Sammlerstück: "Die seltenste x86-CPU, die man besitzen kann"

32
News Sven Bauduin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Sammlerstück: "Die seltenste x86-CPU, die man besitzen kann"
Quelle: konkretor

Der zwischen 1993 und 1998 entwickelte und nur ein Jahr später eingestellte Rise mP6 von Rise Technology ist einer der seltensten x86-Prozessoren überhaupt und daher bei Sammlern begehrt. CPU-Enthusiast "konkretor" zeigt sein Prachtstück.

Das US-Unternehmen Rise Technology wurde im Jahre 1993 mit dem Ziel gegründet, einen konkurrenzfähigen x86-Prozessors mit besonderen Stromsparmechanismen zu entwickeln und zu produzieren. Der zwischen 1993 und 1998 entwickelte und nur ein Jahr später wieder eingestellte Rise mP6, welcher in insgesamt fünf Ausbaustufen erschienen ist, gilt als eine der seltensten x86-CPUs überhaupt und ist daher bei Sammlern äußerst begehrt. Der CPU-Enthusiast konkretor, der auch in einschlägigen Computerforen bekannt ist, zeigt sein Prachtstück.

Rise mP6 Quelle: konkretor Bei dem Rise mP6 von konkretor, zu dem auch der Autor dieser News ein gutes Verhältnis pflegt, handelt es sich um das Modell mit einer Taktfrequenz von 200 MHz und einem Front Side Bus ("FSB") von 95 MHz, das ein sogenanntes Pentium-Rating eines Intel Pentium II mit 266 MHz ("PR266") besitzt. Die TDP des Prozessors beziffert sich auf 8,5 Watt, während der Preis etwa 70 US-Dollar betrug.

Ich denke, das ist die seltenste x86-CPU, die man als Sammler besitzen kann. - konkretor, CPU-Enthusiast -

Der Rise mP6, welcher wie der AMD K6-II und K6-III im Super Sockel 7 installiert wurde, besaß ein Design mit insgesamt drei Pipelines und konnte so beispielsweise drei MMX-Instruktionen pro Taktzyklus ausführen. Auch die Fließkommaeinheit, die sogenannte Floating Point Unit ("FPU"), war außerdem in einem Pipeline-Design ausgelegt, was damals eine vergleichsweise hohe Leistung zur Folge hatte.

Rise mP6 Quelle: konkretor Besonders im Vergleich zur WinChip-Serie von Centaur Technology sowie den 6x86MX und 6x86MII von Cyrix konnte der Rise mP6 durch eine vergleichsweise hohe Performance bei guter Effizienz überzeugen und ist heute auch aufgrund seines kurzen Produktionszeitraums ein begehrtes Sammlerstück.

Die beiden schnelleren Modelle, der Rise mP6 PR333 mit 240 MHz sowie der schnellste Rise mP6 PR366 mit 250 MHz kamen am 26. Mai 1999 schon nur noch als Samples auf den Markt und schafften es nicht mehr in den Verkauf. Rise Technology wurde anschließend vom chinesischen Unternehmen SiS übernommen.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Um zu kommentieren, müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie bisher noch keinen Account haben, könnten Sie sich hier unverbindlich registrieren. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die geltenden Forenregeln.

Quelle: konkretor

32
    • Kommentare (32)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Ion_Tichy Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Bristol Ridge, Covington-Celerons, sämtliche AM1 und Kaby Lake X fallen umgekehrt in die Kategorie: "Jeder hätte sie haben können, aber wieso hätte sie jemand haben wollen?"

        Ui, ich habe noch 2 mini Pcs mit AM1, allerdings schon länger nicht mehr in Benutzung. Win 10 läuft doch arg zäh.
        Einmal ein Athlon 5350 und ein Sempron 3850, jeweils in einem mini ITX Gehäuse MS-Tech MC-80.
        Die Boards waren damals unfassbar billig, ich glaube so um die 30€.
        Vielleicht spiele ich nochmal ein Linux auf.
      • Von Ion_Tichy Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Bristol Ridge, Covington-Celerons, sämtliche AM1 und Kaby Lake X fallen umgekehrt in die Kategorie: "Jeder hätte sie haben können, aber wieso hätte sie jemand haben wollen?"

