Die Anfänge der Shooter-Serie: Call of Duty von 2003-2007

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Kein Genre in der Videospielbranche wirft derzeit so viel Gewinn ab und erhält so viel Aufmerksamkeit wie die Ego-Shooter. Deshalb ist es kein Wunder, dass sich auch hier die meisten Spiele und Hersteller tummeln, um selbst ein Stück von dem großen Kuchen abzubekommen. Allerdings müssen sich alle Studios und Publisher hinten anstellen, wenn Activisions Flaggschiff Call of Duty veröffentlicht wird und einen Verkaufsrekord nach dem anderen bricht. Zum Release des neuesten Teils der Serie, Black Ops 2, hat sich PC Games Hardware einmal die Geschichte der Shooter-Reihe genauer angeschaut und versucht, einen Grund für den anhaltenden Erfolg von Call of Duty zu finden.

Titel: Call of Duty
Entwickler: Infinity Ward
Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Ego-Shooter
Call of Duty (2003) Call of Duty (2003)
Gleich nach der Trennung von Medal of Honor und Electronic Arts im Jahr 2002 war den Gründungsmitgliedern von Infinity Ward klar, dass sie ihrem ehemaligen Arbeitgeber eine schwere Zeit machen wollten. Nur ein Jahr nach der Studiogründung wurde nämlich schon der erste Teil von Call of Duty veröffentlicht, ein direktes Konkurrenzprodukt zu Medal of Honor. Der Shooter nutzte wie EAs Klassiker den zweiten Weltkrieg als Setting und setzte auf brachiale Action, um sein Publikum zu unterhalten. Call of Duty kopierte allerdings nicht nur von seinem großen Bruder, sondern entwickelte völlig neue Spielinhalte und Features.

Die wohl größte Neuerung stellt die verbündete KI dar, die nicht nur zur Dekoration dient, sondern den Spieler aktiv im Kampfgeschehen unterstützt. So helfen die Kollegen feindliche Soldaten zu töten oder geben Feuerschutz wenn der Spieler die Position wechselt. Dadurch entstand eine unglaublich dichte und realistische Atmosphäre und das tolle Mittendrin-Gefühl, das den ersten Call-of-Duty-Teil so erfolgreich machte. Weitere neue Features waren beispielsweise das Unterdrückungsfeuer für feindliche Soldaten oder die Verwirrungen nach einer in der Nähe explodierten Granate. Auch technisch konnte der PC-exklusive Shooter glänzen, so zauberte die id Tech 3-Engine ein ordentliches Actionfeuerwerk auf die Bildschirme der Fans und konnte vor allem durch etwas weitläufigere Levels punkten.

Bei diesen ganzen Neuerungen war es kein Wunder, dass sich Call of Duty sofort zu einem echten Hit mauserte. Der Shooter räumte mehrmals den Titel "Game of the Year" ab und setzte ein erstes Ausrufezeichen in Richtung Medal of Honor. Auch die Bosse von Activision schienen schon damals den richtigen Riecher gehabt zu haben: Nach anfänglicher finanzieller Unterstützung kaufte der Publisher nach dem Release von Call of Duty die restlichen Anteile an Infinity Ward.

Titel: Call of Duty 2
Entwickler: Infinity Ward
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Ego-Shooter

Call of Duty 2 (2005) Call of Duty 2 (2005) Call of Duty 2 war ein typischer "zweiter" Teil einer Spiele-Serie: Eigentlich bot der Shooter wenig Neues oder Innovatives, dafür wurde das Gameplay ausgefeilter, neue Spielmodi hinzugefügt und die Schlachten in einem komplett neuen Grafikgewand verpackt. Für Call of Duty 2 verwendete Infinity Ward nämlich die hauseigene IW Engine 2.0, eine modifizierte Version der id Tech 3-Engine. Der neue Grafikmotor trieb den Shooter zu Höchstleistungen an und sorgte dafür, dass Call of Duty 2 eines der schönsten Spiele im Jahr 2005 war.

Schon der zweite Teil der Serie war nicht mehr PC-exklusiv, immerhin wurde Call of Duty 2 als Launch-Titel der in diesem Jahr erschienenen Xbox 360 angeboten. Auch in Sachen Gameplay veränderte sich einiges beim neuen Shooter von Infinity Ward, auch wenn die Grundprinzipien gleich blieben: Als Soldat im zweiten Weltkrieg müssen Sie feindliche Stellungen säubern, Artillerie zerstören oder wichtige Gebiete einnehmen. Call of Duty 2 liefert Ihnen gleich drei Kampagnen mit insgesamt 27 Missionen, die Sie nach Moskow, Stalingrad, Nordafrika und Frankreich entführen. Ein Cameo feiert zudem Captain Price, der vor allem in späteren Call-of-Duty-Teilen zu einer zentralen Figur der Handlung werden sollte.

