Call of Duty Modern Warfare Remastered im Benchmarktest mit 20 Grafikkarten

Call of Duty: Modern Warfare Remastered ist seit Ende Juli als eigenständiges Spiel erhältlich - zuvor war die aufgemöbelte Version des Publikumslieblings an CoD Infinite Warfare gebunden. PC Games Hardware prüft im Techniktest, welche Hardware sich für die moderne Kriegsführung eignet.

44
Special Raffael Vötter Philipp Reuther Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Call of Duty Modern Warfare Remastered im Benchmarktest mit 20 Grafikkarten
Quelle: PC Games Hardware

Mit Call of Duty (4): Modern Warfare setzte sich das Entwicklerstudio Infinity Ward Ende 2007 ein Denkmal, der vierte Teil gilt unter vielen Fans als Glanzlicht der Serie. In diesem Kontext verwundert es nicht, dass gerade Modern Warfare - Achtung, Wortwitz - modernisiert wurde: Seit dem Release des noch aktuellen Teils Call of Duty: Infinite Warfare ist das grafisch stark überarbeitete CoD Modern Warfare Remastered erhältlich. Jedoch war es bislang nicht möglich, das Remake einzeln zu erwerben, es war Bestandteil der "Legacy-Edition" von Infinite Warfare, auf die Käufer der normalen Edition gegen Aufpreis upgraden können. Seit dem 27. Juli kann Call of Duty: Modern Warfare Remastered endlich auch separat erworben werden - zum Preis von relativ stattlichen 39,99 Euro.

Ob Call of Duty: Modern Warfare Remastered - oder CODMWR, wie wir es im Folgenden nennen -, diese Summe Wert ist, muss jeder PC-Spieler für sich selbst entscheiden. Unser Fazit nach vielen bekannten Missionen im modernen Gewand ist jedenfalls positiv: Modern Warfare hat nichts von seinem Charme verloren, das Technik-Lifting tut dem Spiel sichtlich gut und Kinderkrankheiten wurden mittlerweile herausgepatcht. Wer das rund zehn Jahre alte Original nicht kennt und die aktionsgeladene Singleplayer-Kampagne durchspielen möchte, macht beim Kauf gewiss nichts falsch. Welche Hardware für flüssigen Spielspaß von CODMWR genügt und welche nicht, klären wir anhand zahlreicher Benchmarks.

CoD Modern Warfare Remastered: Die Technik

Call of Duty: Modern Warfare Remastered setzt auf das Technikgerüst der aktuellen Serienteile und ist damit grundsätzlich hübsch anzusehen. Vor allem die Oberflächendarstellung verdient Lob, welche hochauflösend und weitgehend realistisch ausfällt. Das kommt nicht von ungefähr, denn seit Call of Duty: Advanced Warfare beherrscht der Grafikmotor Physically-based Shading, flankiert von feinen Texturen. Auch die weiteren Effekte, wie sprühende Funken, herumfliegende Asche und einige der Explosionen, verleihen der Grafik viel Dynamik und den serientypischen Bombast. Der Unterschied gegenüber dem Original von 2007 ist gigantisch und nicht zu übersehen. Ein Bildvergleich sagt mehr als tausend Worte:

Um die Pracht möglichst flimmerfrei darzustellen, bietet das Spiel nicht nur Supersample-Anti-Aliasing an, sondern auch eine temporale Bildglättung, welche ihre Aufgabe effektiv erledigt und dabei nicht allzu viel Bildschärfe stiehlt. Während das SMAA T2x relativ günstig zu haben ist, kostet SSAA traditionell viel Leistung. Da CODMWR auf den meisten PCs flüssig läuft, ist die Option jedoch sehr willkommen. 2× SSAA ist ein wirkungsvoller Kompromiss.

Seit Advanced Warfare ist Call of Duty auch für seinen großen Hunger auf Grafikspeicher bekannt. Das Streaming der Engine hatte anfangs seine Probleme, die Daten dynamisch an die Speicherkapazität verschiedener Grafikkarten anzupassen - es kam zu Ruckeln und Brei-Texturen, welche nur langsam nachgeladen wurden. Diese Probleme sind in den aktuellen CoD-Teilen passé, ein dickes Speicherpolster auf der Grafikkarte ist jedoch ungebrochen sinnvoll. Aktiviert man alle Details inklusive der "Restlichen Speicher füllen"-Optionen, lädt CODMWR jede 4-GiByte-Grafikkarte voll. Steht noch mehr Grafikspeicher zur Verfügung, wird auch dieser bis zu einer bestimmten Grenze verwendet - Belegungen zwischen 5 und 7 GiByte sind die Regel. Das bedeutet aber nicht, dass das Spiel diese Kapazität zwingend benötigt. Speicher ist jedoch dazu da, um verwendet zu werden - und zwar, um Nachladeruckeln zu reduzieren.

Probleme beim Auflösungswechsel

Auf zwei PCGH-Testsystemen zeigte Call of Duty MWR während der Benchmarks sporadisch einen Unwillen zum Auflösungswechsel: Mal blieb das Bild nach einem Wechsel beispielsweise auf 2.560 × 1.440 Pixel schwarz, mal wurden nur niedrige Bildwiederholraten angeboten. In beiden Fällen half es, die Bildskalierung nicht vom Monitor, sondern vom Grafikchip durchführen zu lassen - sowohl bei Radeon- als auch bei Geforce-Grafikkarten. Sie finden die entsprechenden Optionen in den Treiber-Kontrollzentren. Die Probleme treten nur bei nicht-nativen Auflösungen auf, zumindest bei unseren mit Ultra-HD-Bildschirmen ausgestatten Systemen, ergo haben Sie keine Blackscreens zu befürchten, wenn Sie die Auflösung nicht umstellen (das Spiel startet immer nativ).

