Die neue AMD-Doppelspitze

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Die neue AMD-Doppelspitze Nachdem Intels Pentium 4 mit 2 GHz bereits vom Athlon XP 1.800+ leistungsmäßig knapp überholt wurde, vergrößert AMD mit dem neuen Athlon XP 1.900+ weiter den Abstand.
Wer maximale Rechenkraft zu niedrigen Preisen möchte, der sollte einen Blick auf den Athlon XP 1.900+ werfen. Der mit 1.600 MHz getaktete Prozessor bietet in Verbindung mit einem Motherboard auf KT266A-Basis die derzeit leistungsstärkste Kombination für Spieler.
Um herauszufinden, wie viel Feuer der Athlon XP 1.900+ wirklich hat, haben wir ihn durch unseren Testparcours gescheucht. Dabei standen unser UT- und F.A.K.K. 2-Benchmark im Mittelpunkt. Beim prozessor- und speicherlastigen Unreal Tournament kann man die Leistungsfähigkeit der neuen AMD-CPU gut ablesen. Das Testergebnis liegt bei 16 Bit Farbtiefe etwa acht Pro-zent über dem des Pentium 4 mit 2 GHz. Man bedenke dabei den realen Taktunterschied zwischen den beiden CPUs von 400 MHz! Bei Heavy Metal F.A.K.K. 2 (16 Bit Farbtiefe) erreichte der Athlon XP 1.900+ sogar 14 Prozent mehr Frames. Auch der Duron 1.200 MHz mit Morgan-Core erzielt hier ein ordentliches Ergebnis und schiebt sich nahe an Intels Top-CPU heran. Für alle Aufrüster sind die Werte des Athlon XP auf einem KT133A-Mainboard interessant: Unter 16 Bit kann die AMD-CPU im Idealfall selbst hier den Pentium 4 überholen. Beim synthetischen Sandra-Speicher-Benchmark kann jedoch der Pentium 4 auftrumpfen. Allerdings hat sich in unseren Tests gezeigt, dass der höhere Datendurchsatz des Arbeitsspeichers die Leistung der Intel-CPU bei Spielen kaum verbessert.
Woher kommt die gute Performance des Athlon XP? Zum einen liegt das sicherlich an dem Front-Side-Bustakt von 133 MHz. Es werden pro Taktzyklus zwei Datenpakete transportiert; daher spricht man auch von 266 MHz DDR (Double Data Rate). Das bedeutet, dass der Athlon XP über eine Bandbreite von 2,1 GB/s zum Chipsatz verfügt. Auf dem Papier ist der Pentium 4 dieser Lösung überlegen. Der Front-Side-Bus läuft wie der Speicherbus intern mit 400 MHz, damit ist eine Bandbreite von 3,2 GB/s möglich. Offensichtlich kann der Pentium 4 diesen Vorteil nicht gegen die Athlon-Konkurrenz ausspielen.
Der Athlon XP strahlt bei gleichem Takt weniger Wärme ab als ein Athlon Thunderbird. Um die Wärmeleitfähigkeit der Prozessor-Ummantelung zu verbessern, wurde die Keramikhülle gegen Fiberglas eingetauscht. Der neue Stoff verringert darüber hinaus die Produktionskosten. Von der Wärmeentwicklung entspricht der Athlon XP 1.900+ einem Athlon C 1.333 MHz - ein lautstarker Turbokühler ist daher nicht nötig.
Für eine PC-Neuanschaffung ist der Athlon XP 1.900+ eine attraktive Möglichkeit. Aber wie sieht es mit einer CPU-Aufrüstung auf älteren Mainboards aus? Nicht mit allen Platinen läuft der neue Rechenbolide. Gerade wenn Chipsätze wie der KT133 oder KT133A im Rechner sind, wird die Luft sehr dünn. Daher haben wir für Sie bei den Mainboard-Herstellern diesbezüglich angefragt. Ein ansehnlicher Teil aller KT133A-Mainboards ist durch ein BIOS-Update zur Zusammenarbeit mit XP-Prozessoren zu bewegen. Allerdings sind die Revisionsnummern (Produktionsserien) der jeweiligen Platine zu beachten. Die Revisionen 1.00 bis 1.04 des A7V133 beispielsweise laufen nicht mit dem Athlon XP. Die gleiche Platine in der Revision 1.05 hingegen schon. Ganz düster schaut es bei VIAs KT133 aus. Kein Mainboard mit diesem Chipsatz ist zum Athlon XP kompatibel - was auch nicht verwundert, schließlich verträgt dieser Chipsatz maximal 100 MHz FSB-Takt. Besitzer einer Platine mit Alimagik-, AMD-760- und KT266(A)-Chip dürfen sich hingegen freuen, da die meisten Mainboards mit dem neuen Prozessor keine Zicken machen. Werfen Sie aber erst einen Blick auf die Tabelle „Athlon-XP-kompatibel?". Hier führen wir die wichtigsten Mainboards und deren XP-Tauglichkeit auf, eine ausführlichere Liste finden Sie auf der Heft-CD. Der Duron 1.200 MHz mit Morgan-Kern sollte auf allen bekannten Sockel-A-Mainboards laufen. Allerdings gibt es seitens der Hersteller kaum offizielle Bekanntmachungen.
Allen Powerusern und Spielernaturen sei der Athlon XP 1.900+ ans Herz gelegt. Keine CPU schafft mehr Frames und behält dabei noch einen (relativ) kühlen Kopf. Möchten Sie etwas weniger Geld ausgeben, dann greifen Sie zu einem langsameren Athlon oder zu einem Duron 1.200. Wer ein KT133-Board besitzt, kann seinen PC mit einem Duron 1.200 preiswert aufrüsten; fragen Sie aber vorher unbedingt nach, ob dieser Prozessor auch von Ihrem Mainboard unterstützt wird. Wie die Benchmarks beweisen, ist er für aktuelle Spiele gut geeignet. Leider versucht AMD auch weiterhin, den Freunden des Übertaktens das Leben zu erschweren (siehe Athlon-XP-Overclocking Seite 150). Auch bei der Infrastruktur ist es etwas unübersichtlich geworden. Welcher Chipsatz, welches Mainboard, welche Revision und habe ich das passende BIOS? Hier sollten sich potenzielle Käufer eines XP im Voraus genau erkundigen - sonst bleibt der Bildschirm beim Einschalten vielleicht dunkel.

Bildergalerie: CPU
Bild 1-3
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