Ivy-Bridge-Dualcores im Test: Core i3-3240 und Pentium G2120
Die zweikernigen Ivy-Bridge-Prozessoren sind Intels Herbst-Offensive noch bevor AMD seine Trinity-APUs ins Rennen schickt. Im Test müssen sich der Core i3-3240 und der Pentium G2120 beweisen: Was leisten die Dualcore und wie hoch ist die Leistungsaufnahme?
Lange hat es gedauert, erst ein halbes Jahr nach den vierkernigen Desktop-Chips schickt Intel die zweikernigen Core i3 auf Basis der Ivy-Bridge-Architektur ins Rennen, weiterhin stehen zwei auf der gleichen Technik basierende Pentium-Prozessoren bereit. Wir haben uns den Core i3-3240, das Dualcore-Flaggschiff, sowie den Pentium G2120 ins Testlabor geholt und prüfen die Neulinge auf Hertz und Nieren.
Ivy-Bridge-Dualcores im Test: Modellpalette und Spezifikationen
Die zweikernigen Prozessoren basieren auf zwei der vier Ivy-Bridge-Dies, der Unterschied liegt schlicht in der verbauten Grafikeinheit. Die Speerspitze ist der Core i3-3240 mit 3,4 GHz - damit taktet er so flott wie sein Vorgänger, der Core i3-2130. Der L3-Cache fasst wie gehabt drei MiByte, denn die 4M-Varianten nutzt Intel exklusiv für die ULV-i7 im mobilen Bereich. Die Core i3 besitzen keinen Turbo, dafür liegt die TDP bei nur 55 Watt - die stromsparenden T-Modelle kommen auf nur 35 Watt. Der Pentium G2120 rennt mit 3,1 GHz und nutzt ebenfalls drei MiByte L3-Cache, allerdings hat Intel unter anderem SMT gestrichen - AES ist ohne den i5 und i7 vorbehalten. Messwerte zum Core i3-3225 sowie den HD-Graphics-Grafikeinheiten finden Sie in der kommenden PCGH-Ausgabe 11/2012, welche am 02. Oktober erscheint.
Preislich rangiert der Core i3-3240 derzeit [Stand: 13.09.12] bei etwa 130 bis 135 Euro und ist damit vergleichsweise teuer. Der Pentium G2120 ist mit 85 bis 90 Euro ebenfalls kein Schnäppchen. Der Core i3-3220 mit 3,3 GHz ist für etwas über 110 Euro zu haben und somit der vernünftige Mittelweg.
| Modell | Kerne | Basistakt | L3-Cache | Grafikeinheit | GPU-Takt (Turbo) | TDP | Preisvergleich |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i3-3240 | 2 + SMT | 3,4 GHz | 3 MiByte | HD Graphics 2500 | 650 bis 1.050 MHz | 55 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| Core i3-3240T | 2 + SMT | 3,0 GHz | 3 MiByte | HD Graphics 2500 | 650 bis 1.050 MHz | 35 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| Core i3-3225 | 2 + SMT | 3,3 GHz | 3 MiByte | HD Graphics 4000 | 650 bis 1.050 MHz | 55 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| Core i3-3220 | 2 + SMT | 3,3 GHz | 3 MiByte | HD Graphics 2500 | 650 bis 1.050 MHz | 55 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| Core i3-3220T | 2 + SMT | 2,8 GHz | 3 MiByte | HD Graphics 2500 | 650 bis 1.050 MHz | 35 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| Pentium G2120 | 2 | 3,1 GHz | 3 MiByte | HD Graphics | 650 bis 1.050 MHz | 55 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| Pentium G2100T | 2 | 2,6 GHz | 3 MiByte | HD Graphics | 650 bis 1.050 MHz | 35 Watt | - |
Ivy-Bridge-Dualcores im Test: Spieleleistung im Überblick
Als Basis unserer Spiele-Benchmarks dient der bekannte Test-Parcours, den wir unter anderem auf Basis einer Umfrage im PCGHX-Forum gestalteten. So kommen Anno 2070, Battlefield 3, Dirt 3, Shogun 2, Starcraft 2 und The Elder Scrolls 5 Skyrim zum Einsatz. Als Grafikkarte dient eine auf 900/1.800/2.300 MHz übertaktete Asus Geforce GTX 580 DCII, die Auflösung beträgt die mittlerweile üblichen 1.920 x 1.080 Pixel (Full-HD) ohne Kantenglättung oder anisotrope Filterung. Weitere Details zum Testaufbau finden Sie auf der zweiten Seite dieses Artikels. Falls Sie Ihr System benchen möchten, werfen Sie einen Blick auf die Benchmark-FAQs: So testet PCGH CPUs und Grafikkarten mit Spielen.
