AMD A10-6800K und A10-6700 im Test: Ist Richland eine Intel-Alternative für Zocker? [Test der Woche]
Im Test zeigen die Richland-APUs A10-6800K und A10-6700, dass es AMD gelungen ist, die Leistung gegenüber den Trinity-Vorgängern zu steigern und den Stromverbrauch zu verringern. Die neuen Modelle sind somit eine starke Konkurrenz zu Intels Core i3 und stellenweise sogar den Core i5.
Anmerkung: Dieser Test erreichte die meisten Besuche in der abgelaufenen Woche. Auf diesem Grunde veröffentlichen wir ihn heute erneut.
Quelle: PC Games Hardware
A10-6800K und A10-6700 im Test
Während Intel vor der Computex seine neue Haswell-Generation vom Stapel ließ, war AMD mit Richland schon vorher am Start - zumindest mit den mobilen Version mit 17 bis 35 Watt TDP für Ultrathins und Notebooks. Heute nun schickt AMD die Desktop-Versionen in den Handel, welche damit die Trinity-Phalanx beerben. Erfreulich ist die beibehaltene Sockel-FM2-Kompatibiliät bei gestiegener Leistung sowie verringertem Stromverbrauch, die Preise bewegen sich im Bereich von knapp 40 bis gut 120 Euro.
A10-6800K und A10-6700 im Test: Modellpalette und Spezifikationen
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A10-6800K und A10-6700 im Test (6)
Wie Trinity basiert auch Richland auf der Piledriver-Architektur, welche mit dem üblichen CPU-Aufbau bricht und in einem sogenannten Modul (auch Compute Unit) zwei Integer-Kerne vereint, die mit einer einzelnen starken Gleitkomma-Einheit im Tandem arbeiten. Die Grafikeinheit bedient sich nach wie vor der VLIW4-Technik, GCN wie bei Kabini wird es erst Ende 2013 mit Kaveri geben. Dual Graphics ist mit der Radeon HD 6450, HD 6570 und HD 6670 möglich.
Im Vergleich zu den älteren Trinity-Modellen nutzt Richland zwar wie gehabt die 32-Nanometer-Fertigung von Global Foundries, verbesserte Sensoren sowie neue P-States sorgen jedoch für einen überarbeiteten Turbo und höhere Frequenzen. Obendrein unterstützt das A10-Flaggschiff 6800K nun DDR3-2133, AMD stellte uns hierfür 4x4 GiByte Radeon Gamer Speicher zur Verfügung.
Der 6800K packt gegenüber dem 5800K 200 bis 300 MHz CPU-Takt oben auf (die Turbo-Differenz liegt jedoch nur bei 100 bis 200 MHz) und beschleunigt die integrierte Radeon HD 8670D um 44 auf 844 MHz. Der A10-6700 ist praktisch so schnell wie das alte Topmodell, kommt jedoch auf eine TDP von nur 65 statt 100 Watt.
Wie üblich verfügen SKUs mit einem K-Suffix über einen offenen Multiplikator für Prozessor, Grafikeinheit sowie die UNB (Unified Northbridge). Der Takt letzterer liegt unter Last bei 1,8 GHz - bei den schnelleren FX sind es hingegen 2,2 GHz. Für Anwender interessant: Alle APUs bieten AVX und AES, dies lässt Intels i3-Garde beides vermissen.
