Geforce Now RTX 3080 versus Desktop-PC - überraschend gut?
Inzwischen konnten wir einige Runden mit dem neuen Spiele-Streaming-Angebot Geforce Now RTX 3080 drehen. Wie schlägt sich das Cloud Gaming gegen einen Spiele-PC?
Jüngst hatte der Razer-CEO verkündet, dass Gaming-Laptops im kommenden Jahr teurer werden. In Zeiten des Halbleitermangels und der Coronavirus-Pandemie sind zudem auch Grafikkarten und andere Spiele-Hardware deutlich teurer geworden und die Verfügbarkeit hat sich verschlechtert. Falls man aber trotzdem weiterhin aktuelle PC-Spiele mit alter Hardware spielen will, könnten sich Streaming-Dienste anbieten. Seit Februar 2020 kann man mit einem Geforce-Nutzerkonto kostenlos seine gekauften PC-Spiele über Geforce Now auf verschiedene Endgeräte streamen. Jüngst hatte Nvidia bekannt gegeben, dass es ab Dezember ein neues kostenpflichtiges Abo namens Geforce Now RTX 3080 geben wird. Wie schlägt sich das neue Abonnement gegen einen Desktop-PC? Die Kollegen von Golem und die PCGH-Redaktion konnten es bereits ausprobieren.
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Was erhalten Abonnenten beim neuen Abo Geforce Now RTX 3080?
Nvidia hat in den letzten Monaten an der neuen Server-Plattform namens Geforce Now Superpod gearbeitet, aus der dann die Server-Rigs mit der Bezeichnung Geforce Now RTX 3080 hervorgegangen sind. Die Server-Plattform mit 39.200 Teraflops Leistung besteht aus 11.477,760 CUDA-Kernen und 8.960 CPU-Kernen sowie Highspeed-Speicher. Konkret offeriert jedes Server-Rig:
- 8-Kern-CPU auf Basis von AMD Ryzen Threadripper Pro,
- Geforce Now RTX 3080 mit 35 Teraflops (bisher: RTX 2080 Grafikchips genutzt),
- 28 Gigabyte DDR4-3200 RAM,
- PCI-Express 4.0 SSD
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Mit dieser Rohleistung soll es möglich sein, PC-Spiele in 1440p mit 120 Fps spielen zu können. Auf einigen Macbooks sollen sogar 1600p mit 120 Fps möglich sein. Bei der Streaming-Box Nvidia Shield TV kann man als zahlender Abonnent in 4K-Auflösung mit HDR und mit 60 Fps spielen. Zudem kann eine Gaming-Session bis zu acht Stunden dauern, ehe man den Stream beenden und sich neu einwählen muss. Voraussetzung ist natürlich eine schnelle und stabile Internetverbindung. Um die Latenzzeit zu drücken, setzt Nvidia auf die Adaptive Sync Technologie, die analog zum bereits verfügbaren Nvidia Reflex arbeitet. So sollen der Frame vom Server und vom Monitor synchronisiert werden.
Die Standortfrage ist entscheidend
Um ein möglichst gutes Spieleerlebnis zu haben, ist die Wahl des Serverstandorts von entscheidender Bedeutung. Nur, wenn die Wege vom Rechenzentrum zum Nutzer möglichst kurz sind, kann die Verbindung schnell ausfallen. Für Anwender in Deutschland dient hierzu das Rechenzentrum in Frankfurt mit der Bezeichnung EU Central. Falls die Windows-App nicht automatisch diesen Server auswählt, so sollte man dringend in die Einstellungen gehen und dort manuell EU Central anwählen.
Wenn der falsche Server gewählt ist, steigt die Latenz an und das beeinflusste das Spieleerlebnis negativ. Zudem muss die eigene Internetverbindung stabil sein und mit mindestens 35 Mbit/s arbeiten. Nvidia empfiehlt eine LAN-Anbindung, im WLAN muss zwingend das 5-Ghz-Frequenzband gewählt werden. Einen Nvidia Superpod teilen sich immer zwei Abonnenten.
