Kratzer im CPU-Heatspreader: der8auer misst die Temperaturunterschiede

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Kratzer im CPU-Heatspreader: der8auer misst die Temperaturunterschiede (2)
Quelle: Roman "der8auer" Hartung

Heatspreader dienen als Wärmebrücke zwischen dem Prozessor und dem CPU-Kühler. Doch was passiert mit den Temperaturen, wenn eine Unachtsamkeit in einem Kratzer oder gar mehrere auf dem Kupfer resultiert? Roman "der8auer" Hartung hat einen Heatspreader mit 40er- bis 1.200er-Schleifpapier bearbeitet und die Temperaturentwicklung dokumentiert.

Auf Prozessoren sitzen Heatspreader, die aus Kupfer gefertigt und vernickelt werden. Sie haben im Wesentlichen drei Funktionieren: Sie schützen den Siliziumchip vor mechanischen Auswirkungen, stabilisieren das Package und vergrößern die Auflagefläche für den CPU-Kühler. Je besser der Kontakt ausfällt, desto besser lässt sich der Prozessor kühlen. Da Kupferoberflächen niemals 100-prozentig eben sind, kommt Wärmeleitpaste zum Ausgleich von Unebenheiten zum Einsatz.

Findet man einen oder mehrere Kratzer im Heatspreader oder auch in der Bodenplatte des CPU-Kühlers vor, sorgt das bei den meisten Nutzern erst einmal für Ärger. Inwiefern dieser berechtigt ist, hat sich Roman "der8auer" Hartung angesehen. Er hat zum Testen einen Core i9-7920X herangezogen - ungeköpft, weil sich Flüssigmetall unter dem Heatspreader beim Aus- und Einbau umverteilen könnte, was die Ergebnisse beeinflussen würde.

Temperaturentwicklung von CPU mit geschliffenem Heatspreader

Mit einer Custom-Wasserkühlung samt 360-mm-Radiator erreicht der Core i9-7920X ab Werk, also unverändert, eine Durchschnittstemperatur von 84,3 Grad Celsius unter Volllast mittels Prime 95. Der kühlste Kern erreicht 77, der heißeste 91 °C. Mit 40er-Schleifpapier lagen die Temperaturen bei 81/86,2/93 °C. Die Körnung ist so grob, dass sie tiefe Furchen in dem Kupfer hinterlässt. Zuschauer müssen an dieser Stelle allerdings beachten, dass der8auer den Heatspreader plan geschliffen hat - ab Werk gibt es immer kleine Verformungen, welche den Kontakt verschlechtern. Aus diesem Grund lassen sich die Ergebnisse mit dem 40er-Schleifpapier besser mit jenen des 1.200ers vergleichen. Der heißeste Kern bleibt dort fünf Grad Celsius kühler. Die durchschnittliche Temperatur sinkt um gut 4 °C. Der kühlste Kern erreicht 74 statt 81 °C. Das entspricht einer Differenz von maximal 7 °C.
Kratzer im CPU-Heatspreader: der8auer misst die Temperaturunterschiede (1) Quelle: Roman "der8auer" Hartung Kratzer im CPU-Heatspreader: der8auer misst die Temperaturunterschiede (1) Unterm Strich machen Kratzer auf einem Heatspreader oder Kühlerboden weniger aus, als man annehmen könnte. Das Messergebnis mit dem 40er-Schleifpapier stellt wohlgemerkt einen Extremfall dar, bei dem die komplette Oberfläche zerkratzt ist. Prime 95 erzeugt eine CPU-Last, an die kaum ein Spiel herankommt. Bei einem einzelnen Kratzer dürfte es im Spielebetrieb kaum einen Einfluss geben.

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    • Kommentare (40)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Deathmachine
        Die "normale" Nivea besteht neben Wasser hauptsächlich aus Paraffin - das wird nicht ranzig
        Höchstens das Wasser könnte sich auf Dauer abtrennen durch den Zerfall der Emulgatoren.
        Deswegen würde ich (wenn ich wirklich auf Hausmittel zurückgreifen müsste) direkt zu etwas Teelicht-Wachs greifen - hat man meist da und besteht komplett aus Paraffin, ohne irgendwelche anderen Stoffe, die auf Dauer kaputt gehen oder verdampfen könnten.
        Paraffin nicht, aber ich glaube es ist auch einiges an Glycerin, Sterinen und Fettestern enthalten. Kerzenwachs würde dieses Problem tatsächlich umgehen, ich hatte in meinem Test stattdessen Feinmechanik-Öl dabei – als schlechtesten Teilnehmer, wenn man von "nichts" absieht. Vermutlich basiert die Wärmeleitfähigkeit der meistgenannten Alternativprodukte auf deren Wasseranteil, jedenfalls zeichnet sich in den Testergebenissen eine auffällige Korrelation ab.

