Intel soll neue Dokumente im Kartellrechtsstreit vorlegen
AMD ist möglicherweise ein Etappensieg im Kartellrechtstreit gegen Intel gelungen: Ein Berater und ehemaliger Richter in dem Prozess hat Intel aufgefordert, bislang geheimgehaltene Dokumente offenzulegen.
Quelle: http://www.intel.com
AMD vs. Intel: Neue Dokumente im Kartellrechtstreit
AMD vs. Intel: Neue Dokumente im Kartellrechtstreit
Bei den Dokumenten handelt es sich um die Ergebnisse einer Befragung, die Intel eingeleitet hatte, nachdem weite Teile von firmeninternen Mail-Korrespondenzen in Zusammenhang mit dem Kartellstreit verlorengegangen waren. Intel behauptet, die Angestellten hätten vergessen, eine automatische Löschfunktion im Email-Programm abzuschalten. Auch die Backup-Bänder seien vorschnell gelöscht worden. Klärung sollte eine Befragung durch eine unabhängige Kanzlei bringen, die Ergebnisse der Untersuchung sind bislang allerdings unter Verschluss geblieben. AMD erhofft sich von den Ergebnissen zusätzliche Beweise für unlautere Absprachen, die Intel mit OEM-Herstellern getroffen haben soll.
AMD hatte bereits vor knapp zwei Wochen ein neues Dokument vor Gericht eingereicht. In dem öffentlich einsehbaren PDF-Dokument sind viele Passagen unkenntlich gemacht; zu lesen bleibt allerdings, dass Acer, HP und IBM deutliche Rabatte von Intel bekommen haben sollen. Als Gegenleistung haben diese dem Dokument zufolge auf Produkte mit AMD-Prozessoren verzichtet. Dell habe erst dann AMD-Prozessoren ins Programm genommen, als AMD Klage gegen Intel eingereicht habe, heißt es in dem Dokument weiter. Im weiteren Verlauf führt AMD auch Sony und Toshiba an; beide Firmen sollen ebenfalls Vergünstigungen von Intel erhalten haben.
Der Kartellrechtsprozess läuft bereits seit Mitte 2005 vor dem zuständigen Gericht im US-Bundesstaat Delaware. Intel hatte sich zuletzt mit einer Stellungnahme gewehrt. Bis heute allerdings setzen viele Hersteller ausschließlich auf Intel-Prozessoren, in Deutschland unter anderem Media Markt und Saturn Hansa.