Call of Duty: World War 2 - Zurück in die Vergangenheit - Ist das eine gute Idee?

Realismus statt Raketen, Tiefe statt Trara - die Entwickler von Sledgehammer Games haben sich für das neueste Call of Duty hehre Ziele gesetzt. Wir klären, ob die Vorschusslorbeeren für WW2 gerechtfertigt sind oder nicht.

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Special Roland Austinat (US-Korrespondent) Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Call of Duty: World War 2 - Zurück in die Vergangenheit - Ist das eine gute Idee?
Quelle: Activision

2008 ging es mit Call of Duty: World at War das letzte Mal in den Zweiten Weltkrieg. Knapp zehn Jahre später arbeitet Sledgehammer Games (Modern Warfare 3, Advanced Warfare) fieberhaft an Call of Duty: WW2, welches das Weltkriegsszenario einer neuen Generation von Spielern näherbringen will. Wir konnten uns auf der E3 2017 in Los Angeles sowohl eine Mission der Kampagne ansehen als auch ein paar Mehrspielerpartien auf Seiten der Deutschen und der Alliierten bestreiten.

Ehrenhaftes Kämpfen lohnt sich

Zunächst bekommen wir einen Level zu Gesicht, in dem Hauptcharakter Red Daniels mit den Kameraden der 1st Infantry Division eine von Nazis besetzte Kirche in einem französischen Dorf stürmen muss. Daniels ist in einem Trupp mit Anführer Sergeant William Pierson und Sanitäter Robert Zussman unterwegs. Letzteren sollten wir nicht aus den Augen verlieren, denn unsere Gesundheit regeneriert sich nicht mehr automatisch. Unsere insgesamt drei Lebensbalken werden von Zussmans - begrenzten! - Gesundheitspaketen aufgefrischt, um die wir ihn per Knopfdruck bitten.

Von Haus zu Haus kämpfen wir uns in Richtung Kirche vor, nehmen Nazis aufs Korn und sind schließlich nur noch wenige Meter von unserem Ziel entfernt. Prompt erscheint gegnerische Verstärkung, ein Panzerwagen und Bombardement von Flugzeugen inklusive. Das geht nicht ohne Verluste seitens der Alliierten ab, doch uns gelingt es noch so eben, einen verwundeten Kameraden im Kampf gegen die Uhr in Deckung zu ziehen. Durch solche Aktionen steigt unser Ansehen bei den Mitstreitern, die uns etwa mehr Gesundheitspakete zur Verfügung stellen, Feinde ausmachen und sogar besondere Munition und weitere Goodies überreichen. Ehrenhaftes Kämpfen macht das Vorrücken also leichter.

Da läuten die Glocken

Wir kapern den Panzerwagen, räumen mit dessen Maschinengewehr unter den Verteidigern auf und stehen dann eine Rauchgranate später an der Kirchentür. Wir brechen sie beherzt auf, finden dann jedoch im Innern des Gotteshauses keine Menschenseele. Jedenfalls für ein paar Sekunden, denn dann nehmen uns die Besatzer von der Empore aus unter Beschuss. Wir flüchten uns ins Seitenschiff, doch auch von dort stürmen einige Gegner auf uns zu.

Außerdem mit dabei: Ein Nazi, der mit einem Flammenwerfer Kirchenbänke und Alliierte gleichermaßen in Flammen setzt. Wir robben uns an ihn heran, um ihn unschädlich zu machen - da sehen wir schon, wie er von einem aus dem Dachstuhl heruntergefallenen Holzbalken begraben wird. Schließlich haben wir die Kirche über- und einige Deutsche gefangengenommen. Einmal mehr wartet eine Entscheidung auf uns - lassen wir sie leben oder exekutieren wir sie?

Private Zussman ist derweil mit ein paar GIs unterwegs, um deutsche Flakgeschütze zu sprengen - wir müssen ihm dazu Feuerschutz geben, was wir vom Kirchturm aus mit dem Scharfschützengewehr machen. Dummerweise treffen einige Bomben aus deutschen Flugzeugen unseren temporären Stützpunkt, der nun langsam in sich zusammenfällt und einigen unsere Kameraden teils auf grausige Weise das Lebenslicht ausbläst. Wir eilen die Turmtreppe hinab, werden jedoch immer wieder von den nach unten rutschenden Kirchenglocken umgehauen. Mit letzter Kraft entkommen wir dem Turm, der nur wenige Meter entfernt mit großem Getöse auf den Boden aufschlägt. Dann wird uns schwarz vor Augen.