14 Prozent weniger Fps als echte Geforce RTX 3080
Wie die Kollegen von Golem ermittelt haben, liefert eine echte Geforce RTX 3080 durchschnittlich 14 Prozent mehr Fps als die Streaming-Version. Hierzu wurden die PC-Spiele Assassin's Creed Valhalla, Rainbow Six Siege, Shadow of the Tomb Raider und Watch Dogs Legion in 1440p verglichen. Im Desktop-PC verwendete Golem einen AMD Ryzen 7 3700X sowie eine RTX 3080.
Um eine möglichst flüssige Darstellung der via Internet gestreamten Spiele zu gewährleisten, stellt Nvidia in allen kompatiblen PC-Spielen die Grafikdetails auf eine Mischung aus mittlerem und hohem Detailgrad ein. Immer wieder gibt es bei Bewegungen Kompressionsartefakte zu sehen und die allgemeine Bildqualität wirkt bei Geforce Now RTX 3080 nicht so klar, wie auf einem Desktop-PC. Vor allem Details wie Vegetation sind weniger fein ausgearbeitet beim Cloud Gaming als auf einem PC mit Nvidia-Grafikkarte. Limitierend wirkt sich bei Geforce Now RTX 3080 wohl die verbaute CPU aus im Vergleich zu einem stationären System. Pro Stunde saugt Nvidia Geforce Now RTX 3080 gut 22,5 Gigabyte durch die Internetleitung, wobei auf den verlustbehafteten Codec H.264 gesetzt wird. Ein einzelner Frame in 1440p mit 120 Fps und 8 Bit Farbtiefe kommt unkomprimiert auf 14,16 Gbit/s, das ist mit aktuellen Internetleitungen nicht möglich.
Wie hoch ist die Latenz?
Um ein angenehmes Spielerlebnis zu haben, sollte die Latenz möglichst niedrig ausfallen. Hier gab es beim Cloud Gaming immer wieder Probleme, sodass manche Spieler festgestellt haben, dass sie mit dem Setup nicht zurechtkommen. Alle Eingaben müssen schließlich erst an die Nvidia Server gesendet und dort verarbeitet werden. Dann wird der dazugehörige Frame encodiert und gestreamt, ehe dann beim Nutzer die Decodierung sowie die Darstellung erfolgt. Mittels der Tastenkombination Strg + N oder Strg + Alt + F6 kann man eine Performance-Anzeige aufrufen, um den Weg vom Client zum Server messen zu können. Bei den Kollegen von Golem fällt dieser Wert um die 25 Millisekunden aus. Allerdings muss man dazu noch das Encoding und Decoding rechnen, sodass die tatsächliche Latenz höher liegt.
Problematisch ist die Netzauslastung. Während man Geforce Now RTX 3080 nutzt, darf die Internetleitung nicht von anderen Teilnehmern genutzt werden. So fällt der Roundtrip erheblich schlechter aus, wenn man etwa versucht, neben Geforce Now noch Netflix im gleichen Netz zu nutzen. Im Test bei Golem ist die Latenz beim Cloud Gaming rund 40 ms höher, als beim Desktop-PC. In Fortnite verdreifacht sich gar die gemessene Latenz. So kommen die Kollegen zum eindeutigen Fazit, dass Geforce Now RTX 3080 ungeeignet für kompetitive Shooter ist. In Einzelspieler-Titeln, wie Cyberpunk 2077, spielt das Cloud Gaming Geforce Now RTX 3080 seine Stärken aus - zumindest im Vergleich zu einer Playstation 5 oder Xbox Series X|S. Schließlich liegt die Latenz auf einem Niveau mit den aktuellen High-End-Konsolen von Sony und Microsoft. Ein Spiele-PC ist aber immer noch ungeschlagen.
Achillesfersen Spieleauswahl und Kosten
Voraussetzung für das Streaming ist, dass man das PC-Spiel bei Steam beziehungsweise im Epic Games Store gekauft hat. Ist das der Fall, können Nutzer mit einem Geforce-Konto über die App Geforce Now kostenlos ihre PC-Spiele auf verschiedene Endgeräte streamen. Allerdings stehen längst nicht alle Titel zum Streaming zur Verfügung, die es bei Valves Steam oder im Epic Games Store gibt. Jeder einzelne Spiele-Publisher muss explizit seine Spieletitel fürs Streaming freigeben. Die komplette Liste aller derzeit streambaren PC-Spiele gibt es bei Nvidia. So fällt das Angebot an verfügbaren Spielen deutlich geringer aus als etwa auf der Playstation 5 oder der Xbox Series X|S.
