Intel Core i3-8100 vs AMD Ryzen 3 1300X im Test: Bester Quadcore bis 120 Euro

Budget-Vierkerner im Duell: AMDs Ryzen 3 1300X gegen Intels Core i3-8100. Welcher Quadcore im Preisbereich bis 120 Euro bietet die beste Performance für Spieler und Anwender und wer das beste Gesamtpaket? Mit dem Ryzen 3 1300X und dem Intel Core i3-8100 stellen sich zwei Kandiaten unserem erweiterten Testparcours mit dem wir detailliert die Stärken und Schwächen der CPUs analysieren.

53
Test Carsten Spille Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Intel Core i3-8100 vs AMD Ryzen 3 1300X im Test: Bester Quadcore bis 120 Euro
Quelle: PC Games Hardware

Die Ära, in der Spiele-Prozessoren mit vier Kernen das Maß der Dinge waren, ist zwar vorbei, doch durch die gefallenen Preise sind Quadcore-CPUs nach wie vor interessant - speziell für Budget-Rechner. Wir prüfen, ob sich AMDs Ryzen 3, der im Bereich unter 120 Euro die bisherige Empfehlung darstellte, gegenüber Intels Produktoffensive behaupten kann.

Intel hat als Reaktion auf AMDs Ryzen-Vorstellung kurzfristig sein Portfolio umgestellt. Mit dem Launch der Coffee-Lake-Prozessoren gab es zumindest laut offizieller Preisliste quasi zwei Kerne gratis für jeden Preispunkt: Der Core i7 wurde vom Quad- zum Hexacore, der i5 ebenso, muss nach wie vor allerdings auf Hyperthreading, Intels Marketingname für Simultaneous Multithreading, verzichten. Der Core i3 wurde von einem Dual-Core mit Hyperthreading (SMT) zu einem Quadcore ohne SMT befördert, muss dafür aber mit 300 MHz weniger Takt auskommen. Die Preise bleiben zwischen den Generationen oft identisch, nur die K-Modelle kosten einen Aufschlag. Der heute im Fokus befindliche Core i3-8100 kostet laut oben verlinkter Liste mit 117 US-Dollar (zzgl. Steuern) genauso viel, wie seine beiden Vorgänger, der Core i3-7100 und der Core i3-6100.

Das Testmuster des Core i3-8100 wurde uns freundlicherweise vom Online-Shop Caseking zur Verfügung gestellt.

Intel Core i3-8100 vs AMD Ryzen 3 1300X: Bester Quadcore bis 120 Euro (1) Quelle: PC GAmes Hardware Intel Core i3-8100 vs AMD Ryzen 3 1300X: Bester Quadcore bis 120 Euro (1) Intel Core i3-8100 vs AMD Ryzen 3 1300X: Bester Quadcore bis 120 Euro (1) Quelle: PC Games Hardware Intel Core i3-8100 vs AMD Ryzen 3 1300X: Bester Quadcore bis 120 Euro (1) Als waschechter Vierkerner ist der Core i3 nun im Bereich sinnvoller Einstiegsempfehlungen für Spiele-PCs, die wenig kosten sollen, angekommen und muss sich in dieser Eigenschaft mit dem Ryzen 3-1300X messen. Hier beide CPUs im Kurzportrait.

AMD Ryzen 3 1300X
Im Vergleich zur Bewertung in unserem initialen Review ist der Vierkerner von AMD mit aktuell rund 115 Euro rund 20 Euro günstiger zu haben. Der Prozessor ist, wie auch sein nochmals 15 Euro günstigerer, kleiner Bruder, der R3-1200, frei übertaktbar, sofern ein AM4-Mainboard mit passendem I/O-Hub wie dem B350 oder dem X370 zum Einsatz kommt. Realistisch sind circa 3,9 bis 4,1 GHz, die sich mit vielen Exemplaren luftgekühlt erreichen lassen - ein bisschen Glück ist dabei immer im Spiel. Der Basis-Takt liegt bei 3,4 GHz, der im Test fast immer minimal anliegende Allcore-Turbo bei 3,6 GHz. Bei Last auf weniger als zwei Kernen sind bei entsprechender Kühlung bis zu 3,9 GHz möglich.

