Legendärer Intel 80386 unter der Lupe: CT-Scan zeigt den genauen Aufbau

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Legendärer Intel 80386 unter der Lupe: CT-Scan zeigt den genauen Aufbau
Quelle: Righto

Der Intel 80386 gilt als Meilenstein der CPU-Geschichte. CT-Scans zeigen nun bisher nie dagewesene Einblicke in den legendären Prozessor.

Ein aktuelles Forschungsprojekt von Computerhistoriker Ken Shirriff (via Righto) und dem CT-Scan-Unternehmen Lumafield gewährt detaillierte Einblicke in die komplexe interne Architektur des legendären Intel-80386-Prozessors. Mithilfe von Computertomografie gelang es dem Projekt, alle verborgenen Schichten des 1985 eingeführten Chips sichtbar zu machen, ohne diesen zu beschädigen.

Eine "digitale Schälung"

Die von Lumafield durchgeführte 3D-Computertomographie erzeugte Hunderte hauchdünne Röntgenschichten. Gewissermaßen wurde der Intel 80386 so digital "geschält", sodass jede einzelne Schicht zu einem 3D-Modell zusammengefügt wurde.

Die CT-Scans zeigen so den wahren Aufbau des Prozessors: ein sechsschichtiges System aus zwei Signalschichten sowie vier dedizierten Stromversorgungs- und Masseschichten.

  • Die kleinsten Strukturen auf dem Silizium-Die messen nur einen Mikrometer, während die Verdrahtung auf dem Die etwa sechs Mikrometer breit ist.
  • Diese verbinden sich mit Bond-Pads im 0,25-Millimeter-Abstand, die wiederum über Bonddrähte mit Package-Pads im 0,5-Millimeter-Raster verbunden sind. Schließlich führen diese zu den 2,54 Millimeter voneinander entfernten Pins.

Apropos Pins: Shirriff hat mithilfe der Scans auch nachvollziehen können, welche Pins wohin verbunden sind. Unter anderem werden so acht der "No Connect"-Pins (NC) gezeigt, die eigentlich unverbunden bleiben sollten - einer davon ist aber tatsächlich vollständig verbunden und fungiert wohl als Ausgang. Die sieben anderen NC-Pins sind "fast vollständig" verbunden und wurden wohl zu Testzwecken genutzt.

Bildergalerie

Die hochauflösenden CT-Scans brachten sogar Fertigungsdetails ans Licht, die Intel vermutlich nie zur öffentlichen Betrachtung vorgesehen hatte. An den Seitenkanten der Verpackung sind winzige Drähte sichtbar, die während der Galvanisierung der Pins mit Gold verwendet wurden.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Intersurf5 Schraubenverwechsler(in)
        Da werden Erinnerungen wach .. Mein Erster PC war ein 80386 SX 20 ...
        Den hatte ich allerdings nicht lange da er doch sehr langsam war, sein Nachfolger war dann ein 80386 DX 25 ...Grüße Rolf
      • Von Intersurf5 Schraubenverwechsler(in)
        Da werden Erinnerungen wach .. Mein Erster PC war ein 80386 SX 20 ...
        Den hatte ich allerdings nicht lange da er doch sehr langsam war, sein Nachfolger war dann ein 80386 DX 25 ...Grüße Rolf
      • Von Wern1111 Komplett-PC-Käufer(in)
        echt coole Die-Shots gibts auf https://www.flickr.com/ph... von FritzchenFritz.
        Teilweise mit echt abgefahrenen Auflösungen von ca 20.000x10.000 Pixel

        Ideall um die als Poster auszudrucken und aufzuhängen.
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        Coole Sache. Eine große Sammlung klassischer Die-Shots von allen möglichen Chips gibt es übrigens hier:.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Registrierzwang Software-Overclocker(in)
        Man muss das immer mit dem Jahr des Erscheinens in Relation stellen. Für 1985 (während meinem 5. Informatik-Semesters) war der 80386 unter Berücksichtigung der gewollten Kompatibilität schon eine echte Leistung. Wenn man das allerdings mit dem kurz vorher erschienenen 68020 von Motorola vergleicht, ist das wieder zu relativieren.
        Der CT Scan ermöglicht es vielleicht manchen FPGA-Programmierern den 386 besser nachzubilden.
      • Von Misanthrop68 Volt-Modder(in)
        Jetzt kann ich mit mein Thermomix, Mikrowelle und Fingerspitzengefühl einen locker nachbauen.
        Danke für die Vorlagen an Ken Shirriff und Lumafield für die Bilder.
      Direkt zum Diskussionsende
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