Intel Dunlow geleakt: Nova-Lake-Xeon mit 28 Kernen und LGA1954
Frachtdaten nennen Intels mutmaßliche Xeon-Plattform Dunlow mit bis zu 28 Kernen, LGA1954 und einer TDP-Klasse von 95 Watt. Hinweise deuten auf eine technische Basis aus Nova Lake-S hin.
Intel bereitet offenbar eine neue Xeon-Plattform für kompakte Server und Einstiegs-Workstations vor. In Frachtdokumenten ist unter dem Codenamen "Dunlow" ein Prozessor mit bis zu 28 Kernen und dem neuen Sockel LGA1954 aufgetaucht. Eine separate Mainboardlistung nennt Unterstützung für CPUs mit einer TDP von bis zu 95 Watt. Die Plattform soll auf Nova Lake-S basieren und lediglich zwei DDR5-Speicherkanäle verwenden. Damit wäre Dunlow technisch näher an Intels Desktop-Plattform als an den größeren Xeon-Serien mit mehr Speicherkanälen und zusätzlichen PCI-Express-Lanes.
Veröffentlicht wurden die Einträge vom Leaker X86isdead&back. Ergänzend nennt eine separate Produktlistung das Supermicro-Mainboard MBD-X15SDCB-IN001. Dieses wird als "X15 Single Socket Xeon E3 Dunlow Customer Reference Board" mit LGA1954, Dual-Channel-DDR5 und Unterstützung für CPUs bis 95 Watt beschrieben. Ob das Mainboard regulär in den Handel kommt, geht aus dem Eintrag nicht hervor.
28 Kerne bedeuten wahrscheinlich nicht 28 P-Cores
Bei der genannten Kernzahl dürfte es sich nicht um 28 vollwertige Performance-Kerne handeln. Sie passt vielmehr exakt zu einer bereits durchgesickerten Single-Tile-Konfiguration von Nova Lake-S: Acht P‑Cores, 16 E-Cores und vier besonders sparsame Low-Power-E-Cores ergeben zusammen 28 Kerne. Die gleiche Aufteilung wird auch für Consumer-Prozessoren der Core-Ultra-400-Serie erwartet. Varianten mit zwei Compute-Tiles sollen dagegen bis zu 52 Kerne erreichen.
Belastbar sind zunächst nur die Angaben aus den Frachtdokumenten und der Produktlistung. Die Zuordnung der 28 Kerne zu 8 P-, 16 E- und vier LPE-Cores ergibt sich aus früheren Nova-Lake-Leaks, ist jedoch nicht bestätigt.
Für Nova Lake werden derzeit die neuen Kernarchitekturen Coyote Cove und Arctic Wolf erwartet. Der ebenfalls durch frühere Leaks bekannte Sockel LGA1954 soll LGA1851 ablösen und unter anderem DDR5-8000 unterstützen. PCGH berichtete zudem bereits über ein mutmaßliches Nova-Lake-Package und ein industriell ausgerichtetes Q970-Mainboard für den neuen Sockel.
Mehr als doppelt so viele Kerne wie bei Catlow
Dunlow wäre offenbar der Nachfolger der aktuellen Catlow-Plattform. Diese bildet unter anderem die Basis für Xeon E-2400 und Xeon 6300 auf LGA1700. Das derzeitige Spitzenmodell dieser Klasse bietet zwölf Kerne. Mit bis zu 28 Hybrid-Kernen würde Intel die maximale Kernzahl folglich mehr als verdoppeln.
Für kleine Server könnten die hohe Kernzahl und die vergleichsweise sparsame 95-Watt-Klasse interessant sein. Dual-Channel-DDR5 senkt zwar die Plattformkosten, könnte bei 28 Kernen aber insbesondere in speicherbandbreitenintensiven Workloads zum Flaschenhals werden.
Für Spiele-PCs besitzt der Fund dagegen zunächst nur indirekte Bedeutung: Er stützt erneut die bislang geleakten Eckdaten der Nova-Lake-S-Plattform und zeigt, dass Intel LGA1954 offenbar nicht ausschließlich für Core-Ultra-Prozessoren einplant. Ein neuer Preis-Leistungs-Geheimtipp nach Art des Xeon E3-1231 v3 erscheint dennoch unwahrscheinlich: Server-Mainboards, Plattformsegmentierung und mögliche Einschränkungen bei Consumer-Chipsätzen dürften den Einsatz im gewöhnlichen Spiele-PC erschweren.
Intel hat Dunlow, die endgültigen Modellnamen und einen Erscheinungstermin bislang nicht angekündigt.
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Quelle: X86isdead&back auf X, via Videocardz