Intel Core i3-8100
Der Vierkerner läuft unter Last durchweg mit 3,6 GHz, eine Turbo-Funktion gibt es für Core-i3-CPUs nach wie vor nicht. Er kostet ebenfalls knapp 115 Euro, lässt sich jedoch zum AMD-Pendant kaum übertakten, da der Multiplikator festgelegt und im UEFI nicht änderbar ist. Das ist umso ärgerlicher, als derzeit nur hochgezüchtete Übertakter-Mainboards mit dem Z370-I/O-Hub den Core i3-8100 unterstützen - funktional identische Z270-Modelle sind aufgrund geändert Pinbelegung zu allen CPUs der Coffee-Lake-Reihe inkompatibel. Grund dafür waren angeblich Vorkehrungen, damit auch kommende Achtkern-CPUs für den Sockel 1151v2 mit ausreichend Strom versorgt werden können.

Mainboards für Ryzen sind - inklusive OC-Option - aktuell ab rund 60 Euro zu haben und damit deutlich günstiger als die für den Core i3-8100 erhältlichen Modelle. Mit Board und CPU sind Sie damit aktuell bei 175 Euro (R3-1200: 160 EUR) Einstandspreis - übrige Komponenten wie Speicher, SSD oder Grafikkarte fallen für die Intel-Plattform in gleicher Höhe ebenfalls an. Beim i3-8100 beläuft sich der aktuelle Einstandspreis inklusive des günstigsten Z370-Boards auf circa 210 Euro.

Beide CPUs besitzen eine TDP von 65 Watt. Für diese Leistungsaufnahme müssen kompatible Kühlsysteme ausgelegt sein, auch wenn sie in der Praxis so gut wie nie erreicht werden - zumindest, wenn man nicht übertaktet. Im Leerlauf sind verfügbare Intel-Boards sparsamer und das Gesamtsystem kommt mit 17 anstelle von 29 Watt beim Ryzen 3 aus. Im Anwendungsbereich stehen beim Intel-System mit Core i3-8100 im Schnitt 99 Watt auf der Uhr, der Ryzen benötigt hier 132 Watt - abzüglich 12 Watt Plattform-Mehrverbrauch könnte man schätzen, dass in der Praxis knapp 20 Watt zwischen den Prozessoren liegen. Im vom Verbrauch der Grafikkarte dominierten Spiele-Durchschnitt der Leistungsaufnahme des kompletten PCs liegen die Kontrahenten zwischen 220 und 230 Watt und damit de facto auf gleicher Höhe. Bei der absoluten Leistungsaufnahme hat AMD also im Vergleich zu früheren FX-Prozessoren deutlich aufgeholt, wird aber noch von der Plattform gebremst. Die Unterschiede fallen in der Praxis - sprich für den Kühlungsaufwand kaum ins Gewicht. Da der Intel-Prozessor schneller arbeitet, ist seine Effizienz entsprechend höher.

Der beste Quadcore bis 120 Euro: Verfügbarkeit

Die im Vorfeld des Coffee-Lake-Launches aufgetauchten Gerüchte betreffs knapper Liefermengen haben sich bewahrheitet, sodass die sechskernigen Intel-Core-Prozessoren der 8000er-Generation auch Mitte Dezember nur spärlich lieferbar sind. Das hat im Spiel von Angebot und Nachfrage zu deutlich höheren Einzelhandelspreisen im Vergleich zur Liste geführt, wovon jedoch die Sechskern-Modelle am stärksten betroffen waren. Vierkerner wie der i3-8350K und auch der i3-8100 waren problemlos lieferbar. Das unterstreicht die Annahme, dass in ihrem Inneren unveränderte Kaby-Lake-Dies werkeln, die lediglich neu abgepackt wurden, um auf dem Z370-I/O-Hub zu arbeiten. Wie schon beim Test des Core i5-8400 gegen Ryzen 5 gilt: Positiv, wenn auch für Spieler nur als Überbrückung nützlich, ist das Vorhandensein einer integrierten Grafikeinheit bei Intels Core-CPUs. Für mehr als sehr einfache oder sehr alte Spiele genügt hier die Leistung aber nicht - das Video-Decoding ist allerdings durchaus brauchbar.

