Intel: Downgrade der Management Engine soll unmöglich werden

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Intel: Downgrade der Management Engine soll unmöglich werden
Quelle: Flickr, JiahuiH, CC BY 2.0

Um die Ausnutzung älterer Sicherheitslücken in Intels Management Engine zu unterbinden will der Hersteller ab sofort die Versionsnummern der entsprechenden Firmware in einem gesonderten Speicherbaustein sichern, der nicht überschrieben werden kann. Ist die Nummer der Software niedriger als die im Speicher deaktiviert sich die Management Engine selbstständig.

Die seit 2008 in allen Prozessoren von Intel integrierte Management Engine (Intel ME) bereitet der Chipschmiede schon seit längerer Zeit Probleme. Beispielsweise gelang es einigen Sicherheitsforschern im November, einen vollständigen Zugriff auf die Engine zu erhalten. Verwendet wurde dafür die USB-Schnittstelle in Kombination mit Intels Direct Connect Interface (DCI). Dieses ist eigentlich nur für einen simplen Debug-Zugriff gedacht, über die gefundene Lücke kann aber ein vollständiger Zugriff erreicht werden.

Bereits Mitte des Jahres gelang es Forschern beliebigen Code auf der Engine auszuführen, die aus einem einzelnen 32-Bit-x86-Kern besteht und das freie Betriebssystem Minix einsetzt. Eine derartige Manipulation kann laut Microsoft beispielsweise dazu dienen um Dateien unentdeckt zu versenden oder Firmennetzwerke anzugreifen.

Intels Management Engine soll es größeren Unternehmen ermöglichen ohne größeren Aufwand Updates auf die Firmenrechner zu spielen. Die dafür verwendete Technik heißt Intel Active Management Technology (iAMT), vor der das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits 2015 gewarnt hat: iAMT könne ohne Zutun des Nutzers von außen aktiviert werden.

Um weitere Komplikationen mit der Management Engine zu unterbinden möchte Intel nun ein Downgrade der dazugehörigen Firmware verhindern. Bislang war es möglich auf Prozessoren eine ältere Firmware aufzuspielen und die darin noch enthaltenen Sicherheitslücken auszunutzen.

Mit der nun kommenden Version 12 von Intels ME sollen die Versionsnummern der Software in einem dedizierten Speicher (Field Programmable Fuse, FPF) gesichert werden, der nicht überschrieben werden kann. Wird nun eine andere Firmware installiert, so muss deren Versionsnummer höher sein als die eingespeicherte - sonst verweigert die Management Engine den Dienst.

Die Management Engine Version 12 soll für Intel Cannon-Lake und Coffee-Lake zur Verfügung stehen, die beschriebene Funktion wiederum ist allerdings nicht zwangsläufig aktiviert. Intel empfiehlt den OEMs zwar eine Aktivierung, standardmäßig soll es diese aber noch nicht geben.

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    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pilo Software-Overclocker(in)
        AW: Intel: Downgrade der Management Engine soll unmöglich werden

        Zitat: "Ist die Nummer der Software niedriger als die im Speicher deaktiviert sich die Management Engine selbstständig."
        Ah ja. Also falls in Zukunft weitere kritische Fehler in der IME erkannt würden und die gespeicherten Versionsnummern dieser dann wiederum kompromitierbaren Versionen nicht geändert werden können, dann funktioniert eine Übernahme ja trotzdem noch mit der dann im Chip gespeicherten Version, ohne das der Besitzer etwas mitbekommt. Was soll das jetzt also bringen, außer dem Vorgaukeln falscher Sicherheit?
      • Von Pilo Software-Overclocker(in)
        AW: Intel: Downgrade der Management Engine soll unmöglich werden

        Zitat: "Ist die Nummer der Software niedriger als die im Speicher deaktiviert sich die Management Engine selbstständig."
        Ah ja. Also falls in Zukunft weitere kritische Fehler in der IME erkannt würden und die gespeicherten Versionsnummern dieser dann wiederum kompromitierbaren Versionen nicht geändert werden können, dann funktioniert eine Übernahme ja trotzdem noch mit der dann im Chip gespeicherten Version, ohne das der Besitzer etwas mitbekommt. Was soll das jetzt also bringen, außer dem Vorgaukeln falscher Sicherheit?
      • Von Atma Lötkolbengott/-göttin
        AW: Intel: Downgrade der Management Engine soll unmöglich werden

        Zitat von Silverfalcon
        Ich sage nur: Entscheidet mit eurem Portemonnaie, bei AMD ist das Teil deaktivierbar und mehr Lanes/Kerne gibt es im Consumer-Bereich noch dazu.
        Nicht grundsätzlich. Der Mainboard Hersteller muss dafür einen Schalter im UEFI einbauen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Intel: Downgrade der Management Engine soll unmöglich werden

        Zitat von DKK007
        Damit ließe ich die ME dann aber auch recht einfach deaktivieren, indem man eine ältere Version aufspielt. Bisher war ein Deaktivieren nicht ohne weiteres möglich.

        Wobei der Mitarbeiter wohl kaum weiß, wie das geht.
        Ein Deaktivieren beziehungsweise entfernen der ME ist relativ einfach. Leider schaltet man damit aber auch die CPU-Initialisierung aus, womit das System unbrauchbar wird – es ist anzunehmen, dass Intel an dieser Vorgehensweise auch in Zukunft nichts ändert. Das heißt ein Downgrade-Versuch würde in Zukunft nicht zu unkontrollierten Datenzugriffen, sondern zu einem defekten Rechner führen.
      • Von KI_Kong Freizeitschrauber(in)
        AW: Intel: Downgrade der Management Engine soll unmöglich werden

        Zitat von Casurin
        Bei AMD heist es halt Secure Technology, früher PSP.
        Es heißt immer noch PSP, jetzt halt PSP 3.0.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Intel: Downgrade der Management Engine soll unmöglich werden

        Zitat von Abductee
        Wenn die Mail nicht durch den Spam oder Virenfilter vom Mailserver abgefangen wird bin ich mir sicher das der Mitarbeiter draufklickt.
        Dann bekäme er sicher ungewollte Post vom Arbeitgeber.
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