ARM-Übernahme durch Nvidia: Staaten und Behörden könnten es Nvidia schwer machen

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ARM-Übernahme durch Nvidia: Staaten und Behörden machen es Nvidia wohl schwer (1)
Quelle: Nvidia

Vergangenen Herbst wurde bekannt, dass Nvidia den britischen Chip-Entwickler ARM für 40 Milliarden US-Dollar übernimmt. Einem Bericht zufolge erweist sich der Übernahmeprozess gerade als überaus hürdenreich - nicht nur aus kartellrechtlichen Gründen.

Wie Nikkei Asia berichtet, ist die Übernahme ARMs durch Nvidia kein einfaches Unterfangen. Anscheinend hat der 40 Milliarden Dollar schwere Deal seit September Entscheidungsträger in den unterschiedlichsten Nationen auf den Plan gerufen. Angemeldet werden kartellrechtliche und nationale Bedenken. Letztlich hatte Nvidia die aber erwartet und für die Übernahme ein großzügiges Zeitfenster von 18 Monaten kommuniziert.

Als ARM 2016 von der Softbank Group übernommen wurde, gestaltete sich die Situation aus naheliegenden Gründen einfach. Der japanischen Bankengruppe hatten bis dahin zwar schon einige Techunternehmen angehört, aber noch kein Chip-Entwickler. Nun geht ARM an ein Unternehmen, das bereits mit anderen Chip-Herstellern wie Qualcomm, Intel, AMD oder Samsung Electronics in Konkurrenz steht. Entsprechend hoch sind die kartellrechtlichen Hürden.

So sollen Konkurrenten einem Bericht nach auch schon versucht haben, die Übernahme durch Lobbyarbeit bei amerikanischen Kartellbehörden zu torpedieren. Die Federal Trade Commission, die Wettbewerbsbehörde der USA, habe eine sogenannte zweite Anfrage verschickt. Darin sei Nvidia gebeten worden, der Kartellbehörde Einblick in interne Dokumente zu gewähren. Eine solche Aufforderung werde laut Bericht nur gestellt, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Einschränkung des fairen Wettbewerbs besteht. Darunter sei kein Veto zu verstehen. Experten werten die Anfrage des FTC allerdings als Zeichen, dass die Übernahme in den USA genaustens geprüft wird und sich in dieser Konsequenz hinzieht.

China fürchtet weitere Sanktionen

Auch in China soll man schon mit den Hufen scharren. Hintergrund sind Sanktionen der USA gegen chinesische Unternehmen. Wegen dieser Sanktionen darf zum Beispiel Huawei bestimmte US-Software und -Technologie nicht mehr nutzen. Zwar hatte ARM den Chinesen zugesagt, sie als britisches Unternehmen auch weiter zu beliefern. Trotzdem wächst in Reich der Mitte die Sorge, dass die US-Regierung die Zügel künftig anziehen könnte. Schließlich handelt es sich bei Nvidia um ein amerikanisches Unternehmen.

China habe für eine mögliche Verzögerungstaktik sogar einen gewissen Handlungsspielraum. So hält ARM an einem gemeinsamen Joint-Venture, ARM China, wohl nur 49 Prozent. Also müssten sich auch die chinesischen Behörden ausführlich mit der Übernahme befassen. Die Akquirierung der israelischen Mellanox Technologies, ebenfalls durch Nvidia, hatte man im Reich der Mitte 2018 wohl erst mit einiger Verzögerung genehmigt. Solche Klüngeleien wird sich Nvidia für seinen bisher größten Milliarden-Deal kaum wünschen.

Bedenken kommen aber auch aus Großbritannien. Hermann Hauser, Mitbegründer des in Cambridge ansässigen Chipdesigners, hat sich höchstselbst gegen die Übernahme ausgesprochen. In einem offenen Brief an den britschen Ministerpräsidenten betont er, dass ARM das einzig verbliebene Technologieunternehmen in Großbritannien sei, das eine führende Rolle im Bereich von Mikroprozessoren und Mobiltelefonen innehat. Er fordert die britische Regierung daher auf, den Deal nur unter engen Auflagen zuzustimmen.

Mehr zum Thema:Nvidia-CPUs durch ARM-Übernahme: Nvidia-Chef spricht über hauseigene CPU-Entwicklung

Wer sich der Übernahme noch alles in den Weg stellt, erfahren Sie in der Originalmeldung von Nikkei Asia. Nvidia hatte damals mitgeteilt, dass man dem bisherigen Besitzer 12 Milliarden US-Dollar in bar und weitere 21,5 Milliarden US-Dollar in Form von Nvidia-Stammaktien zahlt. Bei Abschluss wechseln dann 44,3 Millionen Aktien der Amerikaner den Besitzer. Zusätzliches Geld soll bei Erfüllung finanzieller Leistungsziele fließen sowie an die Mitarbeiter gehen.

