Jim Keller: Zen 5 mit angeblicher Performance-Steigerung von 30 Prozent
Laut einer Prognose des Unternehmens Tenstorrent, dem auch Jim Keller angehört, soll Zen 5 gegenüber Zen 4 eine Leistungssteigerung von 30 Prozent erreichen. Damit wäre Zen 5 der Champion der Integer-Leistung, der auch von Intel und Nvidia nicht geschlagen wird. Lesen Sie dazu im Folgenden mehr.
Jim Keller ist im Hardware-Bereich ein bekannter Name. Der Ingenieur hat in seiner Karriere bei AMD und Intel gearbeitet und zeichnet verantwortlich für Prozessoren wie den Athlon K7 und die Entwicklung der Zen-Architektur für AMD. Nachdem er 2020 aber auch Intel verlassen hat, wechselte Keller als CEO zu Tenstorrent, einem kanadischen Start-up, das sich mit KI beschäftigt. In just dieses Unternehmen wechselt nun auch der ehemaligen Chefdesigner von Intels Grafikabteilung, Raja Koduri.
Quelle: Tenstorrent
Leistungsvergleich der Architekturen von Tenstorrent
Eine der jüngsten Präsentationen von Tenstorrent zeigt jedoch interessante Slides mit Einschätzungen zur CPU-Performance. Darauf befinden sich vor allem Daten-Center-Prozessoren, die von den Herstellern AMD, Intel, Nvidia und Amazon stammen. Neben aktuellen Prozessoren wie AMDs Milan-Chips oder den Sapphire Rapids von Intel findet sich jedoch auch ein Eintrag, der eigentlich noch nicht möglich sein sollte. Mit einer deutlich höheren Leistung als alle anderen Lösungen wird AM5 aufgeführt.
Demnach soll der entsprechende Prozessor im SPEC2K17INT Rate 1 Test auf einen Wert von 8,84 kommen und schlägt damit die aktuelle Generation um 30 Prozent. Die Performance gegenüber der ersten Zen-Generation, Naples, wird verdoppelt und weder Intel noch Nvidia scheinen eine Konkurrenz zu haben, die an AMDs Leistung heranreicht. Mit einem Wert von 7,45 liegen die Sapphire Rapids 8480 noch am nächsten, eine Prognose zu Nvidias Grace sieht dieses bei 7,44.
AMD hat Zen 5 für 2024 bestätigt. Diese Architektur soll abermals die Effizienz steigern und die absolute Performance anheben. Sie soll auf vier und drei Nanometer Nodes setzen und in den Varianten Zen 5, Zen 5 mit 3D V-Cache und Zen 5c auf den Markt kommen. Kellers Benchmarks basieren auf Schätzungen, so viel müsste klar sein.
Quelle: Toms Hardware

Sandy Bridge war ein großer Sprung was die IPC betrifft, die darauf folgenden Generationen hatten aber äußerst bescheidene Zugewinne, einzig Haswell brachte nennenswerte Zugewinne.
Insgesamt schafft Skylake gerade einmal 25% mehr IPC als SB, solange der Speichervorteil nicht zum Tragen kommt.
Anandtech Skylake Review
Sandy Bridge to Ivy Bridge: Average ~5.8% Up
Ivy Bridge to Haswell: Average ~11.2% Up
Haswell to Broadwell: Average ~3.3% Up
Broadwell to Skylake (DDR3): Average ~2.4% Up
Broadwell to Skylake (DDR4): Average ~2.7% Up
Die internen Leistungsprognosen sind in heutiger Zeit ausgesprochen akkurat, noch dazu sind die Eigenschaften vom N4 Node präzise charakterisiert. Im Gegensatz zu reinen Consumer GPUs käme ein Release mit leistungsrelevanten Hardwarefehlern auch nicht infrage.
Nachdem Tenstorrent höchstwahrscheinlich Mitarbeiter von AMD abgeworben hat, dürften sie einen guten Einblick in die erwartete Leistungsfähigkeit haben.
Letztendlich wäre ein Performancegewinn <25% auch eine klare Enttäuschung.
Immerhin hat man sich bei Zen 4 darauf beschränkt, das deutlich höhere Transistorbudget (N7 -> N5) exzessiv für die naheliegenden Strukturen (Branch Predictor, Op Cache, Reorder Buffer etc.) aufzuwenden.
Nach Haswell waren es eher gut 7% mehr Kernperformance pro Jahr bis zum Ende von Skylake. Gut 50% in 7 Jahren.
https://www.computerbase....
Erst ab Rocket Lake gab es wieder sichtbar mehr Kernperformance. Dort allerdings auch nur mit deutlich gestiegener Leistungsaufnahme pro Kern. Fortschritt ist was anderes.
Zum Thema:
Der Kerle hat Zen erfunden, der wird schon wissen, wovon er redet.
Wenn es wie bei Zen 4 läuft, dann wäre Zen 5 auf dem Level von Zen 4D. Bin da eher auf Zen 5D gespannt.
Googlesuche wäre schneller gewesen als die Frage zu schreiben.