AMDs Ryzen-3-CPUs haben sich seit dem Launch gut im Preisgefüge zurechtgerückt und sind für 100 respektive 115 Euro verfügbar - das gilt jeweils für die Boxed-Versionen, bei denen zudem ein dem Intel-Pendant überlegener und leiser arbeitender Kühler im Paket liegt. Die günstigsten, offiziell mit Übertaktungsfunktionen gesegneten Boards mit B350-I/O-Hub gibt's wie gesagt ab knapp 60 Euro, empfehlenswertere Modelle mit adäquater Kühlung der Spannungswandler ab rund 100 Euro. X370-Boards mit Lane-Splitting für SLI- und Crossfire-Verbünde kosten ab rund 110 Euro. Übrigens: Wir testen den Ryzen nach wie vor innerhalb seiner von AMD gestellten Spezifikation mit DDR4-2400-RAM, nutzen hier aber Dual-Ranked-Module. Diese sind in unseren Benchmarks schneller als das ebenfalls mögliche, höhertaktende DDR-2667, welches allerdings nur im Single-Rank-Modus erlaubt ist. Sollte AMD seine Specs erhöhen, werden wir selbstverständlich unsere Testumgebung entsprechend anpassen.

Der beste Quadcore bis 120 Euro: Spiele-Leistung

Den Anfang der Leistungstests machen wie üblich Tests aus unserem Standard-Parcours. Dieser umfasst acht Spiele, welche "ausgepatcht" sind, sprich, bei denen es nicht alle naslang teils gravierende Verschiebungen gibt, was für ein mittelfristig konstantes Ranking wichtig ist. Wir testen nach wie vor in 1.280 × 720 (mehr Pixel gibt's im nächsten Abschnitt!) bei prinzipiell maximalen Details - Ausnahmen bilden rein die Grafikkarte belastende Effekte wie Kantenglättung, anisotrope Filterung, Post-Processing oder Ambient Occlusion. Denn wir wollen die CPU-Leistung ermitteln und nicht, wie stark eine Grafikkarte Prozessoren bremsen kann. Übrigens: Damit lässt sich natürlich nicht die Eignung für künftige Engines und Spiele simulieren, das ist uns durchaus bewusst, sondern nur eine schnellere Grafikkarte in den getesteten Spielen. Im folgenden Abschnitt gehen wir zusätzlich auf die Auflösungsskalierung ein.

Der beste Quadcore bis 120 Euro: Auflösungsskalierung bis Ultra-HD

Natürlich bremst die verfügbare Grafikleistung die CPU-Leistung ein. Je mehr die Grafikkarte zu tun hat, desto eher wird sie zum entscheidenden Faktor für die Leistungsentfaltung. Wir haben mittels einer Nvidia Titan X (Pascal) mit 120 % Power-Target und 90 °C Temperatur-Target verschiedene Spiele in vier Auflösungen getestet, um die Skalierung zu prüfen. Während die Unterschiede zwischen 720p und dem verbreiteten 1080p (Full HD) meist marginal ausfallen, beginnen manche Titel, in 1440p bereits deutliche, der Grafikleistung geschuldete Fps-Einbußen zu zeigen. In 2160p (Ultra HD) bremst trotz Verzichts auf Anti-Aliasing, Post-Processing und Ambient Occlusion die Grafikkarten auf nahezu dasselbe Fps-Niveau zusammen und am Ende entscheidet eher die Messtoleranz als die CPU-Leistung über die Platzierung. Da die Ergebnisse hier aus den Frametimes gewonnen sind, kann es auch bei den Durchschnitts-Fps etwas größere Abweichungen geben, da nicht über mehrere Durchläufe gemittelt wird. Wir verifizieren selbstverständlich die Ergebnisse und bilden keine einzelnen Ausreißer ab. Frametimes, Perzentile & Co. sind böhmische Dörfer für Sie? In der PCGH-Ausgabe 12/2017 haben wir einen passenden Info-Artikel zum Thema.

