Intel Core i5-13400F im Test: Mach's gut, Mittelklasse, es war schön mit dir! [UPDATE]

Auf die großen Raptoren folgen nun die kleinen: Nicht weniger als 16 neue Modelle hat Intel für den Sockel 1700 auf den Markt gebracht. Einen davon haben wir uns geschnappt und getestet. Core i5-13400F soll dabei mit E-Cores im Gepäck die neue Mittelklasse bilden, krankt aber an einem zu hohen Verkaufspreis und anderen Überraschungen.

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Intel Core i5-13400F im Test: Mach's gut, Mittelklasse, es war schön mit dir!
Quelle: PCGH

Aktualisierung vom 14.01.2023: Beachten Sie bitte den Update-Bereich Update vom 14.01.2023: Doch keine 56 Sekunden Boost!.


Nicht nur AMD, sondern auch Intel hat zur CES am Anfang des Jahres 2023 neue Prozessoren angekündigt. Neu sind der Core i9-13900(F), der Core i7-13700(F), der i5-13600, 13500 und 13400(F), der i3-13100(F) sowie alle bisher genannten CPUs mit T-Suffix; insgesamt handelt es sich um 16 Modelle. Alle Prozessoren liefern eine Gesamtzahl von 20 PCI-Express-Lanes, während die i9- und i7-Modelle DDR5-5600- und DDR4-3200-Speicher unterstützen. Alle anderen liefern Support für DDR5-4800. Anhand der Spezifikationen ist eines schnell klar: Alles unterhalb der i7-CPUs ohne K-Suffix sind "nur" ein Refresh der Alder-Lake-Generation. Das ist nicht ungewöhnlich, Intel ging ähnlich beim Wechsel auf Coffee Lake V2 und von Comet Lake auf Rocket Lake vor. Warum gerade der Mittelklasse der Sprung vom Core i5-12400F auf den Core i5-13400F nicht guttut, erklären wir jetzt. Zudem folgen zahlreiche Benchmarks in Spielen und Anwendungen, inklusive Effizienz- und Fps-pro-Watt-Analyse.

Wir bedanken uns bei Intel für die Bereitstellung des Samples des i5-13400F. Ebenfalls möchten wir uns bei Zed Up bedanken, die uns abermals mit einem Core i5-12400F versorgt haben, damit wir entsprechende Vergleiche zum Nachfolger erstellen konnten.

Intel Core i5-13400F: Übersicht der Spezifikationen

Laut Datenblatt bietet ein Core i5-13400(F) sechs Performance- und vier Effizienz-Kerne. Der Basistakt beträgt 2,5 bzw. 1,8 GHz. Unter Last beschleunigen die P-Kerne bis zu einem Takt von 4,6 GHz und die E-Cores mit bis zu 3,3 GHz. Unter Volllast liegen immerhin noch 4,1 GHz auf den P-Cores an. Laut Intel sind maximal DDR5-4800 oder DDR4-3200 für den Speichercontroller freigegeben. Wie wir im Test zu Alder Lake damals festgestellt haben, bezieht sich diese Angabe allerdings nur auf Mainboards, die über zwei DIMMs verfügen. Jene, die auf vier DIMMs setzen, vertragen maximal DDR5-4400. Spätestens hier sollte klar sein, dass ein Core i5-13400F auf Alder-Lake-Technik setzt. Es gibt den Prozessor jedoch in verschiedenen Steppings, darunter B0 und C0. Kommt ein Raptor-Lake-Die zum Einsatz, meldet CPU-Z das B0-Stepping. Arbeitet die CPU hingegen unter Alder-Lake-Silizium, erspäht man ein C0-Stepping. Es gibt keine Performance-Unterschiede, die Frage bleibt jedoch, was Intel mit den vermeintlichen Raptor-Lake-Prozessoren macht, um sie auf ein Alder-Lake-Design zu kürzen, immerhin bietet RPL deutlich mehr L2-Cache als ADL. So könnte ein i5-13400F ein teil-defekter i5-13600K sein, oder ein voll aktiver i5-12600K, der um etwas Takt und den offenen Multiplikator beraubt wurde. Die TDP beträgt bei allen non-K-Prozessoren maximal 65 Watt, gleichwohl macht Intel Unterschiede bei der MTP, dem kurzen Zeitraum, wo über die 65 Watt hinaus beschleunigt werden darf. Bei einem i5-13400(F) beträgt dieser Wert 148 Watt.

