Problem für Intels 18A? IMEC analysiert Temperaturprobleme durch BSPDN

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Problem für Intels 18A? IMEC analysiert Temperaturprobleme durch BSPDN
Quelle: Intel

Simulationen der IMEC sprechen dafür, dass die rückwärtige Chipverdrahtung, die mit Intels 18A debütiert, deutlich höhere Hotspot-Temperaturen verursacht. Im schlimmsten Fall ist von einem Anstieg um 14 °C die Rede.

Im kommenden Jahr dürfte es in der Halbleiter-Fertigung zu einem Schlagabtausch zwischen TSMC und Intel kommen. Beide Unternehmen wollen dann mit ihrer Fertigungen vom Typ N2 bzw. 18A erstmals auf GAA-Transistoren setzen und damit um Auftragskunden buhlen. Dafür setzt Intel zugleich noch auf eine weitere, große Änderung am Fertigungsprozess: Nachdem die 20A-Fertigung eingestampft wurde, wird 18A der erste Prozess, bei dem die Energieversorgung von der Oberseite des Chips auf die Unterseite wandert.

Besser, aber wärmer

Ebendiese Technik heißt Backside Power Delivery Network (BSPDN), wird von Intel aber als Power Via vermarktet. Durch die Änderung wird die Versorgung und Verschaltung der Transistoren verbessert werden, was wiederum dem Maximaltakt und der Packdichte zugutekommen soll. Eine vom Mikroelektronik-Forschungszentrum IMEC erstellte Analyse weist aber im Vorfeld auf mögliche Probleme durch BSPDN / Power Via hin - denn durch die neue Chipverdrahtung kommt es verstärkt zu Hotspots.

Durch die tendenziell dickeren Leistungsverbindungen wird ein Gutteil der Wärme nach unten geleitet. Quelle: IMEC Durch die tendenziell dickeren Leistungsverbindungen wird ein Gutteil der Wärme nach unten geleitet. Die Erkenntnisse der IMEC basieren dabei auf Simulationen. Für diese wurde ein Testchip mit 80 nicht näher genannten ARM-Kernen im zukünftigen A10-Prozess mit BPSDN als Ausgangsbasis genommen. Im simulierten Szenario lag die Temperatur dabei um 10 bis 14 °C über einem Prozess mit regulärer Verdrahtung. Als Grund dafür wird der zusätzliche Wärmepfad genannt. Die Wärme wird weiterhin hauptsächlich nach oben abgeführt. Unter dem Chip erzeugte oder zunächst dorthin abgeleitete Wärme muss dafür durch zusätzliche Schichten gelangen und ist damit einem höheren, thermischen Widerstand ausgesetzt.

Als beste Gegenmaßnahme wird die Unterbringung einer möglichst dicken Leitungsplatte unter dem Chip genannt. Allein mit einer 6 µm dicken Kupferplatte könnte der Anstieg auf 'nur' noch knapp 6° C beschränkt werden. Quelle: IMEC Als beste Gegenmaßnahme wird die Unterbringung einer möglichst dicken Leitungsplatte unter dem Chip genannt. Allein mit einer 6 µm dicken Kupferplatte könnte der Anstieg auf "nur" noch knapp 6° C beschränkt werden. Glücklicherweise gibt es laut der IMEC einige Wege, um die Temperaturerhöhung in den Griff zu bekommen. Besonders effektiv ist das Einbringen einer Groundplane/Kupferplatte im Bereich der Leistungsverbindungen. Dadurch kann die Wärme schnell in horizontaler Richtung verteilt und die Hotspot-Temperatur reduziert werden. Darüber hinaus sollen auch der Einsatz von besonders vielen Leitungen zur Verdrahtung, von besseren Wärmeleitern und ein optimiertes Bonding die Temperatur senken können. Im Vergleich zur erstgenannten Maßnahme sind hier aber nur kleine Verbesserungen zu erwarten. Und selbst mit allem gemeinsam kann der Temperaturanstieg vermutlich nur auf fünf Grad begrenzt, aber nicht gänzlich annulliert werden.

Das wahre Ausmaß der Hotspots zeigt sich laut der IMEC nur bei einer hohen Simulationsauflösung. Das dürfte die Chipentwicklung weiter verkomplizieren. Quelle: IMEC Das wahre Ausmaß der Hotspots zeigt sich laut der IMEC nur bei einer hohen Simulationsauflösung. Das dürfte die Chipentwicklung weiter verkomplizieren.

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Kritisch für die Chipentwicklung, und damit womöglich auch für Intel, dürfte dabei die Größe der Hotspots sein. Das Problem zeigt sich offenbar nur bei sehr kleinen Simulationsauflösungen. Diese werden in der frühen Entwicklung aber offenbar nicht immer beachtet, sodass es schlimmstenfalls zu nachträglichen Korrekturen kommen könnte. Ob Temperatur-Hotspots für Intels 18A-Technik tatsächlich ein Problem werden, lässt sich im Voraus aber natürlich kaum abschätzen. Schon Samsungs früher Wechsel auf GAA-Transistoren hat aber gezeigt, dass der frühe Einsatz einer Technik nicht immer ein Vorteil sein muss. Grundsätzlich ist die Entwicklungsrichtung aber klar, denn auch bei TSMC steht BSPDN auf dem Plan - ab 2026.

Wird BSPDN für Intels 18A ein nennenswerter Vorteil sein? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.

Quelle: IMEC (IEDM 2024)

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Wird schon Probleme und Herausforderungen geben, sonst wär Pat nicht gegangen.
        Die Probleme gibts zwar in jeder Prozess-Generation, aber sie sind halt aktuell völlig unbrauchbar beim Wechsel ins Foundry Business.

        Nur zur Info: Samsung versucht schon seit bald 5 Jahren ihren GAA Prozess serienreif zu bekommen und ist inzwischen in der "3. Generation" angekommen - aber die Yields scheinen katastrophal zu sein.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Wird schon Probleme und Herausforderungen geben, sonst wär Pat nicht gegangen.
        Die Probleme gibts zwar in jeder Prozess-Generation, aber sie sind halt aktuell völlig unbrauchbar beim Wechsel ins Foundry Business.

        Nur zur Info: Samsung versucht schon seit bald 5 Jahren ihren GAA Prozess serienreif zu bekommen und ist inzwischen in der "3. Generation" angekommen - aber die Yields scheinen katastrophal zu sein.
      • Von BigBoymann BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Bummsbirne
        Verbrannte 9800x3d würden deshalb "vergessen", weil es sich da um Montagefehler des/der Nutzer handelte.
        Es ging ja auch eher um die Headlines von PCGH, die ja auch in dem Fall klar negativ für AMD ist, nur weil die beiden Nutzer sich über die Behandlung von Intel beschwert haben.
      • Von GamesM Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Bummsbirne
        Verbrannte 9800x3d würden deshalb "vergessen", weil es sich da um Montagefehler des/der Nutzer handelte.
        Es war meines Wissens sogar nur ein Nutzer, der lieber die Finger von HW lassen sollte.
      • Von Bummsbirne Software-Overclocker(in)
        Verbrannte 9800x3d würden deshalb "vergessen", weil es sich da um Montagefehler des/der Nutzer handelte.
      • Von BigBoymann BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PKD-NeXuS
        Wieder einmal eine auf Klicks ausgelegte Headline.
        Sehe ich tatsächlich anders, ggfls. könnte man 18A als Schlagwort rausnehmen, dürfte aber schon so speziell sein, dass es kaum auf Klicks ausgelegt ist, denn wieviele Menschen können mit 18A was anfangen?

        "Intel in Problemen, neue Fertigung vor heißen Problemen" wäre Klickbait

        Zitat von PKD-NeXuS
        Diese treffen Intel mit 18A genauso wie TSMC mit ihrem A16-Prozess, der im Frühjahr angekündigt wurde.
        Steht auch so im Artikel, in der Headline wird sogar der Begriff Backside Power Delivery genutzt, womit nicht einmal Intels Name dafür aufgegriffen wird.

        Zitat von PKD-NeXuS
        Mit Wärmeleitplatten aus Kupfer, besserem Bonding, anderen Materialien leicht zu entschärfen
        Wohl eben nicht vollumfänglich, 5° sind schon beachtlich, wenn man überlegt, dass wir hier 2-3° feiern als wenn es kein Morgen mehr gäbe und dafür freiwillig flüssiges Metall auf CPU und GPU schmieren.
        Zitat

        Und selbst mit allem gemeinsam kann der Temperaturanstieg vermutlich nur auf fünf Grad begrenzt, aber nicht gänzlich annulliert werden.
        Zitat von PKD-NeXuS
        Das alles steht auch im Text, aber warum muss aktuell immer Intel!!! und Problem!!! fett im Titel stehen?
        Naja, aktuell ist Intel der einzige der es zeitnah anbieten wird und es gab doch auch genug Artikel die PowerVIA groß angekündigt haben, genauso gab es viele viele Artikel die sehr überschwänglich von den neuen Fertigungen und dem straffen Zeitplan berichtet haben. Aber ich habe ohnehin das Gefühl, dass hier einige Nutzer positive Theman gar nicht wahrnehmen, negative Themen als Klickbait zerreissen wollen, während bei der Konkurenz (mir ist es dabei egal, ob AMD/INTEL; INTEL/AMD; NVIDIA/AMD; AMD/NVIDIA) immer nur die positven Themen gelesen werden, während bspw. "verbrannte 9800X3D CPUS" einfach vergessen werden.

        PCGH ist nunmal ein Online Magazin was seltsamerweise Geld verdienen muss und demnach Klicks generieren muss. Ja, ich finde viele Artikel sehr schlecht recherchiert und teilweise einfach nur abgeschrieben (so wie hier); noch schlimmer finde ich Anzeigen als Artikel versteckt; aber die Artikelheadline ist noch das kleineste Problem an der Sache!
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