Die erfolgreichsten Jahre der Shooter-Serie: Call of Duty von 2008-2012
Kein Genre in der Videospielbranche wirft derzeit so viel Gewinn ab und erhält so viel Aufmerksamkeit wie die Ego-Shooter. Deshalb ist es kein Wunder, dass sich auch hier die meisten Spiele und Hersteller tummeln, um selbst ein Stück von dem großen Kuchen abzubekommen. Allerdings müssen sich alle Studios und Publisher hinten anstellen, wenn Activisions Flaggschiff Call of Duty veröffentlicht wird und einen Verkaufsrekord nach dem anderen bricht. Zum Release des neuesten Teils der Serie, Black Ops 2, hat sich PC Games Hardware einmal die Geschichte der Shooter-Reihe genauer angeschaut und versucht, einen Grund für den anhaltenden Erfolg von Call of Duty zu finden.
Titel: Call of Duty 5 World at War
Entwickler: Treyarch
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Ego-Shooter
Call of Duty 5 World at War (2008)
Viele Action-Fans schauten sich verdutzt an, als Treyarch ein Jahr nach dem Release von Modern Warfare einen Shooter im zweiten Weltkrieg ankündigte. Für viele war der neue Teil ein Rückschritt in der Entwicklung der Serie, immerhin hatte man schon vor einem Jahr das neue Setting entdeckt und damit Erfolg gehabt, wieso also nun zurück gehen? Aber auch wenn das Setting von Call of Duty 5 World at War an ältere Teile erinnerte, orientierte sich das Gameplay des Titels eindeutig an Modern Warfare. Eine mehr oder weniger spannende Kampagne, dieses Mal dürfen Sie den Krieg im Pazifik nacherleben, dient nur als kleiner Vorgeschmack auf den Multiplayer-Modus.
Dieser liefert in etwa die gleichen Features wie schon Infinity Wards Titel und sorgt für ordentlich Action auf den virtuellen Schlachtfeldern. Dazu führte World at War erstmals den Zombie-Modus ein, der sowohl in Black Ops, als auch in abgeänderter Form in Modern Warfare 3 wieder zu finden ist. Neben der schicken neuen Grafik, die vor allem bei Explosionen und Feueranimation überzeugen konnte, stach World at War mit einem ziemlich hohen Grad an Gewalt hervor. So mussten Sie Kriegsgefangene umbringen, mit dem Bajonett im Nahkampf Soldaten erstechen und mit dem Flammenwerfer virtuelle Gegner anzünden. Der Titel sorgte durch solche Szenen für eine erneute Diskussion über Gewalt in Videospielen vor allem hierzulande. Den Verkäufen hat diese Diskussion aber nicht geschadet, immerhin ging World at War solide 16,18 Millionen Mal über die Ladentheke.
Titel: Call of Duty Modern Warfare 2
Entwickler: Infinity Ward
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Ego-Shooter
Quelle: PC Games Hardware
Call of Duty Modern Warfare 2 (2009)
Nach dem bahnbrechenden Erfolg von Modern Warfare war jedem Videospiel-Fan klar, dass der nächste Titel von Infinity Ward eine direkte Fortsetzung des Shooter-Highlights werden würde. Mit Modern Warfare 2 lieferte Infinity Ward auch genau das ab, verbesserte nur im Detail Multiplayer und Gameplay und lieferte dazu eine frische Kampagne. Grafisch setzte der Titel zwar auf die neue IW Engine 4.0, konnte aber im Vergleich zu seinem Vorgänger nur wenige neue Glanzpunkte setzen. Auch in Sachen Story verschlechterte sich Modern Warfare zusehends: War schon die Geschichte des ersten Teils nicht gerade spannend, wirkte die Story rund um Captain Price, Soap, General Shepherd und Makarov nur wie ein Vorwand, um den Spieler an möglichst viele und ausgefallene Orte zu schicken und ihn dort in ein Actionfeuerwerk zu stürzen.
