Preisentwicklung bei Prozessoren: Überblick behalten im Preis-Dschungel
Seit einigen Monaten steigen die Preise für Intels beliebteste Prozessoren, wie den Core i7-8700K und den Core i5-8400, in die Höhe und erreichen beinahe täglich neue Spitzenwerte. Doch was genau ist bei Intel los und ist die Preissteigerung wirklich so drastisch? PC Games Hardware hat sich die Entwicklung näher angesehen.
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Anfang des Jahres veröffentlichte AMD seine zweite Generation der Ryzen-CPUs und rüttelte damit erneut an der Marktmacht von Intel. Die neue Generation bietet viel Leistung für relativ wenig Geld und bestätigte, dass sich AMD wieder zu einem validen Konkurrenten für den Chip-Giganten Intel entwickelt hat (Test des Ryzen 7 2700X). Das neue Aufbegehren von AMD zwang den Markt zum Handeln und die Preise für Intel-Prozessoren wurden angepasst. Die Reaktion ergab eine Win-Win-Situation für Kunden: AMD bot mit den Ryzen-2000-Prozessoren ein gutes Produkt zu einem günstigen Preis an und Intel-Prozessoren wurden erschwinglicher.
Etwa ab August begannen die Preise für Intel-Prozessoren anzuziehen und es kamen Gerüchte in Umlauf, dass der Chip-Gigant Lieferschwierigkeiten bei CPUs im 14-nm-Verfahren hat. Die taiwanische Webseite digitimes.com, welche schon öfter gut informierte Meldungen veröffentlichte, berichtete vor Kurzem darüber. Sie betonte, dass die Lieferschwierigkeiten im zweiten Halbjahr 2018 auch die Notebook-Hersteller betreffen sollen. Die Website tomshardware.com sprach außerdem von Lieferausfällen in den USA. Eigentlich wollte Intel schon dieses Jahr längst im 10-nm-Verfahren fertigen, schafft das aber aufgrund technischer Schwierigkeiten bisher nicht. Alle derzeitigen CPUs werden also in 14 nm gefertigt. Durch Intels Coffee-Lake-S- und Skylake-X-CPUs erhielten alle Produktreihen mehr Kerne. Für Oktober sind mit dem Coffee-Lake-S-Refresh CPUs mit bis zu acht Kernen geplant. Sämtliche Siliziumchips werden damit größer, sodass weniger CPUs pro Wafer gefertigt werden können.
Aber die Verzögerung des 10-nm-Verfahrens sorgt für einen weiteren Rattenschwanz: Die Platform Controller Hubs (PCHs) der 300er-Serie wurden für 14 nm designt (ausgenommen der Z370 als Z270-Refresh) und nehmen nun Fertigungskapazitäten weg. Gleichzeitig leidet die Lieferbarkeit der PCHs an die Mainboard-Hersteller, weshalb diese zumindest teilweise auf den alten Z370 ausweichen werden: So wird bei Asus unter anderem das überarbeitete Prime Z370-P II (22 nm) angeboten, obwohl es eigentlich schon den kommenden Z390-Chipsatz (14 nm) gibt. Intels Mainboard-Partner könnten also mehr oder minder den "alten" Chipsatz im 22-nm-Verfahren verwenden, um zu den kommenden Achtkernern, den Core i9-9000ern, genügend neue Mainboards zu haben. Laut weiteren Gerüchten überlege Intel sogar, einen Teil der Fertigung an die TSMC auszulagern.
Preisentwicklung bei Prozessoren: Eine Übersicht von AMD und Intel
Mit all diesem Vorwissen sehen wir uns mal die Preisentwicklung bei einigen beliebten CPUs seit ihrer Veröffentlichung genauer an. Beachten Sie bitte, dass die Einführungspreise bei Intel in den letzten Generationen klar über den UVPs lagen, weil die Verfügbarkeit zunächst schlecht war. Die Straßenpreise waren nach ein paar Monaten jeweils deutlich niedriger. Auf der anderen Seite wurden AMDs UVPs für die Ryzen-CPUs von den Händlern immer eingehalten.
