CES 2020: Intel zeigt Tiger Lake in 10 nm+ und dedizierte GPU - aber kein Comet Lake-S
In knapp eineinhalb Stunden hielt Intel die Medienvertreter in der Pressekonferenz hin, nur um in den letzten fünf Minuten einen Ausblick auf neue Chips zu geben. Tiger Lake soll die aktuelle Ice-Lake-Generation ablösen. Die erhoffte Vorstellung von Comet Lake, den neuen Desktop-CPUs, blieb aus. Ganz zum Schluss bekam die Menge aber den DG1-Chip zu sehen, Intels erste dedizierte GPU.
Client Computing Group Executive Vice President Gregory Bryant zeigte neben der Tiger-Lake-CPU ein schmales Notebook-Mainboard. Über den Ice-Lake-Nachfolger sind keine genauen Daten bekannt. Kerne, Taktraten oder gar Produktbezeichnungen werden nicht genannt. Das Leistungsplus gegenüber Ice Lake soll im zweistelligen Prozentbereich liegen. Der Chip soll wieder über Wifi 6 verfügen und das nächste Thunderbolt 4 integriert haben. Letzteres soll viermal so schnell wie USB 3 sein - bestenfalls also 80 Gbit/s. Zudem basiert die IGP auf Xe-Architektur.
Die neuen Prozessoren werden in 10 nm+ gefertigt und soll im dritten Quartal an die OEMs gehen. Frühestens Ende des Jahres werden dann Geräte mit Tiger-Lake-CPUs erhältlich sein.
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DG1: Intels erste GPU backt wohl nur kleine Brötchen
Der Name ist leicht zu erraten: DG1 bedeutet wohl "Discrete Graphics 1". Auch hier wird nur ein winziger Chip in die Kamera gehalten gefolgt von einer Demo des genügsamen Spiels Warframe auf einem Notebook. Auflösung oder Detaileinstellungen werden nicht genannt. Es dürfte sich also um eine GPU für leichte Notebooks handeln, welche über eine Leistung verfügt, die zwischen IGP und Nvidias MX-Grafik angesiedelt sein dürfte. Damit wäre einfaches 1080p-Gaming machbar. Intels Lisa Pearce sprach während der Demo darüber, dass "HD-Spiele ohne Probleme spielbar seien". Die Aussage ist aber nicht konkreter als die Demo selbst. Gefolgt von ultraschwammigen Beschreibungen über die GPU von "content creation" bis "gaming optimized" tappen wir also weiterhin um Dunklen. Damit hat AMD mit den neuen Renoir-Chips aktuell die Nase vorn.

CapFrameX auf Twitter: "Tiger Lake: https://t.co/eDmEYyuEzG
Coffee Lake: https://t.co/OhrlhtkbjU
1309 with 3.8GHz vs. 1446 with 4.9GHz
=> 20% more IPC for Tiger Lake?"
Kerntechnisch wird man zudem von Tiger Lake sicherlich einiges mehr erwarten können, denn das geht bereits aus AMDs eigenem Graph hervor, in dem sie im Cinebench ST (nur ein spezifischer Workload, schon klar) "nur" +4 % mehr Leistung für das Topmodell 4800U ausweisen (bei +7 % mehr Takt). Tiger Lake verfügt dagegen über eine überarbeitete Architektur und höheren Takt, d. h. hier werden erst die 5000er-APUs diesbezüglich wieder einen drauflegen können (ggf. Anfang 2021?).
Die Fragen bzgl. der Verfügbarkeit und Kernzahl mal außen vor gelassen, weil man die aktuell kaum beantworten kann außer irgendwann im 2HJ20.
Abseits dessen würde ich von dem zusätzlichen Graphen auch klar eine deutliche Leistungsbeschränkung der 8 Kerne aufgrund des engen PowerLimits ableiten, denn entgegen dem Cinebench R20 MT, der auf der CPU wohl in weniger als 90 s berechnet werden dürfte, weisen die anderen Apps gerade mal +40 % bis +49 % Mehrleistung aus bei +100 % Kernen (alternativ skalieren alle drei nur verhältnismäßig schlecht?).
8 Kerne sind hier wohl schlussendlich schlicht das Resultat der zur Verfügung stehenden Technik, denn man hat derzeit nur ein 4-Kern-Zen2-CCX-Design und entsprechend gab es nur die Wahl einen 4-Kern- oder 8-Kern-Chip zu entwickeln und ersterer wäre nur mit einem agressiven Preis vermarktbar gewesen.
Entsprechend stellt sich hier die Frage, was ein 6-Kern-Tiger Lake U leisten könnte, wobei abzuwarten bleibt, ob Intel einen solchen anbieten wird oder ob sie es in 2020 im Mainstream-Segment bei Comet Lake U mit bereits 6 Kernen belassen und sich Tiger Lake U im Premium-Segment auf 4 Kerne beschränken wird? Fragen über Fragen.