Sicherheitslücken im UEFI von Ryzen-APUs: AMD verteilt AGESA-Update

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Sicherheitslücke im UEFI von Ryzen-APUs: AMD verteilt AGESA-Update (1)
Quelle: AMD

Um Sicherheitslücken im UEFI auszuräumen, die Chips mit integrierter Grafikkarte - sogenannte APUs - betreffen, hat AMD neue AGESA-Versionen angekündigt. Die Schwachstellen sind anscheinend nur vor Ort auszunutzen und ohne großen Aufwand zu beheben.

AMD hat Sicherheitslücken in verschiedenen UEFIs eingeräumt. Betroffen sind Prozessoren mit integrierter GPU, sogenannte APUs, die zwischen 2016 und 2019 veröffentlicht wurden. Raven Ridge und Picasso fallen damit als Teil der Ryzen-2000- und Ryzen-3000-Serie unter die beanstandeten Prozessoren, ebenso ältere Bristol Ridge-APUs, die noch mit einem FX-Kürzel unterwegs waren. Genaue Modelle benennt AMD in seiner Ankündigung nicht, betroffen seien Client- und Embedded-APUs.

Bei Renoir-Systemen, etwa Ryzen 4000 Mobile, scheint über das UEFI bereits kein illegales Eindringen mehr möglich zu sein. Laut AMD wurde die Mehrheit der Mainboard-Anbieter bereits mit einer neuen AGESA-Version versorgt, weshalb man guter Dinge sei, dass entsprechende BIOS-Versionen bis Ende des Monats von den Partnern ausgeliefert werden.

Lücke wohl keine große Sache

Die Sicherheitslücken werden als CVE-2020-12890 geführt. Sie ermöglichen anscheinend das Ausführen von Code im System Management Mode (SMM). Hacker können, wenn sie wollen, also sämtliche Schutzmaßnahmen aushebeln. Um die Sicherheitslücken auszunutzen, muss man allerdings auch physisch präsent sein oder Administratorrechte innehaben.

Besteht dieser Zugang, seien Schutzvorkehrungen jedoch recht mühelos zu umgehen. Umgekehrt hat sich AMD wohl nicht groß verrenken müssen, um die unerwünschte Zugriffsmöglichkeit aus der Welt zu schaffen. Der Entdecker der Schwachstellen, Sicherheitsforscher Danny Odler, dankt sowohl AMD als auch Asrock in seinem Blog-Artikel für ihr schnelles Vorgehen. "Good words also to AMD and ASRock for their fast response and quick fix release."

Ebenfalls interessant: Ryzen 3000 "Refresh": Mainboard-Hersteller unterstützen die XT-Modelle [Update]

Wegen der neuen Ryzen-3000-Prozessoren liefern Mainboard-Hersteller gerade einige neue BIOS-Versionen aus. BIOSe auf Basis der AGESA ComboV2 1.0.0.2 bedienen Mainboards mit X570- und B550-I/O-Hub, BIOSe mit der AGESA ComboV1 1.0.0.6 sind für Platinen, die noch einen X470, B450, X370, B350 und A320 nutzen.

Quelle: AMD

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    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Infi1337 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Freakless08
        Welche meinst du? Falls du die Spectre Varianten oder die Managemet Engine meinst, diese sind jedenfalls noch nicht Hardwareseitig geschlossen, sondern nur die Erkennungsmuster werden Softwareseitig blockiert.
        Doch sind sie, nur nicht alle. Nicht jede kann mit Software Workarounds und Microcode geschlossen werden. HT kann ähnlich wie DDR4 bei Rowhammer seine Verhaltensweise nicht so ändern das sie bei jeder Angriffsmethode bezüglich Sidechannelattacks immun ist, vor allem wenn jemand am PC selbst sitzt. De fakto hat Intel diese umfassende Forschungsarbeit aber mit finanziert, AMD hier nicht soweit ich das sehe.

        Zitat von Freakless08
        Das mit der Timeline ist bei jeder gefundenen Sicherheitslücke der Fall. Wäre auch blöd, wenn man die Sicherheitslücke sofort veröffentlichen würde und die Firmen hätten keine Möglichkeit das anzuschauen und zu fixen. Bei den Whitehats sind das glaube ich 60 Tage nach Meldung an die betroffene Firma, bis dann die Sicherheitslücke/Exploit von den Findern selbst veröffentlicht wird.
        Nein ist nicht bei jeder Sicherheitslücke der Fall, liegt in der Hand des Entdeckers und wer da mit drin hängt. Was soll das für eine Argumentation sein ?

        Er lobte auch noch das AMD "schnell" an Öffentlichkeit gegangen ist, das mussten sie eben weil die Timeline ablief. AMD wusste ebenfalls logischerweise schon länger von dieser Sache, fast zwei ein halb Monate.

        Zitat von takan
        sowie ic hdas mitbekomm hab wollte intel denen rechtlich an kragen das die ihre ergebnisse nicht wie vertraglich vereinbart veröffentlichen sondern stillschweigen betreiben.
        nur doof das es eine europäische uni war.
        Totaler Schwachsinn, wie gewohnt. Die sind verträglich verpflichtet zu melden, weil Intel mit Sponsor ist. Verträge gelten auch in Europa.
        Intel hat schlicht nicht alle Lücken schließen können für eine Generation die schon auf dem Weg in den Handel war bzw. diese nicht gestoppt, das hat zwischen den Parteien zu Irritationen geführt wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
      • Von Infi1337 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Freakless08
        Welche meinst du? Falls du die Spectre Varianten oder die Managemet Engine meinst, diese sind jedenfalls noch nicht Hardwareseitig geschlossen, sondern nur die Erkennungsmuster werden Softwareseitig blockiert.
        Doch sind sie, nur nicht alle. Nicht jede kann mit Software Workarounds und Microcode geschlossen werden. HT kann ähnlich wie DDR4 bei Rowhammer seine Verhaltensweise nicht so ändern das sie bei jeder Angriffsmethode bezüglich Sidechannelattacks immun ist, vor allem wenn jemand am PC selbst sitzt. De fakto hat Intel diese umfassende Forschungsarbeit aber mit finanziert, AMD hier nicht soweit ich das sehe.

        Zitat von Freakless08
        Das mit der Timeline ist bei jeder gefundenen Sicherheitslücke der Fall. Wäre auch blöd, wenn man die Sicherheitslücke sofort veröffentlichen würde und die Firmen hätten keine Möglichkeit das anzuschauen und zu fixen. Bei den Whitehats sind das glaube ich 60 Tage nach Meldung an die betroffene Firma, bis dann die Sicherheitslücke/Exploit von den Findern selbst veröffentlicht wird.
        Nein ist nicht bei jeder Sicherheitslücke der Fall, liegt in der Hand des Entdeckers und wer da mit drin hängt. Was soll das für eine Argumentation sein ?

        Er lobte auch noch das AMD "schnell" an Öffentlichkeit gegangen ist, das mussten sie eben weil die Timeline ablief. AMD wusste ebenfalls logischerweise schon länger von dieser Sache, fast zwei ein halb Monate.

        Zitat von takan
        sowie ic hdas mitbekomm hab wollte intel denen rechtlich an kragen das die ihre ergebnisse nicht wie vertraglich vereinbart veröffentlichen sondern stillschweigen betreiben.
        nur doof das es eine europäische uni war.
        Totaler Schwachsinn, wie gewohnt. Die sind verträglich verpflichtet zu melden, weil Intel mit Sponsor ist. Verträge gelten auch in Europa.
        Intel hat schlicht nicht alle Lücken schließen können für eine Generation die schon auf dem Weg in den Handel war bzw. diese nicht gestoppt, das hat zwischen den Parteien zu Irritationen geführt wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
      • Von SIR_Thomas_TMC Software-Overclocker(in)
        Zitat von Casurin
        Falsch. physischer Zugang ist eine Möglichkeit, Adminrechte reichen aber genauso aus. Adminrechte auf einen kleinen Teil des Systems zu erhalten (oder auch über eine VM) ist recht einfach.
        Stimmt, hatte ich beim Schreiben wieder vergessen. Steht aber da. Damit ist es dann auf jeden Fall sinnvoll, das zeitnah zu patchen.
      • Von SIR_Thomas_TMC Software-Overclocker(in)
        Lob an den Autor für die sachliche Information schon im Kopftext! Sicherheitslücke ja, aber physicher Zugang vor Ort notwendig, daher als objektiv bewertete Sicherheitslücke nur ein minimales Sicherheitsproblem.
        So finde ich Artikel korrekt und informativ gemacht, Danke!

        Und zwar egal ob AMD oder Intel.
      • Von takan BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Infi1337
        Immer schön mit zweierlei Maß messen .
        Intel hat die Gruppe teils finanziert und kam nicht zu Potte bzw. konnte nicht alle Lücken hardwareseitig schließen.
        Der Firmware-Exploit hier stammt tatsächlich von einer privat Person, man musste an die Öffentlichkeit da ihnen natürlich eine Timeline gesetzt wurde.
        sowie ic hdas mitbekomm hab wollte intel denen rechtlich an kragen das die ihre ergebnisse nicht wie vertraglich vereinbart veröffentlichen sondern stillschweigen betreiben.
        nur doof das es eine europäische uni war.
      • Von Rollo3647 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Freakless08
        Die CVE ist vom 15. Mai. Wo sind das 2,5 Monate?
        Zeitleiste-
        AMD -2020–0039 - Zugewiesen als CVE-2020–14032; Schweregrad hoch; 2/4/20 gemeldet; 16/4/20 als Sicherheitslücke genehmigt; 8/6/20 feste Version veröffentlicht.
        AMD -2020–0040 ; Schweregrad hoch; 2/4/20 gemeldet; 16/4/20 als Sicherheitslücke genehmigt; Noch nicht behoben.
        AMD -2020–0041 ; Schweregrad hoch; 2/4/20 gemeldet; 16/4/20 als Sicherheitslücke genehmigt; Noch nicht behoben.
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