Call of Duty Modern Warfare Remastered: Grafikkarten-Benchmarks

Welche Grafikkarten der modernisierten Grafikpracht von CODMWR gewachsen sind, prüfen wir wie im Jahr 2007 im Level "The Bog" der Einzelspieler-Kampagne. Wie immer verwenden wir die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafikkartentreiber von AMD und Nvidia, namentlich die Radeon Software 17.7.2 und den Geforce 384.94 WHQL. Im Spiel aktivieren wir alle Grafikdetails inklusive der Caching-Optionen, verzichten jedoch auf Supersample-AA. Dafür forcieren wir jedoch 16:1 HQ-AF via Treiber. Bliebt diese Maßnahme aus, filtert das Spiel nicht bis zu 16:1 anisotrop.

Auffällig ist, dass alle Radeon-Grafikkarten abseits der aktuellen Polaris-Generation (RX 500/400) relativ schwach abschneiden. Während die stark übertaktete Radeon RX 580 knapp an der Geforce GTX 1060 OC vorbeiziehen kann, sehen die Fiji-GPUs (Fury/Nano) nicht gut aus und schlagen sich mit ansonsten deutlich langsameren Modellen herum. Jedoch bessert sich die Platzierung der Fiji-Karten mit steigender Auflösung - das kennt man bereits von einigen anderen Spielen.

Wer kein Supersample-AA zuschaltet, für den ist das jedoch nur ein kosmetisches Problem, denn CoD Modern Warfare Remastered läuft in Full HD auf fast jeder Grafikkarte flüssig und auch WQHD/1440p stellt für aktuelle Modelle kein Problem dar. Erst in Ultra HD wird das Spiel fühlbar anspruchvoller, hier genügen 2 GiByte Grafikspeicher nicht mehr für ordentliche Bildraten und auch 3-GiByte-Modelle zeigen eine wacklige Performance mit einigen Nachladerucklern. Mit 4 GiByte sind die größten Stocker verschwunden, wirklich rund läuft das Spiel in UHD jedoch erst mit einer Geforce GTX 1070 oder GTX 980 Ti.

Bildergalerie

Frametime-Beispiele

Wie erwähnt, ist ein Grundstock an Grafikspeicher wichtig, um in CODMWR gleichmäßige Frametimes zu erhalten. Verfügt die Grafikkarte bei maximalen Details über weniger als 4 GiByte, kommt es oft zu fühl- wie sichtbaren Nachladerucklern, vor allem während der ersten Minuten nach dem Spielstart. Das betrifft nicht etwa Ultra HD, sondern auch WQHD und Full HD. Interessanterweise fällt das Spielgefühl in Ultra HD sogar am besten aus: Die Frametimes sind grundsätzlich höher (= geringere Bildrate), allerdings mit deutlich kleinerer Varianz zwischen den Hochs und Tiefs, während vor allem in Full HD ein Auf und Ab fühlbar ist.

Nachfolgend ein paar Beispiele von Grafikkarten mit grenzwertiger Speicherbestückung. Während die Geforce GTX 1060/3G grundsätzlich Probleme hat, alle benötigten Daten gleichzeitig in ihrem Speicher vorzuhalten, kommt die Geforce GTX 970 dank nomineller 4 GiByte besser zurecht, kämpft jedoch mit größeren Nachladerucklern als die GTX 980, welche ohne Speicher-Segmentierung auskommt. Bei Frametimes gilt: Weniger ist besser, größere Ausschlage sind als deutliche Ruckler fühlbar.

Grafikkarte per Mausklick auswählen
Frametimes GTX 970
Frametimes GTX 970 Frametimes GTX 980
Grafikkarte per Mausklick auswählen
Frametimes GTX 1060/3G
Frametimes GTX 1060/3G Frametimes GTX 1060/6G
44
    • Kommentare (44)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von hibana
        Zitat von Crackpipeboy
        Der Titel heißt "Remastered", dieser Titel ist keine 10 Jahre alt.
        Natürlich ist er das bei einem Remake würde ich dir Recht geben.
      • Von hibana
        Zitat von Crackpipeboy
        Der Titel heißt "Remastered", dieser Titel ist keine 10 Jahre alt.
        Natürlich ist er das bei einem Remake würde ich dir Recht geben.
      • Von Crackpipeboy
        Zitat von hibana
        10 Jahre.
        Der Titel heißt "Remastered", dieser Titel ist keine 10 Jahre alt.
      • Von hibana
        Zitat von BMWDriver2016
        Naja, es ändert aber trotzdem nichts daran, dass es ein 1 Jahr altes Spiel ist.
        10 Jahre.
      • Von DaStash Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von XXTREME
        Lächerlich

        Die RX580 läuft an der Kotzgrenze während von der GTX1060 nur ein moderat übertaktetes Modell gewählt wurde .
        Tja und das in einem Titel der grundsätzlich auf Nvidias besser läuft, dass macht es ja um so besser. Super Karte die 580er.
      • Von BMWDriver2016
        Zitat von PCGH_Raff
        Ich halte es für sehr bedauerlich, dass du nicht einmal die Einleitung gelesen hast.
        Naja, es ändert aber trotzdem nichts daran, dass es ein 1 Jahr altes Spiel ist.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk