Intels Statement zu instabilen Core-CPUs lässt viele Fragen offen
Intel hat ein finales Statement zu seinen Untersuchungen instabiler Core-CPUs aus der 13. und 14. Generation alias "Raptor Lake" und "Raptor Lake Refresh" veröffentlicht. Die "Spannungsprobleme" sollen per BIOS-Update gelöst werden.
Intel hat endlich ein finales Statement zu seinen Untersuchungen der instabilen Core-CPUs aus der 13. sowie der 14. Generation alias Core-i-13000 ("Raptor Lake-S") und Core-i-14000 ("Raptor Lake Refresh") veröffentlicht. Dabei hat das Unternehmen aus Santa Clara, Kalifornien, den Betroffenen jedoch faktisch nichts wirklich Neues mitteilen können. Die "Spannungsprobleme", die wohl durch einen "fehlerhaften" Mikrocode-Algorithmus ausgelöst werden, sollen mit einem "BIOS-Update" fehlerbereinigt werden. Wo genau die Probleme herrühren, ist unklar.
Unsere Analyse der zurückgesandten Prozessoren bestätigt, dass die erhöhte Betriebsspannung eines Microcode-Algorithmus zurückzuführen ist, der zu falschen Spannungsanforderungen an den Prozessor führt.
- Intel, Stellungnahme zu instabilen Core-CPUs -
Die Stellungnahme wirke in vielerlei Hinsicht fast schon hilflos, heißt es in den vielen Kommentaren in den sozialen Medien, denn der Wortlaut des Statements spricht in der Tat lediglich von der erhöhten Spannung, die aber bereits seit Längerem kein Geheimnis mehr war. Bereits im Rahmen der Bestätigung des eTBV-Bugs, der ebenfalls per Patch behoben wurde, hatte Intel die Spannungsprobleme im vergangenen Monat eingeräumt, die Quelle aber bis dato nicht gefunden.
Nur wenige Tage zuvor hatte Intel zudem ausgeschlossen, dass der fehlerhafte Mikrocode-Algorithmus der mit den CPUs der 13. Core-Generation eingeführten voll automatisierten Übertaktungsfunktion eTVB ("Enhanced Thermal Velocity Boost") die Ursache für die instabilen Core-CPUs sei und zudem angekündigt, dass die Ursachenforschung weiterhin auf Hochtouren laufen werde.
Diese Ursachenforschung ist jetzt abgeschlossen und bescheinigt den betroffenen Core-CPUs eine zu hohe Spannung. Diese kann unter Umständen zu Instabilität oder sogar physische Schäden in Form der Degradierung des Chips führen. Die Lösung soll wie bereits beim eTVB-Bug eine Aktualisierung des Mikrocode sein, welcher mittels BIOS-Updates über die Boardpartner ausgerollte werden soll, so der Hersteller.
Intel stellt einen Microcode-Patch zur Verfügung, der die Ursache für die erhöhten Spannungen behebt.
- Intel, Stellungnahme zu instabilen Core-CPUs -
Obwohl die Ursache demnach gefunden sein soll, wird Intel auch weiterhin betroffene Core-CPUs, bei denen es sich Mehrheitlich um Core i7 und Core i9 handelt, validieren und die Untersuchungen damit auch zukünftig weiterführen.
Wir setzen die Validierung fort, um sicherzustellen, dass die an Intel gemeldeten Instabilitätsszenarien bei den Core-Prozessoren der 13. und 14. Generation adressiert werden.
- Intel, Stellungnahme zu instabilen Core-CPUs -
Im selben Atemzug gelobt Intel aber auch Wiedergutmachung und bittet alle Kunden, die Instabilitätsprobleme mit Core-Prozessoren der Generationen "Raptor Lake" und "Raptor Lake Refresh" haben, sich an den Support zu wenden.
Intel ist bestrebt, diese Probleme bei seinen Kunden zu beheben und bittet alle Kunden, die derzeit Instabilitätsprobleme mit ihren Intel Core 13/14th Gen-Desktop-Prozessoren haben, sich für weitere Unterstützung an den Intel-Kundensupport zu wenden.
- Intel, Stellungnahme zu instabilen Core-CPUs -
Die Abhilfe in Form eines Patches wird aber noch zeitweilig auf sich warten lassen, denn dieser wird erst nach vollständiger Validierung Mitte August an die Mainboard-Hersteller verteilt, welche den neuen Mikrocode dann ihrerseits noch in entsprechende BIOS-Updates implementieren müssen.
Intel strebt derzeit an, den Patch nach vollständiger Validierung Mitte August an die Partner zu verteilen.
- Intel, Stellungnahme zu instabilen Core-CPUs -
Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich abgezeichnet, dass sich die Stabilitätsprobleme nicht nur auf CPUs der Serien Core i9 und Core i7 beschränken, sondern alle Core-CPUs dieser Generationen betreffen und neben dem Desktop-PC auch auf Game-Servern und mobilen Geräten auftreten können.
Auch im Subreddit r/intel gehen die Diskussionen bereits hoch her und immer wieder wird sich die Frage gestellt, ob die Ursache für die Instabilität der Core-CPUs damit wirklich gefunden sei und behoben werden kann, oder ob die Fehleranalyse neben dem eTVB-Bug und den allgemein zu hohen Spannungen noch weitere Probleme zutage fördern wird. Es bleibt wohl in jedem Fall spannend.
Wirklich viel sagt Intel mit seiner Stellungnahme nicht und dafür kann es nur zwei Gründe geben. Entweder Intel weiß es nicht, oder Intel möchte es nicht sagen. Auch unser CPU-Fachredakteur David Ney klingt nur wenig "amused" über das Statement.
Ja, deshalb ja. Jedenfalls hat schon immer eine Taktreduktion oder Senkung des Power-Limits geholfen - dass es mit der Spannung zu tun hat, war schon lange klar. Aber wie genau, bleibt uns Intel mit dieser knappen Stellungnahme schuldig.
Die Spannung(en) erklärt auch, warum es nicht bei jedem auftritt, Silicon Lottery und so.
- David Ney, PCGH -
Dem können sich (potenziell) betroffene Kunden, die eine Core-CPU aus der 13. oder 14. Generation besitzen, sicherlich nur anschließen. Weitere Fragen möchte Intel über seine Community beantworten.
Hinweis: Die Redaktion von PCGH bedankt sich bei den Community-Mitgliedern "Nexus83" und "Pockerclock" aus dem PCGH-X-Forum, welche den Hinweis geliefert hatten, der zu dieser Meldung führte.
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Quelle: Intel

Asus BETA Bios 2602
Mfg.
MfG
Raff
Bei default bis zu 6GHz sind ihnen von 30 Maschinen (scheinbar aus 100 bei den später genannten Prozentzahlen) die abgeraucht sind, alle innerhalb von 1-2 Monaten flöten gegangen. Bei Limit auf 5.7GHz erreichen sie durchschnittlich 3-4 Monate und reduziert die generelle Fehlerquote von ca. 30% auf 5%, darum hat der Betreiber TVB deaktiviert. Und, weil dem Servercenter wo er eingemietet ist die 14900K ausgegangen sind
Zum Kontext worauf sich mein Kommentar bezog:
Rein Spekulativ hier: Es kann auch das Big-Little Design (bzw. Teile davon) sein und irgendwo zwischen 5.2 und 5.7GHz ist der Point of no return für Chips schlechterer Güte. Irgendein Limit scheint erreicht worden zu sein. Wenn es wirklich ein Problem im Microcode war, ist vielleicht auch noch Luft nach oben, aber die Grenze des Möglichen scheint nahe.
MfG
Raff
Danke