Langsam aber sicher machte sich Ernüchterung unter den Spielern breit, denn das mit Modern Warfare neu eingeführte Spielsystem der linearen, geskripteten aber actionreichen Levels wirkte nicht mehr Zeitgemäß. Open-World-Shooter mit Entscheidungsfreiheiten krempelten den Markt schon längst um, weshalb Modern Warfare 2 wie ein Relikt aus einer älteren Zeit wirkte. Aber bei aller berechtigter Kritik muss man auch dem sechsten Teil der Call of Duty-Reihe attestieren, dass Infinity Ward einfach weiß wie man pompöse Action inszeniert, dem Fan eine gute Ladung Popcorn-Kino in Spielformat präsentiert und ihn so einige Stunden vor dem Bildschirm fesselt. Auch Modern Warfare 2 strotzte nur so vor ikonischen Szenen wie der Flughafen-Mission, dem Tod von Ghost oder dem Endkampf mit General Shepherd.
Quelle: PC Games Hardware
Call of Duty Modern Warfare 2 (2009)
Auch der Multiplayer-Modus erfuhr einige Neuerungen, allen voran die freischaltbaren Kill-Streaks, die nun auf den individuellen Spielstil angepasst werden konnten. Dazu war es nun möglich noch mehr Gadgets zu entdecken oder verschiedene Herausforderungen abzuschließen. Der Online-Modus sorgte immer noch für zahlreiche Stunden vor den Bildschirmen und garantierte auch in Modern Warfare 2 für eine ordentliche Unterhaltung. PC-Spieler mussten aber mit der neuen IWNET-Technik leben, die das geliebte Server-gegen das Matchmaking-System tauschte und bei allen Computer-Fans für reichlich Ärger sorgte. Durch eine noch nie dargewesene Marketing-Kampagne und die starken Verkaufszahlen von 23,69 Millionen Exemplaren bekam Modern Warfare 2 auch in anderen Medien eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt und wurde zusammen mit Halo zu einem der Aushängeschilder der Videospielbranche.
Titel: Call of Duty Black Ops
Entwickler: Treyarch
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Ego-Shooter
Quelle: PC Games Hardware
Call of Duty Black Ops (2010)
Quelle: PC Games Hardware
Call of Duty Black Ops (2010)
Erst im Jahr 2010 wagte auch Treyarch den Sprung weg vom zweiten Weltkrieg und hin zu einem mehr oder weniger aktuellen Setting. In Call of Duty Black Ops kämpfen Sie nämlich als Mitglied einer Spezialeinheit in den 60er Jahren und decken dort eine Verschwörung inklusive Story-Twist auf. Die Geschichte von Black Ops war solide, wenn auch etwas unspannend inszeniert und hangelte sich geschickt an historischen Personen oder Ereignissen entlang. Das Gameplay von Black Ops orientierte sich stark an seinen Vorgängern und bot außer dem frischen Setting kaum Neuerungen.
Auch deshalb wurden die kritischen Stimmen gegen die Call of Duty-Serie immer lauter, zumal Treyarch traditionell für die etwas schwächeren Teile der Reihe stand. Da half es natürlich nicht, dass sich Black Ops auch grafisch kaum von seinen Vorgängern unterschied und das Gefühl einer Stagnation der Call of Duty-Reihe vermittelte. Dennoch konnte der Sprung in die 60er durch seine pompöse Inszenierung überzeugen und brach alle Verkaufsrekorde: Call of Duty Black Ops ging gut 28 Millionen Mal über die Ladentheke und sorgte für glückliche Gesicher bei Treyarch und Activision.
Der Multiplayer-Modus wurde im Vergleich zu seinen Vorgängern kaum verändert, lediglich das neue Münzen-System sorgte für ein Gefühl der Innovation. Der Zombie-Modus wurde hingegen ordentlich aufgebohrt und erfreute sich im Koop-Modus höchster Beliebtheit. PC-Spieler konnten sich dazu auf die Rückkehr des Server-Systems freuen, allerdings konnten nicht alle Maps von Black Ops überzeugen und das Spawn-System sorgte immer wieder für Frustmomente. Aber alleine die actionreiche Map Nuketown dürfte wohl den meisten Black-Ops-Spielern in freudiger Erinnerung bleiben.
