Tuning-Tipps: Core 2
Quelle: PCGH
Darfs auch etwas mehr sein? Bessere Spieleleistung, weniger Abwärme, und zusätzliche Funktionen: Core-2-Duo- oder Core-2-Quad-CPUs haben ein enormes Tuning-Potenzial. Die besten Praxistipps finden Sie auf sechs Seiten in der aktuellen Ausgabe 07/2007. Eine Auswahl der wichtigsten Tipps und zusätzliche Infos zum Übertakten und zum Stromsparen haben wir hier bereits zusammengefasst.
Die Rechnung ist einfach: Multiplikator mal FSB-Takt ergibt den Gesamttakt des Prozessors. Der Multiplikator lässt sich bei allen Core-2-Modellen bis auf den Wert sechs senken. Anheben können Sie ihn allerdings nur bei den teuren Extreme Editions. Dementsprechend müssen Sie gewöhnlich den FSB-Takt erhöhen um den Prozessor zu übertakten. Hier kann jedoch das verwendete Mainboard schnell zum limitierenden Faktor werden. So läuft der neue Core 2 Duo E6420 in unseren Test stabil mit bis zu 3.500 MHz. Da der maximale Multiplikator bei acht liegt, müssen Sie allerdings den FSB-Takt von 266 auf 438 MHz anheben (8x 438 = 3.504 MHz) - das macht nicht jedes Mainboard mit.
Um gute FSB-Ergebnisse zu erreichen, müssen Sie meist die Northbridge-Spannung anheben. Im BIOS ist diese als "NB Voltage", "Chipset Voltage" oder "MCH Voltage" gekennzeichnet und verbirgt sich gewöhnlich im individuell benannten Overclocking-Menü. Hierbei sollten Sie allerdings besonders vorsichtig sein: Wenn Sie eine zu hohe Spannung einstellen, erlebt Ihre Platine den nächsten Neustart nicht mehr. Wir empfehlen, die Spannung maximal um 15 Prozent anzuheben. Auch dann steigt die Abwärme an. Zwei Gehäuselüfter sollten Sie ohnehin verwenden. Wie Sie Ihr BIOS konfigurieren, um den maximalen FSB zu ermitteln, haben wir im zweiten Screenshot in unserer Galerie veranschaulicht. Als Grundlage dient hier das BIOS von aktuellen Gigabyte-Platinen wie dem 965P-DS3P, 965P-DS4 oder der neuen P35-Serie.
Allerdings ist die Vorgehensweise bei allen Core-2-Boards gleich: Senken Sie zunächst den CPU-Multiplikator auf den niedrigsten Wert sechs. Damit gehen Sie sicher, dass tatsächlich das Taktmaximum vom FSB und nicht vom Prozessor herausgefunden wird. Bei Platinen mit Intel-Chipsatz müssen Sie zusätzlich den Speicherteiler senken - hier heißt der niedrigste Wert "1:1", "x2" oder schlicht "DDR2-667". Bei Intel-Chips wird der Speichertakt nämlich analog zum FSB angehoben. So kann das RAM beim Übertaktungsversuch schnell zum Bremsklotz werden. Sicherheitshalber setzen Sie zudem die RAM-Timings auf 5-5-5-18. Sobald Sie Speicher und CPU konfiguriert haben, heben Sie die Northbridge-Spannung um maximal 15 Prozent an und steigern den FSB-Takt in fünf-MHz-Schritten. Falls vorhanden übertakten Sie den FSB am besten direkt unter Windows mit einem entsprechenden Tuning-Tool vom Mainboard-Hersteller wie Easy Tune 5 (Gigabyte) oder AI Booster (Asus). Auf diese Weise haben wir mit dem beliebten 965P-DS3P von Gigabyte bei einer ungefährlichen Northbridge-Spannung von 1,4 Volt (zwölf Prozent über Standard) stabile 490 MHz FSB erreicht. Einen E6300 oder E6320, die beiden Core-2-Modelle mit dem kleinsten Multiplikator, kann man damit auf 3.430 MHz übertakten (7x 490 MHz). Beim E6400 oder E6420 würde es sogar für theoretische 3.920 MHz reichen (8x 490 MHz).
