 360 ARGB | Asus Ryujin 3 360 ARGB |
| Netzteil | NZXT C1500 | NZXT C1500 | NZXT C1500 | NZXT C1500 | NZXT C1500 |
| Grafikkarte | Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC | Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC | Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC | Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC | Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC |
| SSD | Corsair MP600 Elite | Corsair MP600 Elite | Corsair MP600 Elite | Corsair MP600 Elite | Corsair MP600 Elite |
| Telemetrie (Effizienz) | Benchlab | Benchlab | Benchlab | Benchlab | Benchlab |
| Tools | CapframeX, Benchlab Software, HWInfo | CapframeX, Benchlab Software, HWInfo | CapframeX, Benchlab Software, HWInfo | CapframeX, Benchlab Software, HWInfo | CapframeX, Benchlab Software, HWInfo |
Benchmarks (Spiele)
Die Zahlen machen schnell deutlich, warum sich Intel damals dafür entschieden hat, die Anzahl der Performance-Kerne im Desktop auf acht zu begrenzen und den übrigen Platz mit Effizienz-Kernen aufzufüllen, die größtentechnisch jeweils nur ein Viertel des Platzes einnehmen. Dabei klingen zwölf P-Cores auf dem Papier toll: Das sind durch SMT satte 24 Threads, welche Spiele praktisch latenzfrei mit Last belegen können. Titel wie Baldur's Gate 3, Dragon Age: The Veilguard oder Anno 117: Pax Romana zeigen jedoch auf, dass der Hybrid-Aufbau mit P- und E-Cores nicht die limitierende Komponente bei dieser Architektur darstellt, sondern deren größte Stärke. Natürlich gibt es Ausnahmen, darunter vor allem Death Stranding 2 oder Indiana Jones und der Große Kreis. Im Mittel müsste eine "reine Gaming-CPU", ein monolithischer 12-Kerner, aber deutlich flotter sein.
Gerade Anno 117 zeigt jedoch auf, was passiert, wenn man der Hybrid-Architektur den Boden (die E-Cores) unter den Füßen wegzieht: Rund 12 Prozent bei den P1-Fps fehlen zum i9-13900K auf demselben Board, satte 42 Prozent zum regulären Wert des i9. Natürlich haben auch Mainboard und Arbeitsspeicher Einfluss auf die Zahlen. Der RAM hat mit CL46 sehr konservative Timings und ist eher für Langzeitstabilität als für hohe Leistung in Spielen ausgelegt. Beim Board haben wir das Problem, dass kein Kühler für die Spannungswandler vorgesehen ist. Wenn diese zu heiß werden, muss die CPU den Takt absenken. In Summe entsteht so eine sehr ungünstige Situation für den 273PQE. Den zwölf Kernen ist es kaum möglich, sich zu entfalten. Das könnten sie, auf einem gewöhnlichen Desktop-Board, aber Intel untersagt die Unterstützung.
Benchmarks (Anwendungen)
In verschiedenen Anwendungen erhalten wir weitere Eindrücke des Core 9 273PQE. Je nach Benchmark ist es durchaus erstaunlich, in welchen Größenordnungen sich der Prozessor bewegt. In 7-Zip etwa schlägt der Bartlett fast den i7-13700K, der neben seinen acht P- noch acht E-Cores und insgesamt ebenso auf 24 Threads zurückgreifen kann. In Cinebench R24 zeigt sich dann jedoch, warum es seitens Intel eine bessere Idee war, statt vier P-Cores an der Stelle 16 E-Cores zu verbauen: Schon auf dem technisch unterlegenen IMB-X1714 zeigt der 13900K einen Vorsprung von 38 Prozent zum 273PQE, während es auf einem anständigen Board dann 65 Prozent werden. Die P-Cores sind zwar leistungsfähiger als die E-Cores, benötigen jedoch mehr Platz und Energie. Doch den 273PQE als langsam in Anwendungen zu bezeichnen, wäre auch nicht korrekt. Mit 24 Threads ist der Bartlett hier auf jeden Fall im oberen Mittelfeld des gesamten Testfeldes.