        Ui, ich habe noch 2 mini Pcs mit AM1, allerdings schon länger nicht mehr in Benutzung. Win 10 läuft doch arg zäh.
        Einmal ein Athlon 5350 und ein Sempron 3850, jeweils in einem mini ITX Gehäuse MS-Tech MC-80.
        Die Boards waren damals unfassbar billig, ich glaube so um die 30€.
        Vielleicht spiele ich nochmal ein Linux auf.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Covington @600 dagegen dürfte immer noch hinter einem 350er Stock-Pentium gelandet sein. Der erste Celeron war halt einfach ein Billig-Produkt, dass durch weglassen des externen Caches entstand.
        Ja, wenn eine CPU bei 300 MHz Däumchen dreht, weil keine Daten da sind, dreht sie bei 600 MHz halt schneller Däumchen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von GreenBlue19
        Ja gut, den Fehler eine cpu komplett ohne L2 cache zu bringen hat Intel natürlich nur einmal gemacht, die anderen cpu Hersteller zu der Zeit haben das gar nicht erst angefangen, mit covington bestückte Systeme waren wohl auch eher für internet/office systeme gedacht aufgrund der schwachen Leistung, und irgendwo muss sich der enorme Aufpreis für ein System mit P2 dann ja auch gelohnt haben

        Interessant für OC bleibt es halt aus irgendwelchen billig cpus ein ordentliches Leistungsplus raus zu quetschen, die Sockel 775 Pentium dual cores waren in der Hinsicht ja auch sehr beliebt
        Das Leistungsplus bei Covington kann man als "zweimal Null ist immer noch Null" beschreiben. Mendocino war, wie bekannt ist, eine ganz andere Nummer. Der hatte pro Takt keinen so großen Rückstand auf die PII und ließ sich absolut betrachtet höher Takten, 300A @600 konnte einen Deschutes @500 schlagen. Covington @600 dagegen dürfte immer noch hinter einem 350er Stock-Pentium gelandet sein. Der erste Celeron war halt einfach ein Billig-Produkt, dass durch weglassen des externen Caches entstand. Soweit ich weiß, war der damals für Intel relativ teuer, da komplett von außen eingekauft und das in der allerhöchsten Qualität, die überhaupt aufzutreiben war, denn der SRAM musste ja den vollen Prozessortakt mitmachen. Der Takt sämtlicher Pentium II und die Katmai III war zeitlebens nur durch den externen Cache limitiert und ich habe später sogar gehört, dass eine italienische Firma in Kleinserie die Chips gegen wirklich exklusive ausgetauscht und Pentium II >500 MHz verkauft hat. Bei Covington hat Intel den ganzen Zirkus halt gestrichen und nur den Kern verbaut – viel billiger, aber auch viel langsamer und zu Recht von allen Anwendern gehasst. Für Rekord-OC sind die auch nur interessant, weil man die Taktzahl ohne Ballast so leicht steigern kann, aber schnell wird er dadurch nicht. (Und reale Nutzer seinerzeit hatten auch gar nicht die nötigen Boards für solche Steigerungen.)

        Übrigens haben damals alle anderen x86-Hersteller ausschließlich CPUs ohne L2 gebracht, denn der war im (Super) Sockel 7 (und vor dem K6-III) ja Sache der Mainboard-Hersteller.

