AMD: Navi-Refresh und RDNA2 für 2020, Ausblick auf PS5 und Xbox Series X
AMD hat sich anlässlich der Zahlen für das vierte Quartal 2019 auch für 2020 etwas in die Karten sehen lassen. Unter anderem stellte AMD-CEO Lisa Su einen Navi-Refresh und Next-Gen-RDNA für 2020 in Aussicht, außerdem sprach man darüber, wie sich die Umsätze dank der SoCs für PS5 und Xbox Series X dramatisch ins zweite Halbjahr verschieben.
AMD hat im Conference Call zu den aktuellen Finanzzahlen einige interessante Aussichten zur näheren Zukunft getätigt (unter anderem auf Seeking Alpha nachzulesen). Nachdem man zuletzt schon Zen 3 sowie einen Angriff im UHD-Gaming-Markt in Aussicht gestellt hat, stellt sich die Frage, mit welchem GPU-Line-up AMD das Jahr 2020 bestreiten will. Auf die entsprechende Frage eines Analysten antwortete Lisa Su Folgendermaßen:
"Im Jahr 2019 brachten wir unsere neue GPU-Architektur auf den Markt, wir nennen sie RDNA-Architektur, und darauf basierten unsere Navi-Produkte. Sie sollten davon ausgehen, dass diese im Jahr 2020 erneuert werden und die RDNA-Architektur der nächsten Generation zu unserer Produktpalette für 2020 gehören wird."
Su bestätigt also nicht nur RDNA2-Produkte, voraussichtlich schon in 7nm+ gefertigt und mit Hardware-Raytracing und Variable Rate Shading ausgestattet, sondern auch Navi-Refreshes. In welcher Form, muss man sehen, mutmaßlich könnte auch Big Navi (komplexer als Navi 10) dazugehören. Marktbeobachter ringen um eine passende Interpretation: So könnte es Refreshes der bisherigen RX-5000-Serie geben, eventuell auch als RDNA+. Schon am 5. März will sich AMD im Rahmen des Financial Analyst Day näher dazu äußern.
RDNA2 für PS5 und Xbox Series X
Apropos RDNA2: Ein Sorgenkind im Q4/2019 war der Bereich Enterprise, Embedded und Semi-Custom - und hier vor allem Letzterer. Die Umsätze, unter anderem aus SoCs für PS4 und Xbox One, sinken durch das "Auslaufen" der Current-Gen-Konsolen immer weiter. Im ersten Quartal 2020 seien diese laut AMD "vernachlässigbar", nicht nur die Kunden warten auf PS5 und Xbox Series X, auch AMD muss langsam seine Produktion umstellen. Im zweiten Quartal soll das Hochfahren für die Produktion der Next-Gen-Konsolen beginnen, allerdings erwartet AMD erst im zweiten Halbjahr steigende Umsätze durch PS5- und Xbox-Series-X-SoCs - immerhin plant AMD, im Jahr 2020 insgesamt 28-30 Prozent Umsatzwachstum hinzulegen.
Und AMD will im Gegensatz zu 2019 in diesem Jahr in allen Geschäftsbereichen wachsen, also auch bei Semi-Custom-Designs. Die schwachen Umsätze im Q1 (und vermutlich noch schwächeren Umsätzen im Q2) sollen durch ein extrem starkes Halbjahr 2020 überkompensiert werden. In einem "Ramp-Jahr", also in einem Jahr mit SoC-Wechsel, sei es normal, dass die Quartale 3 und 4 überproportional gut liefen. Tatsächlich erwartet AMD, dass 80 Prozent des Gesamtjahresumsatzes im Bereich Semi-Custom im zweiten Halbjahr realisiert werden.

Abseits dessen sollte man J.Keller auch nicht überbewerten, nicht einmal mit Blick auf Zen. Der war als Manager direkt unter M.Papermaster in der Hierarchie aufgehängt und damit schon sehr weit oben im Management. Wesentlich relevanter dürften hier Lead Architect Michael Clark und bspw. Suzanne Plummer sein. (Letztere wurde 2014 Zen Microprocessor Design Director und ist mittlerweie Corporate Vice President bei AMD.)
Und Abseits dessen ist die Halbleiterfertigung heutzutage dermaßen komplex geworden, dass das nun einmal keine Kleinigkeit mehr ist und wenn sich schwerwiegende Probleme einschleichen, dann haben die auch mal beträchtliche Auswirkungen. Und an EUV arbeitet die gesamte Industrie bereits seit Jahrzehnten. Eine erste Erwähnung von EUV mit Blick auf die Halbleiterfertigung stammte von den Bell Labs aus dem Jahr 1985. ASML begann sein EUV-Entwicklungsprogramm in 1997. Die ersten zwei Testsysteme wurde von denen in 2006 an zwei Forschungseinrichtungen ausgeliefert. TSMC bekam bspw. bereits 2011 erste Pre-Production-Scanner vom Typ NXE:3100 und hier schaute man sich in den nachfolgenden Jahren mal immer wieder alternativ die E-beam-Technik an. Und nun gibt es erst seit 2019 erste, produktive Prozesse, die zumindest teilweise EUV nutzen (N7+ und 7LPP). Und eine umfangreiche EUV-Nutzung wird erst mit den kommenden 5 nm-Prozessen erfolgen, die bei TSMC und Samsung um 2Q20 herum produktiv gehen werden. Wenn man bedenkt, dass Intel mit seinem Äquivalent "7nm" alias P1276 ab 2Q21/3Q21 fertigen wird, sind die trotz der massiven Probleme noch vergleichsweise nahe dran. (Und btw ... im Augenblick gibt es keinen Grund anzunehmen, dass bspw. bei AMD in 2020 irgend etwas in 5 nm gefertigt werden wird. Auch hier wird man den neuen Node voraussichtlich erst ab 2021 nutzen. In dem Kontext weitergesponnen, wird Intel erste CPUs aber gesichert auch nicht vor 2022 in deren "7nm"-Äquivalent fertigen, dann voraussichtlich zuerst Xeon's.)
Hinzu kommt, dass AMD allgemein natürlich auch gewisses Fertigungs-Know-How haben muss für ein effizientes Design und eine möglichst optimale Umsetung der Gegebenheiten, jedoch werden letztere weitestgehend von Extern beigesteuert, so hier konkret von TSMC und Globalfoundries, denn AMD ist bereits seit einem Jahrzehnt fabless.
Und benutzt bitte nicht immer einen anderen Nick
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INU-Edit: Bitte mal auf die Wortwahl achten!
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AMD's Dr. Lisa Su Named One of World's Best CEOs | Tom's Hardware
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