CPU-Index
Im großen PCGH-CPU-Index positioniert sich der 12-Kerner insgesamt zwischen AMD Ryzen 7 7800X3D und Intel Core i5-14600K und damit auf den sonnigen Plätzen. Den gehandicappten Core i9-13900K schlägt man jedoch nicht. Rein auf Spiele bezogen zündet der Ryzen dann jedoch seinen X3D-Turbo und ist unerreichbar für den Bartlett. Man sucht den 273PQE jetzt eher auf dem Niveau der Ryzen-9000-Achtkerner und der Ryzen-7000-Prozessoren mit 3D V-Cache. In Anwendungen sind die Restriktionen seitens Intel für den 12-Kerner spürbar: Ein Mainboard ohne Kühler auf den Spannungswandlern kann nicht dauerhaft 253 Watt abführen, und so läuft der Prozessor die meiste Zeit beim Power Limit 1 mit 125 Watt. Das gilt auch für den 13900K beim Test auf dem W680-Board, doch der rettet sich einfach über seine E-Cores.
Auf der nächsten Seite gehen wir auf die Effizienz ein. Hier wird sich zeigen, was platztechnisch die bessere Wahl ist: P- oder E-Cores? Die übrigen Prozessoren sorgen im Test für einen Vergleich zwischen Leistungsaufnahme und Fps pro Watt. Zum Schluss darf der Effizienz-Index nicht fehlen.

Vielleicht schaue ich es mir trotzdem mal an.
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MfG
Raff
Erst bei BTL 12P gibt es jetzt Embedded-Exklusive Möglichkeiten in Form von mehr als acht P-Kerne insgesamt. Aber wie gesagt: Auch das ist nur innerhalb des Sockel 1700 ein Novum. LGA4677 bietet 6 bis 60 P-Kerne (bis 2024: 6-56) mit der gleichen Architektur. Zugegebenermaßen waren die 12+-Kerner dafür nie billig (und ihre 600er-Nachfolger mit guten MSRPs sind leider OEM-only). Aber das ist Bartlett Lake auch nicht und vor drei Jahren, oder so, als Exklusivprodukt für High-End-Gamer, wäre er schlicht teuer gewesen. "Für die breite Masse die schlechtere Wahl, da Anwendungs-Fail" bedeutet weitaus geringere Stückzahlen und Kleinserien-Preisaufschlag. Sagen wir mal Retail-Preis Core i11-13999K: 1.099 Euro? Heißer und in vielen Fällen langsamer als der i9-13900K? Das hätte niemand gekauft, also hat Intel es gar nicht erst angeboten. Die Nische "etwas mehr als acht P-Kerne auf alter Intel-7-Technik weiter verkaufen" musste sich erst herausbilden und das hat sie, wie gesagt, meiner Meinung nach nur durch die auslaufende Produktion naheliegender Alternativen.
Von daher halte ich Intel physisches Sortiment für nachvollziehbar. Kritisieren sollte man eher die künstliche Fragmentierung: Wie unter obigem -Link dargelegt:
3 Produktlinien (Xeon E, Core Embedded, Mainstream) mit getrennten Mainboards
jeweils 2-3 Generationen/Refreshs
jeweils 2-3 TDP-Ausführungen, teilweise weitere Variationen mit/ohne IGP und/oder mit/ohne E-Cores
In der Summe finde achtunddreißig CPU-Modelle bei Intel und die haben alle
- 8 P-Kerne
- Intel-7-Fertigung + einhergehende Architektur (und in 31 Fälle auch die gleiche Cache-Slice-Größe je Kern)
- Sockel-1700-Format
WTF?
Das es allerdings schon früher P-only Modelle gab war mir nicht bewußt. Das war dann vermutlich auch nichts für das durchschnittliche Desktop Mainboard?
