Intel Core i5-12400 im Test: Der 5600X-Konkurrent, der 14 Monate zu spät kam [Update]
Alder Lake kann auch anders, nämlich sparsam und ohne Hybrid-Ansatz - wir haben Intels neuen Spar-Sechskerner getestet und klären, ob wir das neue Effizienz- und Preis/Leistungs-Wunder gefunden haben. Der Core i5-12400 muss sich dabei vor allem gegen den Platzhirsch AMD Ryzen 5 5600X behaupten.
In diesem Artikel
- Seite 1 Intel Core i5-12400 im Test: Überblick/Benchmarks
- Seite 2 Intel Core i5-12400 im Test: Effizienz/OC/Fazit
- Seite 3 Bildergalerie
Update vom 28.01.2022: Wir haben den Test um ein Video und weitere Benchmark-Werte erweitert. Eingefügt wurden jeweils Intel Core i5-10600K, i5-11600K und i5-12600K. Im Anwendungs-Index finden Sie zudem als neuen Spitzenwert den AMD Ryzen 9 5950X. Sie finden die entsprechenden Zahlen, wenn Sie dem Update-Hinweis in den Überschriften folgen.
Original-Artikel vom 26.01.2022: Es hat sehr lange gedauert, doch Intel ist zurück. Zur CES 2022 hat der Chipriese viele neue und vor allem günstige Prozessoren für den Sockel 1700 vorgestellt. Einen davon haben wir zum Testen von Intel erhalten, den Core i5-12400. Im Test waren wir sowohl überrascht als auch enttäuscht und gerade in Sachen Tuning ist noch die ein oder andere Frage offen. Doch der Reihe nach. Die 1X400-Serie ist spätestens seit dem Core i5-10400F ein Geheimtipp für Sparfüchse. Für PC-Spieler findet sich bei flotten sechs Kernen immer noch der Sweetspot zwischen Anschaffungskosten, Effizienz, Kühlbarkeit, Features und natürlich der Performance. Das Erbe des Core i5-10400F konnte ein i5-11400F nicht ausreichend antreten, zu hoch war die Leistungsaufnahme, zu gering die Mehrleistung und Lebensdauer - denn schon sechs Monate nach Rocket Lake erschien der Nachfolger. Alder Lake übertraf im Test den Vorgänger in allen Punkten.
Quelle: PCGH
Intel Core i5-12400 im Test: Der 5600X-Konkurrent, der 14 Monate zu spät kam (2)
Intel Core i5-12400 im Test: Überblick
Ein Core i5-12400 verfügt über 6 Golden-Cove-Kerne mit 12 Threads und verzichtet vollständig auf E-Cores. Wie schon i9-12900K und Co. wird auch der Sechskerner in Intel 7 gefertigt, was 10 nm entspricht. Der unter normalen Umständen nie erreichte Basistakt beträgt 2,5 GHz, der maximale Boost-Takt für einen Kern 4,4 GHz. Die meiste Zeit jedoch werden Sie die Rechenherzen beim Spielen oder Arbeiten mit 4,0 GHz takten sehen. Die PBD (Processor Base Power) beträgt für non-K-CPUs klassische 65 Watt, die MTP (Maximum Turbo Power) beziffert sich auf 117 Watt. Unterstützt werden sowohl DDR5-Speicher bis 2.400 MHz (DDR5-4800) als auch DDR4-Speicher bis 1.600 MHz (DDR-3200). Sie haben dabei die Wahl zwischen Gear 1, Gear 2 und Gear 4. Damit ist der Teiler gemeint, der auf den integrierten Speichercontroller angewendet wird. Bei Gear 1 laufen Arbeitsspeicher und Speichercontroller synchron und bieten einen entsprechenden Leistungs-Boost. Gear 2 bedeutet die Hälfte der Taktfrequenz des Speichers und Gear 4 schließlich ein Viertel davon. Intel schafft damit eine breite Unterstützung vieler Arbeitsspeicher, egal ob Sie auf DDR4- oder auf DDR5-Speicher setzen.
