Core i5/i7: Lynnfield-CPUs im Test - Benchmarks, OC und Fazit

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Der Core-2-Nachfolger ist da: PC Games Hardware testet die neuen Lynnfield-CPUs alias Core i5/i7 in Gestalt der Core i5-750, Core i7-860 und Core i7-870.

Lynnfield im Test: Core i5-750 Quelle: PC Games Hardware Lynnfield im Test: Core i5-750 Wie schlägt sich der Lynnfield gegen die Konkurrenz von AMD und aus eigenem Hause? PC Games Hardware vergleicht die Modelle i7-860 und i5-750 mit zehn weiteren Prozessoren in mehreren Spielen und Anwendungen. SMT alias Hyperthreading bleibt dabei aktiv, sofern der Prozessor es unterstützt, auf den Turbo-Modus verzichten wir jedoch - er ist zu stark von anderen Faktoren wie Umgebungstemperatur, Kühlung und Spannungsversorgung abhängig, was schwankende Messwerte zur Folge hat. Beachten Sie daher bei unseren Benchmarks, dass die drei Intel-Modelle i5-750, i7-860 und i7-920 in der Praxis mit aktivem Turbo-Modus noch schneller arbeiten. Messungen der Leistungsaufnahme und der Temperatur bleiben wir vorerst schuldig, da wir nur mit Vorserienmustern der neuen CPUs arbeiten konnten. Schon damit zeigt sich jedoch, dass ein Lynnfield-System deutlich sparsamer arbeitet als ein vergleichbarer Bloomfield-PC.

Die in den Spielen genutzte Auflösung beträgt 1.680 x 1.050 Pixel ohne Kantenglättung und anisotrope Filterung. Damit orientieren wir uns an aktuellen Umfragen, welche ergaben, dass diese Auflösung für CPU-Tests erwünscht ist. Die Grafikberechnung übernimmt eine Geforce GTX 285 mit 1.024 MiByte VRAM (Standardtakt). Diese ist in den meisten Spielen schnell genug, um allen getesteten CPUs ihre freie Entfaltung zu ermöglichen.

Intel Core i5/i7: Lynnfield im Test - Ergebnisse
Welche Rohleistung im Lynnfield steckt, zeigen die Anwendungs-Tests deutlich: Hier erreicht der Core i7-860 exzellente Ergebnisse, stets schneidet er deutlich besser ab als der Core 2 Quad. Der i7-860 arbeitet sogar einen Hauch schneller als der nominell größere i7-920 - kein Wunder, denn die Architektur ist weitgehend gleich, der Takt des Lynnfields aber etwas höher. Der i5-750 hingegen fällt ein wenig zurück, da er kein Hyperthreading bietet, das von allen vier Anwendungen unterstützt wird. Daher kommt der kleinere Lynnfield in den Anwendungstests nur auf das Niveau von Core 2 Quad Q9650 und Phenom II X4 965 BE - abgesehen vom Truecrypt-Test, in dem der Phenom II der versammelten Konkurrenz enteilt.

Achten Sie darauf, dass Sie in der Benchmark-Grafik per Mausklick vier Anwendungen auswählen können.

Auch in unseren vier Spieletests erreicht der größere Lynnfield das Niveau des kleinsten Bloomfields, i7-860 und i7-920 trennen nur wenige Fps mit leichten Vorteilen für den Lynnfield. Hier bringt Hyperthreading jedoch meist keine Vor-, sondern Nachteile: In drei Spielen steht ein Prozessor ohne SMT an der Spitze, zweimal fällt der 860er hinter den alten Q9650 zurück. Nur Anno 1404 profitiert von den vier virtuellen Kernen, hier liegen die i7-Modelle weit entsprechend vorn. In den meisten Spielen ist aber der i5-750 schneller, GTA 4 und Race Driver: Grid sehen ihn sogar an der Spitze. Bedenken Sie jedoch, dass sich die SMT-Funktion der i7-Modelle abschalten lässt - wer überwiegend spielt, sollte das auch tun.

Achten Sie darauf, dass Sie in der Benchmark-Grafik per Mausklick vier Spiele auswählen können.

Alles in allem erweist sich der i7-860 als erstklassiger Multimedia-Prozessor für moderne Anwendungen wie Video- oder Bildbearbeitung. Sein Preis ist angesichts dieser Leistung fair: Er ist mit rund 260 Euro etwas teurer als der ähnlich schnelle i7-920, kommt jedoch mit günstigeren Platinen aus. Schaltet man SMT im BIOS ab, liefert er auch in den meisten Spielen hervorragende Leistung. Gleiches dürfte für den ebenfalls neuen i7-870 gelten, der nicht im Testfeld vertreten, mit einem Preis von rund 530 Euro aber auch weitaus weniger interessant ist. Der kleinste neue Lynnfield mit Namen i5-750 muss ohne SMT auskommen, was ihn in Anwendungen Performance kostet - in Spielen jedoch läuft der Chip zur Hochform auf, sieht man einmal von Far Cry 2 ab. Für derzeit 175 Euro ist er seinem Vorgänger Core 2 Quad klar vorzuziehen.