Auch im Arbeitsumfeld sind wir die letzten Jahre eher Richtung AMD tendiert, wann immer es preislich ähnlich war, selbst bei Aufschlägen von bis zu 50 Euro pro komplett PC. Intel und MS haben gefühlt zu lange gebraucht, den Scheduler zu optimieren. Ebenso scheint manche Software (mit altbackenen Datenbanken) zu einem Glücksspiel zu werden.. Mal läuft es flott, manchmal zäh wie ein Kaugummi.
Für kleine und mittlere Server greife ich dann u.a. auch gerne zum Intel® Xeon® E-2486 und früher (oder heute aus der Not heraus) zum Intel® Xeon® E-2386G. Meintest du eventuell (auch) diese Prozessoren als frühere Pendanten?
Mal sehen wie es mit der CPU weitergeht. Kontron hat bislang kein neues BIOS raus gebracht, was die CPU unterstützen würde und Asus macht mit seinen Mainstream-W680-Boards scheinbar überhaupt nichts. Das letzte BIOS stammt aus dem Dezember 2025.
Dabei hat Intel ganz groß in seiner Ark stehen, dass W680 RAM-OC-Optionen für den 273 PQE böte. Leider Pustekuchen.
Ich konnte bei Intel nicht in Erfahrung bringen, was offiziell auf Consumer-Boards erlaubt ist, aber neben dem W680 gibt es bei Kontron auch B- und H-Modelle und das schnell aufgetauchte Mod-UEFI für Z790 spricht für eine komplette Freigabe. Das nützt einem halt nur nichts, wenn niemand entsprechende UEFI-Updates bringt. Mit Asus habe ich drüber sprechen können; die planen Bartlett-Lake-Support explizit nur bei Industrial. Also der eigenen Sparte, die mit den Desktop- und Workstation-Boards, die man als PCGHler sonst so kennt, überhaupt nichts zu tun hat. Andere Hersteller haben gar nicht auf meine Anfrage geantwortet. Ohne ordentliche UEFI sollte man sich aber auch keine Hoffnungen auf Performance-Sprünge machen: Einfach nur den Microcode in ein Z790-File reinzuklöppeln erlaubt nicht einmal stabiles booten. Wie ich als 9900K-@Z170-Nutzer weiß, hat man danach noch sehr viel Optimierungsarbeit vor sich, weil das UEFI schlichtweg nicht weiß, wie mit einem homogenen 12-Kerner umzugehen ist.
Zumindest wäre das meine Theorie. Sie hätten mit diesem Modell ihre neue Produktphilosophie untergraben.
Aber ein spannender Artikel. Ich mag solche Industrie und Extended Lifecycle Boards
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Für Märkte, in denen E-Kerne wenig Sinn machen, hat Intel schon viel früher 8+0-Konfigurationen angeboten, ohne irgendwen "erziehen" zu wollen.
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Ich persönlich vermute, dass Bartlett Lake vor allem als Ersatz für andere Produkte geschaffen wurde. Besagte 8+0er sind billig von Desktop-Chips abgeleitet – aber die laufen aus, wären ohne RAM-Krise vermutlich dieses Jahr EOL gegangen. Ähnliches gilt für viele andere Intel-Prozessoren, die BTL 12P bislang in eine verdammt enge Nische quetschen:
Bartlett Lake 12P steckt in einer verdammt engen Nische, die aber bald wachsen könnte:
- Mehr als 8 Kerne benötigt, sonst reichen Raptor 8+0. Aber Raptor läuft aus.
- Aber nicht viel mehr als 12 Kerne, sonst muss man Sapphire Rapids nehmen. Aber Sapphire Rapids läuft aus.
- Zwingend die gleiche Leistung für jeden Thread, sonst wäre Raptor 8+16 besser. Solange es ihn noch gibt.
- Pro Thread mehr Leistung, als ein E-Kern bereitstellen kann, sonst wäre Snow Ridge besser. Aber der basiert noch auf Tremont, also Vor-Alder-Lake-Architektur.
- Aber nicht viel mehr Leistung, denn innerhalb des Power Limits setzt die Ineffizienz der P-Kerne Grenzen.