AMDs Zen: Neue Architekturdetails sprechen für deutlich höhere Integer-Leistung

221
News Benjamin Gründken Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
AMDs Zen: Neue Architekturdetails sprechen für deutlich höhere Integer-Leistung
Quelle: Matthias Waldhauer aka Dresdenboy

Nachdem handfeste Informationen lange Zeit nur rar gesät waren, sind vor Kurzem halbwegs handfeste Architekturdetails zu AMDs CPU-Hoffnung Zen an die Öffentlichkeit gedrungen. Sie legen nahe, dass AMD insbesondere den Integer-Teil der Kerne deutlich aufgebohrt hat.

Kaum eine CPU-Architektur erregt die Gemüter aktuell so sehr wie AMDs Zen. Das verwundert kaum, wenn man bedenkt, dass nicht weniger als AMDs Zukunft von ihrem Erfolg abhängt. Handfeste Informationen über die für 2016 erwartete Architektur sind bis dato jedoch kaum bekannt, vieles ist nach wie vor rein spekulativ. Mit einem von AMD eingesendeten Compiler Patch für die GNU-Compiler Collection, der erste Optimierungen für Zen einpflegt, wurden kürzlich jedoch verwertbare Informationen offenbart.

Demnach setzt Zen auf einen 32 KByte großen L1- und einen 512 KByte großen L2-Cache, vier Decoder sowie jeweils vier Integer-Pipelines, zwei AGUs und vier Floating-Point-Piplines, wobei es sich bei deren zwei um ADD-Pipes und um zwei MUL-Pipelines handeln soll, die mit 128 Bit angebunden sind. Zumindest Integer-seitig macht die CPU damit einen großen Schritt nach vorn. Vier Pipelines bedeuten eine Verdoppelung gegenüber Bulldozer und Jaguar. Erstmals zöge AMD damit wieder mit Intel gleich, die seit Haswell diese Ausbaustufe anbieten.

Auf Seiten der Gleitkommaeinheiten scheint AMD - zumindest in der Theorie - mit Zen immer noch hinten anzustehen. Hier stehen 128 Bit gegen 256 Bit, die sich Intel schon seit Sandy Bridge zunutze macht. Ab Haswell unterstützt Intel überdies FMA3, womit eine weitere Verdoppelung des Durchsatzes erreicht werden konnte. Allerdings kommen AVX-Instruktionen und FMA im Alltag bisher kaum vor - im Unternehmensbereich sieht das jedoch anders aus.

Das PCGHX-Mitglied Locuza, bei dem wir uns an der Stelle für seine ausführliche User-News bedanken, vermutet dahinter einen ähnlichen Ansatz, wie ihn Intel bei Skylake verfolgt. Seiner Auffassung nach gibt es für Enterprise-Kunden möglicherweise eine CPU-Version mit deutlich größerer Gleitkommaeinheit. Dafür sprächen auch ältere Informationen aus der Gerüchteküche.

Der Aufbau der CPU legt außerdem nahe, dass es sich bei Zen um kein auf hohe Taktraten ausgelegtes Design mehr handelt. Allerdings sollten Frequenzen von 3,5 bis 4,0 GHz beim mutmaßlich zum Einsatz kommenden Fertigungsverfahren problemlos möglich sein, wie Matthias Waldhauer aka Dresdenboy in einem Blog-Eintrag feststellt. Von ihm stammt auch das Schema, das Sie oben in der News finden. Es zeigt, wie Zen auf Basis der durchgesickerten Informationen aussehen könnte.

Quelle: patchwork.ozlabs.org, dresdenboy.blogspot.de

221
    • Kommentare (221)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        AW: AMDs Zen: Neue Architekturdetails sprechen für deutlich höhere Integer-Leistung

        Zitat von DKK007
        Kaveri usw. ist mittlerweile aber schon recht ausgereift. Intel hatte ja früher auch nicht viel an den Grafiktreibern gemacht.
        Macht man bei Spielen immer noch nicht.
        Anscheinend ist das Team das für Spiele verantwortlich ist so klein. John Carmack hat mal von seiner Zusammenarbeit mit Intel berichtet: er hat ihnen Tips gegeben, wie man da und dort die Darstellung deutlich beschleunigen könnte, aber auch gleichzeitig gesehen, dass die das noch lange nicht umsetzen können, weil die einfach zu wenig Leute haben.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        AW: AMDs Zen: Neue Architekturdetails sprechen für deutlich höhere Integer-Leistung