Geht es um die reine Spieleleistung, so erreicht der Core i3-3240 im Mittel (!) unseres Spiele-Parcours 79,2 Prozent - ein ziemlich hoher Wert. Er schlägt damit selbst AMDs Topmodell FX-8150 mit Leichtigkeit, selbst in Battlefield 3 ist er auf Augenhöhe. Besonders groß ist der Vorsprung in The Elder Scrolls 5 Skyrim sowie Starcraft 2, also Spielen, die kaum mehr als zwei Kerne nutzen - hier schlägt die sehr hohe Leistung pro Takt durch. Der Pentium G2120 liefert ebenfalls eine hohe Leistung ab (64,6 Prozent) und schiebt sich vor den FX-8150. Anders ausgedrückt liefert er eine 50 Prozent höhere Spiele-Performance als der einst beliebte Core 2 Duo E8400 und das trotz nur 100 MHz mehr Takt.
Ivy-Bridge-Dualcores im Test: Anwendungsleistung im Überblick
Als Basis unserer bekannter Parcours, bestehend aus dem FPU-lastigen Cinebench R11.5 (1- sowie X-CPU-Test), der Bildbearbeitung Paint.Net, die Verschlüsselungs-Software Truecrypt inklusive AES (welches die FX in Hardware beschleunigen können) sowie der Integer-lastigen Videokonvertierung via x264 HD.
Im Anwendungsbereich muss der Core i3-3240 Staub schlucken, insbesondere gegen AMDs nur zehn Euro teureren FX-8120: Der schlägt er zwar im Singlethread-Test des Cinebench, bei Multithreading-Tests hingegen rennt der FX-Achtkerner dem Ivy-Bridge-Dualcore wenig überraschend meilenweit davon. Dennoch kann sich der Core i3-3240 dank SMT im Mittel gegen etwa den A8-3870K oder den FX-4170 behaupten. Der Pentium G2120 hingegen muss auf SMT verzichten und verliert daher an Boden, er hält aber noch Schritt mit dem vierkernigen FX-4100.
| CPU-Modell | Anwendungen (norm.) | Cinebench R11.5 x64 (X- / 1-CPU) | Paint.Net | Truecrypt | x264 HD |
|---|---|---|---|---|---|
| Core i7-3960X | 100 Prozent | 11,10 / 1,58 Punkte | 8,4 Sekunden | 318 MB/s | 57,7 Fps |
| Core i7-3930K | 97,7 Prozent | 10,79/ 1,57 Punkte | 8,6 Sekunden | 308 MB/s | 56,1 Fps |
| Core i7-990X | 84,4 Prozent | 9,05 / 1,26 Punkte | 9,7 Sekunden | 288 MB/s | 48,3 Fps |
| Core i7-3770K | 76,7 Prozent | 7,52 / 1,66 Punkte | 11,5 Sekunden | 227 MB/s | 41,2 Fps |
| Core i7-3820 | 75,4 Prozent | 7,51 / 1,56 Punkte | 11,4 Sekunden | 216 MB/s | 39,7 Fps |
| Xeon E3-1230 v2 | 72,4 Prozent | 7,09 / 1,56 Punkte | 12,1 Sekunden | 214 MB/s | 38,9 Fps |
| Core i7-2700K | 71,5 Prozent | 7,05 / 1,56 Punkte | 12,4 Sekunden | 200 MB/s | 37,3 Fps |
| Core i5-3570K | 64,6 Prozent | 6,01 / 1,60 Punkte | 13,9 Sekunden | 170 MB/s | 33,7 Fps |
