Supercomputer Top 500: AMD Frontier dominiert das Ranking vor Intel
Gerade erst ist die neueste Top 500 der derzeit weltweit schnellsten Supercomputer erschienen und nach wie vor dominiert hier AMDs Frontier mit über 1,2 Exaflops das Geschehen mit großem Abstand. Intels Aurora folgt mit Abstand auf Rang 2.
Gerade erst ist die neueste Top 500 der derzeit weltweit schnellsten Supercomputer erschienen und nach wie vor dominiert hier AMDs Frontier ("HPE Cray EX") auf Basis von Epyc 7003 ("Milan") und Instinct MI250 ("Aldebaran") mit über 1,2 Exaflops das Geschehen mit großem Abstand. Intels Aurora mit Xeon Max ("Sapphire Rapids") positioniert sich auf Rang 2, muss sich aber insbesondere im Hinblick auf die Effizienzwerte deutlich gegenüber AMDs Frontier geschlagen geben. Die Supercomputer spielen hier in zwei ganz unterschiedlichen Ligen.
AMD dominiert Intel bei der Effizienz
Intel konnte sich mit dem gemeinsam mit Argonne National Laboratory ("ANL"), einem der ältesten und größten Forschungsinstitute des Energieministeriums ("DoE") der Vereinigten Staaten, und Hewlett Packard Enterprise ("HPE") realisierten Aurora umgehend auf dem zweiten Platz in den Top 500 der weltweit schnellsten Supercomputer platzieren, doch das ist so nur die halbe Wahrheit. Die Leistungseckdaten sprechen derweil eine ganz andere Sprache.
Supercomputer - Top 500 (Quelle)
| CPUs | GPUs | Leistung (Rmax) | Leistungsaufnahme | |
|---|---|---|---|---|
| AMD Frontier HPE Cray EX |
Epyc 7A53 | Instinct MI250X | 1,206 Exaflops | 22.786 kW |
| Intel Aurora HPE Cray EX |
Xeon Max 9470 | Data Center GPU Max 1550 | 1,012 Exaflops | 38.698 kW |
Der AMD Frontier benötigt demnach knapp 18.900 kW, um eine Spitzenleistung von einem Exaflop zu erreichen, während Intels Aurora, welcher aktuell nach wie vor nicht vollständig in Betrieb genommen werden konnte, für dieselbe Rechenleistung mehr als 38.000 kW und damit doppelt so viel Energie aufwenden muss wie Frontier.
Quelle: Sven Bauduin
Dieser enorme Effizienzvorteil spiegelt sich auch in der ebenfalls gerade erschienen neuen Green 500 der aktuell weltweit effizientesten Supercomputer sehr deutlich wider. Hier belegt AMDs Frontier mit 52.927 Gigaflops pro Watt den elften Platz, während Intels Aurora mit 26.151 Gigaflops pro Watt lediglich den 42. Platz einnehmen kann. AMD dominiert auch bei der Effizienz pro CPU-Kern.
AMD führt Intel im HPC-Segment vor
Die Supercomputer aus dem HPC-Segment bestätigen damit noch einmal die Beobachtungen aus den Bereichen Desktop, High-End-Desktop ("HEDT"), Workstation und Server, denn auch hier liegen AMD Ryzen und Ryzen Threadripper und Epyc im Hinblick auf Leistung und Effizienz deutlich vor Intel Core und Xeon.
Es wird spannend zu sehen sein, ob sich Intel mit "Emerald Rapids" wieder etwas besser wird gegen AMDs kommende Epyc-Generation "Turin" wird aufstellen und im Hinblick auf Effizienz wird können. Nachfolgend noch die vollständige Top 10 der aktuell 500 schnellsten Supercomputer der Welt.
Quelle: Top 500 (Screenshot: PCGH)
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Quelle: Top 500


Das haben sie aber auch schon vor 14 Jahren bei "Jaguar" gemacht.
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Ich will zwar beide Stromrechnungen nicht zahlen müssen, wüsste aber ganz sicher, welche ich wählen würde, wenn es eine sein müsste
Ansonsten hätte intel bei Aurora doch auch mit einem 1:4 Verhältnis antreten können
Ich bin mal gespannt wie El Capitan performen wird.
In Deutschland (und möglicherweise auch international) darf man aber auch bei langlebigem Code die verkrusteten Strukturen nicht unterschätzen. Zumindest in einigen Bereichen wäre noch vor 10 Jahren die Frage "CUDA, AVX oder OpenCL?" daran gescheitert, dass es nicht für jedes dieser Formate einen Cobol-Compiler gibt. Um einen in der Vergangenheit teils für Mainframes software-technisch beschriebenen, wissenschaftlichen Zusammenhang noch einmal in neuen Code umzusetzen, bräuchte man nämlich Informatiker und unterstützende Fachwissenschaftler. Die müssten aus zusammengesparten Institutshaushalten finanziert werden – zu verschwendende Rechenzeit kann man dagegen auch projektbezogen bei zentralisierten Bundesstrukturen beantragen. Politiker schneiden halt lieber medienwirksam ein rotes Band vor Supercomputerracks durch, als irgendwo in Deutschland 1-2 Dauerstellen zu garantieren.
An Ponte Vecchio im Jahre 2024 übrigens nur noch das Packaging toll. Selbst Intel promoted seit 2022 lieber Gaudi 2 und 3, PV ist mittlerweile im EOL-Prozess. Große Lobeshymnen auf dessen Technik hat Intel 2021 geschwungen und der Rest der Welt sah zumindest endlich-einen-potenziellen Herausforderer für Nvidia. Aber schon damals war Ponte Vecchio spät dran. Als großer Segensbringer wurde er, entsprechend der ursprünglichen Ankündigungen, 2019/2020 betrachtet. Und das ja wohl zu Recht: Gegen Summit steht Aurora mindestens genauso gut da, wie Alder Lake gegen Ryzen 3000. Hätte Intel die beiden halt nur mal rechtzeitig veröffentlichten müssen.^^ Ähnliches gilt für die Xeon Max CPUs in Aurora. Klar, der HBM ist geil und weiterhin einzigartig – so einzigartig das Intel sie nicht einmal mit Emeralds Rapids anbietet, sondern es sich um 2021, zusammen mit Alder Lake, vorgestellte SPR-Technik handelt.
Aber heute? AMD befindet sich am Ende des Zen-4-Lebenszyklus, der nach Alder Lake begann, Intel selbst hat schon letztes Jahr die Werbetrommel für die Intel-3-Xeons gerührt und eigentlich sollten Großrechner seit 2022/23 Rialto Bridge nutzen. Wo bleibt eigentlich Falcon Shores? Beziehungsweise was wird jetzt gerade unter dem Namen versprochen? Aurora kann noch von Glück sagen, dass er jetzt endlich mal gut genug funktioniert, dass er sich "nur" mit dem gut eingefahrenen Frontier messen muss. Aber heute aktuelle Technik ist eigentlich die, die gerade für El Capitan aufgebaut wird. Aurora wurde im letzten Jahrzehnt geplant und auch wenn einige Specs deutlich übertroffen wurden, gehört er der 10-nm-Generation von 2020/21 an.
(Eine HEDT-CPU mit 64 GiB Cache fände ich aber trotz des Alters geil, wenn Intel die mal – bezahlbar – für Xeon-W-4677-Platinen anbieten würde. Die DDR5-Kanäle kann man ja für Optane-DIMMs recyclen, PCI-E-5.0-SSDs sind sooo Mainstream.^^)
Intel hat Glück, dass die Nachfrage für NVidia Produkte und auch AMDs MI300 Series so hoch ist das ihre Data Center Produkte für so manchen eine Alternative darstellen. Und tatsächliche Verfügbarkeit in größerem Umfang spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Selbst wenn man das "Geld hat", kann man nicht einfach so sagen wir mal 1000 Hopper oder MI300 kaufen. Das ist alles mit Allocation/Wartezeit verbunden. Ausser man bedient sich auf dem "Gebraucht/Gray Market". Und auch der hat nicht "unendlich" Kapazitäten verfügbar.
Ansonsten hätte intel bei Aurora doch auch mit einem 1:4 Verhältnis antreten können
Ich bin mal gespannt wie El Capitan performen wird.