In diesem Test hat AMD weder den Vorteil höherer Taktraten noch zusätzlicher Kerne oder SMT. Der Ryzen 3 liefert problemlos spielbare Fps-Werte, kommt bei den durchschnittlich erreichten Fps in Rise of the Tomb Raider (RotTR) auch im DX12-Modus nur knapp mit und fällt beim Perzentil P99 noch zurück. Der Effekt steigert sich im DX11-Modus und in niedrigeren Auflösungen. Auch The Witcher 3 läuft auf dem Ryzen 3 zwar problemlos flüssig, die anderen Prozessoren sind jedoch noch etwas flotter. Die ebenfalls einblendbaren Sechskerner sehen AMD im DX12-Modus von RotTR dank guter Kernskalierung und SMT allerdings vorn - leider nützt das dem R3-1300X nichts.

Der beste Quadcore bis 120 Euro: Analyse des Spielgefühls

Anhand der Frametime-Verläufe (allesamt in 1.920 × 1.080, Full HD oder 1080p - welche Bezeichnung auch immer Sie bevorzugen) lässt sich abschätzen, wie "rund" sich das Spielerlebnis anfühlt. Ideal wären keinerlei Abweichungen zwischen den einzelnen berechneten Bildern und somit eine glatte Linie. Das ist ohne aktiviertes VSync und größere Reserven bei der Rechenleistung jedoch unrealistisch, da moderne Spiele für viele Effekte Daten aus mehreren Bildern verrechnen und sich auch der Berechnungsaufwand je nach Bildinhalt deutlich unterscheiden kann.

Zunächst The Witcher 3. Zwischen den Vierkernern aus den Häusern AMD und Intel lassen sich aus den Frametime-Verläufen keine deutlich größeren Unterschiede herauslesen, als es die Durchschnitts-Fps-Werte aufzuzeigen Vermögen. Erst der zum Vergleich herangezogene Sechkerner Ryzen 5-1600 wie auch der mit SMT ausgestattete Vierkerner Core i7-7700K zeigen deutlich glattere Frametime-Verläufe. Vierkerner ohne SMT reichen für flüssiges Witcher-Spielen zwar locker aus, es gibt aber durchaus noch Raum für Verbesserungen.

Kommen wir zu Rise of the Tomb Raider, welches für maximale Ryzen-Ausnutzung einen Patch erhalten hat, aber erstmal noch im DX11-Modus. Gegenüber dem nicht übertakteten Ryzen 3 1300X schneidet der Core i3-8100 geringfügig besser, sprich gleichmäßiger ab. Mit OC auf 4 GHz und DDR4-2800 beim DDR4-RAM glätten sich die Ryzen-Frametimes etwas und erreichen in Sachen Ausgewogenheit etwa Core-i3-Niveau. Wiederum gilt: Das Bess're ist des Guten Feind und so schneiden sechs Ryzen-Kerne mit SMT merklich geschmeidiger ab, wie auch die vier SMT-unterstützten i7-7700K-Cores.

Und hier exakt derselbe Test im DX12-Modus. Die Fps-Werte sind hier ganz im Gegensatz zu unserem Test von Sechskern-CPUs durch die Bank etwas niedriger. Für Besitzer von Quadcore-CPUs ohne SMT lohnt sich der Wechsel auf die aktuelle DX-Version also nicht. Jedoch: Der Ryzen 5-1600X erreicht hier die ausgeglichensten Bildlaufzeiten noch vor dem eigentlich deutlich flotteren i7-7700K.

Der beste Quadcore bis 120 Euro: Anwendungsleistung

Nicht nur Spiele, sondern auch Anwendungen soll der Prozessor zügig abarbeiten. Entweder, um schneller wieder zocken zu können, um Geld damit zu verdienen oder damit der laufende PC möglichst schnell wieder in den Stromsparmodus wechseln kann. Unser Parcours umfasst acht verschiedene Programme, welche im Leistungs-Index nur mit 40 Prozent gewichtet werden, sodass trotz gleicher Anzahl einfließender Werte die acht Spiele den größeren Teil (60%) des Indexwertes ausmachen.

In Anwendungen liegt der Core i3-8100 meist vor dem Ryzen 3 1300X. Letzterer gewinnt die 3DMark-Wertung und kann in Adobe Lightroom immerhin gleichziehen. Auch beim Video-Transcoding liegt er nahe am i3. Die restlichen Tests gewinnt der i3-8100 mehr oder weniger deutlich. Das Fehlen von SMT, welches dem Ryzen 5 1600 gegenüber dem Core i5-8400 geholfen hat, macht sich hier bemerkbar.

Von einigen Anwendungen sind in der Zwischenzeit neue Versionen erschienen. Anhand des stetig weiter optimierten y-Cruncher, der aktuellen Version des x264-Transcoders und einer neuen Version von Blender prüfen wir, inwieweit sich das Bild verschiebt. Das tut es hier allerdings kaum und so bleibt das Bild dasselbe wie oben in unserem Standard-Parcours gezeichnet.

Übrigens: Quervergleiche mit aktuellen 7-Zip-Versionen zeigen eine gleichbleibende Performance und auch die weiter bestehende Beschränkung auf 32 Threads.

Der beste Quadcore bis 120 Euro: Gewichteter Leistungsindex

In unseren Leistungsindex fließen jeweils acht Spiele und Anwendungen in jeweils normierter Form ein, um allen Werten erst einmal denselben Anteil am Index einzuräumen und zu verhindern, dass ein Spiel mit 200 Fps wesentlich stärker wirkt als eines mit nur 30 Fps. Davon abgesehen haben wir uns bewusst dazu entschieden, die beiden Ausreißer-Programme Starcraft 2 und y-Cruncher aufgrund ihrer jeweils extremen Anforderungen/Optimierungen nur mit 50 Prozent Gewichtung in den Index einfließen zu lassen. Da wir uns nach wie vor primär an Spieler wenden, ist zudem die Spiele-Wertung mit 60 Prozent, die Anwendungswertung entsprechend mit 40 Prozent Teil des Gesamtindexes.

Keine Überraschung hier: Speziell im Spielebereich bietet der Core i3-8100 knapp 25% größere Reserven - das bestätigen abseits unseres Index auch Tests mit neueren Titeln wie dem oben gezeigten Rise of the Tomb Raider oder Ashes of the Singularity: Escalation. Ehrenhalber muss hier jedoch erwähnt werden, dass auch der Ryzen über Reserven für aktuelle Spiele verfügt - an die Leistungsgrenze bringen ihn auch aktuelle Titel nur in Ausnahmesituationen.

Schön zu sehen: Gegenüber dem zweikernigen Core i3-6100 kann der beinahe gleich taktende i3-8100 in Spielen nur um rund 27% zulegen, zieht in Anwendungen jedoch um rund 47% davon: Nicht nur AMD, auch Intel-Prozessoren leiden unter vergleichsweise niedriger Kernskalierung jenseits von vier Threads, was sogar in den meisten neueren Spielen noch der Fall ist - bestes Beispiel: Das enorm populäre PUBG.

Der beste Quadcore bis 120 Euro: Preis-Leistungverhältnis

Hier setzen wir die im Index erbrachte Leistung ins Verhältnis zum Anschaffungspreis in Euro - wiederum normiert. Die tatsächlichen Werte können sich stündlich ändern. Derzeit liegt der Ryzen 3-1300X bei rund 116 Euro, der Core i3-8100 ist mit 112 Euro minimal günstiger - wie oben angesprochen kommen mindestens noch die Kosten für ein passendes Mainboard hinzu, wo der Ryzen seinen kleinen Rückstand wieder mehr als wettmacht.