Neben der vergleichsweise mageren Spieleauswahl können die Kosten einen Strich durch die Rechnung machen. Zunächst muss man sich das PC-Spiel kaufen - es sei denn, es handelt sich um einen der freigegebenen Free-to-Play-Titel - und dazu kommen dann noch rund 100 Euro Abo-Gebühren für sechs Monate Zugriff auf Geforce Now RTX 3080. Nicht zu vergessen sind die Kosten für den Internetanschluss, allerdings sind das normalerweise keine Extrakosten. Eine Xbox Series S, die ebenfalls 1440p-Auflösung und bis zu 120 Fps leistet, kostet rund 300 Euro und bietet dafür mehr Spieleauswahl, eine bessere Bildqualität und kann offline genutzt werden. Im Bereich der Cloud-Gaming-Dienste ist Geforce Now RTX 3080 der Benchmark, aber auch das teuerste Angebot. So kostet etwa das Xbox Cloud Gaming nur 13 Euro monatlich und beinhaltet Zugriff auf Spiele im Xbox Game Pass, wie etwa Halo, Forza Horizon 5 und etliche EA-Spiele. Im Gegenzug offeriert Microsoft-Streaming-Dienst nur Full-HD mit 60 Fps, kann aber auch im Mobilfunknetz mit LTE oder 5G verwendet werden.
Ebenfalls lesenswert: [PLUS] Geforce Now gegen Google Stadia: Cloud-Gaming aus Nvidias Feder
Sammlung zu Geforce Now RTX 3080:
- Nvidia bringt ab Dezember das kostenpflichtige Abo Geforce Now RTX 3080 auf den Markt.
- Im Vergleich zu einer echten Nvidia Geforce RTX 3080 müssen Nutzer des Cloud Gaming Services mit durchschnittlich 14 Prozent weniger Fps leben.
- Zudem ist die Bildqualität schlechter, als beim nativen Spielen auf einem PC oder einer PS5 oder Xbox Series X|S. Zumal beispielsweise die Xbox Series S ebenfalls Spiele in 1440p und mit bis zu 120 Fps darstellen kann, wie Geforce Now RTX 3080.
- Die eigene Internetverbindung muss stabil sein und mit mindestens 35 Mbit/s arbeiten. Zudem wird eine kabelgebundene LAN-Verbindung empfohlen. Während des Streamings sollte die Internetverbindung nicht von anderen Programmen genutzt werden.
- Rund 40 ms fällt die Latenz höher aus, als bei einem lokal berechneten Spiel, sodass Geforce Now RTX 3080 etwa für kompetitive Shooter ala Fortnite nicht zu empfehlen ist.
- Für Einzelspieler-Titel hingegen kann das Cloud Gaming eine Alternative sein, vorausgesetzt man zahlt 100 Euro Abo-Gebühr für sechs Monate Mitgliedschaft und hat das PC-Spiel bei Steam oder im Epic Games Store gekauft, da man es sonst nicht streamen kann.
- Es können nur vorher vom Spiele-Publisher freigegebene PC-Spiele gestreamt werden, sodass die Spieleauswahl kleiner als etwa auf der Playstation 5 oder Xbox Series X|S ausfällt.

Seis drum.
Muss sagen der Dienst hat sich stark verbessert was die Stabilität und Latenz angeht.
Aufgrund der Marktlage und meinen unwillen mehr als OVP zu bezahlen und auch insgesamt diese Wahnwitzigen Preise zu zahlen sind wir beim Erscheinen der neuen Konsolen vom PC auf eben jene hauptsächlich gewechselt.
Der Preis war/ist für die Leistung überragend, und meinem Rechner zu dem Zeitpunkt auch überlegen.
Muss auch sagen das ich bisher recht zufrieden bin bis auf kleinere wenige Abstriche - aber durchaus auch Vorteile.
Aber darum soll es hier nicht gehen.