| Bezeichnung | Kerne/Threads | Max. Boost | IGP | RAM | PBP/MTP in Watt |
|---|---|---|---|---|---|
| Core i9-12900K | 16/24 (8P+8E) | Bis zu 5,2/3,9 GHz | Alder Lake GT1 (Xe) | DDR5-4800 (SR) Gear 2/DDR4-3200 Gear1 | 125 (=241) |
| Core i7-12700K | 12/20 (8P+4E) | Bis zu 5,0/3,8 GHz | Alder Lake GT1 (Xe) | DDR5-4800 (SR) Gear 2/DDR4-3200 Gear1 | 125 (=190) |
| Core i5-12600K | 10/16 (6P+4E) | Bis zu 4,9/3,6 GHz | Alder Lake GT1 (Xe) | DDR5-4800 (SR) Gear 2/DDR4-3200 Gear1 | 125 (=150) |
| Core i5-12400 | 6/12 (6P, keine E-Cores) | Bis zu 4,4 GHz | Alder Lake GT1 (Xe) | DDR5-4800 (SR) Gear 2/DDR4-3200 Gear1 | 65 (=117) |
Wie alle anderen Alder-Lake-CPUs auch bringt ein Core i5-12400 die Unterstützung für PCI-Express 5.0 mit. Die IGP (Integrated Graphics Processor) hat Intel vom Vorgänger Core i5-11400 einfach übernommen, nennt sie aber Alder Lake GT1 und taktet sie mit maximal 1,45 GHz 150 MHz höher. Obwohl die Grafiklösung auf Intels hauseigene Xe-Architektur setzt, sollten Sie bei der Leistungsfähigkeit keine Wunder erwarten. Natürlich ist es nett, eine Notfall-Grafiklösung in petto zu haben, sollte die Haupt-GPU sterben. Der Core i5-12400 kommt mit 18 MiByte L3-Cache, eine 50-prozentige Steigerung gegenüber Core i5-11400/10400, was sich primär positiv auf die Spieleleistung auswirkt. Wer die CPU in der Box-Variante kauft, findet neben dem Prozessor den neuen Intel Laminar RM1, ein im Vergleich zum Vorgänger optisch ansprechender Kühler, dessen Leistung aber nach wie vor auf "damit die CPU überhaupt läuft" beschränkt werden kann. Neben SSE4.2, AVX2, GNA und DL Boost, welche die Leistung in Spielen und Anwendungen erhöhen, verfügt die CPU mit AES-NI, CET, MBE und Boot Guard auch zahlreiche Sicherheitsfunktionen. Natürlich sind auch die für die Virtualisierung wichtigen Befehlssätze VT-x/d/x EPT mit an Bord. Theoretisch verfügt Alder Lake S auch über AVX-512F, doch Intel überarbeitet aktuell den Microcode und entfernt das Feature, unser Test läuft damit ohne den Befehlssatz.
Intel Core i5-12400 im Test: Benchmarks (Spiele) (Update)
Das wichtigste Merkmal eines Prozessors ist die Performance. Wir prüfen die Leistungsfähigkeit einer CPU in 14 Spielen und 6 Anwendungen. Die ausgewählten Benchmarks fordern den Prozessor auf verschiedene Weise: Neben einer hohen Single-Core- ist vor allem die Multi-Core-Leistung sehr wichtig, die Speicher- und internen Latenzen spielen auch eine große Rolle. Wir betreiben jeden Prozessor innerhalb der Parameter, wie es der Hersteller vorgibt. Für die Vergleichbarkeit kommt für jede DDR4- und DDR5-Plattform jeweils der gleiche Speicher zum Einsatz. Alle Mainboards, die zum Testen der Prozessoren zum Einsatz kommen, wurden vorher durch die Redaktion geprüft und basieren auf einem ausführlichen Auswahlverfahren. Die CPU-Wasser-Kühlung verhindert zu jeder Zeit ein temperaturbedingtes Heruntertakten des Prozessors. Als Grafikkarte kommt eine Asus TUF RX 6900 XT mit erhöhten Taktraten zum Einsatz. Durch Vorheizen umgehen wir temporäre Boost-Modi, welche nicht die zu erwartende Leistung in Spielen abbilden.
*Benchmark mit E-Cores instabil, nur P-Cores aktiv
Beim Test hat sich schnell herauskristallisiert, dass der Alder-Lake-Hexacore wie für Spiele gemacht ist. Die erzielten Fps sind zu jeder Zeit angenehm hoch und die CPU geht dabei ausgesprochen effizient zu Werke. Der auserkorene Konkurrent ist selbstverständlich AMDs Ryzen 5 5600X. Die beiden Sechskerner liefern sich in den meisten Titeln ein Kopf-an-Kopf-Rennen, lediglich Doom Eternal wird sehr viel stärker durch den üppigen L3-Cache des Ryzen beschleunigt. Im Durchschnitt bei 14 Spielen erzielt der Golden-Cove-Hexacore am Ende jedoch exakt die gleiche Wertung wie AMDs Ryzen 5 5600X: 80,0 Prozent. Das ist spannend, vor allem wenn man bedenkt, dass Intel eigentlich Rocket Lake als Antwort auf AMD Zen 3 parat hatte. Ehemalige, auch heute noch empfehlenswerte, Sechskerner - wie ein Ryzen 5 3600 oder die beiden Vorgänger Core i5-10400F und 11400F - schlägt ein i5-12400 mit einem Vorsprung von rund 30 Prozent spielend, in Halo Infinite legt sich die 65-Watt-CPU gar mit ehemaligen High-End-CPUs wie dem Core i9-10900K oder Ryzen 9 3900X an.