Von der Küste in den Wald

Zeit, selbst zu den Waffen zu greifen. Wir starten mit einer Runde Team Deathmatch in der Normandie, genauer in Pointe Du Hoc. Hier gab es deutsche Stellungen, die am D-Day von US-Rangern eingenommen wurden. Die Hatz durch Schützengräben und Bunker ist äußerst rasant und nahkampflastig - genau das Richtige für Einheiten der Airborne-Klasse. Scharfschützen der Mountain Division haben hier eher wenig zu tun.

Deutlich strategischer geht es bei der Ardennenoffensive zu - beziehungsweise den Capture-the-Flag-Aktionen, die wir im verschneiten Waldgebiet durchführen. Diesmal ziehen wir uns den Kopfhörer halb vom Kopf, um mit einem holländischen Kollegen abzusprechen, welchen Kontrollpunkt wir uns als nächstes vornehmen. Koordination zahlt sich aus - wir gewinnen diese Runde mit deutlichem Vorsprung gegenüber dem gegnerischen Team. Auch, wenn dieses unsere am Kontrollpunkt verschanzten Einheiten immer wieder mit Sturzkampfbomberangriffen über den Jordan schickt.

War Mode mit vier Phasen

Zum Schluss geht es in den neuen War Mode, in dem eine Reihe von Aufgaben bewältigt werden müssen. Die angreifenden Alliierten müssen zunächst ein französisches Dorf erobern und sichern, dann eine Brücke wiederherstellen, in der dritten Phase einen Nachschubpunkt erreichen und dann einem Panzer Geleitschutz geben, der in Richtung einer Dorfkirche unterwegs ist, um den dort stationierten Truppen neue Vorräte zu bringen.

Los geht's für unser Team in der Rolle der Deutschen. Wir verteidigen unser Gebäude, dass es eine wahre Freude ist - und nehmen sogar Hammer und Nägel in die Hand, um eingerissene Wände beziehungsweise Fenster zu schließen und es dem Feind nicht zu einfach zu machen. Der schafft es dennoch in die zweite Phase, doch nicht weiter: Im ersten Stock des Hauses, von dem aus wir einen guten Blick auf die zu restaurierende Brücke haben, restaurieren wir ein Maschinengewehr und nehmen damit die verzweifelt gegen die Zeit kämpfenden Alliierten unter Beschuss.

Weil diese es nicht in die dritte Phase schaffen, wechselt das Spiel automatisch die Seiten: Nun müssen wir das Gebäude stürmen, aus dem wir noch eben geschossen haben. Wir robben uns mit einem Scharfschützen an den Gefechtsschauplatz heran, können jedoch nicht vermeiden, dass uns deutsche Scharfschützen am Wiederaufbau der Brücke hindern. Das sehr ausgewogene Match endet mit einem Unentschieden - keines der beiden Presseteams hat es in die dritte Phase geschafft.

Bildergalerie

Keine Klassen, trotzdem gut!

Was ist sonst noch neu in WW2? Wie schon erwähnt gibt es keine Klassen zum Selbstbauen mehr, sondern fünf Divisionen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Neben Airborne und Mountain sind das die Infantry Division, etwas langsamer als Airborne, doch dafür durchschlagskräftiger. Die Heavys finden sich in der Armored Division, die mit Maschinengewehren und anderem Kriegsgerät kein Auge trocken lassen. Die Expedition Division schießt mit Brandmunition auf ihre Gegner. Auf Zombies allerdings noch nicht - dieser Modus soll etwas später enthült werden.

Hochspannend, wenngleich noch nicht spielbar, sind unsere Hauptquartiere beziehungsweise Versorgungsstützpunkten. Diese kann man sich am ehesten als der Hauptstädte in einem MMO vorstellen, denn auf einem Screenshot sehen wir Dutzende von Spielern an einem solchen Ort miteinander interagieren. Außerdem gibt es dort die 1v1 Pit, eine Arena, in der sich zwei Spieler miteinander messen können. Erwähnten wir den Schießstand, wo wir versuchen können, immer neue Höchstrekorde zu knacken?

E3-Fazit: Call of Duty: WW2

Call of Duty: WW2 ist eine willkommene Rückkehr zu den Frühwerken der Serie, der auf Emotionen und Realismus setzt - so das in einem 3D-Shooter überhaupt möglich ist. Das Gadget-Wettrüsten der letzten Teile legt dieses Jahr eine Pause ein. Die Präsentation ist dennoch äußerst beeindruckend, sowohl optisch als auch akustisch. Insbesondere, wenn uns in der Einzelspielermission Glocken samt Glockenturm um die Ohren fliegen. Und selbst, wenn es in manchen Stadtvierteln fast etwas zu grau in grau aussieht: Flammen und Explosionen kommen so noch stärker zur Geltung.

In Online-Foren debattieren "Fans" derzeit heiß darüber, ob ein Spiel ohne Hakenkreuze und mit Soldatinnen im Mehrspielermodus überhaupt noch Spaß machen kann. Was für eine absurde Diskussion - wir haben im Multiplayer mehrfach eine weibliche Heldin gewählt, was dem Spielspaß natürlich absolut keinen Abbruch getan hat. Und wer Zeit hat, nach Hakenkreuzen statt nach gegnerischen Spielern Ausschau zu halten, ist vielleicht im falschen Spiel unterwegs.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von BMWDriver2016
        AW: Call of Duty: World War 2 - Zurück in die Vergangenheit - Ist das eine gute Idee?

        Der letzte Absatz ist echt Schwachsinn.

        Was ist an Call Of Duty bitte Realismus?

        GIbts da ernsthaft Frauen aufm Schlachtfeld? Ja, sehr realistisch *facepalm*

        Und niemand sagt dass es ohne Hakenkreuze und mit weiblichern Figuren keinen Spaß macht !
        Es ist einfach dumm, weil unrealistisch.

        Wie kann man nur so einen Bullshit schreiben, aber bei PCGH gehts ja eh steil bergab mit den Artikeln.
      • Von BMWDriver2016
        AW: Call of Duty: World War 2 - Zurück in die Vergangenheit - Ist das eine gute Idee?

        Der letzte Absatz ist echt Schwachsinn.

        Was ist an Call Of Duty bitte Realismus?

        GIbts da ernsthaft Frauen aufm Schlachtfeld? Ja, sehr realistisch *facepalm*

        Und niemand sagt dass es ohne Hakenkreuze und mit weiblichern Figuren keinen Spaß macht !
        Es ist einfach dumm, weil unrealistisch.

        Wie kann man nur so einen Bullshit schreiben, aber bei PCGH gehts ja eh steil bergab mit den Artikeln.
      • Von IlChRoMll Kabelverknoter(in)
        AW: Call of Duty: World War 2 - Zurück in die Vergangenheit - Ist das eine gute Idee?

        Der letzte Satz ist ja wohl das Letzte.
        Überall sind Hakenkreuze erlaubt. In Büchern, in Filmen, in Ausstellungen. Erlaubt in allen Medien, Hauptsache im Namen der Kunst.
        Das bei einem Produkt wie CoD WW2 wieder einmal der Zensurhammer geschwungen wird, ist einfach ekelerregend. Das Spiel ist ebenfalls ein Medium und eine Art Kunst. Hakenkreuze gehören nun mal in diese Zeit, in diese Thematik. Es ist nicht spielbeeinflussend, aber es komplettiert das gesamte Erscheinungsbild dieses Titels.
        Wieso wird hier mit heuchlerischem Getue gehandelt? Mit zweierlei Maß gemessen?
        Das gibt es nur hier in Deutschland.
        Ich werde mir die "Komplettversion" anschaffen, da ich gern komplette Titel mein Eigen nennen möchte und ich lasse mir als mündiger Bürger dieses armseligen Landes nicht vorschreiben, was ich wann und wie zu spielen habe.
        Nach über 70 Jahren muss irgendwann auch mal gut sein.
        Dieses Gutmenschengeblubber in diesem Artikel geht wirklich gar nicht. Es offenbart sich mir ein subjektiv beeinflussendes Werk und keine neutrale Begutachtung.
      • Von Käksch Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Call of Duty: World War 2 - Zurück in die Vergangenheit - Ist das eine gute Idee?

        Können Sie nicht einfach "Deutsche" schreiben, statt des schon inflationär eingesetzten "Nazi"?
        Hab nach dem 3. Absatz aufgehört zu lesen. War nicht auszuhalten.
      Direkt zum Diskussionsende
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