Nur gibt es natürlich auch Spiele die es nur am PC gibt. (Anno / New World etc.)
Diese Lücke füllt aktuell GeForce Now aus. Bei meiner Frau mit dem Priority Abo, ich selbst mit dem 3080 Abo.
Bisher klappt das Hervorragend mit unserer 100k Leitung. Ist wenn wir beide Spielen mit ca. 60-70 mbit ausgelastet.
Die Latenz ist inzwischen im sehr guten Bereich. War es vor einem Jahr quasi undenkbar, aufgrund der Latenz, zum Beispiel eine Runde Apex zu starten, ist das heute durchaus möglich. Womit ich nicht sagen möchte das sie auf Nativen/Lokalen Niveau ist, aber der Unterschied ist wirklich kaum noch Spürbar. Scheinbar ist aber gerade das ein Thema was von User zu User sehr zu schwanken scheint - Warum auch immer. Da lasse ich mal das Thema Wahrnehmung außen vor. Früher hatte ich mit GF Now - wie gesagt - auch öfter Probleme mit der Latenz. Könnte auch sein das dass bessere Ergebnis für mich nur zustande kommt weil ich mein Provider gewechselt habe, wer weiß das schon. Jedenfalls macht mir das Thema: Stand jetzt, keine akuten Probleme mehr.
Selten kommt es mal vor das die Verbindung zum Server nicht astrein ist, da schafft dann ein einfaches Spiel neustarten aber abhilfe.
Als alleinige Lösung würde ich es dennoch nicht nutzen wollen. Da es leider nicht alle Spiele unterstützt, wenn auch ein großteil von "meinen". Und natürlich der Fakt bleibt: Kein Internet, geht halt gar nichts. Als Ergänzung zum schwachen System und/oder Konsole ist es aber eine super Sache.
Das letzte Jahrzehnt über hab ich alle 3 Jahre 500€ für ne Graka hingeblättert für mich und zusätzlich um die 300 für meine Frau, ergo ~800€ alle 3 Jahre. Für unseren Anspruch. Das ist mit der Heutigen Marktlage, wo man für das Geld quasi nur n Witz bekommt, nicht zu stemmen ohne bei der Qualität massive Abstriche hinzunehmen. Da rechnet sich GF Now auf jeden Fall mit seinen aktuell 900€ im selben Zeitraum für ordentliche Leistung. Sachen wie der geringere Stromverbrauch usw. gar nicht mit einberechnet.
Daher, für die jetzige Zeit und so wie alles läuft. Top.
Was die Zukunft bringt und wie sich alles entwickelt, schauen wir mal.
Alles lokal würde ich bei vernünftigen Preisen natürlich bevorzugen, und dennoch finde ich Hardware Abos durchaus interessanter als Spiele Abos ... Hardware ersetzt man zwangsläufig eh mit der Zeit. Spiele will ich aber Sammeln und besitzen
Das ganze lief sehr gut (wobei 1080p auf einem 31,5" Monitor grundsätzlich gewöhnungsbedürftig aussieht). Wenn man sich normal bewegt hat, dann war kein großer Unterschied feststellbar, da das menschliche Auge bei Bewegung wenig Details wahrnimmt, wenn die Szene ruhiger wurde, dann hatte der Codec genug Zeit, um alle Details darzustellen. Germerkt habe ich es nur, wenn ich mich an einen See gestellt habe und mich schnell um die eigene Achse gedreht habe (so ca. 2-4 mal pro sec), dann hat der Codec den Wechsel von Stadt zu See nicht hinbekommen und war hoffnungslos überlastet. Schnelle Shooter würde ich damit nicht zocken, für Einzelspielershooter jedoch extrem zu empfehlen.
Mein Ping lag bei pervers guten 6-7ms, Darmstadt macht es möglich. Mit einem 1440p Twitchstream stieg der dann auf 7-8ms. Solange das Netzwerk nicht überlastet wird, können auch anderer noch etwas machen.
Wobei die Bandbreite unglaublich wichtig ist. Man kann das ganze auch noch mit 12MBit nutzen, wobei ich damals den Stream auf 9 MBit eingestellt habe), dann sieht man das ganze jedoch extrem (wie gesagt: auf einem 31,5" Monitor). Mit meiner heutigen Leitung (64,5-82,5MBit) lauft es hingegen perfekt.
