IDF 2011: Supercomputer verbessern Wirbelsturmvorhersagen
Warum Hurricane Irene nicht so schlimm war, wie befürchtet: Die Wetterforscher von Earth Networks können rückblickend erklären, warum der Untergang New Yorks ausfiel: Der Sturm blitzte nicht genug. Das erlaubt Rückschlüsse auf künftige Wirbelstürme. Wissenschaft am Vortag des IDF von Nico Ernst (Golem.de).
Der Wissenschaftstag von Intels IDF, der eigentlichen Veranstaltung stets vorangestellt, steht unter dem Motto Disaster Management. Einen Tag nach dem zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 ist das ein naheliegendes Thema. Für Terror gibt es zwar noch keine 5-Tage-Vorhersage, aber für das Wetter. So erklärte auch der Chef von Earth Networks, Bob Marshall, warum der Hurrikan Irene Ende August 2011 weniger schlimm als vorhergesagt ausfiel. Marshalls Unternehmen unterhält ein weltweites Netz an Meßstationen, die nicht nur die üblichen Wetterwerte wie Luftdruck, Temperatur etc. aufzeichnen. Im Sekundentakt liefern die Sensoren auch die Zahl der Blitze, die in ihrer Umgebung einschlagen. Bis zum Ende des 24. August fiel der Luftdruck innerhalb des Sturms immer weiter, die Zahl der Blitze nahm zu - alles klassische Anzeichen, so Marshall, für ein immer heftiger werdendes Unwetter.
Schlagartig nahmen aber die Gewitter am Rande des Sturms in den ersten Stunden des 25. August ab, wie der Chef von Earth Networks anhand von Grafiken zeigte. Umgekehrt gab es im Zentrum des Hurrikans mehr Blitze - der Sturm fraß sich damit quasi selbst auf, sagte Bob Marshall. Dass die Warnungen, die bis zur Evakuierung von Teilen New Yorks führten, dennoch aufrecht erhalten wurden, war nach Meinung des Wetterexperten völlig berechtigt. Auch wenn die Gewitter sich plötzlich beruhigten, blieben noch einen Tag lang die Windgeschwindigkeiten und der Luftdruck nahezu stabil. Erst ab dem 26. August schwächte sich der Sturm insgesamt ab.
Marshall zufolge war aber nicht auszuschließen, dass Irene auf seinem Weg über den Golf von Mexiko wieder Fahrt aufnehmen könnte. Auch das, so Marshall hätte sich aber an den Blitzen zeigen müssen. Dass die Warnungen bestehen blieben, erklärte der Wetter-Netzwerker auch: "Es gab nicht genügend Messwerte des Phänomens, weil niemand durch einen so großen Sturm fliegen will". In Zukunft, so Marshall, könnten die Wettermodelle in den Supercomputern aber genauer werden. Außer Blitzmessungen gäbe es dafür noch viele andere Quellen wie Radar, die er gerne einbeziehen würde: "In vielen Teilen der Welt stehen Radars nur herum und rosten vor sich hin". Es sei aber, so der Wetterforscher weiter, sehr schwierig auf internationaler Ebene militärische Einrichtungen zivil zu nutzen.
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