Quelle: PC Games Hardware
Am Diagramm sieht man gut, dass die Preise bei Intel gestiegen und bei AMD etwas gesunken sind. Ausnahme ist hier der TR 2950X und Core i9-7980XE.
Quelle: PC Games Hardware
Eine Übersicht von je vier beliebten AMD/Intel-CPUs und deren aktuelle Preisentwicklung.
Preisentwicklung bei Prozessoren: Core i7-8700K und Ryzen 7 2700X
Der beliebteste Intel-Prozessor ist derzeit der Core i7-8700K (6 Kerne und 12 Threads). Zu seinem Erscheinen am 07.09.2017 kostete dieser rund 400 Euro (Listenpreis: 359 US-Dollar). Nachdem AMD seine Konkurrenz-CPU, den Ryzen 7 2700X, Mitte April veröffentlichte, fiel der Preis des Core i7-8700K gegen Ende April auf angenehme 310 Euro. Inzwischen befindet sich der Sechskerner jedoch bei einem Hoch von 479,00 € und eine erneute Senkung auf den "Normalpreis" oder sogar darunter ist erstmal nicht in Sicht.
Preisentwicklung des Core i7-8700K
Bei Chiphersteller AMD sieht die Situation dagegen etwas anders aus: Hier hat man bereits das 12-nm Verfahren gemeistert und hat die CPUs zu einem absoluten Kampfpreis auf den Markt gebracht. Auch bei der Preisentwicklung kann AMD zumindest zurzeit punkten. Der Ryzen 7 2700X (8 Kerne und 16 Threads) kam am 13.04.2018 für 319,00 € auf den Markt. Ende August gab es das AMD Topmodell für "günstige" 270,26 € zu kaufen. Inzwischen hat sich der Preis bei rund 309,90 € eingependelt. Zwar ging der Preis nach dem Tief wieder nach oben, aber bleibt unter dem Einführungspreis. Dieses Muster gilt für so ziemlich alle AMD-CPUs abgesehen von den neuen Threadripper-Modellen. Diese sind als einzige etwas im Preis gestiegen.
Preisentwicklung des Ryzen 7 2700X
Preisentwicklung bei Prozessoren: Die aktuelle Preis/Leistungs-Matrix 2018
In diesem Abschnitt wollen wir Ihnen zeigen, welchen Einfluss der Preis auf das "Bang-for-the-Buck"-Verhältnis hat. Idealerweise befindet sich die CPU unter der eingezeichneten Linie, das sind die Preis-Leistungstipps. CPUs auf der Linie oder nahe daran sind absolut in Ordnung für den Preis und CPUs deutlich über der Linie sind jenseits jedes sinnvollen Preis-Leistungsverhältnisses. Hier wird für jedes bisschen mehr Leistung ein deutlich zu hoher Preisaufschlag verwendet. Aus Preis-Leistungssicht sind der Core i5-8500 und der Ryzen 7 1800X deutliche Empfehlungen.
Quelle: PC Games Hardware
Diagramm der aktuellen Preis-Leistungsmatrix für CPUs.
Quelle: PC Games Hardware
Insgesamt 16 aktuelle CPUs bilden unsere Matrix und zeigen das Verhältnis von Preis zu Leistung.
Preisentwicklung bei Prozessoren: Die Glaskugel spricht....
Derzeit ist der ehemalige Zweite auf Überholkurs: AMD schafft es mit guten und vergleichsweise günstigen CPUs, den Markt zu bedienen. Intel strauchelt auf der anderen Seite mit der Fertigung und schafft es nicht, die große Nachfrage zu decken. Deshalb ziehen die Preise für die beliebtesten Intel-CPUs (8700K, 8600K, 8400) derzeit in verschiedenen Graden an.
