Nehalem-Nachfolger Sandy Bridge: Intel zeigt Die-Shot und bestätigt Architektur-Details
Auf dem aktuell stattfindenden Frühjahrs-IDF in Peking hat Intel auch einige Infos zur kommenden Sandy-Bridge-Architektur bestätigt. PC Games Hardware fasst zusammen.
Intel bleibt weiterhin zögerlich mit seinen Informationen zum Nehalem-Nachfolger Sandy Bridge, der in einer ersten Fassung mit 32 Nanometer Strukturbreite erscheint. Sandy-Bridge-Prozessoren, die naturgemäß auf die Sandy-Bridge-Architektur aufbauen, kommen 2011 in den Handel und lösen dann die aktuellen "Lynnfield" und "Clarkdale" ab. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.
Sandy-Bridge-Prozessoren verfügen über eine Vektorbefehlssatzerweiterung (AVX), Hyperthreading, einen Turbo-Modus, die Verschlüsselungstechnik AES-NI und einen integrierten Grafikkern. Neu ist , dass die Grafik in das Chipsilizium integriert wird ("silicon level integration"). Auch der Cache wird dabei geteilt: Über den L3-Cache soll der Grafikkern angebunden werden, über diesen Weg soll die Kommunikation beschleunigt werden. Sandy Bridge soll dabei weiter nur Dual-Channel unterstützen. Vermutlich wird Intel im Zuge der neuen CPU-Generation wieder neue Sockel entwickeln, da Sandy-Bridge nicht zum aktuellen Sockel 1156 kompatibel sein soll.
Intel selbst verspricht bei Sandy-Bridge-Systemen eine Beschleunigung bei der Verarbeitung von Videodaten. Auch bei Fließkomma-Berechnungen sollen Sandy-Bridge-CPUs schneller sein. Gerüchteweise sollen Sandy Bridge-CPUs bis zu acht CPU-Kerne haben.


Dieser Glaube steht aber bereits auf einem sehr schwachen Fundament und was ich überhaupt nicht abschätzen kann, ist Intels Modellpolitik. Imho hätten Pentium Ds für den So478 erscheinen können, der I915 hätte Dualcore-tauglich sein sollen und Core2 Prozessoren mit deaktivierten Stromsparfunktionen auf allen So775 Platinen funktioniert. Hat Intel aber nicht umgesetzt...
Solange keine Gerüchte über einen Dualcore-Sandy Bridge auftauchen (und die wären mitlerweile doch recht spät dran), tippe ich darauf, dass Sandy Bridge Mainboards kompatibel zu Clarkdale und somit eigentlich auch Lynnfield sein werden. Die Gegenrichtung
Die wagen und fehlerhaften Schaubilder, die die Runde machen, zeigen als maximale Änderung des Interfaces eine Taktsteigerung des DMI Interfaces auf PCI-E 2, aber eigentlich sollte die entsprechende Anbindung bei aktuellen CPUs auch schon 2.0 Standard erfüllen. (und außerdem könnte auch das wieder nur Wunschdenken sein, 2.0 galt schließlich auch für den P55 und dann für den P57 als sicher, aber Intels Modellpolitik war ein bißchen mehr retro)
Imho ist das ganze aber auch egal: P55 Mainboards haben aufgrund ihrer mangelhaften SATA3 und USB3 Einbindung imho eine so schlechte Zukunftssicherheit, dass man sie vermutlich eh austauschen möchte, ehe ein Lynnfield unzureichend ist. Wenn jetzt Intel, dann entweder richtig billig oder So1366. Um den mache ich mir persönlich gar keine Sorgen: QPI kommt von der Desktop-Oberklasse bis zum Itanium zum Einsatz, das werden sie so schnell nicht absägen. Auf Quad-Channel aufzurüsten wären bei den heutigen Bandbreitenreserven vollkommener Schwachsinn (ein Bloomfield merkt ja kaum einen Unterschied zwischen 2xDDR3 1066 und 3x DDR3 1066. Möglich wären aber bereits heute 3x DDR3 1600 mit spezifizierten und 3x DDR3 2200 mit unspezifizierten Modulen. Da muss man kein schweine teures Quad-Channel-Mainboard schaffen), ein Rückschritt auf Dual-Channel dagegen würde ich zumindest im Workstationbereich nicht erwarten -> Im Worst Case gibt es für So1366 nur noch teure Xeon 5xxx, aber es gibt was. Und es sollte keine Anforderungen stellen, die ein X58 nicht erfüllen kann. (Modellpolitik oder BIOS-Support kann einem natürlich trotzdem einen Strich durch die Rechnung machen, aber vor sowas ist man nie sicher)
Wird diese Architektur auch den Gulftown ablösen? weil das würde mich interresseiren bevor ich das teil die nächste zeit ordre und 1000€ bezahle.