Auch wenn die Neuerungen in Call of Duty 2 marginal waren, so sollten sie dennoch die zukünftige Richtung des Shooters bestimmen: Der Spieler verfügte nicht länger über einen Gesundheitsbalken, Infinity Ward hat sich nämlich das Rgenerationsprinzip von Halo zu eigen gemacht und auf Call of Duty 2 übertragen. Außerdem fallen die Missionen im zweiten Teil deutlich spektakulärer aus und bieten immer wieder kleine Passagen, in denen der Spieler aus der Ego-Shooter-Mechanik herausgerissen wird. So müssen Sie beispielsweise einen Panzer fahren, Geschütze bedienen oder Artillerie koordinieren. Der anhaltende Erfolg von Call of Duty 2 ist auch dem Multiplayer-Part zu verdanken, der mit neuen Spielmodi, unzähligen Waffen und sogar einem Map-Editor auftrumpfen konnte.

Titel: Call of Duty 3
Entwickler: Treyarch
Erscheinungsjahr: 2006
Genre: Ego-Shooter

Call of Duty 3 (2006) Call of Duty 3 (2006) Im Jahr 2006 erfuhr Call of Duty einige Änderungen, die für die Zukunft der Spiele-Serie entscheidend werden sollten. Call of Duty 3 läutete den Einjahresrelease der Spiele-Reihe ein, dazu zeichnete sich erstmals das Studio Treyarch für die Entwicklung des Titels verantwortlich. Eine weitere Neuerung war die Konzentration auf Konsolen, denn Call of Duty 3 erschien exklusiv für Playstation 3, Wii und Xbox 360. Zwar veröffentlichte Activision mit Call of Duty Finest Hour (2004) und Call of Duty 2 Big Red One (2005) schon vorher konsolenexklusive Titel, aber Call of Duty 3 war der erste vollwertige Titel der Serie, der seine PC-Wurzeln vergaß.

Technisch veränderte sich beinahe nichts im Gegensatz zu den älteren Teilen der Serie, auch in Sachen Gameplay gab es kaum Neuerungen. Erstmals bot Call of Duty 3 aber eine zusammenhängende Kampagne, die zwar aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wurde, dafür aber auf ein gemeinsames Ziel hinaus lief. Allerdings konzentrierte man sich bei Treyarch stärker auf den Multiplayer-Modus, der im Vergleich zu Call of Duty 2 deutlich ausgebaut wurde.

So konnten Spieler nun Ranked Matches abschließen, schon die ersten Punkte sammeln und Achievements frei schalten. Dazu stieg die maximale Spielerzahl pro Map auf ordentliche 24 Teilnehmer. Eine weitere Neuerung erblickte erstmals in Call of Duty 3 das Licht der Welt: Der Shooter bot seinen Fans nämlich drei Mappacks in Form von DLCs an: eine Verkaufstaktik, die Call of Duty bis heute kennzeichnet.

Titel: Call of Duty 4 Modern Warfare
Entwickler: Infinity Ward
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Ego-Shooter

Call of Duty 4: Modern Warfare (2007) Quelle: Activision Call of Duty 4: Modern Warfare (2007) Während die ersten drei Teile der Serie vor allem Achtungserfolge für Infinity Ward und Activision darstellten, startete die Serie Call of Duty erst mit Modern Warfare so richtig durch. Die Entwickler haben anscheinend die Zeichen der Zeit erkannt und schwenkten schon im Jahr 2007 vom inzwischen ausgelutschten Setting des 2. Weltkrieges um auf die moderne Zeit. Gegner waren nicht mehr die Deutschen, sondern Russen und Terroristen, die Bedrohung war kein globaler Krieg mehr, sondern Anschläge und Atombomben.