Der beste Quadcore bis 120 Euro: Fazit

Intel Core i3-8100 vs AMD Ryzen 3 1300X: Bester Quadcore bis 120 Euro (2) Quelle: PC GAmes Hardware Intel Core i3-8100 vs AMD Ryzen 3 1300X: Bester Quadcore bis 120 Euro (2) Im Bereich der Einsteiger-Quadcores bis 120 Euro hat Intel mit dem i3-8100 den besseren Prozessor im Angebot. Im Gegensatz zu den 200-Euro-Hexacores aus unserem früheren Test fehlt dem Ryzen 3 der "SMT-Bonus" um in Anwendungen auftrumpfen zu können, sodass er gegenüber dem Core i3-8100 in kaum einem Test punkten kann. Lediglich in wenigen Anwendungen wie dem Physics-Test des aktuellen 3DMark kann er sich behaupten und erzielt etwa in Adobe Lightroom einen Gleichstand, beim Video-Transcoding liegt er nur wenig zurück. In Spielen mit Mehrkernunterstützung hat der Core i3-8100 alle Trümpfe in der Hand: Höhere Pro-MHz-Leistung und einen mindestens gleichhohen Takt von 3,6 GHz - der zudem nicht zwischen verschiedenen Turbo-Stufen hin- und herspringen muss. Entsprechend liegt er vor dem Ryzen 3-1300X, welcher beim Perzentil P99 in The Witcher 3 immerhin einen Achtungserfolg erzielen kann.

Die Option, den Ryzen 3-1300X (wie auch seinen kleineren Bruder) auf rund 4 GHz zu übertakten und mit flotterem RAM zu kombinieren, kann diese Lücke ein wenig schließen. Schwerer wiegt da schon, dass Interessenten für einen Core i3-8100 aktuell gezwungen sind, ein deutlich überdimensioniertes, da für Übertakter gedachtes Z370-Mainboard zu kaufen. Was einer späteren Aufrüstung zwar entgegenkommt, dürfte bei einem Rechner, bei dem das Budget im Vordergrund steht, jedoch eher abschrecken.

Was Intel derzeit nicht bietet, sind Vierkerner mit SMT zu akzeptablen Preisen. Diese gibt's bei AMD in Form der Ryzen 5-1400 für knapp 150 und Ryzen 5-1500X für knapp 165 Euro - deren Fps-Werte können Sie sich bei Bedarf in die Benchmark-Diagramme einblenden, weitere Frametime-Analysen gibt's im Heft-Artikel in der kommenden PCGH-Ausgabe 02/2018 ab 3. Januar. Sechskern-Prozessoren um 200 Euro haben wir in einem früheren Artikel bereits beleuchtet.

Der Griff zu Acht- oder Mehrkernern lohnt sich indes für Spieler kaum, zu gering ist das Leistungsplus jenseit von sechs Kernen, welches zudem mit rund 50 Prozent Aufpreis erkauft wird. Vorteile wie teils besseres Streaming gibt es zwar, aber die Fps steigen nur mäßig. Das zeigte nicht nur unsere frühere Analyse, auch neuerliche Benchmarks wie etwa in Assassin's Creed: Origins die noch vergleichsweise gut mit zusätzlichen Kernen skalieren, unterstreichen dieses Bild.