| Richland-Modell | Module / Threads | Basistakt | Turbo | L2-Cache | Grafik | Takt / Shader | TDP | Speicher |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A10-6800K | 2 / 4 | 4,1 GHz | 4,4 GHz | 4 MiByte | HD 8670D | 844 MHz / 384 | 100 Watt | DDR3-2133 |
| A10-6700 | 2 / 4 | 3,7 GHz | 4,3 GHz | 4 MiByte | HD 8670D | 844 MHz / 384 | 65 Watt | DDR3-1866 |
| A8-6600K | 2 / 4 | 3,9 GHz | 4,2 GHz | 4 MiByte | HD 8570D | 844 MHz / 256 | 100 Watt | DDR3-1866 |
| A8-6500 | 2 / 4 | 3,5 GHz | 4,1 GHz | 4 MiByte | HD 8570D | 800 MHz / 256 | 65 Watt | DDR3-1866 |
| A6-6400K | 1 / 2 | 3,9 GHz | 4,1 GHz | 1 MiByte | HD 8470D | 800 MHz / 192 | 65 Watt | DDR3-1866 |
| A4-6300 | 1 / 2 | 3,7 GHz | 3,9 GHz | 1 MiByte | HD 8370D | 760 MHz / 128 | 65 Watt | DDR3-1866 |
| A4-4000 | 1 / 2 | 3,2 GHz | - | 1 MiByte | HD 74800D | 600 MHz / 128 | 65 Watt | DDR3-1600 |
| Trinity-Modell | Module / Threads | Basistakt | Turbo | L2-Cache | Grafik | Takt / Shader | TDP | Speicher |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A10-5800K | 2 / 4 | 3,8 GHz | 4,2 GHz | 4 MiByte | HD 7660D | 800 MHz / 384 | 100 Watt | DDR3-1866 |
| A10-5700 | 2 / 4 | 3,4 GHz | 4,0 GHz | 4 MiByte | HD 7660D | 760 MHz / 384 | 65 Watt | DDR3-1866 |
| A8-5600K | 2 / 4 | 3,6 GHz | 3,9 GHz | 4 MiByte | HD 7560D | 760 MHz / 256 | 100 Watt | DDR3-1866 |
| A8-5500 | 2 / 4 | 3,2 GHz | 3,7 GHz | 4 MiByte | HD 7560D | 760 MHz / 256 | 65 Watt | DDR3-1866 |
| A6-5400K | 1 / 2 | 3,6 GHz | 3,8 GHz | 1 MiByte | HD 7540D | 760 MHz / 192 | 65 Watt | DDR3-1866 |
| A4-5300 | 1 / 2 | 3,4 GHz | 3,7 GHz | 1 MiByte | HD 8370D | 723 MHz / 128 | 65 Watt | DDR3-1600 |
A10-6800K und A10-6700 im Test: iGPU-seitig Spieleleistung im Überblick
Quelle: PC Games Hardware
A10-6800K und A10-6700 im Test (4)
Um integrierten Grafikeinheiten auf den Transistor zu fühlen, testen wir mit Crysis 3 und The Elder Scrolls 5 Skyrim. Als Ergänzung zeigen wir zudem die 3DMark-Resultate der Tests Fire Strike und Cloud Gate auf.
Der A10-6800K respektive dessen Radeon HD 8670D liefert im Fire Strike etwa sechs Prozent mehr Punkte als der A10-5800K, im Cloud Gate sind es fünf Prozent. Damit ist die integrierte Grafikeinheit die schnellste am Markt, zumindest im 3DMark ist AMD noch 20 Prozent schneller als Intels HD Graphics 4600.
Crysis 3 liegt der Radeon HD 8670D besser, hier ist AMD rund ein Drittel vor der Intel-Grafik, in The Elder Scrolls 5 Skyrim hingegen ist AMD mehr als doppelt so flott. Im Luxmark wiederum zieht der A10-6800K selbst gegen Core i5-4570 den Kürzeren, hier kann die schnelle Grafikeinheit den schwächeren CPU-Part nicht ausgleichen. Den preislichen Gegner Core i3-3220 hat AMD jedoch völlig im Griff.