Mit dem frischen Setting traf Infinity Ward den Nerv der Zeit und feierte unfassbare Erfolge: Auf allen Plattformen verkaufte sich der Titel starke 16,97 Millionen Mal und brach damit so manchen Verkaufsrekord in der Spielebranche. Grund dafür waren vor allem das neue Setting und der frische Multiplayer, auch wenn selbst die Kampagne von Modern Warfare einige starke Momente verbuchen konnte. Unvergesslich dürfte die Atombomben-Explosion aus der Sicht eines Soldaten sein oder die unglaublich intensive Schleichmission im Herzen von Pripyat zusammen mit Captain Price. Technisch konnte Modern Warfare vor allem in Sachen Lichteffekte, Wasser- und Explosionsanimation und Phyisk-Engine überzeugen. Die neue IW Engine 3.0 zauberte eine solide Grafik auf die Bildschirme der Action-Fans.

Das Herzstück des Shooters war allerdings ohne Zweifel der Multiplayer-Modus, der erstmals die Kill-Streaks, komplett auflevelbare Waffen und das neuartige Belohnungssystem einführte. Die Spielmodi und Maps waren perfekt ausbalanciert und ließen Modern Warfare zu dem neuen Online-Shooter der Gaming-Welt heran reifen. Seit der Veröffentlichung des Titels im Jahre 2007 schwärmen alle Action-Fans von diesem ausgereiften und gut durchdachten Shooter, der nicht umsonst weltweit Awards als bestes Spiel abräumte. Alle nachfolgenden Titel, auch die Teile der Call of Duty-Serie, orientierten sich in ihrem Aufbau und ihrem Multiplayer-Konzept an Modern Warfare. Der durchschlagende Erfolg des vierten Call of Duty-Teils aber markierte einen Wendepunkt im Ego-Shooter-Genre. Die Marke von Infinity Ward und Activision ergriff immer mehr die Alleinherrschaft über dieses Gebiet der Videospiele und ließ im Laufe der Zeit nur wenige Konkurrenten überhaupt in die Nähe seines Thrones.

Bildergalerie: Call of Duty: Black Ops
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  1. Seite 1 Von Call of Duty, über Modern Warfare bis Black Ops - Der Shooter-König im Wandel der Zeit
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  3. Seite 3 Die erfolgreichsten Jahre der Shooter-Serie: Call of Duty von 2008-2012
    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ryzen1 Volt-Modder(in)
        AW: Zum Release von Black Ops 2: Von Call of Duty, über Modern Warfare bis Black Ops - Der Shooter-König im Wandel der Zeit

        Zitat von xDave78
        Irgendie ist die Grafikquali seit 2009 stagniert oder? Muss an den Konsolen liegen.

        Guten Morgen, ja die PC Spieler weinen seit Jahren wegen der stagnierenden Grafik
      • Von ryzen1 Volt-Modder(in)
        AW: Zum Release von Black Ops 2: Von Call of Duty, über Modern Warfare bis Black Ops - Der Shooter-König im Wandel der Zeit

        Zitat von xDave78
        Irgendie ist die Grafikquali seit 2009 stagniert oder? Muss an den Konsolen liegen.

        Guten Morgen, ja die PC Spieler weinen seit Jahren wegen der stagnierenden Grafik
      • Von xDave78 Software-Overclocker(in)
        AW: Zum Release von Black Ops 2: Von Call of Duty, über Modern Warfare bis Black Ops - Der Shooter-König im Wandel der Zeit

        Irgendie ist die Grafikquali seit 2009 stagniert oder? Muss an den Konsolen liegen.
      • Von beren2707 Lötkolbengott/-göttin
        AW: Zum Release von Black Ops 2: Von Call of Duty, über Modern Warfare bis Black Ops - Der Shooter-König im Wandel der Zeit

        Ach, dieser beliebte Hater-Ausdruck, welch schöne Bezeichnung. Wie wärs damit, dass ich die CoD-Teile einfach allesamt schlecht finde und froh darüber bin, dass der letzte in meinem Besitz MW1 ist (der auch schon eklatante Mängel hatte, wenn man es denn gemerkt hat)? Wie gesagt, es geht nicht um Erfolg (es geht also nur um Unterhaltung? Weder die Bild noch CoD unterhalten mich auch nur ein bisschen!), es geht um die Qualität eines Spiels, nicht den hohlen BummBumm-Moorhuhn-Ein-Mann-Armee-Faktor. Da müssten Namen fallen wie die HL-Serie (inkl. Black Mesa), die Crysis Serie (ausdrücklich inklusive Teil 2), die Quake-Serie, Unreal (nur der erste Teil), UT-Serie, CS, Doom-Serie, FEAR 1, L4D-Serie, Far Cry, Turok 1-2, Battlefield-Serie, NOLF-Serie, Riddick (nur EFBB), Bioshock-Serie etc...das sind mal spontan Namen die mir einfallen, die allesamt mehr bieten als der der nächste CoD-Aufguss (und da fehlen noch die Konsolen-Shooter wie z. B. die Metroid-Serie etc.). Ich kaufe immer wieder durchgekaute Themen? Nö, die anderen CoD-Teile ach MW1 habe ich mir bei Leuten angesehen, die sie gekauft haben und fühlte mich beim Anspielen bestätigt, dass es stetig schlechter, vorhersehbarer und eintöniger wird. Bloß weil Dinge derart runtergebrochen werden, dass sie absolut massentauglich sind (das gilt für CoD, die Bild etc), dass sie sich verkaufen wie geschnitten Brot, heißt das noch lange nicht, dass dieses Produkt sich dann durch besondere Güte. Ganz im Gegenteil.