| FX-8150 | 62,0 Prozent | 5,95 / 1,02 Punkte | 14,4 Sekunden | 221 MB/s | 36,9 Fps |
| Core i5-2500K | 58,2 Prozent | 5,37 / 1,50 Punkte | 15,7 Sekunden | 141 MB/s | 28,9 Fps |
| Ph. II X6 1100T | 56,5 Prozent | 5,82 / 1,11 Punkte | 17,1 Sekunden | 173 MB/s | 32,5 Fps |
| FX-8120 | 53,7 Prozent | 5,05 / 0,96 Punkte | 16,8 Sekunden | 184 MB/s | 31,4 Fps |
| Core i7-860 | 50,3 Prozent | 4,99 / 1,13 Punkte | 17,1 Sekunden | 122 MB/s | 27,5 Fps |
| FX-6200 | 49,8 Prozent | 4,64 / 1,00 Punkte | 19,8 Sekunden | 169 MB/s | 29,7 Fps |
| Ph. II X6 1055T | 48,9 Prozent | 4,94 / 0,99 Punkte | 19,8 Sekunden | 147 MB/s | 28,0 Fps |
| Core i7-920 | 47,3 Prozent | 4,76 / 0,99 Punkte | 17,3 Sekunden | 117 MB/s | 26,2 Fps |
| Ph. II X4 980 BE | 46,1 Prozent | 4,32 / 1,11 Punkte | 22,1 Sekunden | 129 MB/s | 24,7 Fps |
| Core i7-760 | 42,8 Prozent | 3,87 / 1,10 Punkte | 21,0 Sekunden | 96 MB/s | 22,6 Fps |
| Core i3-3240 | 42,1 Prozent | 3,38 / 1,40 Punkte | 23,3 Sekunden | 84 MB/s | 19,3 Fps |
| FX-4170 | 41,6 Prozent | 3,42 / 1,03 Punkte | 23,3 Sekunden | 126 MB/s | 22,8 Fps |
| Ph. II X4 960T BE | 39,0 Prozent | 3,51 / 1,01 Punkte | 26,8 Sekunden | 105 MB/s | 20,3 Fps |
| A8-3870K | 38,9 Prozent | 3,56 / 0,92 Punkte | 24,3 Sekunden | 107 MB/s | 20,7 Fps |
| Core i3-2100 | 37,6 Prozent | 2,98 / 1,25 Punkte | 26,5 Sekunden | 70 MB/s | 16,4 Fps |
| C2Q Q9550 | 37,4 Prozent | 3,43 / 0,87 Punkte | 22,4 Sekunden | 95 MB/s | 19,5 Fps |
| Pent. G2120 | 34,4 Prozent | 2,52 / 1,30 Punkte | 31,1 Sekunden | 60 MB/s | 14,4 Fps |
| Pent. G860 | 32,1 Prozent | 2,36 / 1,20 Punkte | 33,7 Sekunden | 52 MB/s | 12,7 Fps |
| C2Q E8400 | 25,8 Prozent | 1,79 / 0,92 Punkte | 40,6 Sekunden | 50 MB/s | 10,4 Fps |
| Cel. G530 | 25,7 Prozent | 1,87 / 0,96 Punkte | 41,8 Sekunden | 41 MB/s | 10,2 Fps |
| A4-3400 | 22,5 Prozent | 1,54 / 0,81 Punkte | 50,7 Sekunden | 48 MB/s | 9,2 Fps |
Ivy-Bridge-Dualcores im Test: Stromverbrauch im Leerlauf und unter Last
Das Testsystem vertraut auf eine Asus Geforce GT 430, welche die komplette Leistungsaufnahme aller Plattformen um nur 7 Watt erhöht. Um möglichst gute Werte zu erzielen, kombinieren wir jede CPU-Generation mit dem laut unseren Tests sparsamsten ATX-Board für den jeweiligen Sockel; selbstverständlich mit aktuellem BIOS und aktivierten Stromsparmodi. Welche Platinen wir genau einsetzen, erfahren Sie auf der zweiten Seite.
Geht es um den Stromverbrauch im Leerlauf, so entsprechen der Core i3-3240 und der Pentium G2120 den Erwartungen: Der Energiekonsum des kompletten Systems liegt bei sehr guten 41 Watt - noch weniger erreichen Sie in der Regel nur mit einer iGPU oder speziellen Boards. Unter Last möchte man fast meinen, die beiden Chips würden Energie erzeugen statt umsetzen, denn mit 59 respektive 55 Watt ist die Plattform sparsamer als so manch langsamerer Prozessor mit Board im Leerlauf!
Ivy-Bridge-Dualcores im Test: Overclocking
Machen wir es kurz: Übertakten ist mit einem Core i3 oder Pentium G nicht möglich - außer, Sie nehmen die unter 110 statt 100 MHz Baseclock mit. Aus diesem Grund bietet es sich an, ein B75-Boards zu nutzen - so sparen Sie Geld und Strom.
Ivy-Bridge-Dualcores im Test: Zusammenfassung und Fazit
Der Core i3-3240 kostet aktuell [Stand: 13.09.12] etwa 130 bis 135 Euro und ist damit zu teuer; der Core i3-3220 mit nur 100 Mhz weniger ist hingegen für etwas über 110 Euro zu haben und somit die sinnvollere Wahl. Die Spieleleistung ist für einen Zweikerner enorm hoch - in den meisten Fällen knackt der Core i3-3240 mit Leichtigkeit alle AMD-Prozessoren, nur Intels Vierkerner legen die Messlatte noch einmal sichlich höher. Da der i3 zudem extrem sparsam agiert, ist er ideal für ein günstiges, aber dennoch sehr potentes Gaming-System.
Der Pentium G2120 ist mit 85 bis 90 Euro kein Schnäppchen und bietet darüber hinaus kein SMT - bei diesem Preis ist er daher keine Empfehlung wert. Messwerte zum Core i3-3225 sowie den HD-Graphics-Grafikeinheiten finden Sie in der kommenden PCGH-Ausgabe 11/2012, welche am 02. Oktober erscheint.

Beispiel i5-760 vs. i3-3240:
Der i5 erreicht 14% mehr Leistung im Multi-Thread-Cinebench, braucht 10% weniger Zeit bei Paint.Net, schafft 14% mehr bei Truecrypt und 17% mehr beim x264 HD. Nur beim Single-Thread-Cinebench unterliegt er mit 78% der Leistung. Dennoch ist seine gesamte Bewertung nur 1,7% besser als die des i3-3240 (42,8 Prozent zu 42,1 Prozent).
Ähnlich im Vergleich zum FX-4170. Dieser ist gleich schnell bei Paint.Net, 50% schneller bei Truecrypt, 18% schneller beim x264 und einen Hauch schneller im M-T-Cinebench. Dennoch erhält er am Ende dank 74% Single-Thread-Leistung sogar nur eine geringere Bewertung als der i3-3240?
Wie kommt es, dass diesem Punkt soviel Bedeutung beigemessen wird? Generell halte ich diesen Punkt natürlich auch für bedeutend, in der Summe aber nicht für so gravierend wie es hier offenbar der Fall ist.
Einem modernen 2-Kerner fehlt es aus der Sicht der Pro-Gamer dann nur vielleicht am Cache und ein parr MHz Takt, ansonsten bekommt man die neueste, natürlich zu viel fähige Technik, die sich in Form von 2 Kernen schon beim Ivy Bridge Vorgänger hervorragend geschlagen hat. Stromverbrauch und Lautstärke sind mittlerweile unauffällige Begleiter geworden. Spielen ohne Reue
mfg
Aber wie gesagt für manche ist ein Desktop-PC für Surfen, Browsergames und hin und da für älteres Game mehr als ausreichen und die wichtigen Faktoren sind dann: Sparsamkeit/Leistung!
Wäre Supi wen Sie auf diese Richtung auch gelegentlich testen könnten! (iGPU/Strom/etc...)
Mfg
Wieso wird es gleich mit imba GTX580 getestet????
Muss es immer das teuerste das beste her??!!
mfg