        Zitat von Mahoy
        Ich dachte da eher an Öloxidation und die dadurch entstehende Versäuerung.
        Das wäre bei organischen Ölen ein Aspekt. Allerdings glaube ich nicht, dass man mit den winzigen Mengen in einer Wärmeleitschicht hinreichend Material anlösen kann, um eine Vernickelung zu zerstören. Und dicken Kupferteilen ganz zu schweigen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Deathmachine
        Die "normale" Nivea besteht neben Wasser hauptsächlich aus Paraffin - das wird nicht ranzig
        Höchstens das Wasser könnte sich auf Dauer abtrennen durch den Zerfall der Emulgatoren.
        Deswegen würde ich (wenn ich wirklich auf Hausmittel zurückgreifen müsste) direkt zu etwas Teelicht-Wachs greifen - hat man meist da und besteht komplett aus Paraffin, ohne irgendwelche anderen Stoffe, die auf Dauer kaputt gehen oder verdampfen könnten.
        Paraffin nicht, aber ich glaube es ist auch einiges an Glycerin, Sterinen und Fettestern enthalten. Kerzenwachs würde dieses Problem tatsächlich umgehen, ich hatte in meinem Test stattdessen Feinmechanik-Öl dabei – als schlechtesten Teilnehmer, wenn man von "nichts" absieht. Vermutlich basiert die Wärmeleitfähigkeit der meistgenannten Alternativprodukte auf deren Wasseranteil, jedenfalls zeichnet sich in den Testergebenissen eine auffällige Korrelation ab.

        Zitat von Mahoy
        Ich dachte da eher an Öloxidation und die dadurch entstehende Versäuerung.
        Das wäre bei organischen Ölen ein Aspekt. Allerdings glaube ich nicht, dass man mit den winzigen Mengen in einer Wärmeleitschicht hinreichend Material anlösen kann, um eine Vernickelung zu zerstören. Und dicken Kupferteilen ganz zu schweigen.
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Öle und Fette vertragen sich normalerweise sehr gut mit Metallen, da hätte ich beim Einsatz von Nivea wenig bedenken, obwohl die Suspension sich in ihre Bestandteile zersetzt.
        Ich dachte da eher an Öloxidation und die dadurch entstehende Versäuerung.
      • Von Deathmachine Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        hätte ich beim Einsatz von Nivea wenig bedenken, obwohl die Suspension sich in ihre Bestandteile zersetzt. Schlimmstenfalls wird sie ranzig, aber hier dürften Kupfer, Nickel und geringer Wasseranteil eigentlich konservierend wirken.
        Die "normale" Nivea besteht neben Wasser hauptsächlich aus Paraffin - das wird nicht ranzig
        Höchstens das Wasser könnte sich auf Dauer abtrennen durch den Zerfall der Emulgatoren.
        Deswegen würde ich (wenn ich wirklich auf Hausmittel zurückgreifen müsste) direkt zu etwas Teelicht-Wachs greifen - hat man meist da und besteht komplett aus Paraffin, ohne irgendwelche anderen Stoffe, die auf Dauer kaputt gehen oder verdampfen könnten.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Mensch, Mensch, Mensch. Wurde doch alles in besagter 06/12 getestet.
        Sagen wir mal so - im Vergleich zu der ziemlich kleinen Bevölkerungsgruppe die mit der Print ihr Geld verdient habe ich nicht alle Ausgaben/Tests/Werte greifbar (egal ob digital, in Papierform oder als Information in meinem Eiweißhaufen), aber ich danke herzlich fürs raussuchen der Zahlen.

        Zitat von PCGH_Torsten
        (Wiederum: Nachlesbar in 06/2012. Ich muss Thilo wohl dazu überreden, auch sieben Jahre alte Artikel als "Plus" zu bringen, damit ich sie verlinken kann. )
        Dafür!
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Narbennarr
        Igor hatte 2017 auch nochmal mit Zahnpaste getestet, war ca 9K schlechter als die schlechteste WLP. Interessant wäre noch eine Messung ganz ohne gewesen
        Zitat von Incredible Alk
        Also wenn du mich fragst sind 8K Unterschied zwischen guter WLP und Ketchup nur "wenige Grad". Ich meine für 99% der User ists völlig egal ob ihre CPU 10 Grad wärmer oder kälter ist. Das einzige Problem an Ketchup ist die Langzeiteignung.