Der Vergleich hinkt dennoch, die Series S wäre eher mit den kostenlosen 1080p vergleichbar, die kostenpflichtige Version haut die Series S dann in die Pfanne. Das RTX 3080 Abo würde ich, wenn überhaupt, mit der Series X vergleichen.
Das dürfte keinen so großen Unterschied machen. Für die meisten neuen Funktionen braucht man eine CPU, bei 1440p120 würde das wohl einen 64 Kern Threadripper erfordern. Dann macht die Echtzeitübertragung auch noch den großen Rest der neuen Funktionen (etwa Keyframes, die in der Zeit rückwärts laufen) zunichte. Am Ende bleibt nicht mehr viel übrig, weshalb h.264 durchaus eine gute Wahl ist.
Der Vergleich hinkt, der R7 3700X dürfte wesentlich stärker sein. Wenn man eine RTX 3090, mit einem R7 3700X, mit einer RTX 3080 und i9 12900K vergleicht, dann dürfte auch die RTX 3080 gewinnen, wenn es um FPS geht.
Man hätte eben versuchen müssen, die CPU nachzubilden.
Noch nicht ausprobiert, aber schon wird gemeckert. Wobei du davon richtig ordentlich profitieren könntest.
Wenn ich Mal das BIP zum umrechnen auf Deutsche anwende (weil mir nichts besseres einfällt und das zumindest besser passt als Einwohner) wäre der Faktor 4,4%. Also Knapp 300.000 Steam-Spieler insgesamt bzw. 88.000 in dem Top 10. Nun verteilen wir die Server noch neben Karlsruhe auf Berlin und München und sooo unmöglich scheint das gar nicht mehr.
In diesem Moment wird die Top 10 der Steam Titel von 2 Millionen Spielern. Angenommen wir wollten nur diese Spieler umstellen. Das ist ja nur ein Teil vom Markt sollte man bedenken. Eines vorweg, die reine Größe des Bauwerks ist kein Problem, unsere Nutzfläche wird ca. 300.000m² sein, später dazu mehr.
Eine 3080 braucht 320W, rechnen wir etwas CPU RAM, etc im Rechenzentrum dazu wären wir bei einem Fußabdruck von 400W pro Kunde am Standort des Serverzentrums. Ich weiß, die Thematik Stromverbrauch der Klimaanlage und Kosten der USV blende ich hier mal aus. Wer will kann ja draufschlagen, Spoiler, das Bauprojekt ist jetzt schon nicht zu retten.
400W ist der gleiche Fußabdruck an Energie den die 2 Millionen Spieler jeder an ihrem PC haben, aber der wesentliche Unterschied ist, dass unser Stromnetz dafür gebaut wurde die Energie derart breit in der Landschaft zu verteilen. Nvidia muss keine Stromkabel zum User ziehen. Die sind alle bereit. Der Ort an dem die ganzen GPUs zentral stehen, naja, der ist nicht bereit, das kommt zu den Anschaffungskosten hinzu.
Würden wir den Stromverbrauch an einem Ort haben wollen, kommen neben den Kosten noch ganz andere Probleme auf uns zu. Bei einem Dienst für 2,2 Millionen Spielern gleichzeitig, wäre das ein Verbrauch von schlanken 800.000kW/h an einem Ort. Kein Problem so eine moderne Stromtrasse schafft auch das doppelte, aber das ist die Art von Stromtrasse gegen die Anwohner Sturm laufen. Ich würde also davon ausgehen, dass bei der Wahl des Standorts die direkte Nähe zu einem Kraftwerk essentiell ist, um nicht zu sagen, es wäre besser man hätte sein eigenes. Wir bauen gerade ein Rechenzentrum mit dem Verbrauch einer Millionenstadt um gleichzeitig 2,2 Millionen Spieler zu bedienen, Tag und Nacht. AKW schlecht, Kohle ganz schlecht, Solar nicht so gut bei Nacht, klingt für mich wie ca. 1000 Windräder mehr im Watt und Emden als Standort, wenn man sich Öko auf die Fahne schreiben will. Wer will kann das Ding auch nach Fessenheim stellen, von den zwei Reaktoren dort würden wir einen ganzen benötigen.