53
    • Kommentare (53)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Zitat von lutari
        Es ist eine neue Plattform und deswegen muss das Mainboard auf jeden Fall in die Rechnung einfließen. Für einen ähnlichen Preis bekomme ich mit etwas Glück einen Ryzen 1600 inkl. Board. Die Kombi ist natürlich von der Preis/Leistung deutlich besser. Ryzen 3 finde ich eh uninteressant.
        Sehe ich genauso.
        Ich kaufe auch nach Preis-Leistung.
        Meistens kommt ein neues Mainboard dazu, ggf. noch neuer Arbeitsspeicher und ein vernünftiger CPU-Kühler.
        Erst damit sollte man die Preise miteinander vergleichen.
        Wenn man den hohen Kostenfaktor sieht, sollte man sich auch bei der CPU-Auswahl nicht zu geizig zeigen.
        30-50 Euro zu viel gespart, hat man nicht nur weniger Freude an der ganzen Sache, sondern auch viel eher wieder Aufrüstsorgen und den ganzen Mist und Ärger mit suchen, kaufen, Einbau, etc..
        Da gilt es den besten Euro-pro-Nutzungsdauer-Faktor für sich selbst zu finden.
        Die kleinen Prozessoren sind da meistens für Spieler eine äußerst schlechte Wahl und macht jede Kostenrechnung schnell kaputt.
        Ich habe damals auch lange überlegt und dann hab eich doch die 80 Euro mehr für einen 3770k ausgegeben.
        Crysis etc. habens mir später schon gedankt- und ich werde wohl nochmal 2 Jahre warten können, ehe wirklich was gutes Neues auf dem Markt ist.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Zitat von lutari
        Es ist eine neue Plattform und deswegen muss das Mainboard auf jeden Fall in die Rechnung einfließen. Für einen ähnlichen Preis bekomme ich mit etwas Glück einen Ryzen 1600 inkl. Board. Die Kombi ist natürlich von der Preis/Leistung deutlich besser. Ryzen 3 finde ich eh uninteressant.
        Sehe ich genauso.
        Ich kaufe auch nach Preis-Leistung.
        Meistens kommt ein neues Mainboard dazu, ggf. noch neuer Arbeitsspeicher und ein vernünftiger CPU-Kühler.
        Erst damit sollte man die Preise miteinander vergleichen.
        Wenn man den hohen Kostenfaktor sieht, sollte man sich auch bei der CPU-Auswahl nicht zu geizig zeigen.
        30-50 Euro zu viel gespart, hat man nicht nur weniger Freude an der ganzen Sache, sondern auch viel eher wieder Aufrüstsorgen und den ganzen Mist und Ärger mit suchen, kaufen, Einbau, etc..
        Da gilt es den besten Euro-pro-Nutzungsdauer-Faktor für sich selbst zu finden.
        Die kleinen Prozessoren sind da meistens für Spieler eine äußerst schlechte Wahl und macht jede Kostenrechnung schnell kaputt.
        Ich habe damals auch lange überlegt und dann hab eich doch die 80 Euro mehr für einen 3770k ausgegeben.
        Crysis etc. habens mir später schon gedankt- und ich werde wohl nochmal 2 Jahre warten können, ehe wirklich was gutes Neues auf dem Markt ist.
      • Von lutari Software-Overclocker(in)
        Zitat von Rollora
        Prinzipiell sind für mich die kleineren Modelle auch nicht interessant und günstigere Boards werden wohl schon noch kommen (müssen), aber ich finds cool, dass endlich die i5 (also 4 Kerner) in die i3 Reihe gerutscht sind.
        Aktuell ist nur die Preis/Leistung nicht unbedingt zu Gunsten von Intel und nächstes Jahr kommt der Refresh mit den günstigen Chipsätzen. AMD wird den Ryzen 3 aufwerten oder eine Preisanpassung vornehmen müssen. Für den Kunden eine deutliche Verbesserung. Letztes Jahr im Februar hat der ähnliche Core i5-7600 noch ca. 230€ gekostet. Das ist eine Preissenkung um ca. 50%.
        Ich hoffe, dass nächstes Jahr der "alte" Core i7 zum Core i3 wird. Dann werden 8 Threads zum Einsteigerbereich.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von lutari
