AMDs kleiner Riese
Aufgestockt: AMD legt mit dem Duron 1.300 weitere 100 MHz drauf.
Nachdem Intel mit dem Celeron 1.300 MHz bei den Low-Cost-CPUs kräftig Druck macht, schlägt AMD zurück.
Sie haben sich im Herbst 2000 ein Mainboard mit KT133-Chipsatz und günstigem Duron-Prozessor gekauft und wollen nun aufrüsten? Da wird die Luft bei den Athlon-CPUs mit Thunderbird-Core bereits dünn - zumindest was die B-Variante angeht. Hier sind oft nur noch 1-GHz-Modelle zu bekommen. T-Birds in der C-Ausführung kommen nicht in Frage, da der fest verdrahtete Multiplikator auf einen Front-Side-Bus von 133 MHz ausgerichtet ist; den unterstützen ältere Chipsätze wie der KT133 aber nicht. Was liegt da näher, als den alternden Spielehobel mit dem brandneuen Duron auszurüsten?
Da stellt sich schnell die Frage, wie es mit der Leistung und Kompatibilität steht. Generell ist der Duron 1.300 MHz auch mit älteren Platinen lauffähig, sofern sie den Multiplikator "13" unterstützen. Schauen Sie daher vor dem Kauf in das Handbuch oder fragen Sie beim Support Ihres Mainboard-Herstellers nach. Stellen Sie den Multiplikator per Hand ein (Jumper oder DIP-Schalter), müssen Sie berücksichtigen, dass Durons mit Morgan-Core eine Spannung von 1,75 Volt benötigen. Der alte Duron mit Spitfire-Core begnügte sich noch mit 1,6 Volt. Der Morgan-Core unterscheidet sich neben dem verbesserten Data-Prefetching noch in weiteren Details von seinem Vorgänger: Die Die-Größe wurde um 100 mm² auf 106 mm² angehoben, was eine größere Anzahl von Transistoren erlaubt (jetzt 25,18 Millionen). Dazu wurde der alte 3DNow-Befehlssatz durch 3DNow Professional erweitert.
In der Leistung konnte der neue Duron 1.300 MHz überzeugen: Er überflügelt kleinere Pentium-4-Systeme und bringt selbst Intels Topmodelle gehörig ins Schwitzen. In unserem F.A.K.K.-Benchmark erzielte der Duron 82 fps. Das sind nur 13 Prozent weniger Frames, als der Pentium 4 mit 2 GHz erreichte. Bei Unreal Tournament trat allerdings eine kleine Schwäche des Duron zutage: Hier lagen die Werte nur minimal über denen eines Duron 1.200 MHz. Das liegt höchstwahrscheinlich am Front-Side-Bus, der mit real getakteten 100 MHz einfach nicht mehr hergibt.
Gesamt betrachtet ist der jüngste Duron-Spross gerade für Aufrüster erste Wahl, vor allem weil er günstiger als vergleichbare Athlon- oder Intel-CPUs ist.