Core i5-750 Quelle: PC Games Hardware Core i5-750 Core i5/i7: Lynnfield-Übertaktung
Wie schon beim Bloomfield werden die Taktraten von CPU, RAM und Uncore-Bereich von einem Referenztakt (BCLK) von 133 MHz abgeleitet und mithilfe individueller Multiplikatoren gebildet. Ein Anheben des Referenztakts führt somit automatisch zu einer Anhebung weiterer Taktfrequenzen, was Abstürze hervorrufen kann. Am einfachsten wäre es deswegen, direkt den CPU-Multiplikator zu erhöhen und die übrigen Taktraten unangetastet zu lassen. Doch der CPU-Multiplikator lässt sich bei den Sockel-1156-CPUs nicht beliebig erhöhen, sondern beträgt 20 beim i5-750 mit 2,67 GHz, 21 beim i7-860 (2,80 GHz) und 22 beim i7-870 mit 2,93 GHz.

Wie weit lässt sich der Takt des kleinen i5-750 in die Höhe treiben? Mit geringfügig angehobenen Spannungen tasten wir uns an das Taktlimit heran: Mit 1,25 Volt CPU-Kernspannung lief Prime 95 mit 3.800 MHz (190 x 20) durch. Damit Prime 95 auch noch mit 4.000 MHz (200 x 20) lief, musste die CPU-Spannung auf 1,3125 Volt angehoben werden, für Benchmarks reichten noch 1,2875 Volt aus. 4.200 MHz (210 x 20) sind nicht mehr alltagstauglich, da eine weitere Anhebung der CPU-Spannung zu Temperaturproblemen unter Last führt und Abstürze auftreten.

Der größere Core i7-860 unterscheidet sich beim Übertakten nur geringfügig vom i5-750. Im unteren Frequenzbereich reicht eine niedrigere CPU-Spannung aus, was angesichts der Standardspannung von 1,05 Volt statt 1,15 Volt wie beim i5-750 naheliegt. Für Benchmark-stabile 4.200 MHz muss die IMC-Spannung allerdings sogar 1,225 Volt betragen.

Für Vorserienmuster ist das Taktpotenzial unserer Lynnfield-Exemplare beachtlich, gute Kühlung vorausgesetzt. Für die meisten dürfte es aber reichen, im BIOS den Turbo-Modus zu aktivieren und die CPU selbst den bestmöglichen Takt wählen zu lassen. So oder so sind weit über 3 Gigahertz kein Problem, wenn auch in den meisten Spielen unnötig.

Lynnfield im Test: Core i5-750 Quelle: PC Games Hardware Lynnfield im Test: Core i5-750 Fazit: Core i5/i7
Der Lynnfield ist ein würdiger Nachfolger für den Yorkfield. Sowohl als Core i5-750 als auch in Form des i7-860 zeigt der neue Kern, dass er dem teureren Bloomfield in kaum etwas nachsteht. Der Leistungssprung mag zwar lange nicht so groß sein wie einst beim Wechsel von Pentium D zu Core 2, doch ist er in fast allen Tests klar erkennbar. Nur in einer Disziplin liegt der Neue leicht hinter dem großen Bruder zurück: im Preis. Der 750er ist schon für 175 Euro zu haben, eine P55-Platine ab 90 Euro, im Gegensatz zum Bloomfield erlaubt der Lynnfield also den Aufbau eines relativ günstigen Spielerechners. Wer noch weniger ausgeben will, muss auf den Clarkdale warten - oder sich mal bei der Konkurrenz umsehen.

Core i5/i7 im Preisvergleich
Core i5-750
Core i7-860
Core i7-870
Core i7-920

Weitere Links zum Thema CPUs
CPUs: Übersicht und Kauf-Tipps
AMD Phenom II X4 965 BE im Test
Lynnfield beherrscht den Preisvergleich
FAQ: So bencht PCGH Spiele

Bildergalerie

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    • Kommentare (57)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Marc Lötkolbengott/-göttin
        Da ich via Verkauf durch die "alten" Teile auf 0 rausgekommen bin, rechnet es sich Zudem: Wenn nicht mindestens alle halbe Jahr neue Hardware im Case landet, muss in meinem Leben schon verdammt viel gelaufen sein *g*
      • Von PCGH_Marc Lötkolbengott/-göttin
        Da ich via Verkauf durch die "alten" Teile auf 0 rausgekommen bin, rechnet es sich Zudem: Wenn nicht mindestens alle halbe Jahr neue Hardware im Case landet, muss in meinem Leben schon verdammt viel gelaufen sein *g*
      • Von klabur Kabelverknoter(in)
        Zitat von PCGH_Marc
        Nicht direkt Mutter Erde, eher mein Geld 6h am Tag 40 Watt weniger rechnet sich, denke ich.
        NaJa. Ob sich`s rechnet ist die Frage. Wenn ich den KW-Preis mit 11 Cent heranziehe, sparst du dir im Monat heiße 80 Cent.
      • Von PCGH_Marc Lötkolbengott/-göttin
        Die 40 Watt sind ja idle und mein Rechner daheim läuft viel idle bzw. mit Office Bildbearbeitung usw.
      • Von Holdrio Software-Overclocker(in)
        Doch kein "Ökobencher" also , aber ob sowas bei Spielern wirklich gross auffällt neben den zahllosen Stunden hemmungsloser Stromsauferei heutiger Grakas unter Last hmm.
      • Von PCGH_Marc Lötkolbengott/-göttin
        Nicht direkt Mutter Erde, eher mein Geld 6h am Tag 40 Watt weniger rechnet sich, denke ich.
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