Intel im Q1/2018: Datacenter holt Desktop und Mobile ein
Intel hat gestern Abend seine Geschäftszahlen zum ersten Quartal 2018 veröffentlicht. Der Umsatz fällt etwas niedriger aus als in den Monaten zuvor, weshalb Intel von einem "Ersten-Quartal-Rekord" spricht. Verglichen zum Vorjahr konnte vor allem die Datacenter-Gruppe mit einem Plus von 25 Prozent zulegen. Sie machte fast die Hälfte von Intels Umsatz aus.
Nach AMD hat nun auch Intel seine Geschäftszahlen zum abgelaufenen ersten Quartal 2018 bekannt gegeben. Im Gegensatz zum Konkurrenten erstellt Intel seine Zahlen nach dem 10-Q-Standard der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) und nicht nach den Richtlinien des International Accounting Standards Boards (IASB), sodass der Chiphersteller keine Änderung an der Erstellweise seiner Berichte umsetzen musste.
Der Umsatz der vergangenen drei Monate beläuft sich auf 16,066 Milliarden US-Dollar, wobei am Ende ein Plus von 4,47 Mrd. USD stehen bleibt. Gegenüber dem Q1/2017 entspricht das einer Steigerung von 12,6 beziehungsweise 23,1 Prozent. Einen generellen Umsatzrekord konnte Intel nicht aufstellen - in Anbetracht des traditionell verkaufsschwächeren Jahresanfangs überrascht das auch nicht weiter. Die Rede ist vom stärksten ersten Quartal, das Intel bis dato verbuchen konnte. Im Q4/2017 konnte Intel 17,053 Mrd. USD umsetzen, musste aber eine rote 678 Mio. hinnehmen, weil aufgrund der US-amerikanischen Steuerreform eine einmalige Nachzahlung von rund 5,4 Mrd. USD fällig wurde.
Die Endkundensparte Client Computing Group hat im ersten Quartal 2018 verglichen mit dem Vorjahr nur mäßig zugelegt. Bei einem Umsatz von 8,2 Mrd. USD mit Desktop- und Mobile-Prozessoren spricht Intel von einem Plus in Höhe von drei Prozent. Besser steht der "Data-centric"-Bereich dar, der insgesamt um 25 Prozent zulegen konnte. Am stärksten ist die darin enthaltene Data Center Group, die mit 5,2 Mrd. USD ein Plus von 24 Prozent erzielte. Die Internet of Things Group kam auf 840 Mio. (+ 17 %), die Non-Volatile Memory Solutions Group auf 1,04 Mrd. (+ 20 %) und die Programmable Solutions Group auf 498 Mio. USD (+ 17 %). Die NSG verursachte allerdings erneut ein operatives Minus in Höhe von 81 Mio. USD.
Summa summarum ergab das für den Bereich Datacenter einen Umsatz von 7,538 Mrd. USD, womit sie inzwischen fast so groß ist wie Intels Endkundensparte. Die Marge ist derweil innerhalb eines Jahres von 61,9 auf 60,6 Prozent gesunken. Im angelaufenen zweiten Quartal erwartet der Chiphersteller einen Umsatz von 16,3 Mrd. US-Dollar (+/- 500 Mio.), bis zum Jahresende sollen es 67,5 Mrd. USD (+/- 1 Mrd.) werden.

Das ist aber nicht verwunderlich, da Intel den Fokus in diesen Bereich gelegt hatte.
Investor Meeting: In Zukunft heisst es bei Intel „Data Center first!“ - ComputerBase
Interessanter finde ich da die neue News vom planet3dnow:
"Intel today announced that Jim Keller will join Intel as a senior vice president. He will lead the company’s silicon engineering, which encompasses system-on-chip (SoC) development and integration."
Keller wird bei Intel auf seinen alten Weggefährten Raja Koduri treffen, der AMD schon Ende letzten Jahres verlassen hat. Die beiden haben bereits bei Apple erfolgreich zusammengearbeitet. Dass sich die Väter von AMD Ryzen und AMD Vega nun gemeinsam bei Intel wiedertreffen, wo das R&D-Budget erheblich lockerer sitzen dürfte, kann für AMD keine gute Nachricht sein. Koduri war ein ATI-Urgestein und wurde zu AMD zurückgeholt, um die Grafiksparte auf Vordermann zu bringen. Keller kam Ende der 90er Jahre von DEC zu AMD und war mitverantwortlich für die Entwicklung von K7 und K8 – mit die erfolgreichste Zeit von AMD – und wurde 2012 nach dem Bulldozer-Fiasko zu AMD zurückgeholt, um die Zen-Architektur zu entwickeln, dank der AMD heute wieder im CPU-Oberhaus mitmischen darf.
Neue Prozessor-Architekturen werden nicht von heute auf morgen entwickelt. Keller kam 2012 zu AMD zurück, entwickelte die Zen-Architektur bis 2015 und verließ AMD dann wieder Richtung Tesla. Das erste kaufbare Produkt mit Zen-Architektur, der AMD Ryzen, kam erst 2017 auf den Markt, also 5 Jahre nach Kellers Rückkehr zu AMD. Der Einfluss von Keller und Koduri wird aktuelle Intel-Produkte also kaum betreffen, sondern eher die Produkte ab 2021, wenn man unterstellt, dass Intel mit seinen Ressourcen schneller entwickeln kann als AMD.
Da Intel schon seit über 2 Jahren an einer neuen Architektur arbeitet, kann Keller sie sowieso nicht mehr so extrem beeinflussen.
Gerucht: Intel forscht an neuer x86-Architektur
Aber gut ist das nicht wie planet3dnow richtig schreibt, wenn die besten Entwickler zu Intel wechseln.
Und hat ~20% höhere Margen, wenn ich das richtig im Kopf habe