Prozessor-Rückblick 2019: Das Jahr, in dem die Kreuzritter von AMD die Paladine von Intel besiegten
Das Jahr 2019 ist Geschichte. Wir fassen die wichtigsten Ereignisse noch einmal zusammen. Insbesondere AMD wird in diesem Rückblick oft vorkommen, kein Wunder, haben doch die Zen-2-Prozessoren den AMD-Wagen so richtig ins Rollen gebracht. Doch Intel schläft nicht, und bereitet sich für das Jahr 2020 auf einen Gegenangriff vor.
Das Jahr 2019 war ein wirklich spannendes Jahr für CPU-Enthusiasten. Wo man Jahre zuvor nur Stagnation erwarten durfte, AMD nicht in Pötte kam (trotz Ryzen 2000) und Intel sich nach wie vor auf seinen Lorbeeren ausruhte, ist dieses Jahr plötzlich so viel passiert, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll. Mit dem Release der neuen CPUs verschob sich 2019 die Frage von "Wie viel Takt soll die neue CPU haben?" zu "Wie viel Kerne soll die neue CPU haben?" - und das nicht nur, weil die neuen Konsolen in den Startlöchern stehen - welche selbstredend die Entwicklung der CPU-Optimierung so ziemlich aller Spiele vorantreiben - sondern vor allem, weil AMD im Jahr 2019 etwas gelungen ist, woran sie selbst nicht geglaubt haben: Intel zu überholen. Willkommen beim CPU-Rückblick 2019!
Da wir zum Zeitpunkt des Artikelschreibens in Feiertagslaune sind und das neue Jahr 2020 erwartet haben, herrscht an dieser Stelle ein lockerer, teils gar zynischer Ton. Nehmen Sie's mit Humor, denn so ist's gemeint - wobei man sagt, dass jede Kritik ein Fünkchen Wahrheit enthält ... Einen gleichartigen Artikel haben wir auch für Grafikkarten vorbereitet: GPU-Rückblick 2019.
Prozessor-Rückblick 2019: AMDs Traum wird wahr
Zen 2 hat es möglich gemacht. Die Architektur ist 2017 erstmalig auf den Plan getreten und konnte mit den Ryzen-1000-Prozessoren zwar viele CPU-Kerne ins Spiel bringen, gegen den Gigant Intel in Sachen Pro-MHz-Leistung aber noch lange nicht mithalten. So kam es, dass selbst ältere Prozessoren aus Intels Haswell-Generation den Ryzens zeigten, wo der Hammer hängt. Doch allen Unkenrufen zum Trotz hat sich AMD nicht beirren lassen. Sie haben weitergeforscht, weitergearbeitet, weiter die Zen-Architektur entwickelt und verbessert. Das Ergebnis trat im Jahr 2019 auf den Plan: Ryzen 3000, in Kennerkreisen auch Intel-Killer genannt. Die Zen-2-Generation hat es vollbracht, nicht nur mehr CPU-Kerne in den Desktop- und HEDT-Markt zu bringen, sondern hat auch massiv in Sachen IPC-Leistung zugelegt, so stark, dass die Top-Modelle gar in die Nähe, oder schneller, als Intels Klassenprimus Core i9-9900K respektive Core i9-9980XE rechnen. Mit Threadripper 3000 hat man Intel schließlich "zu Grabe getragen", wie es im Internet heißt. Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen: AMD hat in nur drei Jahren einen Milliardenschweren Giganten so stark ins Wanken gebracht, dass dieser sich gezwungen sah die Preise für die hauseigene HEDT-Schiene zu halbieren, ineffiziente Turbolader wie den Core i9-9900KS herauszubringen und sich bei den interessierten Käufern für Lieferschwierigkeiten zu entschuldigen.
Prozessor-Rückblick 2019: Intels Refresh des Refresh des Refresh in 14nm+++++++
Was hat Intel eigentlich die ganze Zeit gemacht? Jahrelang sah man AMD bei den - zugegebenen kläglichen Versuchen - zu, wie sie versuchten die hauseigenen Top-Modelle zu erreichen. Als die Gerüchteküche schließlich anfing zu brennen, und die ersten Infos zu Threadripper 3000 aus dem Kochtopf krochen, muss bei Intel der Kaffee übergekocht sein.
Doch die Zeit vergeht leider schneller, wenn man nicht darauf achtet, und so geriet Intel im Jahr 2019 ins Hintertreffen. Juli 2019, nach dem Launch von Ryzen 3000, hatte man zwar immer noch die höchste Spielleistung in Petto, doch in allen Anwendungen war AMD (teils massiv) überlegen, da sie den Kern-Vorteil als Ass im Ärmel und im Schuh versteckt haben. Als die Gerüchteküche schließlich anfing zu brennen, und die ersten Infos zu Threadripper 3000 aus dem Kochtopf krochen, muss bei Intel der Kaffee übergekocht sein. Man sah sich gezwungen, schlagartig mit dem Kaffeelöffel um sich zu schlagen und den stärksten Espresso aus dem See hinterm Haus zu angeln: Der Core i9-9900KS trat auf den Plan. Die Special Edition des 9900K verfügt im Allcore-Boost nun über sagenhafte 5 GHz, erkauft sich diesen Vorteil aber mit einer hohen Leistungsaufnahme und nur einem Jahr Garantie. In Sachen Spieleleistung liegt Intel damit wieder unerreicht auf Platz 1. Da man mit dem PC glücklicherweise noch andere Dinge tun kann, musste man sich nun überlegen, was im HEDT-Sektor passieren soll. Die Idee war grandios: Intels Refresh des Refresh des Refresh, natürlich! Frisch auf dem Tisch: Cascade Lake X alias Core i9-10980XE - eine effiziente und im Vergleich zu TR-3000 sparsame CPU, die sich nicht zu verstecken braucht. Die 18 CPU-Kerne reichen natürlich nicht, um mit dem 32-Kern-Bomber von AMD mitzuhalten, doch holt die CPU zumindest das Beste aus der betagten X299-Plattform heraus. Das irrwitzige an Cascade Lake X war, dass Intel das NDA in letzter Sekunde noch einige Stunden vorverlegte, um die Testberichte des 18-Kerners vor denen der Zen-2-Threadripper online zu haben. Im Jahr 2019 steht Intel an der Wand, und schießt wild um sich.
In der Bildergalerie lassen wir das Jahr nochmal chronologisch und kommentiert Revue passieren, selbstverständlich mit weiterführenden Links zu allen Ereignissen. Welchen Prozessor fanden Sie im Jahr 2019 am spannendsten, welche am kuriosesten - und welchen haben Sie (nicht) gekauft? Haben Sie einen Aha-Effekt erlebt oder dümpelte das Jahr bloß vor sich hin? Diskutieren Sie im Kommentarbereich mit!

Intel hat aber auch seit längerem heftige Siege zu verbuchen, die sollte man den Usern nicht vorenthalten wie ich finde:
Intel Siege
Zen 1 ist erst ab einem 1600(X) zu empfehlen.
Darum halte ich meinem ollen Haswell auch weiterhin
die Treue, weil er schnell genug ist. Dave lügt nicht.
Gesundes Neues
Gruß
Darum halte ich meinem ollen Haswell auch weiterhin
die Treue, weil er schnell genug ist. Dave lügt nicht.
Frohes Neues !