Titel: Call of Duty Modern Warfare 3
Entwickler: Infinity Ward, Sledgehammer Games
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Ego-Shooter
Quelle: game.watch.impress.co.jp
Call of Duty: Modern Warfare 3 (2011)
Quelle: game.watch.impress.co.jp
Call of Duty: Modern Warfare 3 (2011)
Mit Modern Warfare 3 wollte Infinity Ward einen neuen Maßstab in der Inszenierung von Action setzen: Größer, lauter, brutaler schienen die Vosätze des Entwicklers gewesen zu sein, als er den achten Teil der Serie produzierte. In der Story von Modern Warfare 3 tobte der dritte Weltkrieg inzwischen auf allen Kontinenten, was natürlich eine hervorragende Ausgangslage war, um alle Metropolen der Welt zu bereisen. So kämpfte sich der Spieler durch die Kriegsgebiete in Paris, New York, London und Hamburg und erlebte so Infinity Wards Interpretation einer Weltreise.
Wie bei allen Teilen der Serie konnte man dem Entwickler in Sachen Inszenierung auch hier wieder keine Vorwürfe machen: Es krachte überall und es gab kaum eine Verschnaufpause für den Spieler. Dazu wurden die geskripteten Szenen immer spektakulärer, so knallt ein Helikopter in ein Hochhaus oder sie müssen durch explodierende und sinkende Schiffe mit ihrem Schlachboot navigieren. Auch an ikonischen Szenen wurde in Modern Warfare 3 nicht gespart, immerhin können sich noch viele Spieler an den Tod von Soap und oder den legendären Abgang von Bösewicht Makarov erinnern. Dieser ganze Pathos kann aber nicht über die spielmechanischen Unzulänglichkeiten von Modern Warfare 3 hinweg täuschen: Wieder sind Sie in linearen Levels gefangen, müssen vorgegebene Ziele erfüllen und haben keinerlei Entscheidungsfreiheit während den Levels. Das da so mancher Spieler zu der verheißungsvollen Konkurrenz Battlefield 3 absprang, war kein Wunder.
Im Multiplayer-Modus gab es einige Neuerungen, die größte ist wohl der neue Überlebensmodus, bei dem Sie Welle um Welle an Feinden überleben müssen und sich dafür neue Waffen und Items leisten können. Auch die im Koop bestreitbaren Einzelmissionen haben einen deutlichen Aufschwung erfahren, während der klassische, kompetitive Modus wenige Veränderungen erlebte. Neue Killstreaks, frische Individualisierungsmöglichkeiten und andere Maps waren das höchste der Gefühle für alle Shooter-Fans. Allerdings benötigt Modern Warfare 3 auch keine Neuerungen im Online-Modus, immerhin macht der schnelle, actionreiche Kampf um Punkte immer noch riesigen Spaß und gehört bis heute zu dem Besten, was Online-Shooter zu bieten haben.
Die Alleinherrschaft über das gesamte Shooter-Genre konnte Call of Duty auch im letzten Jahr weiterhin verteidigen, auch wenn die Konkurrenz mit Battlefield 3 extrem stark war. 29,22 Millionen Exemplare von Modern Warfare 3 konnte Activision verkaufen und stellte mit seinem Erfolg sogar Hollywood-Blockbuster wie Titanic oder Avatar in den Schatten. Gerade der unglaubliche Erfolg der Call of Duty-Reihe zeigt, dass Spiele mittlerweile fest in der Gesellschaft etabliert sind und vor allem wirtschaftlich auf einer Stufe mit anderen erfolgreichen Medien wie Film und Fernsehen stehen.
Titel: Call of Duty Black Ops 2
Entwickler: Treyarch
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Ego-Shooter
Quelle: Activsion
Call of Duty: Black Ops 2 (2012)
Quelle: Activision/Treyarch
Call of Duty: Black Ops 2 (2012)
Während sich Modern Warfare weiterhin verbissen auf aktuelle Kriegsszenarien stürzt, verlässt Black Ops 2 mit den neuesten Titel die 60er und konzentriert sich auf die Zukunft. Genau genommen spielt der kommende Call of Duty-Teil von Treyarch im Jahr 2025, auch wenn immer wieder Rückschauen die Zeitspanne von 1970 bis 1980 beleuchten sollen. Von der Story ist noch nicht so viel bekannt, auch wenn sich Amerika in Black Ops 2 anscheinend mit Russland im Kalten Krieg und mit China in der Moderne herumschlagen muss. Das Zukunfts-Setting verspricht natürlich einige neue Gadgets wie Roboter, Cyberwaffen oder unbemannte Kampfdrohnen, die einen frischen Wind in die Spiele-Reihe bringen könnten. Dazu soll das neue Feature der Strike Force Missions den Spieler sogar vor schwerwiegende Entscheidungen stellen, die den Storyverlauf beeinflussen.