A10-6800K und A10-6700 im Test: CPU-seitig Spieleleistung im Überblick
Als Basis unserer Spiele-Benchmarks dient ein neuer Test-Parcours So kommen Anno 2070, Battlefield 3, Crysis 3, Dirt Showdown (inklusive AVX - sofern es die CPU unterstützt), Starcraft 2 Heart of the Swarm und The Elder Scrolls 5 Skyrim zum Einsatz. Als Grafikkarte zeichnet eine auf 900/3.300 MHz übertaktete Geforce GTX Titan verantwortlich, die Auflösung beträgt 1.280 x 720 Pixel ohne Kantenglättung oder anisotrope Filterung, dies verhindert eine Grafiklimitierung und zeigt das volle Potenzial der getesteten Prozessoren. Falls Sie Ihr System benchen möchten, werfen Sie einen Blick auf die Benchmark-FAQs: So testet PCGH CPUs und Grafikkarten mit Spielen.
Gegenüber dem A10-5800K legt der A10-6800K leicht an Leistung zu und erreicht somit die Leistung des FX-4350. Das ist insofern erstaunlich, da der FX nicht nur 400 MHz mehr UNB-Takt bietet, sondern auch über L3-Cache verfügt. Wir vermuten als Hintergrund den schnelleren Speicher sowie die direkte Anbindung der Grafikkarte an die in der APU integrierten PCI-Express-Lanes. Der Core i3-3220 ist im Mittel auf Augenhöhe mit dem A10-6800K, lässt man jedoch Starcraft 2 Heart of the Swarm außen vor, so liegt der A10-6800K in Front.
A10-6800K und A10-6700 im Test: Anwendungsleistung im Überblick
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A10-6800K und A10-6700 im Test (1)
Der neue Parcours besteht aus 7-Zip (reales Packen von 3 GiByte gemischten Dateien), der Bildbearbeitung Faststone Image Viewer (100 Screenshots von 5.120 x 2.880 samt Lanczos-Filter auf 1.920 x 1.080 Pixel verkleinern, ein Singlethread-workload), der FPU-lastige Luxmark unter Open CL (die integrierte Grafikeinheit - sofern vorhanden - rechnet mit) sowie der Integer-lastigen Videokonvertierung via x264 HD.
Im Anwendungssegment kann sich der A10-6800K gegen Core i3-3220 behaupten, selbst die Singlethread-Leistung ist in unserem Benchmark praktisch gleichauf. Wenig überraschend ist der Richland-Chip vor allem bei Multithreading flotter, zudem verhilft ihm die integrierte Radeon HD 8670D zu einer für diesen Preisbereich sehr guten Luxmark-Performance.
| Normiert (100 % = 3970X) | 7-Zip | Image Viewer | Luxmark (mit iGPU) | x264 HD, Test 2 | |
|---|---|---|---|---|---|
| FX-8350 | 77,4 Prozent | 256 Sekunden | 141 Sekunden | 484 Ks/Sekunde | 15,1 Fps |
| Core i5-4570 | 73,4 Prozent | 407 Sekunden | 117 Sekunden | 561 Ks/Sekunde | 13,2 Fps |
| FX-6350 | 63,1 Prozent | 322 Sekunden | 141 Sekunden | 364 Ks/Sekunde | 10,5 Fps |
| A10-6800K | 57,9 Prozent | 467 Sekunden | 139 Sekunden | 458 Ks/Sekunde | 8,1 Fps |
| A10-5800K | 54,8 Prozent | 492 Sekunden | 146 Sekunden | 427 Ks/Sekunde | 7,7 Fps |
| A10-6700 | 53,7 Prozent | 527 Sekunden | 143 Sekunden | 418 Ks/Sekunde | 7,4 Fps |
| FX-4350 | 52,9 Prozent | 423 Sekunden | 139 Sekunden | 266 Ks/Sekunde | 8,1 Fps |
| Phenom II X6 1100T | 52,7 Prozent | 424 Sekunden | 186 Sekunden | 295 Ks/Sekunde | 11,3 Fps |