        Es ist eine neue Plattform und deswegen muss das Mainboard auf jeden Fall in die Rechnung einfließen. Für einen ähnlichen Preis bekomme ich mit etwas Glück einen Ryzen 1600 inkl. Board. Die Kombi ist natürlich von der Preis/Leistung deutlich besser. Ryzen 3 finde ich eh uninteressant.
        Prinzipiell sind für mich die kleineren Modelle auch nicht interessant und günstigere Boards werden wohl schon noch kommen (müssen), aber ich finds cool, dass endlich die i5 (also 4 Kerner) in die i3 Reihe gerutscht sind.
      • Von lutari Software-Overclocker(in)
        Zitat von Rollora
        War nicht gerade das das tolle AMD Argument: für wesentlich weniger Geld dieselbe Leistung oder ähnlich?
        Hier ist halt mal Intel der Preis/Leistungssieger.
        Es ist eine neue Plattform und deswegen muss das Mainboard auf jeden Fall in die Rechnung einfließen. Für einen ähnlichen Preis bekomme ich mit etwas Glück einen Ryzen 1600 inkl. Board. Die Kombi ist natürlich von der Preis/Leistung deutlich besser. Ryzen 3 finde ich eh uninteressant.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von pommgreif
        ich finde es immer wieder gut das man unfair gegenüber AMD bewertet . der amd hat 3,4 ghz und der intel 3,6 ghz . taktet doch mal beide gleich und testet dann mal . da sieht die geschichte für amd ganz anders aus . man sollte , wenn man schon intel freundlich ist , trotzdem gerecht bewerten . das ist in diesen test nicht geschen . nur wegen dem preis die cpus zu nehmen und zu vergleichen ist schon echt unfair . was passiert wenn der amd mit 3,6 ghz so wie der intel taktet ? fährt er den intel platt ? wäre naturlich nicht im sinne der reaktion , sonst hätte man die ghz angeglichen . ich finde 200 mhz mehr ist schon eine menge für ne cpu .
        War nicht gerade das das tolle AMD Argument: für wesentlich weniger Geld dieselbe Leistung oder ähnlich?
        Hier ist halt mal Intel der Preis/Leistungssieger.
        Zumal dein GHZ Argument ja Schwachsinn ist, das würde nichtmal 8% Leitung bringen und man würde einen Übertakteten AMD gegen einen Standard Intel antreten lassen - DAS wär für dich dann ein "fairer" Vergleich?
        Zitat von Prozessorarchitektur
        Zu dem Test ehrlich gesagt intel freunlicher geht es kaum noch
        Ich habe bei PCGH schon lange keinen so ausführlichen Test mehr gelesen zu zwei direkten Konkurrenten, es wurde von allen Seiten beleuchtet was die CPUs taugen: Spieleperformance, Anwendungsperformance, Latenzen usw usf... und ÜBERALL ist der AMD knapp hinter dem Intel. Ergo: wenn man hier AMD irgendwie zum Sieger machen müsste, dann müsste man extrem selektiv testen - und dann wärs mit abstand das unseriöseste was man machen könnte.

        Zitat von Prozessorarchitektur
        Das Durch so einen Test die cpu gewinnt mit mehr Takt ist klar
        man nehme 8% differrenz zu amd +200mhz die oft in anwendungen limitiert wird
        Sag das mal dem Pentium 4

        Zitat von Prozessorarchitektur
        Und man hat etwa 13% rückstand und siehe da in games stimmt das in anwendungen ebenso
        Wenn dann müsste der ryzen min denselben Takt haben wenn nicht allcore 3,8ghz was problemlos machbar ist bei jeden b350m Brett dann hätte man gleichstand zum intel quad
        Wie Marc ja beantwortet hat: die CPU mit 4 Ghz Takt ist ebenso in den Grafen drin. Man müsste halt nur ein bisschen investigativ sein...
        Und inwiefern es "fair" ist eine Übertaktete CPU gegen eine im Auslieferundszustand zu testen ist natürlich eher fragwürdig.

        Ist es die Schuld von PCGH, dass AMD die CPU in diesen Taktraten ausliefert?
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk