AMD Llano im Test: Benchmarks, Leistungsaufnahme & Fazit

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Im Test muss sich AMDs "A-Team" für die Lynx-Plattform, genauer das Topmodell der A-Serie, der A8-3850, beweisen: Wie ist es um die CPU-Leistung und die der integrierten Radeon HD 6550D bestellt, ist das APU-Gespann hinsichtlich des Stromverbrauchs effizient und was werden die Chips kosten? PC Games Hardware bittet den A8-3850 auf den Teststand.

AMD Llano im Test: Benchmarks und Leistungsaufnahme
Im direkten Vergleich zum aus CPU-Sicht sehr ähnlichen und gleichgetakteten Athlon II X4 635 schlägt sich der A8-3850 zumeist messbar besser: So erzielt die APU im Multithreading-Test des Cinebench R11.5 gut 3 Prozent mehr Leistung, im Cache-hungrigen Starcraft 2 sind es gar stolze 18 Prozent. Im Vergleich zu Intels ähnlich teurem Core i3-2105 zieht der A8-3850 in den meisten Spielen den Kürzeren, einzig wenn alle vier Kerne in Beschlag sind, setzt sich der "Llano" in Front.

Der A8-3850 benötigt für seine 2,9 GHz happige 1,4 Volt Standardspannung - und unser Modell liegt damit noch im Mittelfeld. Im Vergleich zum vierkernigen "Propus"-Chip (Athlon II) benötigen die "Husky"-Kerne der Llano-APUs also trotz Fertigung im 32-Nanometer-Verfahren mehr Spannung bei weniger Takt - dieser TDP-Hintergrund ist möglichweise der Grund, warum sich die mobilen "Llanos" und die 65-Watt-Versionen für den Desktop verzögern. Bei den vorab im Internet veröffentlichten OC-Werten von weit über 4,0 GHz bei erhöhtem Multiplikator und 1,15 Volt handelt es sich um Auslesefehler, denn dieser ist nicht nach oben hin offen und bei dieser Spannung würde das System selbst bei Standardtakt nicht einmal starten. Der reine CPU-Part ist jedenfalls stromhungriger als jegliche Sandy-Bridge-CPUs und genehmigt sich auch mehr Energie als ein gleichgetakteter Phenom II - schade.

AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform
AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform
AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform

In Sachen Grafikeinheit wiederum dreht AMD Kreise um Intels HD Graphics 3000: Egal welches Spiel, die Radeon HD 6550D ist mindestens doppelt so schnell und manchmal gar um den Faktor 3 in Front. So sind in Anno 1404 auf dem Core i3-2105 selbst mit minimalen Details in 1.024 x 768 Pixeln keine zweistelligen Bildraten möglich, der A8-3850 schafft hingegen mehr als 30 Fps bei maximalen Einstellungen in 1.280 x 720 Pixeln. Ähnlich sieht es in Starcraft 2 aus: Der Core i3-2105 schafft es wegen der lahmen HD Graphics 3000 auf nicht einmal 5 Fps im Mittel, der A8-3850 ist zumindest nominell drei Mal so flott; mittlere Details laufen außer im Late Game absolut flüssig. Einzig in Call of Duty Black Ops kann der Core i3-2105 spielbare Fps vorweisen - wir aber bevorzugen die 60 Bilder pro Sekunde, die der A8-3850 abliefert. Hier können Sie auf Wunsch noch die (im Vergleich zu Intel weitaus bessere!) 16:1 anistrope Filterung oder 2x MSAA hinzuschalten. Im direkten Vergleich mit einer dedizierten Einsteiger-Grafikkarte liegt die Radeon HD 6550D zwischen der HD 5550 und der HD 5570, mit Tendenz zur Letzteren. Eine Geforce GT 430 ist ähnlich flott wie die HD 6550D, die alte Geforce 8800 GT deutlich schneller.

In allen drei Spielen können wir keinen übermäßig großen Fps-Einbruch messen, wenn kein DDR3-1866-Speicher, sondern stattdessen DDR3-1600 oder DDR3-1333 zum Einsatz kommt. Auch niedrige Latenzen bringen keinen spürbaren Vorteil.

AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform

Hinsichtlich des Stromverbrauchs zeigen AMDs Optimierungen Wirkung: Das System mit dem A8-3850 benötigt im Leerlauf sowie beim Abspielen der Blu-ray-Version von "The Dark Knight" nahezu genauso viel Energie wie der sehr sparsame Core i3-2105, einzig der hauseigene E-350 unterbietet die exzellenten Resultate. Unter 3D-Last (Anno 1404 in 720p mit maximalen DX10-Details) genehmigt sich der "Llano" zwar deutlich mehr elektrische Energie als Intels "Sandy Bridge"-CPU, in Anbetracht der Fps-Leistung ist aber auch dieser Wert Spitzenklasse. Bei der reinen Leistungsaufnahme unter CPU-Volllast schluckt der A8 jedoch mehr als ein ähnlich oder gar höher getakteter Phenom II X4 und klar mehr als der Core i3.

AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform

AMD Llano im Test: Zusammenfassung und Fazit
Zu Beginn wird AMD nur die 100-Watt-APUs A8-3850 und A6-3650 ausliefern, die offiziellen Preisempfehlungen lauten 135 und 115 US-Dollar. Wie uns ein großer Online-Versandhändler versicherte, sind beide Chips ab kommender Woche in hohen Stückzahlen zu erwerben - AMD selbst spricht von einer Verfügbarkeit ab dem 03. Juli. Als preisliche Konkurrenz steht somit der Core i3-2105 mit HD Graphics 3000 (134 US-Dollar) dem A8-3850 entgegen, der A6-3650 agiert alleine auf weiter Flur. Im direkten Vergleich ist der CPU-Part des A8-3850 dem zweikernigen Core i3-2105 nur bei starker Parallisierung überlegen - also dann, wenn vier Kerne voll in die Berechnungen involviert sind. Bei Last auf einem oder zwei Rechenherzen hat die AMD-CPU sichtlich das Nachsehen und vor allem in Spielen ist Intels "Sandy Bridge"-Architektur locker eine Liga höher anzutreffen. Immerhin: Der A8 bietet ein mäßiges Übertaktungspotenzial, der i3 praktisch gar keines.

Dafür hat die Intels in die CPU integrierte Grafikeinheit HD Graphics 3000 der Radeon HD 6550D in der Fusion-APU A8-3850 nichts entgegen zu setzen: Die Leistung der Radeon ist bedeutend höher, die Bildqualität bei aktiver anistroper Filterung weitaus besser und das Feature-Set deutlich vielseitiger sowie aktueller. In Sachen Performance ordnet sich die Radeon HD 6550D zwischen einer dedizierten HD 5550 und HD 5570 ein, mit klarer Tendenz zu letzterer - Nvidias Geforce GT 430 liegt im Mittel nahezu gleichauf. Der Einfluss der Speicherbandbreite hält sich zumindest bei den von uns bisher getesteten Spielen in Grenzen, Sie müssen also nicht zwingend teuren DDR3-1866-Speicher verwenden. Hinsichtlich des Stromverbrauchs weiß der A8-3850 durchgehend zu gefallen: Im Leerlauf oder im Blu-ray-Betrieb liegt die APU gleichauf mit dem sehr sparsamen Core i3-2105, unter 3D-Last benötigt der A8 klar mehr - in Relation zur (Spiele-)Leistung aber ist der Energiekonsum erstklassig. Einzig die Leistungsaufnahme bei reiner CPU-Last ist vergleichsweise schlecht, vor allem angesichts des Core i3.

Ein weiterer Vorteil liegt bei der Plattform: Der A75-Mainboard-Chip bietet nativ USB 3.0 und erlaubt in der Theorie die Koppelung der APU-eigenen HD 6550D mit bestimmten dedizierten Grafikkarten - die beiden Chips rechnen dann im Crossfire-Verfahren, die Kommunikation erfolgt via PCI-Express. Uns ist es jedoch nicht gelungen, das "Dual Graphics" genannte Gespann zu testen, da die Technik zwar gestartet werden konnte, bei Spielen aber trotzdem nur eine GPU statt beiden verwendet wurde - die Kollegen, bei denen es lief, berichten zudem über sehr starke Mikroruckler. Auch Probleme wie sporadisches Bildflackern auf dem Windows-Desktop (und auch nur hier) - das auch bei Kollegen anderer Redaktionen auftrat - trüben das ansonsten exzellente Abschneiden von AMDs "Lynx"-Plattform.

Für wen also eignet sich die "Llano"-Generation? Sie ermöglicht im Gegensatz zum Core i3 günstige Spiele-PCs ohne zusätzliche Grafikkarte (etwa World of Warcraft mit DX11 oder Portal 2), für HTPCs reicht aber bereits ein Core i3 oder gar Pentium/Celeron zum niedrigeren Preis. Mit einer kräftigen dedizierten Karte sind aber auch aktuelle Spielekracher kaum ein Problem für den A8-3850. Weitere Informationen finden Sie in der PCGH 08/2011, welche ab dem 06. Juli im Handel im Handel erhältlich ist, sowie in den kommenden Ausgaben. Einen Testbericht zur mobilen "Sabine"-Plattform finden Sie ebenfalls auf unserer Webseite.