        P.S. Ums dir vlt. etwas "einfacher" erklären zu können: Diese Kritik an CoD betrifft auch alle anderen Modern Military Shooter, wie z. B. den SinglePlayer von BF3, MOH + MOH:WF usw. Mehr interaktive Schießbuden-Filmchen ohne Seele als ein Spiel.
      • Von oldsql.Triso Volt-Modder(in)
        AW: Zum Release von Black Ops 2: Von Call of Duty, über Modern Warfare bis Black Ops - Der Shooter-König im Wandel der Zeit

        Zitat von beren2707
        Paah, Shooterkönig, Shooterkönig, da müssten ganz andere Namen fallen als diese Aneinanderreihung von Scripts, hohlem Hurra-Patriotismus, Waffen- und Kriegsfetischismus für den geneigten Möchtegernwaffenbesitzer und Gameplay für die Tonne. Es zählt immer noch die Qualität des Produkts, nicht die Anzahl der Lemminge, die in den Tod stürzen würden um wieder den neuesten Call of Doofness-Teil fürn überteuerten Preis zu kaufen, zur Not auch um Mitternacht. Mal ganz ehrlich, die Bild "Zeitung" ist auch die meistverkaufte und meistgelesene Zeitung Deutschlands. Ist die deshalb der "Zeitungskönig"? Oder ist die ComputerBild der "König der Computerzeitschriften"? Ich denke eher nicht...

        Und warum ist die Bild die meistverkaufte Zeitung? Weil sie unterhält, genauso wie CoD. Und man kann von Teil 1 - MW1 durchaus behaupten, das es einer der besten, wenn nicht sogar die Beste Shooter-Reihe bis dato war. Und auch danach unterhalten die Skripte die Leute sehr. Patriotismus gehört genauso dahin wie in amerikanischen Filmen. Und warum sollte ein CoD-Spieler ein "geneigter Möchtegernwaffenbesitzer" sein? Sorry, das ist total nonsense, genauso wie der Vergleich, aber das ist Geschmackssache.
        Jedenfalls kommt Erfolg nicht von irgendwoher und es würde doch reichen wenn du es einfach nicht kaufst, stattdessen kaufst du selbst überteuerte und immer wieder durchgekaute Themen und Gameplay-Elemente und beschwerst dich da vllt nicht so lautstark. Nüchtern betrachtet könnte man sagen, du bist ein CoD-Hater.
        Achso und sag mal welche Namen da fallen müssten, die mehr als 4 Teile rausgebracht haben und nur Ansatzweise so einen Erfolg haben.
      • Von beren2707 Lötkolbengott/-göttin
        AW: Zum Release von Black Ops 2: Von Call of Duty, über Modern Warfare bis Black Ops - Der Shooter-König im Wandel der Zeit

        Paah, Shooterkönig, Shooterkönig, da müssten ganz andere Namen fallen als diese Aneinanderreihung von Scripts, hohlem Hurra-Patriotismus, Waffen- und Kriegsfetischismus für den geneigten Möchtegernwaffenbesitzer und Gameplay für die Tonne. Es zählt immer noch die Qualität des Produkts, nicht die Anzahl der Lemminge, die in den Tod stürzen würden um wieder den neuesten Call of Doofness-Teil fürn überteuerten Preis zu kaufen, zur Not auch um Mitternacht. Mal ganz ehrlich, die Bild "Zeitung" ist auch die meistverkaufte und meistgelesene Zeitung Deutschlands. Ist die deshalb der "Zeitungskönig"? Oder ist die ComputerBild der "König der Computerzeitschriften"? Ich denke eher nicht...
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