Intel Core i5-12400 im Spiele-Index (Update)
Wir haben es ja weiter oben schon verraten, aber die Zahlen dazu im Blick zu haben, ist noch mal etwas anderes. Intels Core i5-12400 ist in Spielen auf direkter Augenhöhe mit AMDs Ryzen 5600X. Hier und da gibt es bei den Benchmarks natürlich Unterschiede, beispielsweise in Anno 1800, aber im Schnitt packt der kleine Hexacore dann sogar fast den Core i9-11900K. Der Vorteil gegenüber dem AMD Ryzen 5 5600X ist hier beim Preis zu suchen, der bis auf die IGP baugleiche Core i5-12400F kostet keine 200 Euro, liefert in Spielen aber die Leistung, für die AMD noch immer rund 280 Euro veranschlagt. Features wie PCI-Express 5.0 gibt es bei Intel obendrauf. Der Nachteil ist dagegen bei den höheren Mainboard-Preisen für den Intel-Sockel 1700 zu suchen.
Intel Core i5-12400 im Test: Benchmarks (Anwendungen) (Update)
Gegenüber den beiden Vorgängern Core i5-10400(F) und i5-11400(F) schlägt sich unser Testkandidat Core i5-12400 sehr gut. Am Beispiel des Blender-koro-Benchmarks wird deutlich, dass temporäre Turbo-Modi hier keinen Einfluss auf die Performance haben, wohl aber falsch kalkulierte TDP-Angaben sowie -Boosts. Die Arbeit erledigt ein Core i5-12400 rund 37 Prozent schneller als ein i5-10400F und rund 23 Prozent flotter als ein i5-11400F. Für den AMD Ryzen 5 5600X hat es nicht ganz gereicht, aber die Leistung ist in Blender als ebenbürtig zu bezeichnen. Selbst zum Zehnkerner Core i9-10900K fehlt nicht viel, gegenüber den 12-Kernern Ryzen 9 3900X und 5900X muss sich ein i5-12400 natürlich geschlagen geben. Vergleichsweise gering fällt da gegen die Leistung in 7-Zip aus, wo sich Intels Hexacore im Gesamt-Rating gerade einmal zwischen AMDs Ryzen 5 3600 und 3600XT zwängt. Wir können den Core i5-12400 daher nur bedingt für Content Creator empfehlen. Die Leistung ist zwar auf hohem Niveau, Sechskerner mit zwölf Threads gehören in Sachen Anwendungen aber langsam zum alten Eisen. Für mehr Multi-Core-Leistung kann zum Core i5-12600K gegriffen werden, welcher mit vier zusätzlichen E-Cores das Eisen aus dem Feuer holt.
Intel Core i5-12400 im Anwendungs-Index (Update)
Bei der Anwendungsleistung gibt es keine Überraschungen. Ein Core i5-12400 hat nur sechs Kerne und zwölf Threads und liefert dementsprechend ab. Anders als beim Core i5-11400F konnten wir im Test keine abfallenden Taktraten wegen eines zu knappem TDP-Budget erkennen. Das ist erfreulich und zeugt davon, dass Intel die Schwachstellen von Rocket Lake beseitigt hat. Auch in Spielen haben wir den Single-Core-Boost von 4,4 GHz immer mal wieder ausmachen können, vor allem beim Laden von Spielständen. Gegen den AMD Ryzen 5 5600X verliert ein Core i5-12400 dann sehr knapp. Auf Seite 2 dieses Artikels beschäftigen wir uns mit der wichtigsten Frage: Wie effizient arbeitet Intels neuer Hexacore?
[PLUS] Core i9-12900K & Co: Intel Alder Lake im erweiterten Print-Test
PCGH Plus: Hybrid-Prozessoren, DDR5-Speicher, PCI-Express 5.0, ein neuer Sockel - willkommen in der Zukunft. Wir testen Intels 12. Core-Generation und liefern alle Eindrücke zur Leistung und neuen Features. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 01/2022.
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Laut meines Infos 2tes Halbjahr dieses Jahres also ja unter Umständen kann es dann auch erst Nov wieder sein