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    • Kommentare (179)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MineralWasserZ Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform

        8 Jahre später....als kleine Langzeit "Studie" mit einem 3800

        Cpu Last
        beim Browser 5%
        bei Youtube: 720p 10%, / 1080p 25% / 1440p 35%

        Spiele mit der IGP (1080p):
        Niedrig
        FF XIV / 30 FPS (DX 11)
        Guild Wars 2 / 30 FPS

        Mittel:
        Dota 2 / 60 FPS
        WoW / 45 FPS

        Ein I3 2100 mit der HD 2000:

        Youtube: 720p 70% / 1080p 90% / 1440p Streaming Fehler
        startet FFXIV schon gar nicht mehr,
        WoW ist mehr eine Art Digitaler Bilderrahmen in 720p.
      • Von MineralWasserZ Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform

        8 Jahre später....als kleine Langzeit "Studie" mit einem 3800

        Cpu Last
        beim Browser 5%
        bei Youtube: 720p 10%, / 1080p 25% / 1440p 35%

        Spiele mit der IGP (1080p):
        Niedrig
        FF XIV / 30 FPS (DX 11)
        Guild Wars 2 / 30 FPS

        Mittel:
        Dota 2 / 60 FPS
        WoW / 45 FPS

        Ein I3 2100 mit der HD 2000:

        Youtube: 720p 70% / 1080p 90% / 1440p Streaming Fehler
        startet FFXIV schon gar nicht mehr,
        WoW ist mehr eine Art Digitaler Bilderrahmen in 720p.
      • Von Manner1a Software-Overclocker(in)
        AW: AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform

        Single Thread Performance...hmmm lecker also i3 ist da ziemlich stark und Liano ist...naja geht so. Da stellt sich dann quasi die Frage: "Wer bin ich? Und wenn ja: Wieviele?"

        Aber die Idee hinter einer APU finde ich gut, auch wenn nicht für so viele Menschen der praktische Nutzen dann erkennbar ist im Vergleich zu mehr CPU-Dampf. Es ist ja früher auch mit älteren Spielen zum Beispiel vorgekommen, dass diese nicht einwandfrei liefen, wenn auf dem Bildschirm zu viel los ist. Auch mit neuerer Hardware gibt´s viele Klassiker, die dann auch in voller "Frames per second"-Pracht gespielt werden, selbst wenn nebenbei noch was anderes berechnet wird...oder heute Minecraft (scheint sehr beliebt zu sein).

        Trotz der 4 Jahre alten Architektur lohnt sich die 1. Generation APU Liano also am meisten für Spiele, die mehrkernoptimiert sind und das dann in neuen Spielen bei Nutzung höheren Detailstufen durch die starke integrierte Grafik. Nutze ich bei Intel die integrierte Grafik und das bei weniger Details, hat man dafür mehr Bilder pro Sekunde, wenn der Grafikpart so weit es geht entlastet wird. Kann man das so sagen?

        Beispiel StarCraft 2: Liquid TLO (deutscher Profi) spielt gegen andere Spieler gerne auf niedrigen Details, um mehr Performance gerade am Anfang des Spiels zu haben, was ihm einen Geschwindigkeitsvorteil einbringt. Im Single Player tut ja sowieso jeder Spieler, weil´s um nichts geht außer Unterhaltung, die Details hochschrauben, selbst wenn kurzzeitig mal unter 30 Bilder pro Sekunde dargestellt werden bei Berechnungs-Lastspitzen.
      • Von GoldenMic Kokü-Junkie (m/w)
        AW: AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform

        Wenn es nur um die CPU Leistung geht brauchste auch keine Graka
      • Von quantenslipstream Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        AW: AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform

        Der Gegner des Llano ist auch nicht ein i5 2500k mit Grafikkarte.
      • Von GoldenMic Kokü-Junkie (m/w)
        AW: AMD Llano im Test: A8-3850 für die Lynx-Plattform

        Zitat von FanomFrame
        IST EIN A8 wirklich schneller als apu als ein I5 2500K??
        kann sein oder ????

        Der GPU Part schon, der Prozessorteil im Leben nicht.
        Und wer sich nen i5-2500k holt wird wohl auch ne Graka dazukaufen.
      Direkt zum Diskussionsende
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