Intel Core Ultra 200 (Arrow Lake) zu langsam? Diese Stellschrauben und Tipps helfen!

Intels neue Prozessor-Generation namens Core Ultra 200 hinterlässt in den Tests den Eindruck, dass irgendwo Leistung liegenbleibt. Die richtigen Einstellungen sind der Schlüssel zum Erfolg, weshalb wir die bekannten Stolperfallen und optimalen Settings erläutern.

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Intel Core Ultra 200 (Arrow Lake) zu langsam? Diese Stellschrauben und Tipps helfen!
Quelle: Intel

Seit gestern sind Intels neue Prozessoren Core Ultra 9 285K, Core Ultra 7 265K(F) und Core Ultra 5 245K(F) erhältlich. Zuvor musste sich Arrow Lake, so der Name der neuen CPU-Generation, im PCGH-Test beweisen - und hinterlässt gemischte Gefühle. Damit reiht sich Intels Arrow Lake direkt hinter AMDs Zen 5 ein, dessen Launch ebenfalls holprig verlief. Egal, ob Sie einen Kauf planen oder nicht, in diesem Artikel geben wir Tipps für optimale Leistung. Diese stammen nicht nur aus unserem Testalltag, sondern auch direkt von Intel. Alle weiteren Informationen zur Leistung entnehmen Sie unserem großen Test.

Arrow-Lake-Modelle Kerne Basistakt (P/e) Turbo (bis zu) RAM PBP/MTP Preis
Core Ultra 9 285K 8P+16e/24t 3,7/3,2 GHz 5,7/4,6 GHz DDR5-5600(UDIMM)/DDR5-6400 (CUDIMM) 125W/250W 589 US-Dollar
Core Ultra 7 265K 8P+12e/20t 3,9/3,9 GHz 5,5/4,6 GHz DDR5-5600(UDIMM)/DDR5-6400 (CUDIMM) 125W/250W 394 US-Dollar
Core Ultra 7 265KF 8P+12e/20t 3,9/3,9 GHz 5,5/4,6 GHz DDR5-5600(UDIMM)/DDR5-6400 (CUDIMM) 125W/250W 379 US-Dollar
Core Ultra 5 245K 6P+8e/14t 4,2/3,6 GHz 5,2/4,6 GHz DDR5-5600(UDIMM)/DDR5-6400 (CUDIMM) 125W/159W 309 US-Dollar
Core Ultra 5 245KF 6P+8e/14t 4,2/3,6 GHz 5,2/4,6 GHz DDR5-5600(UDIMM)/DDR5-6400 (CUDIMM) 125W/159W 294 US-Dollar

Core Ultra 200: Kein Microcode-Update nötig

Das vielleicht Wichtigste zuerst: Intel betont, dass man zufrieden mit dem sei, was Core Ultra 200 zum aktuellen Zeitpunkt leiste - stets unter der Prämisse, dass die Prozessoren korrekt eingestellt seien. Der Nachfrage seitens PCGH, ob gegenwärtig ein Microcode-Update in der Mache sei, erteilte man eine Absage: Es sei kein Update zu erwarten, zumindest nicht sofort. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine neue Generation nach dem Start durch Updates (Firmware/UEFI, Treiber) verbessert wird, zum aktuellen Zeitpunkt läuft jedoch alles wie erwartet - von den folgenden Kinderkrankheiten abgesehen.

Core Ultra 200: Power-Plan konfigurieren

Arrow Lake erfuhr zahlreiche Änderungen gegenüber Raptor Lake und dessen Vorgängern. Immer, wenn so etwas geschieht, schleichen sich Bugs ein, denn bei Intel und den Mainboard-Herstellern arbeiten auch nur Menschen. Eine grundsätzliche Schwäche von Lunar Lake (Mobile) und Arrow Lake (Desktop) ist die Speicher-Zugriffszeit, welche gegenüber der 13. und 14. Core-Generation sowie Ryzen 7000 und 9000 sehr hoch ausfällt. Intel empfiehlt für Core Ultra 200 ausdrücklich, den Energiesparplan unter Windows (Power Plan) auf "Hohe Leistung" (High Performance) zu setzen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Was zunächst kurios wirkt, ergibt durchaus Sinn: Arrow Lake ist selbst in Gestalt des 285K deutlich effizienter als seine Vorgänger und somit selten powerlimitiert - im Gegensatz zu beispielsweise einem Core i9-14900K, welcher darauf angewiesen ist, seine Taktraten zu reduzieren, um das Power-Budget einzuhalten.

Core Ultra 200: Ring Clock prüfen

Das Heraufsetzen des Power-Plans sorgt unter anderem dafür, dass der sogenannte Ring, an dem auch die Caches hängen, mit maximaler Frequenz arbeitet. Steht der Energieplan stattdessen auf "Ausgeglichen" (Balanced), taktet diese Komponente ungewollt herunter, was die Leistung senkt. Damit nicht genug, je nach Mainboard und dessen Firmware kann es passieren, dass die Ring Clock dennoch schwankt. Bedauerlicherweise wird die dazugehörige Option im UEFI der Mainboards (Firmware) nicht einheitlich benannt. Suchen Sie nach "AutoGV" und "Geyserville" in den Optionen und Erläuterungstexten und setzen den Eintrag auf off/aus. Überprüfen Sie die Ring-Frequenz anschließend mittels Tools wie CPU-Z (Reiter "Memory" -> "Uncore Frequency") oder Hwinfo ("Sensoren"-Fenster). Beim Core Ultra 9 285K sollte der Takt konstant 3,8 GHz betragen. Wir gehen davon aus, dass künftige UEFI-Versionen dieses Problem dauerhaft beseitigen.