So hat Intels Einsteiger-Sechskerner, der Core i5-8400 zum Erscheinen 194,85 € gekostet und ist derzeit bei 279,00 €. Das ist eine Steigerung von knapp 43,19 Prozent. Zwischenzeitig war der Einsteiger-Sechskerner sogar für rund 160 Euro erhältlich. Wie weit und wie lange diese Preisentwicklung bei Intel noch weitergeht, hängt davon ab, ob es der Chiphersteller schafft, mit der 14-nm-Produktion hinterherzukommen oder wie schnell der Umstieg nun auf 10 nm vorangeht. Marktteilnehmer rechnen mit einer schlechten Verfügbarkeit bei Intel bis Mitte 2019, Intel selbst will eine Milliarde US-Dollar in die Verbesserung der 14-nm-Fertigung investieren. Die Gerüchte um die Ankündigung der kommenden Achtkern-Reihe (9900K, 9700K etc.) im 14-nm-Verfahren macht die Lage nicht gerade besser. Ansonsten könnte es AMD in dieser CPU-Generation schaffen, den ehemaligen Giganten zu überholen. Leider schlecht für Intel, gut für den Kunden und den Konkurrenzkampf, denn Intel muss nun endlich handeln.

Hm...
Sehr geehrte Redaktion:
Die Tabelle mit der Unterschrift :" Eine Übersicht von je vier beliebten AMD/Intel-CPUs und deren aktuelle Preisentwicklung." zeigt für den Intel Core i5-8600K ein Einführungsdatum am 22.9.17.
Das Tiefpreis Datum liegt 6.3.2017.
Ähnlich mit Nr. 5 und 8.
Ich weiß nicht was Richtig ist, aber ich weiß, dass es eher ungewöhnlich ist, dass ein Tiefpreisdatum vor dem Einführungsdatum liegt
Oder ist das Richtung und ich hab nur keine Ahnung wie das zustande kommt? (Aufklärung erwünscht
Mit freundlichen Grüßen,
Magiehammer
Edit: Ja, mir ist bekannt, dass der Ryzen 5 2600 in der PCGH (Print) noch nicht im Parcours 2018 enthalten ist und daher keine Datenbasis gegeben ist. Dann kann man sich auch gleich mal die (fast schon alberne) Frage stellen, warum eine der wichtigsten Consumer/Gamer-CPUs - als direkter Nachfolger des Preis/Leistungs-Lieblings Ryzen 5 1600 - seit Monaten noch nicht den Parcours 2018 durchlaufen hat.
Ein theoretischer PCGH-PC mit Ryzen 2600, 500 GB M.2 SSD, 16 GB DDR4-2933 und der kommenden RTX 2070 müsste sich doch verkaufen lassen oder?
Überrascht mich nicht, dass man den Ryzen 5 2600 ausgelassen/vergessen (whatever) hat. Habe schon öfter betont, es ist schlicht die bedrohlichste CPU für Intels Consumer/Mainstream-Portfolio und damit alle Intel-Partner (also auch PCGH-PCs), deren Angebot fast ausschließlich auf Intel basiert. Die Verkäufe auf Mindfactory, Alternate und Co. eskalieren geradezu, denn wenn der Ryzen 5 2600 eins sehr gut kann, dann das komplette Preis(Leistungs)gefüge zu zerf***en.
Edit: Ja, mir ist bekannt, dass der Ryzen 5 2600 in der PCGH (Print) noch nicht im Parcours 2018 enthalten ist und daher keine Datenbasis gegeben ist. Dann kann man sich auch gleich mal die (fast schon alberne) Frage stellen, warum eine der wichtigsten Consumer/Gamer-CPUs - als direkter Nachfolger des Preis/Leistungs-Lieblings Ryzen 5 1600 - seit Monaten noch nicht den Parcours 2018 durchlaufen hat.