        Es ging nur darum zu sagen, dass, sobald der Lusftspalt weg ist, es ziemlich egal ist was da genau für ne Pampe dazwischen steckt. Ich weiß nicht wie viel K Unterscheid es hat zu "gar keine WLP" aber ich denke das sind dann doch bedeutend mehr als "wenige Grad"...
        Mensch, Mensch, Mensch. Wurde doch alles in besagter 06/12 getestet.
        "Luft" hat den Test mit großem Abstand verloren. Bei 8 Threads Prime95 auf einem i7-920 @1,35 V* lag Flüssigmetall bei 66 °C, Ketchup bei 75 °C und Luft nach kurzer Zeit bei 100 °C/Throtteling. Mit nur zwei Threads und entsprechend geringer Wärmeentwicklung verbesserte sich der Ketchup auf 56 °C und Luft lag bei 85 °C.

        *: Leider existieren keine Aufzeichnungen zum Stromverbrauch, aber die Heizleistung dürfte mit heutigen Prozessoren vergleichbar gewesen sein. Nix "10 Jahre", "leicht zu kühlen" und alte Wärmeleitpasten zum Vergleich. Arctic MX-2, MX-4, Coolaboratory Pro/Ultra + Phyoby LM – das sind bis heute empfohlene Produkte. Nur Spreewaldrabe Tomaten Ketchup hat sich nicht durchgesetzt. (Sehr zu meinem Leidwesen, denn in Fürth habe ich bis heute weder einen Händler noch eine gleichwertige Alternative für die andern Ketchup-Einsatzgebiete gefunden. Laut EKWB-Handbuch beispielsweise Reinigung von Wasserkühlern. )

        Zitat von Mahoy
        Gegen den kurzfristigen Einsatz spricht ja auch nichts. Bei längerem Gebrauch würde ich mir Sorgen machen, weil diverse Salze, Säuren und Öle in besagten Produkten (insbesondere bei Wärmezufuhr vom Prozzi) von Haus aus eher nicht so gut mit Kupfer, Nickel und Stahl harmonieren. Oder zu gut harmonieren, je nach Sichtweise.
        Öle und Fette vertragen sich normalerweise sehr gut mit Metallen, da hätte ich beim Einsatz von Nivea wenig bedenken, obwohl die Suspension sich in ihre Bestandteile zersetzt. Schlimmstenfalls wird sie ranzig, aber hier dürften Kupfer, Nickel und geringer Wasseranteil eigentlich konservierend wirken. Bei Ketchup & Co wiederum hast du lange vorher ein anderes Problem: Wasser verdunstet und Zucker karamelisiert. Das macht sich schon nach 15 Test-Minuten bemerkbar.
        (Wiederum: Nachlesbar in 06/2012. Ich muss Thilo wohl dazu überreden, auch sieben Jahre alte Artikel als "Plus" zu bringen, damit ich sie verlinken kann. )

        Zitat von micha34
        So ein Silizium Die hat die Eigenschaft,ein dünnes Plättchen zu sein. Dieses lediglich von einer Seite zu Kühlen,scheint suboptimal.
        Würde man das Die von beiden Seiten kühlbar machen,z.B zwischen 2 entsprecheden Metallplatten und die Bondings seitlich anbringen,wäre die vorhandene Kühlfläche schon verdoppelt.
        Ich habe allerdings noch nie davon gehört,das Hersteller mal diesbezüglich rumexperimentiert haben.
        Aber wenn die Dies ja schrumpfen müssen um die Gewinnmarge hochzubringen dann sind Designverbesserungen die etwas Kosten wohl eh nicht gefragt.

        Ich persönlich unterscheide WLP lediglich in leitend und nichtleitend und in schnell und langsam austrocknend.
        Die Temperaturunterschiede sind eh nur gering.
        Oft verwende ich billige WLP auf Silikonbasis aus anderen Halbleiterbereichen,weil diese oft bei mir schon vorhanden ist
        und auch nach 40 jahren Gebrauchsdauer noch Fit wie am ersten Tag sind.Da halten keine PC "Salben"mit.
        Die Kontaktierung moderner CPUs erfordert, wie erwähnt, deren gesamte Oberfläche. Wire-Bonding wurde meiner Erinnerung nach zum Teil noch beim Pentium Pro eingesetzt, möglicherweise aber nur für den Cache. Spätestens seit dem Pentium III Katmai nutzen alle CPUs flächige Verbindungen über Lötkugeln und der Chip kann nur noch auf seiner Rückseite Wärme direkt abgeben. Bei den Slot-CPUs zwischen den beiden genannten Generationen praktizierten Übertakter aber Sandwhich-Kühlungen: Einen Kühlkörper auf die Vorderseite der CPU, direkt auf den Die respektive den Heastspreader, und einen zweiten auf die Rückseite. Da war zwar nur Platine direkt zugänglich, aber PCBs leiten Wärme in Querrichtung gut, sodass man die große Fläche gut nutzen konnte und auch in vertikaler Richtung sind 2 mm PCB kein übermäßig großes Hindernis.
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