Zwar klingen die neuen Features sehr interessant, es bleibt dennoch fraglich, ob Black Ops 2 eine wirkliche Wende für Call of Duty darstellt. Die gezeigten Trailer und erste Berichte lassen eher darauf schließen, dass die linearen Levels, geskripteten Elemente und der grafische Durchschnitt weiterhin das Bild der Spiele-Reihe prägen. Auch im Multiplayer-Bereich ist von Black Ops 2 wenig Neues zu erwarten, auch wenn der Zombie-Modus anscheinend durch neue Modi und einer völlig eigenen Kampagne einen deutlichen Aufschwung erfahren wird. Verkaufstechnisch wird wohl auch Black Ops 2 wieder neue Rekorde aufstellen, das Interesse an der Serie ist bis heute ungebrochen.
In Sachen Gameplay wird es wohl wieder mehr vom Alten geben, was allerdings Fans einer schnellen, actionreichen und ungebundenen Shooter-Kost gefallen wird. Wie stark sich die neuen Features auswirken werden ist noch ungewiss, das kann erst beim Releasetag von Black Ops 2, dem 13. November 2012 mit Sicherheit gesagt werden. Was erwarten Sie sich von Black Ops 2 und welche Zukunft prognostizieren Sie für die gesamte Spielereihe? Teilen Sie mit uns Ihre Erfahrungen mit Call of Duty und diskutieren Sie über die Entwicklung der Shooter-Serie in den letzten 10 Jahren. Nutzen Sie die Kommentarfunktion, um uns Ihre Meinung zu Call of Duty mitzuteilen.
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Guten Morgen, ja die PC Spieler weinen seit Jahren wegen der stagnierenden Grafik
Irgendie ist die Grafikquali seit 2009 stagniert oder? Muss an den Konsolen liegen.
Ach, dieser beliebte Hater-Ausdruck, welch schöne Bezeichnung.
P.S. Ums dir vlt. etwas "einfacher" erklären zu können: Diese Kritik an CoD betrifft auch alle anderen Modern Military Shooter, wie z. B. den SinglePlayer von BF3, MOH + MOH:WF usw. Mehr interaktive Schießbuden-Filmchen ohne Seele als ein Spiel.
Und warum ist die Bild die meistverkaufte Zeitung? Weil sie unterhält, genauso wie CoD. Und man kann von Teil 1 - MW1 durchaus behaupten, das es einer der besten, wenn nicht sogar die Beste Shooter-Reihe bis dato war. Und auch danach unterhalten die Skripte die Leute sehr. Patriotismus gehört genauso dahin wie in amerikanischen Filmen. Und warum sollte ein CoD-Spieler ein "geneigter Möchtegernwaffenbesitzer" sein? Sorry, das ist total nonsense, genauso wie der Vergleich, aber das ist Geschmackssache.
Jedenfalls kommt Erfolg nicht von irgendwoher und es würde doch reichen wenn du es einfach nicht kaufst, stattdessen kaufst du selbst überteuerte und immer wieder durchgekaute Themen und Gameplay-Elemente und beschwerst dich da vllt nicht so lautstark. Nüchtern betrachtet könnte man sagen, du bist ein CoD-Hater.
Achso und sag mal welche Namen da fallen müssten, die mehr als 4 Teile rausgebracht haben und nur Ansatzweise so einen Erfolg haben.
Paah, Shooterkönig, Shooterkönig, da müssten ganz andere Namen fallen als diese Aneinanderreihung von Scripts, hohlem Hurra-Patriotismus, Waffen- und Kriegsfetischismus für den geneigten Möchtegernwaffenbesitzer und Gameplay für die Tonne. Es zählt immer noch die Qualität des Produkts, nicht die Anzahl der Lemminge, die in den Tod stürzen würden um wieder den neuesten Call of Doofness-Teil fürn überteuerten Preis zu kaufen, zur Not auch um Mitternacht.