        Zitat von DKK007
        Kaveri usw. ist mittlerweile aber schon recht ausgereift. Intel hatte ja früher auch nicht viel an den Grafiktreibern gemacht.
        Macht man bei Spielen immer noch nicht.
        Anscheinend ist das Team das für Spiele verantwortlich ist so klein. John Carmack hat mal von seiner Zusammenarbeit mit Intel berichtet: er hat ihnen Tips gegeben, wie man da und dort die Darstellung deutlich beschleunigen könnte, aber auch gleichzeitig gesehen, dass die das noch lange nicht umsetzen können, weil die einfach zu wenig Leute haben.
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        AW: AMDs Zen: Neue Architekturdetails sprechen für deutlich höhere Integer-Leistung

        Kaveri usw. ist mittlerweile aber schon recht ausgereift. Intel hatte ja früher auch nicht viel an den Grafiktreibern gemacht.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        AW: AMDs Zen: Neue Architekturdetails sprechen für deutlich höhere Integer-Leistung

        Zitat von Locuza
        In einer idealen Welt lässt sich auch Bürosoftware "stark" von GPUs beschleunigen.
        Einer der ersten Schritte in dieser Richtung war die Beschleunigung von LibreOffice.
        Aber es muss natürlich viel weitflächiger ausfallen.
        natürlich, das ist ja auch der Grund warum ich eigentlich froh bin, dass Intel doch sehr viel Aufwand investiert die iGPUs zu verbessern.
        Aber wir sind leider nicht in einer idealen Welt, schon allein nicht, weil der großteil der verwendeten Bürosoftware MS Office ist.
        Zitat von Locuza
        Ich denke es ist auch klar, dass AMDs Ansatz es nicht ist, eine schwache CPU mit einer starken GPU zu kombinieren.
        Relativ vielleicht, auch um für Laptops/Desktops als einziger Prozessor besser geeignet zu sein, aber primär rührt der krasse Unterschied aufgrund der schwachen Bulldozer Architektur.
        Hätte ich dazu schreiben sollen, dass dies GEZWUNGENERMASSEN so war. Aber man war auch vor Bulldozer als x86 Cores bei den APUs schwach dran, weil eben die Effizienz nicht gegeben war.
        Zumal ich ein dummer Early Adopter von Ilano war und massivste Treiber, Bios usw Schwierigkeiten hatte. Extrem nervig und nie wieder.
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        AW: AMDs Zen: Neue Architekturdetails sprechen für deutlich höhere Integer-Leistung

        Ich denke auch, das sich das mit ZEN ändert. Aktuell ist einfach die IPC im CPU-Teil zu schlecht.
      • Von Locuza Lötkolbengott/-göttin
        AW: AMDs Zen: Neue Architekturdetails sprechen für deutlich höhere Integer-Leistung

        Zitat von Rollora
        Eben leider nicht:
        Im Bürobereich braucht man keine so hohe GPU Leistung, wenn dann eher manchmal die CPU Leistung oder effiziente Prozessoren.
        Das ist ja das, was mich an AMDS APU Ansatz stört: es gibt keinen Markt für schwache CPUs+starke GPUs.
        In einer idealen Welt lässt sich auch Bürosoftware "stark" von GPUs beschleunigen.
        Einer der ersten Schritte in dieser Richtung war die Beschleunigung von LibreOffice.
        Aber es muss natürlich viel weitflächiger ausfallen.

        Ich denke es ist auch klar, dass AMDs Ansatz es nicht ist, eine schwache CPU mit einer starken GPU zu kombinieren.
        Relativ vielleicht, auch um für Laptops/Desktops als einziger Prozessor besser geeignet zu sein, aber primär rührt der krasse Unterschied aufgrund der schwachen Bulldozer Architektur.
        Viel schöner und mit einer besseren Leistungsbalance sind die Kabini/Beema APUs ausgefallen vs. Atom-Angebote von Intel.
        Leider war ein Erfolg damit nicht gegönnt.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk