Im Juli 2007 hatte PCGH schon einmal eine Wärmebildkamera im Testlabor. Damals prüften wir, welchen Effekt es hat, wenn ein CPU-Lüfter ausfällt bzw. der komplette Kühler abfällt.
Die verwendete Wärmebildkamera.
Passend zum Thema Wärmebildkamera zeigen wir Ihnen heute erneut einen Artikel, der damals vielleicht etwas untergegangen ist. Wir empfehlen vor allem den Verlauf der Operation in der Bildergalerie.
Was passiert eigentlich, wenn im laufenden Betrieb der CPU-Lüfter aus- oder gar der komplette Kühler abfällt? Zugegeben: letzteres passiert im Alltag eher selten, wenn der Monteur beim Einbau nicht gerade betrunken war. Dennoch wagen wir gespannt das Experiment - und dokumentieren jeden Schritt mit der Wärmebildkamera.
Als Opfer wählten wir einen Athlon 64 X2 4600+ (TDP: 65 Watt), der mit 2,1 GHz leicht untertaktet lief. Für diesen Prozessor sieht AMD eine maximale Gehäusetemperatur von 72 Grad vor - wir wollen sehen, ob wir das toppen können... Theoretisch sollte sich das System automatisch abschalten, wenn ihm zu warm wird. In der Praxis funktioniert dies aber nicht immer, wie nicht nur Kollege Stöwer aus leidvoller Erfahrung berichten kann.
Keine Last, Lüfter auf 12V: Noch ist alles kühl
Wir lassen es zunächst harmlos angehen. Der PC bootet, wie er es immer tun sollte: mit sauber montiertem AMD-Standardkühler, dessen Lüfter mit 12 Volt betrieben wird und die unbelastete CPU so auf knapp unter 30 Grad Celsius kühlt. Er soll sich an diesen Zustand aber nicht gewöhnen: Zwei Instanzen "Prime 95" sorgen im nächsten Schritt für volle Last, anschließend senken wir die Lüfterdrehzahl durch eine reduzierung der Spannung auf 7 Volt.
Auch kein Problem für den Athlon. Also ziehen wir die Zügel strammer - und den Stecker ab: Der Lüfter bekommt nun gar keinen Saft mehr. Die CPU-Temperatur steigt langsam, aber stetig an, doch das leicht uns noch nicht.
Den nächsten Schritt sollten Sie auf keinen Fall nachmachen: Nachdem wir die CPU kurz mit 12V-Lüfter um einige Grad heruntergekühlt haben, nehmen wir im laufenden Betrieb den Kühler ab. Was nun? Zerfließt das System vor unseren Augen? Brennt der Prozessor durch, oder schaltet er sich einfach ab?
Nun, zunächst wird er einfach nur sehr, sehr warm: Das Asus-eigene Mainboard-Tool meldet wie im Sommer 2003 eine Rekordtemperatur nach der anderen, Prime 95 jedoch bleibt zufrieden und beklagt sich nicht über Rechenfehler. Als die Kerntemperatur laut Software längst in den dreistelligen Bereich vorgedrungen ist und die Wärmebildkamera einen Spitzenwert von 97,1 Grad auf der Oberfläche misst, hat der Rechner zuviel: Er schaltet sich ab.
Fazit: Operation gelungen, Patient lebt. Der Selbsterhaltungstrieb funktioniert. Verlassen sollten Sie sich aber nicht darauf. Die einzelnen Schritte unseres Versuchs können Sie anhand der Wärmebilder nachvollziehen. Auf einen heißen Sommer!
