Preisentwicklungen im Jahre 2017: Von günstigen CPUs, teurem RAM und einem neuen Krypto-Hype
Das vergangene Jahr war eine Achterbahnfahrt der Preise, was PC-Hardware angeht. Mit AMDs Veröffentlichung der ersten Ryzen-Generation und Intels Antwort Coffee Lake-S sind Prozessoren deutlich günstiger geworden. Arbeitsspeicher hingegen wurde wegen einer DRAM-Knappheit teurer und ein neu entfachter Hype um Krypto-Währungen wie Ethereum sorgte für schlecht verfügbare Grafikkarten. PC Games Hardware gibt einen Rückblick.
Auf dieser Seite
Wer 2017 seinen PC aufrüsten oder einen komplett neuen kaufen wollte, hatte es nicht unbedingt leicht. AMD machte mit Ryzen und im Falle von Anwendern auch Ryzen Threadripper den Kauf eines neuen Unterbaus attraktiv. Intel hat sein Preis-Leistungs-Verhältnis mit der Veröffentlichung von Coffee Lake -S zumindest vorerst auf dem Papier ebenfalls aufgebohrt. In letzterem Fall sorgte bei den Sechskernern jedoch eine schlechte Verfügbarkeit für teure Preise, bei AMD wurden die attraktiven CPUs durch steigende RAM-Kosten torpediert. Schwer hatten es zudem Interessenten einer Radeon RX 580 oder RX 570, die durch den Boom rund um die Krypto-Währungen, allen voran Ethereum, monatelang nicht erhältlich waren und es teilweise noch immer nicht sind.
Preisentwicklung 2017: Prozessoren
Viele Generationen lang hat Intel jährlich neue CPUs veröffentlicht, welche die unverbindlichen Preisempfehlungen der Vorgänger eins zu eins übernommen und sich dementsprechend im Preisvergleich eingependelt haben. Der Grund dafür war simpel: Über die Einsteigerklasse hinaus konnte AMD keine Konkurrenz liefern, sodass sich der Markt mit den kleinen prozentualen Leistungsfortschritten zufrieden gab. Im März veröffentlichte AMD schließlich seine ersten Zen-basierten CPUs in Form des Ryzen 7 1800X, Ryzen 7 1700X und Ryzen 7 1700. Einige Wochen später waren die initialen Probleme mit den Mainboards und deren BIOS-Versionen behoben, sodass der Angriff auf Intel beginnen konnte.
Die Ryzen-7-Serie sollte sowohl mit Intels hochtaktenden Kaby-Lake-S-Vierkernern (Core i7-7700K & Co.) als auch mit den größeren Broadwell-E-Modellen konkurrieren - den Core i7-6950X für knapp 1.800 Euro mal ausgenommen. Zur Veröffentlichung kostete ein Ryzen 7 1800X noch 559 Euro, inzwischen rangiert er bei 410 Euro, bei Rabattaktionen auch schon bei 350. Die niedriger taktenden Brüdermodelle Ryzen 7 1700X und Ryzen 7 1700 sind von 439 und 359 auf rund 310 beziehungsweise 290 Euro gefallen. AMDs Sechskerner Ryzen 5 1600(X) rangieren um 200 Euro, sind seit dem Sommer also um gut 50 Euro günstiger geworden.
Preisentwicklung AMD Ryzen 7 1700X
Als Antwort hat Intel seine Prozessorklassen mit Coffee Lake-S hochgestuft: Core i3 ist das neue i5 mit vier Kernen ohne SMT, Core i5 vereint nun Sechskerner ohne SMT unter sich und Core i7 jene mit SMT. Vier Kerne kosten damit nur noch die Hälfte verglichen mit Kaby Lake-S. Dem Core i5-8400 hat Intel nicht nur sechs Rechenwerke, sondern auch einen hohen All-Core-Turbo von 3,8 GHz spendiert. Früher gab es eine solche CPU ebenfalls nur zum doppelten Preis auf der High-End-Plattform (dort allerdings unter anderem mit offenem Multiplikator und mehr PCI-Express-3.0-Lanes). In der Praxis sieht es allerdings nicht ganz so gut aus. Intel muss noch die Verfügbarkeit seiner Sechskerner in den Griff bekommen, um die UVPs im Handel erreichen zu können.
Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass auch Intels High-End-CPUs rund um Skylake-X gegenüber Broadwell-E als Konter zu AMDs Ryzen Threadripper pro Kern erheblich günstiger geworden sind. Statt knapp 1.800 Euro kosten zehn Kerne (Core i9-7900X) jetzt gut 900 Euro. Aufgrund der Architekturausrichtung auf Anwendungen und der günstigen Intel-Sechskerner sind die Skylake-X-CPUs für Spieler jedoch weniger empfehlenswert.
Preisentwicklung 2017: Arbeitsspeicher
So erfreulich die Preissenkungen im Bereich der Prozessoren sind, so schnell werden sie wieder durch steigende RAM-Preise aufgefressen. Schon 2016 stiegen die Kosten pro Gigabyte an, 2017 setzte diesen Trend fort. Gegenüber den günstigsten Angeboten für 16 GiByte große DDR4-Kits 2015 und den aktuellen liegen Steigerungen vom Faktor 2 bis 3. In den vergangenen 12 Monaten stiegen die Kits um weitere 44 bis 75 Prozent an. 16 GiByte DDR4 kosten derzeit mindestens 160 Euro, wobei sich vor allem 1.333 (DDR4-2666) und 1.600 MHz (DDR4-3200) schnelle Module aus Preis-Leistungs-Sicht lohnen.