| A8-5600K | 50,6 Prozent | 501 Sekunden | 154 Sekunden | 353 Ks/Sekunde | 7,3 Fps |
| A10-5700 | 50,3 Prozent | 541 Sekunden | 152 Sekunden | 382 Ks/Sekunde | 6,8 Fps |
| Core i3-3220 | 50,2 Prozent | 559 Sekunden | 136 Sekunden | 329 Ks/Sekunde | 6,6 Fps |
| Core i5-760 | 46,5 Prozent | 534 Sekunden | 164 Sekunden | 258 Ks/Sekunde | 7,9 Fps |
| Phenom II X4 965 | 40,7 Prozent | 566 Sekunden | 201 Sekunden | 209 Ks/Sekunde | 7,6 Fps |
| C2Q Q9550 | 36,7 Prozent | 745 Sekunden | 188 Sekunden | 174 Ks/Sekunde | 6,5 Fps |
A10-6800K und A10-6700 im Test: Stromverbrauch im Leerlauf, bei Teil- und Voll-Last sowie in Spielen
Das Testsystem vertraut wie erwähnt auf eine Geforce GTX Titan (13 Watt in 2D). Um möglichst gute Werte zu erzielen, kombinieren wir jede CPU-Generation mit dem laut unseren Tests sparsamsten ATX-Board für den jeweiligen Sockel; selbstverständlich mit aktuellem UEFI und aktivierten Stromsparmodi. Wir messen im Leerlauf, bei Singlethread-Last (Faststone Image Viewer), bei Multithread-Last (x264 HD) und in Crysis 3 (720p, Very High).
Im Leerlauf bewegt sich A10-6800K auf dem sehr guten Niveau des Vorgängers sowie des Core i3-3220. Bei Teil- und Volllast hingegen hält der Richland-Chip nicht mit dem Intel-Modell mit, ist aber klar sparsamer als der Trinity-A10. Dafür beeindruckt der A10-6700 mit einem ähnlich niedrigeren Stromverbrauch wie der A10-5700, was angesichts der 5800K-Leistung als sehr gut einzustufen ist.
A10-6800K und A10-6700 im Test: Zusammenfassung und Fazit
Quelle: AMD
A10-6800K und A10-6700 im Test (7)
Für etwa 120 Euro bieten sowohl der A10-6800K als auf der A10-6700 eine dem Preis entsprechene CPU-Leistung, welche dem ähnlich teuren Core i3-3220 in nichts nachsteht (selbst bei Singlethread-Workloads.) und teils an den Core i5-4570 herankommt. Obendrein ist es AMD gelungen, die Leistung gegenüber den Trinity-Vorgängern bei gesunkenem oder ähnlichem Stromverbrauch zu erhöhen. Mit einer flotten Mittelklasse-Grafikkarte kombiniert, erlauben beide APUs ein flüssiges Spielvergnügen bei hohen Fps.
Nötig ist dies aber nicht, da die integrierte Radeon HD 8670D bei älteren oder anspruchsloseren Titeln wie The Elder Scrolls 5 Skyrim selbst in 1080p mit hohen Details in der Lage ist, mehr als 30 Bilde die Sekunde liefern zu können. Dank der sparsamen sowie modernen FM2-Plattform eignet sich gerade der effizientere A10-6700 für einen Allround-PC, der von Office über Multimedia bis hin zu Spielen eine große Bandbreite an Anwendungsszenarios abdeckt. Wer hingegen rein nach einer Spiele-CPU sucht, der wird mit dem FX-6350/6300 eher glücklich.
Saubere Arbeit AMD, freue mich schon auf Kaveri.
ansonsten sonen kleinen süßen kühler drauf und gut
Mein alter Herr ist Gelegenheitsspieler von Anno 2070/1404. Der spielt noch mit einem alten Athlon Dreikerner und einer GTS250 @ stock. Für den ist das genau das richtige Produkt. Mehr Leistung in allen Belangen und weniger Verbrauch.
Was Carstensen Aussage bezüglich "reicht so..." betrifft:
DAS SAGT DER RICHTIGE! Wer ist denn hier mit dem Core 2 8xxx unterwegs?