        Zitat von SLBBD
        So ein gutes Stück habe ich auch noch im Regal (SLGPG). Ich meine auch, mich daran zu erinnern, dass dereinst auf Tom'sHardware eine P4 Northwood CPU mit 3,0 GHz bei 400 MHz FSB vorgestellt wurde, für die es nicht mal eine sSpec gab (wurde dort deshalb als Ghost CPU bezeichnet). Hätte ich gerne gehabt, aber schon damals nirgends gefunden...
        "400 MHz" FSB oder "FSB 400"?
        Letzteres, also 100 MHz quadpumped, wäre nur der große Bruder zum Aufrüster-P4-2,8 GHz* gewesen (nachgeschobenes Northwood A Modell für 1st-gen-Sockel 478-Besitzer. Nicht zu verwechseln mit dem ein paar Monate früher als Topmodell der 2. Gen erschienen Northwood B "Pentium 4 2,8 GHz" mit FSB533 oder dem später Pentium 4 HT 2,8 GHz als Northwood-C-Mittelklasse mit FSB800 veröffentlichten). Laut Wikipedia/CPU-World mit sSpec SL6YH und SL74Q versehen, auch wenn nie offiziell verkauft. Also eine ähnliche Lage wie beim P4 680 – nur dass letzterer keine langweilige Backport-SKU für alte Boards war, sondern die erste offizielle "4 GHz CPU", die Jahre vor dem FX 8150 von unabhängiger Seite getestet (und kurz danach gecancelt) wurde.
        400 MHz FSB wäre dagegen ein Hammer. Selbst bei den Extrem-Übertaktern habe ich auf die schnelle nur einen Northwood gefunden, der das mitmacht. Die meisten sind (natürlich auch durch den Multi) auf 250 bis maximal 300 begrenzt. Offiziell gab es 400 MHz erst bei den aller letzten Core 2 Quad.

        *: Nachgeschobenes Northwood A Modell für 1st-gen-Sockel 478-Besitzer. Nicht zu verwechseln mit dem ein paar Monate früher als Flaggschiff der 2. Gen erschienen Northwood B "Pentium 4 2,8 GHz" mit FSB533 oder dem später folgenden Pentium 4 HT 2,8 GHz als Northwood-C-Mittelklasse mit FSB800 veröffentlichten. Damals gab es halt noch keine x-fachen Rebrands mit kryptischen Pseudonamenssystemen, sondern einfach nur "Produktreihe + Takt" und "2,8" Ghz sowie "2,4" GHz ergaben sich halt sowohl in der FSB800- als auch FSB533- als auch, nachträglich, in der FSB400-Generation.
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Hier hat einer die CPU gegen andere 233 MHz Vertreter antreten lassen. In Doom gewinnt der RISE, in Quake der Pentium MMX.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von GreenBlue19 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Mega-Zord
        Das Teil ist bei mir nicht in einem Produktiv-System verbaut. Das war ein einmaliger LAN-Party-Spaß. Wir machen zwei Mal pro Jahr eine Retro-LAN und ich habe eigentlich immer einen anderen Rechner extra für einen Event gebaut. Die meisten davon habe ich noch rumstehen.

        Klar geht UV mit der CPU gut, aber das war nicht das Ziel in einer Gaming-Kiste. Auf dem ITX-Board mit dem kleinen Kühler wurde die CPU mit leichten undervolting mit 4 GHz betrieben. Die andere CPU war mal in einer größeren Kiste (https://geizhals.de/wishl...) mit AiO. Dort waren sogar 4,2 GHz möglich mit standard VCore. Ich glaube es waren am Ende aber trotzdem unter 100 Watt bei Prime95. Jetzt kommt da aber ein Devils Canyon rein, weil ich nicht zwei Broadwell-Desktops brauche.
        Ja als Spaßprojekt kann man sowas ja mal machen, aber damit heutzutage noch produktiv zu arbeiten wird wohl etwas schwierig werden je nachdem was es sein darf, und mit aktuellen Spielen wird die olle cpu eben auch ordentlich zu knabbern haben, kann man vielleicht noch nen guten 2400 mhz DD3 Ram und vielleicht ne m.2 ssd rein knallen wenns das MB zulässt, aber dann sind halt die Möglichkeiten schon ziemlich am Ende leider
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk