PCGH-Plus Label [PLUS] AMD gegen Intel: CPU-Sockel 754, 940, 478, 939 und 775 plus PCI-Express im Retro-Rückblick

PCGH Plus: Mitte der 2000er wird Intel zum Boxsack: Jede Neuvorstellung AMDs, und davon gibt es viele, ist ein Schlag in die Magengrube des Marktführers, während dieser an einem radikalen Kurswechsel werkelt. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 10/2023.

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 AMD gegen Intel: CPU-Sockel 754, 940, 478, 939 und 775 plus PCI-Express im Retro-Rückblick
Quelle: AMD

AMDs Höhenflug

In einer losen Reihe betrachten wir die Geschichte des PCs nicht anhand von CPU-Kernen oder GPU-Leistung, sondern aus der Perspektive der Plattformen. Denn auch wenn sich vieles innerhalb einzelner Sockel abspielt - grundlegende Neuerungen erfordern immer auch eine Anpassung desselben. Nachdem wir uns erst die Entwicklung vom alle Komponenten direkt verschaltenden System- zum spezialisierten CPU-Bus angeschaut haben, gefolgt von der Trennung der Wege AMDs und Intels bei den ersten Front-Side-Bus-Architekturen und schließlich deren Weiterentwicklung zu hierarchischen Systemen mit improvisierten Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, steht nun Mitte der 2000er-Jahre die nächste Revolution an: Serielle Links breiten sich aus, der Speichercontroller wandert an seine bis heute übliche Position und nebenbei etabliert AMD, nicht Intel, einen neuen Befehlssatz.

AMD: Sockel 754

Dieser heißt AMD64 und hat sein Desktop-Debüt im September 2003 mit Clawhammer alias Athlon 64. Wie die Namen andeuten, stehen erweiterte Register im Zentrum der neuen K8-Architektur. Gegenüber den letzten K7-Kernen im Sockel A ist die Fähigkeit, mit 64-stelligen Binärzahlen zu arbeiten, tatsächlich die einzige große Änderung neben der Unterstützung des wichtiger werdenden SSE2 statt SSE1 und vergrößerten Zwischenspeichern. Für die größeren Recheneinheiten wird der Chip zwar physisch komplett neu gestaltet, die konzeptionelle Verknüpfung seiner Funktionseinheiten übernimmt der Athlon 64 aber vom Athlon XP. Vom Ergebnis profitieren vor allem Server- und Datenbankbetreiber: Mit 32-Bit-Speicheradressen lassen sich maximal vier Gigabyte RAM Byte-weise ansprechen und 28 Jahre nach dem i386 reicht das immer seltener aus. Zum Vergleich: Die vorangehende 16-Bit-Ära währte gerade einmal sechs Jahre. Ein Wechsel auf 64-Bit-Großrechner-CPUs, beispielsweise die von Intel und HP entwickelten Itaniums mit IA64-Architektur, ist aber wegen fehlender Kompatibilität zu x86-PC-Anwendungen in vielen Fällen ein noch größeres Übel. AMDs Ansatz, x86 eine 64-Bit-Erweiterung zu verpassen, zielt genau in diese sich öffnende Lücke: AMD64s Abwärtskompatibilität zu bestehenden 32- und alten 16-Bit-PC-Umgebungen ergibt einen nahtlosen Aufrüstweg.

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Folgende Themen finden Sie im Artikel: 

  • AMD: Sockel 754
  • AMD: Sockel 940
  • Intel: (weiterhin) Sockel 478
  • AMD: Sockel 939
  • Intel: Sockel 775
  • PCI-Express
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