Quelle: Nikkei Asia

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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Elthy Software-Overclocker(in)
        Zitat von Technologie_Texter
        Warum genau willst du das?
        Weil China (bzw. die kommunistische Partei) sonst gratis westliche Innovationen bekommen und diese direkt nutzen um ihre Macht auszubauen. Und das ist eine Bedrohung für alle freiheitsliebenden Menschen (auch normale chinesische Bürger, die sind die ersten Opfer der KPCh). Man muss da möglichst viele Steine ins Getriebe werfen, sonst überrennen die uns irgendwann.
      • Von Elthy Software-Overclocker(in)
        Zitat von Technologie_Texter
        Warum genau willst du das?
        Weil China (bzw. die kommunistische Partei) sonst gratis westliche Innovationen bekommen und diese direkt nutzen um ihre Macht auszubauen. Und das ist eine Bedrohung für alle freiheitsliebenden Menschen (auch normale chinesische Bürger, die sind die ersten Opfer der KPCh). Man muss da möglichst viele Steine ins Getriebe werfen, sonst überrennen die uns irgendwann.
      • Von Basileukum Software-Overclocker(in)
        Team Grün aus dem Elektroschrottkartell entwickelt sich super, alles bestens!

        Gerade gesehen, die Mittelklassegrafikkarte 3070 mit wahnsinnigen 8 gig VRam gibt es für unglaubliche 1200 Euro auf Amazon. Naja, die ist immerhin von Gigabyte und OC auch noch! Aber billiger geht auch, 950€! Das ist ein "gesunder" Markt, alles in Ordnung, weitergehen, hier gibt es NICHTS zu sehen!
      • Von Horst_Koehler Software-Overclocker(in)
        Zitat von Vinz1911
        Jaein, da die Telekom übergehen möchte zu einem Multi-Vendor Setup. Da passieren schon viele Dinge in die Richtung O-Ran um die Blackbox Technik loszuwerden. Access Disaggregation
        Daran sind alle Netzbetreiber beteiligt. Bis das umgesetzt ist, dauert es noch Jahre und es kostet nicht wenig. Zusätzlich zu den Kosten des Trilateralen Projekts bei dem auch erstmal auf die vielzitierte Black-Box Technik gesetzt wird. Daher ist das "totsanktionieren" der HW-Vendoren aus China mehr als fragwürdig.
        Zudem ist es wichtig zu verstehen, dass Open Ran nicht bedeutet dass nicht mehr auf Huawei gesetzt wird! Die Software erlaubt es nun mehrere Vendoren an einem Standort zu verbinden.
      • Von Gast1744967401
        Zitat von Horst_Koehler
        Na dann Gute Nacht Mobilfunk-Deutschland. Über 50% der Standorttechnik in Deutschland wird mit Huawei-Technik realisiert. Wenn Huawei "totsanktioniert" werden soll, wie du es forderst, dann gehen hier in Deutschland die Lichter aus. Wenig sinnvoll.....
        Jaein, da die Telekom übergehen möchte zu einem Multi-Vendor Setup. Da passieren schon viele Dinge in die Richtung O-Ran um die Blackbox Technik loszuwerden. Access Disaggregation
      • Von Horst_Koehler Software-Overclocker(in)
        Zitat von Elthy
        Eigentlich wäre das die ideale Gelegenheit ARM aufzuspalten. Einen Teil der weiter die Referenzkerne designt und damit Geld verdient, die Architekturen und Lizenzen sollten in Allgemeinbesitz übergeführt werden. Dann bräuchte man auch den RISC-V Kram nicht mehr...

        Vlt. sollte man aber China von der Nutzung ausschließen. Kopieren können die das trotzdem, aber sie würden es nicht exportieren dürfen und jedes daran beteiligte Unternehmen könnte wie Huawei totsanktioniert werden.
        Na dann Gute Nacht Mobilfunk-Deutschland. Über 50% der Standorttechnik in Deutschland wird mit Huawei-Technik realisiert. Wenn Huawei "totsanktioniert" werden soll, wie du es forderst, dann gehen hier in Deutschland die Lichter aus. Wenig sinnvoll.....
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