Die Preissteigerungen sollen vor allem aufgrund des Speicherbedarfs im Smartphone- und Server-Bereich entstehen, den die DRAM-Hersteller priorisierten. Aus diesem Grund ist so bald nicht mit Senkungen zu rechnen. Eher darf man sich darüber freuen, wenn die RAM-Preise auf einem konstanten Niveau bleiben und nicht weiter ansteigen.
Preisentwicklung 2017: Grafikkarten
Eine regelrechte Achterbahnfahrt haben Grafikkarten dieses Jahr hingelegt. Hauptgrund dafür war das wachsende Interesse an der Krypto-Währung Ethereum, die aufgrund einer eigenen Programmiersprache und der Integration sogenannter Smart-Contracts nicht auf anwendungsspezifischen ASICs, sondern am effizientesten auf GPUs geschürft werden kann. Im späten Frühling nahm Ethereum an Fahrt auf, auf der Hardware-Messe Computex im Juni war die Krypto-Währung bereits in aller Munde.
Preisentwicklung XFX Radeon RX 580/8G GTS XXX Edition
Aus Effizienz- und Preis-Leistungs-Sicht eignete sich AMDs Polaris-10/20-GPU in Form der Radeon RX 480, 470, 580 und 570 am besten zum Ethereum-Mining. Die 500er-Serie hat aufgrund der hohen Nachfrage unter den Minern nie das Preisniveau ihres Vorgängers erreicht und war über Monate hinweg komplett ausverkauft. Auf Ebay wechselten sogar RX-480-Grafikkarten für 500 Euro und mehr den Besitzer. Zum Vergleich: Zum Jahresanfang kostete eine neue RX 480/8G nur 250 Euro. Während AMDs Polaris-10/20-GPUs ausverkauft und in größeren Mengen nur noch direkt im Zwischenhandel zu bekommen waren, wichen viele Miner auf Nvidias Angebot aus, vorwiegend auf die Geforce GTX 1070, da sich der GDDR5X-Speicher der größeren Modelle negativ auf die Hash-Rate in Ethereum auswirkt. Die Verfügbarkeit riss zwar nie komplett ab, die Preise stiegen jedoch von unter 400 auf 600 Euro und mehr. Entsprechend haben die Händler die GTX 1080 und GTX 1080 Ti in dem Zeitraum höher positioniert, teilweise wurden sie auch beim Schürfen kleinerer Krypto-Währungen wie Zcash eingesetzt.
Inzwischen hat sich die Situation wieder gebessert, aber noch nicht gänzlich regeneriert. Die Radeon RX 580 mit 8 GiByte Grafikspeicher ist wieder unter 300 Euro erhältlich, die Geforce GTX 1070 für etwas über 400 Euro. Die RX 570 hingegen bewegt sich weiterhin auf dem Niveau der RX 580/4G, sodass AMD derzeit keine Konkurrenz im Bereich der GTX 1050 Ti und GTX 1060/3G hat.

Oder 1x 8 GB bis die Preise wieder auf 150€ pro 32 GB gesunken sind und erst dann aufrüsten.
Wegen meiner Z68 Boardproblematik wollte ich mein wechsel zu Ryzen vorziehen, wäre halt "nur" der 1600(x) geworden statt der angepeilte 1700er, aber als ich mir dann die Preise für Ram (DDR4) angeschaut habe, habe ich zum ausweichen eben eine "alte" AM3+ Plattform verbaut, da kann ich den Ram zumindest weiter verwenden.
Man kann sich doch einfach nur 8 GB RAM kaufen, damit spart man rund 100 Euro beim PC-Bau, notfalls kann man später immer noch auf 16 GB aufrüsten, wenn die Preise wieder gesunken sind.
Die allermeisten Komplett-PCs haben bestenfalls 8 GB drinn, viele (gerade Laptops) oft auch nur 4 GB, also kann man mit 8 GB doch die nächsten Jahre sicher noch ganz gut auskommen und so viel Geld sparen und die Marktpolitik der immer höheren Preise somit nicht auch noch weiter unterstützen!
Was die Grafikkarten angeht, die sind anscheinend auch echt gestiegen im Preis, ich bezahlte für meine Asus ROG Strix Geforce GTX 1060 OC 6 GB Ende 2016 noch ca. 335 Euro, nun liegt dieser Karten manchmal bei rund 380 Euro, also eine echt gute Wertanlage gewesen!
Der CPU-Markt hat sich aber echt toll entwickelt, das verdanken wir aber einzig und alleine AMD, die mit ihren tollen Ryzen-CPUs endlich wieder CPUs zu fairen Preisen auf den Markt gebracht und Intel damit unter Druck gesetzt haben.
Angesichts des angespannten Grafikkartenmarkts lautet meine Devise "Einstellungen runterschrauben, Augen zu und durch! "
Denn bei jedem Boom kommt früher oder später die Rezession!