Core Ultra 200: Speicherlatenz prüfen

Gegenstand vieler Diskussionen ist die DRAM-Latenz von Arrow Lake. Diese lässt sich unter anderem mithilfe des Cache & Memory Benchmark von AIDA64 ermitteln, welchen auch PCGH zur Diagnose verwendet. Während andere Architekturen auf Werte im 70er-Bereich kommen, kratzen Core-Ultra-200-Prozessoren an der 100-ns-Marke - sofern spezifikationsgemäßer Speicher auf einen reduzierten Ring-Takt trifft. Wir haben Intel um einige Referenzwerte gebeten, welche wir auch prompt erhalten haben. Diese gehören keineswegs auf die Goldwaage, helfen aber bei der Fehlersuche:

~93 ns für DDR5-5600
~90 ns für DDR5-6400
~80 ns für DDR5-8000

Wie Sie sehen, erreicht Arrow Lake offiziell keine Rekordwerte. Falls Sie ein System erspähen, das über 100 Nanosekunden für Speicherzugriffe benötigt, wissen Sie nun jedoch, dass hier eines der genannten Probleme wirkt. Anbei einige Ergebnisse unserer Testsysteme:

... Leistungswerte unterhalb der Erwartungen. Der AIDA64 Cache Memory Benchmark deckt die Speicherzugriffszeit (DRAM Latency) auf (Werte jeweils rechts oben). Quelle: PCGH ... Leistungswerte unterhalb der Erwartungen. Der AIDA64 Cache Memory Benchmark deckt die Speicherzugriffszeit (DRAM Latency) auf (Werte jeweils rechts oben). Auf der nächsten Seite geht es weiter mit den Tuning-Tipps für Intels neue Core-Ultra-200-Serie. Damit ist ausdrücklich kein Overclocking gemeint, sondern der Betrieb mit optimalen "Werkseinstellungen". Wer den Garantieverlust und Zeitaufwand nicht scheut, kann selbstverständlich mithilfe von Übertaktung deutlich mehr Leistung herauskitzeln.

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  1. Seite 1 Powerplan, Ring Clock, Latenzen
  2. Seite 2 APO, ReBar, Windows
    • Kommentare (23)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Man sollte einer KI nur so weit trauen, wie man sie werfen kann.^^
        Zu den Gründen, warum die Werte diverser Benchmarks (und auch der AIDA-Test ist letztlich ein solcher) bei Arrow Lake hinten und vorne nicht passen, muss ich an Intel verweisen. Aber die scheinen auch händeringend nach Antworten zu suchen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Man sollte einer KI nur so weit trauen, wie man sie werfen kann.^^
        Zu den Gründen, warum die Werte diverser Benchmarks (und auch der AIDA-Test ist letztlich ein solcher) bei Arrow Lake hinten und vorne nicht passen, muss ich an Intel verweisen. Aber die scheinen auch händeringend nach Antworten zu suchen.
      • Von Edelhamster BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        E-Cluster hatten schon immer einen gemeinsamen L2.
        Stimmt, du hast recht.
        Hab mich da dann scheinbar von der Co-Pilot Aussage fehlleiten lassen, die 0,5 MB je Kern für die 13. und 14. Gen ausgab^^
        Bleibt die Frage, wieso die Transferraten des L2 sich stellenweise halbiert haben.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Edelhamster
        Wenn man sich die im Verhältnis zum Intel 13900KS und Ryzen 9 9 dramatisch schlecht erscheinenden L2 Cache Stats des Core Ultra ansieht, könnte man auf die Idee kommen, dass die neu gestaltete Cache Zuordnung, bei der sich nun einzelne E-Core Cluster erstmalig einen gemeinsamen L2-Cache-Pool teilen und nicht mehr jeder eigene CPU-Kern auf seinen ganz eigenen (0,5MB großen) L2-Cache zurückgreifen kann, wie es eben vorab oder auch bei AMD gehandhabt wird, womöglich einen konzeptionellen Schwachpunkt darstellt.
        Der Zugriff mehrerer Kerne auf einen shared L3-Cache scheint da unkritischer zu sein. Jedenfalls machen das sowohl AMD als auch Intel und beide liegen irgendwo in grob vergleichbaren Bereichen was Transferraten und Latenzen betrifft.
        Die Transferraten beim L2 des Core Ultra erscheinen nur halt echt mal derbe mies.
        Beim Lesen erreicht dieser hier nur noch rund 50% des Leistungswertes eines 13900KS. (765GB/s vs 1539GB/s).
        Is it a Bug or a Feature?^^
        Fällt mir halt besonders ins Auge auf Grund der vermeintlichen "Verschlechterung" im direkten Vergleich zu einem hauseigenen Vorgänger-Modell.
        E-Cluster hatten schon immer einen gemeinsamen L2.
      • Von Strunzel Freizeitschrauber(in)
        Die beste Stellschraube ist wohl einfach Intel Core Ultra 200 nicht zu kaufen.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Selbst wenn man 100 Dinge ändert und Ultra 200 dann endlich so performt wie Intel das möchte, ich will ein System bauen, nix herumspielen mit der Software, es soll out of the box gut funktionieren.
        Panther kommt nicht für den Desktop wie es aussieht, Nova frühestens 2026. Wird eine längere Durststrecke für Intel.
        Spannend sind die Probleme mit dem Windows Scheduler wenn man bedenkt wie lange vorab Intel support liefert bei Linux, warum haut das bei Windows nicht hin?
        Und: bringen AMD und Intel überhaupt neue Prozessoren aus nächstes Jahr? Ist ja gar nichnt notwendig, MS bringt einfach ein Update raus und BAM haben wir 15% mehr Leistung.
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