@ruyven_macaran: Danke, dass du ein bisschen Licht ins dunkle gebracht hast. Ich hätte dann aber eine (eher persönliche) Frage: Undzwar war damals schon der Sockel 1156 als "kurzlebig" bezeichnet worden und laut diversen Gerüchten, soll Sandy Bridge auch nicht abwärtskompatibel sein. Denkst du persönlich, dass P55 / H55 etc. Sandy Bridge unterstützen werden oder nicht?
Prinzipell sehr interessant. Mal sehen was Ende des jahres so bei rum kommt. Hätten die Westmere schon 4 echte Kerne wäre ich wahrscheinlich schon auf einen gewechselt.
Wäre auch mal was wenn man unter 2D die IGP nutzen könnte und die dedezierte Grafikkarte erst anspringt wenn sie genutzt wird - und erst dann - sorichtig mit ausgeschaltenem Lüfter und einem Stromverbrauch unter 1 Watt.
- Nvidia hat mehrfach die CPU-Unterstützung vermasselt (vom ersten Tag an. Aber wer kauft ne teure Intel CPU und dann einen unausgereiften non-Intel-Chipsatz?)
- der i915/925 wurde künstlich um seine Dual-Core-Kompatibilität beschnitten. Leute, die die ersten So775 P4s mit dem damaligen Top-Chipsatz gekauft haben, mussten also für eine Aufrüstung auf Pentium D oder Core 2 ein neues Board kaufen (dass aber den gleichen Sockel hatte).
Witzigerweise unterstützten viele der billigen So775-Lösungen mit dem älteren i865 Chipsatz die Pentium D ohne Probleme
Viel mehr Ärger gemacht (weil eh niemand einen Prescott oder Pentium D haben wollte
Aktuelle So775 Boards unterstützen, wenn die Mainboardhersteller sich die Mühe der BIOS-Validierung gemacht haben, alle So775 CPUs, die jemals erschienen sind. Also volle Abwärtskompatibilität - nur Aufwärts ist immer problematisch (prä-XP Sockel A Platinen unterstützen ja auch keine Athlon XP, obwohl die den "gleichen Sockel A nutzen".
Das wäre eine interessante Kehrtwende, wo Intel doch gerade mit viel Tamm Tamm den Speichercontroller in die CPU verlegt hat, so dass der Chipsatz rein gar nichts mehr mit dem Speicher zu tun hat.
- Intel besitzt Havok
- OpenCL und ComputeShader sind offen für alle
- Intel hat eine x86 kompatible Grafiklösung in der Schublade (und auch wenn die als Grafiklösung wenig her macht: Als Basis für einen Coprozessor ist sie durchaus interessant)
- Intel hat die Marktmacht, komplett eigene Schnittstellen zu etablieren
Die Anbindung an den 3rd lvl Cache sieht jedenfalls ganz danach aus, als wolle Intel GPU und CPU enger verknüpfen. Es bleibt abzuwarten, wie das in der Praxis genutzt wird. (denkbar wäre sogar die umgekehrte Richtung: Es ist gar keine GPU, sondern nur eine Gruppe spezialisierter SIMD-Einheiten. Erst zusammen mit einem oder zwei der x86 Kerne ergeben sie eine Grafikeinheit nach Larrabee Vorbild)