Core i5-13400F

Modell Kerne Takt RAM IGP L3-Cache PBP / MTP in Watt Preis
Core i7-12700K 12c/20t 5,0/3,8 GHz DDR5-4800 G2/DDR4-3200 G1 UHD 770 25 MiByte 125/190 370 Euro
Core i5-12600K 10c/16t 4,9/3,70 GHz DDR5-4800 G2/DDR4-3200 G1 UHD 770 20 MiByte 125/150 270 Euro
Core i5-12400F 6c/12t 4,4 GHz DDR5-4800 G2/DDR4-3200 G1 - 16 MiByte 65/117 164 Euro
Core i5-13400F 10c/16t 4,6/3,3 GHz DDR5-4800 G2/DDR4-3200 G1 - 20 MiByte 65/148 229 Euro
Core i5-13400 10c/16t 4,6/3,3 GHz DDR5-4800 G2/DDR4-3200 G1 UHD 730 20 MiByte 65/148 257 Euro
Core i5-13500 16c/24t 4,8/3,5 GHz DDR5-4800 G2/DDR4-3200 G1 UHD 770 24 MiByte 65/154 272 Euro

Beim Vergleichen der Daten fällt auf, dass ein i5-13400(F) viel mehr einem i5-12600K ähnelt als einem direkten Nachfolger des i5-12400(F). Das klingt erst einmal positiv, denn unserer Ansicht nach sind es gerade die E-Cores, die bei Alder Lake bei den kleineren Modellen das i-Tüpfelchen gewesen wären. Ein Core i5-13500, den wir leider noch nicht zum Testen erhalten haben, bietet sogar etwas, das bisher kein einziger Alder-Lake-Prozessor liefern konnte: die Mischung aus sechs P- und acht E-Cores. Zweifelsohne muss man sich bei einem Preisunterschied von nur 15 Euro vom i5-13400 (aktueller Preis bei Mindfactory: 227 Euro) auf den i5-13500 aber fragen, warum man sich diese geringe Summe sparen soll, wenn man auf dem Papier das klar schlechtere Produkt erhält. Wir kommen im Fazit noch einmal darauf zurück. Beim Direktvergleich zwischen i5-13400F und i5-12400F offenbaren die offiziellen Spezifikationen der Intel-Datenbank Ark noch interessante Unterschiede: So unterstützt der 13400F gegenüber dem 12400F den Intel Thread Director, was sinnvoll ist, da es sich beim 13400F nun auch um eine Hybrid-CPU handelt. Dagegen unterstützt der Refresh-Prozessor keinen Intel-Optane-Speicher mehr.

Für die 'neue' Core-i5-Serie sieht Intel eine bis zu 39 Prozent höhere Multi-Core-Performance, bis zu acht E-Cores, einen größeren L2-Cache und damit die generell bessere Leistung der Hybrid-Architektur. Stimmt auch alles, zumindest wenn man den Core i5-13600 als Maßstab nimmt. Ein i5-13400(F) ist dagegen reichlich abgespeckt.  Quelle: Intel Für die "neue" Core-i5-Serie sieht Intel eine bis zu 39 Prozent höhere Multi-Core-Performance, bis zu acht E-Cores, einen größeren L2-Cache und damit die generell bessere Leistung der Hybrid-Architektur. Stimmt auch alles, zumindest wenn man den Core i5-13600 als Maßstab nimmt. Ein i5-13400(F) ist dagegen reichlich abgespeckt. 

Intel verdoppelt beim Alder-Lake-Refresh den Boost-Zeitraum auf 56 Sekunden

Als wir Vergleichsmessungen mit einem Core i5-12600K durchführten, den wir auf die Spezifikationen eines i5-13400F konfiguriert haben, ist uns aufgefallen, dass Volllast-Benchmarks wie Cinebench R23 oder Handbrake zwischen sechs und sieben Prozent zu langsam waren. Weitere Benchmarks und Analysen haben schließlich ergeben, dass Intel den Zeitraum "TAU" beim Alder-Lake-Refresh offenbar von den non-K-üblichen 28 Sekunden auf 56 Sekunden erhöht hat. Konfigurieren wir Letzteres beim Core i5-12600K, ist die Leistung zu den Messwerten des i5-13400F nahezu identisch. Das erklärt auch, warum Intel so von der erhöhten Multi-Core-Leistung spricht: Wenn ein Prozessor für den doppelten Zeitraum mehr als doppelt so viel Energie umsetzen darf, ist es keine Zauberei, sondern simples Marketing, wenngleich ziemlich genial umgesetzt, da Intel den Boost-Zeitraum nicht öffentlich erklärt. Freilich eine Methode, um den Wolf im Schafspelz in den Benchmarks einige Positionen weiter nach oben zu schummeln. Ob die übrigen non-K-CPUs ebenfalls über einen Boost-Zeitraum von 56 Sekunden verfügen, können wir nicht bestätigen, wir gehen aber davon aus. Generell bescheinigt Intel dem Alder-Lake-Refresh eine höhere Leistung im Alltag, bei einer besseren Energie-Effizienz. Auf den kommenden Seiten gehen wir genauer darauf ein, auch Intels Core i5-13400F musste eine Berg- und Talfahrt durch unseren CPU-Test-Parcours bestehen, mit teils interessanten Ergebnissen. Wie üblich kommen wir danach zur Effizienz-Analyse und dem Fazit. Viel Spaß mit den Ergebnissen.

Update vom 14.01.2023: Doch keine 56 Sekunden Boost!

Wie wir im Gespräch mit Intel erfahren haben, handelt es sich beim TAU-Boost von 56 Sekunden um einen Fehler der verwendeten BIOS-Version unseres Test-Mainboards Gigabyte Z690 UD DDR5. Alle non-K-Prozessoren, auch die der 13. Core-Generation, laufen weiterhin mit 28 Sekunden Boost-Dauer. Wir haben die entsprechenden Volllast-Benchmarks neu getestet und die Werte in den Index-Benchmarks korrigiert. Bei Spiele-Benchmarks gibt es keinen Unterschied, da sich die CPU unterhalb der 65-Watt-Grenze bewegt. Die durchschnittliche Anwendungsleistung sinkt damit um rund einen Prozent und die Leistungsaufnahme unter allen Anwendungen von 90 auf 88 Watt. Weil Leistung und Effizienz damit minimal sinken, fällt auch die Wertung der CPU leicht schlechter aus. Wir haben die Tabelle am Schluss des Artikels ebenfalls angepasst.

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  1. Seite 1 Intel Core i5-13400F im Test: Einleitung
  2. Seite 2 Intel Core i5-13400F im Test: Benchmarks (Spiele)
  3. Seite 3 Intel Core i5-13400F im Test: Anwendungen und Effizienz
  4. Seite 4 Intel Core i5-13400F im Test: Fazit und Wertung
    • Kommentare (87)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von sonny1606
      • Von Zik7 Software-Overclocker(in)
        Der i5 13400F ist ein absoluter Flop! Er müsste für mich mind. 10% mehr Gaming Leistung im Vergleich zum 12400F haben und um die 160€ kosten. Dann wäre er interessant! Aber ich brauche eh nichts und kann locker bis zum 16400F oder 17400F warten!
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Manner1a
        Wie solche CPUs in den Index gelangen können, indem vorher zur Verfügung gestellt, da fallen mir mehr als 1 Möglichkeit ein.
        Wie meinen? Du möchtest uns eine CPU schenken und hast sie schon auf den Weg zur Post gebracht? Gerne doch, vielen Dank
      • Von theGucky Volt-Modder(in)
        Ja die E-Cores sind die Preiserhöhung meiner Meinung nach nicht wert.
      • Von Manner1a Software-Overclocker(in)
        Der preisliche Unterschied zwischen einem i5-13400 und deren F Variante i5-13400F beträgt 25,60€, was weiterhin spitzenmäßig ist. Zudem hat der normale 13400 eine um 6 Watt höhere TDP: 154 zu 148. Ich frage mich, ob diese Einteilung fest ist, so wie ein 95 Watt Sandy Bridge ja auch zumindest der Einteilung nach 15 Watt für die iGPU bekam und der CPU Part war damit effektiv 80 Watt. Gut daran ist, wenn Intel es nicht schafft, völlig zu untertreiben wie gut ihre CPUs sind, gibt es ja noch die neutralen Tester.

        Wie solche CPUs in den Index gelangen können, indem vorher zur Verfügung gestellt, da fallen mir mehr als 1 Möglichkeit ein.
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