Ivy-Bridge: neue Intel-CPUs bieten mehr OC-Potenzial sowie deutlich schnellere Grafikeinheit - offizielle Infos vom IDF
Die neuen Intel-CPUs der Ivy-Bridge-Reihe sollen nicht nur mehr Leistung bieten als aktuelle Sandy-Bridge-Modelle, sie verfügen auch über eine wesentlich flottere integrierte Grafikeinheit inklusive DX11-Unterstützung und bieten mehr Spielraum bei CPU- und RAM-Overclocking.
Mit der neuen Prozessorgeneration hält Intel an seinem Tick-Tack-Prinzip fest - nach der neuen CPU-Generation Sandy Bridge (Tack) folgt dementsprechend mit Ivy Bridge ein Die-Shrink von 32 auf 22 Nanometer bei gleicher Architektur inklusive Optimierungen (Tick). Allerdings sind die Änderungen bei Ivy Bridge gegenüber Sandy Bridge dann doch so groß, dass Intel von einem "Tick+" spricht.
Besonders stolz ist man auf die Leistung der neuen integrierten Grafikeinheit: Diese unterstützt neuerdings DX11 (Sandy Bridge: DX10.1) inklusive Tessellation, Texturkompression und Compute Shader (SM5) sowie eine bessere anisotrope Filterung. Zudem soll die Grafikleistung deutlich höher liegen sein - genauere Angaben macht Intel derzeit nicht. Hierfür bekommt die Grafikeinheit sogar einen eigenen L3-Cache - dieser war bereits bei Sandy Bridge vorgesehen, brachte da aber nicht den gewünschten Erfolg und wurde deswegen gestrichen. Die Ivy-Bridge-Grafikeinheit soll aber schnell genug sein, um von dem dedizierten L3-Cache tatsächlich zu profitieren. So soll auch der Ringbus entlastet werden, welcher bei Ivy Bridge (ebenso wie beim Vorgänger Sandy Bridge) die CPU-Kerne, die Grafikeinheit, den System Agent (u. a. integrierter RAM-Controller und Display-Anschluss) sowie den Last-Level-Cache (LLC) verbindet. Insgesamt spricht Intel von einer verdoppelten "Performance pro Watt" gegenüber dem Grafikpart in Sandy-Bridge-CPUs. Auch die Video-Technik Quick Sync hat Intel verbessert und neuerdings lassen sich nativ drei Displays anschließen. Ein Notebook mit Ivy-Bridge-CPU ist sogar in der Lage, zwei angeschlossene Monitore anzusprechen, obwohl es zugeklappt ist.
Vermutlich eignet sich die integrierte Grafikeinheit dennoch nicht für Hardware-fordernde Top-Spiele mit maximalen Details. Wichtiger für anspruchsvolle Spieler und Übertakter ist daher, dass Intel für Ivy Bridge ein noch besseres OC-Potenzial verspricht: Sowohl die CPU-Kerne als auch das RAM sollen sich weiter übertakten lassen als bei Sandy Bridge. Hierfür hebt Intel den höchstmöglichen Multiplikator von 57 auf 63 an - das ist aber nur für Extremübertakter nötig. Zudem kann der CPU-Multiplikator nun ohne Neustart geändert werden. High-End-RAM soll sich mit Ivy Bridge auf mehr als DDR3-2133 übertakten lassen (DDR3-2800). Zudem hat Intel feinere 200-MHz-Schritte bei den Speicherteilern eingebaut. Das ist sehr wichtig, falls sich der Referenztakt (ebenso wie bei Sandy Bridge) nur geringfügig anheben lässt.
Die TDP soll sich bei Ivy-Bridge-CPUs besonders gut skalieren lassen. So sind Notebook-Versionen mit vier Kernen und nur 35-Watt-TDP geplant. Zudem unterstützen Ivy-Bridge-Mobile-CPUs offiziell DDR3L-Module, also DIMMs, die mit weniger als den üblichen 1,5 Volt laufen - dadurch kann die Akkulaufzeit ebenfalls gesteigert werden. Zudem sollen die neuen Intel-Prozessoren im S3-Stand-by noch sparsamer sein. Die neuen Desktop-Prozessoren bieten hingegen eine deutlich höhere TDP aber auch mehr Takt - genaue Angaben macht Intel hier allerdings ebenfalls nicht. Intel will Spannungen und Taktstufen (auch für den Turbomodus) bei jedem Chip individuell festlegen und die optimale Leistung pro Watt zu erreichen.
Neu sind zudem integrierte Sicherheitsfunktionen: So sollen dank der neuen Speicher-Adressierung SMEP Programme mit eingeschränkten Rechten laufen. Viren könnten dann nicht auf Betriebssystem oder Kernel zugreifen. So werden angeblich die häufigsten Angriffe von schadhaften Programmen abgeblockt. Darüber hinaus bietet Ivy Bridge einen Zufallszahlengenerator inklusive des neuen x86-Befehels RDRAND, der für sichere Internet-Transaktionen sorgen soll.
Wie bereits bekannt war, laufen Ivy-Bridge-CPUs auf Sockel-1155-Mainboards mit aktuellen Chips der 6er-Reihe. In der offiziellen Präsentation spricht Intel nur von "2011 PCH" also einem Plattform Controller Hub (Mainboard-Chip), der 2011 aktuell ist. Allerdings gibt es noch Probleme mit der Unterstützung für den PCI-Express-3.0-Controller von Ivy Bridge auf manchen aktuellen Sockel-1155-Mainboards (siehe Meldung: "MSI schießt gegen Gigabyte: Deren PCI-E-3.0-Boards würden nur PCI-E 2.0 beherrschen")
Erste Ivy-Bridge-CPUs kommen 2012 - vermutlich ist es im zweiten Quartal so weit.

Nochmal zum Vergleich Sandybridge:
CPU L1-L2-LLC (="L3")
GPU L1-LLC (="L2")
Ivybridge laut dieser Meldung/Blockbild
CPU L1-L2-LLC (="L3")
GPU L1-?nichts?-"L3$"-LLC (="L4"?)
Zwar sind die Gulfs jetzt erschwinglich aber halt Auslaufmodelle.
Bezahlbare 6 Kerner wird es von Intel so schnell nicht geben.
Na ja... SB-E hat auch andere Qualtitäten als Sechs Kerne
Aber du hast natürlich recht: es kommen sicher keine Sechskerner für Sockel 1155; eher bring Intel Modelle ohne IGP, mit 130W TDP auf 4,5-5GHz
Ich fürchte aber, dass der Bulldozer Ivy Bridge auch so nicht allzu stark unter Druck setzen wird, schon garnicht im primär angepeilten mobilen Segment
Wird Ivy Bridge direkt auch als 6-Kerner erscheinen oder müssen wir dafür auf Ivy-Bridge-E warten?
Auf IB-E musst du nicht warten, SB-E wird ja schon 6 Kerner bringen. Nur bei den 8 Kernern für den Desktop kann es sein, das die erst mit IB-E kommen, wobei ich eher von Q2-3 2012 ausgehe als SB-E und IB-E dann Anfang 2013