Jetzt brauchen wir Internet vor Ort. 2 Millionen Leute die mit 35 Mbit streamen macht einen Output von 68.360 Gigabit pro Sekunde, oder 66 Terabit pro Sekunde. Zum Vergleich, der größte Internetknoten der Welt das DeCix hat ein ZEHNTEL davon. (Hier deren eigene Statistik zum Vergleich: https://www.de-cix.net/en...). Sollten wir die Hürde der lokalen Strom-Erzeugung also meistern, haben wir eine unüberwindliche Hürde bei der Verteilung der Streams im Netz.
Ein paar User werden jetzt schreiben, aber bei Youtube und Netflix geht das mit größeren Datenmengen doch auch. Aber hier sein angemerkt, dass Twitch, Youtube und Netflix nicht für jeden Zuschauer individuell sind wie bei einem Game-Stream. Weil der Netflix/Twitch/YT Stream immer gleich ist kann der im Netz dedupliziert werden und so Bandbreite gespart werden.
Das ist typischerweise der Zeitpunkt an dem man den Traum von einem zentralen Ort an dem Nvidia Karten für Millionen von Benutzern stehen beerdigt.
Also könnte die PCGH mal spaßeshalber bei E-Shelter anrufen und fragen wieviel 400W PCs die denn so bei sich unterkriegen würden. Folgefrage nach der Datenrate von 35Mbit Dauerlast pro PC. Serverzentren befassen sich nicht in Kenngrößen wie 500.000 Server mit je 4x3080, die geben an wieviel Leistungsdichte die pro Quadratmeter haben. Damit ist effektiv gemeint dass da ein 48U Rack (mit ca. 1m² Grundfläche) steht und einen 3,5 kW/h Anschluss hat mit Redundanz.
E-Shelter hat eine Leistungsdichte von 3kW/m², das ist also eine durchaus hocheffiziente Veranstaltung. Wir wissen ja welchen Strom wir verbrauchen werden, daher kennen wir die Fläche die wir anmieten müssten. Also so knapp 270.000m². Soviel Fläche haben nicht einmal die. Man darf also das nächste Rechenzentrum anrufen und das nächste und das nächste, bis man die 2 Millionen PCs (eigentlich sind es ja "nur 500.000 Server) untergebracht hat.
Man darf wirklich nicht fragen was es braucht um 500.000 Server mit 4U Höhe zu verbauen. Denn dann kommt man auf eine viel kleinere Zahl. Aber der springende Punkt ist wirklich, dass 16 Server von HP mit jeweils zwei Epyc CPUs (Bauhöhe 2U) in einem Rack gerade so möglich sind, wohingegen 8 Nvidia Server mit 4U bedeuten, dass da 32x die 3080 in einem Rack steckt und das ist deutlich oberhalb der Spezifikation die Serverzentren für so ein Rack ausweisen. Bitte bedenken, wir wollen ja nicht die eine Ecke von denen mieten die für Compute-Application Server ausgestattet ist, wir wollen riesiege Mengen Fläche von denen haben die absolut gar nicht auf die Energiedichte ausgelegt sind die soe ein Nvidia Cluster ausspuckt. Deswegen sagen die ja, rechne mal mit 3kW/h pro m².
Nachdem wir dann jeden abtelefoniert haben und die Fläche bereitsteht, hat man erfolgreich seine Hardware so breit in der Landschaft und auf Rechenzentren verteilt, dass es ein Albtraum bei der Wartung ist. Immerhin, man muss keine Windräder in den Ozean stellen und die Datenrate ranschaffen, das Problem löst sich, jetzt kommt's, mit der Verteilung der benötigten Rechenkapazität auf eine große Fläche. An dem Punkt könnte man sagen, was ist wenn wir noch mehr dezentralisieren und die GPUs am Einsatzort stehen, wäre das nicht am allerbesten?
Hier ist ein verrückter Gedanke. Das mit den GPUs am Einsatzort machen wir so, weil das ist garantiert nachhaltiger, als eine neue Generation von idiotisch überdimensionierten Rechenzentren für Gaming zu bauen.