Gehirn als Prozessor: Cortical Labs verkauft menschliche Neuronen - mit Schnittstelle
Das australische Unternehmen Cortical Labs bietet mit dem CL1 einen "biologischen Computer" an: Das Gerät verbindet Gehirnzellen mit einem Siliziumchip. Dadurch können die Neuronen offenbar frei programmiert werden.
Wenn es um möglichst viel Rechenleistung geht, führt momentan kein Weg an Silizium-Halbleitern vorbei. In der Forschung werden aber auch andere Ansätze erprobt. Einer von diesen wird nun deutlich leichter zugänglich: Das australische Unternehmen Cortical Labs bietet seit März ein System an, das menschliche Neuronen mit einer Computerschnittstelle verbindet. Dadurch soll es möglich sein, dieses nachgebildete, echte Gehirn zu programmieren. Laut dem Unternehmen handelt es sich dadurch um nicht weniger als den ersten programmierbaren, biologischen Computer.
Einfache Anbindung zum stolzen Preis
Eine hohe Rechenleistung erreicht dieser allerdings nicht, denn dafür sind zu wenig der im Labor erzeugten Neuronen vorhanden. Das CL1 genannte System soll rund 800.000 entsprechende Zellen enthalten, die zur Ansteuerung um einen Siliziumchip angeordnet sind. Zum Vergleich: Das menschliche Gehirn kommt auf etwas mehr als 80 Milliarden Neuronen. Aber immerhin: Offenbar reicht die Leistung aber aus, um dem "Prozessor" beizubringen, wie man Pong spielt.
Modernen KI-Systemen wird Cortical Labs so eher keine Konkurrenz machen - zumindest vorerst. Stattdessen ist der CL1 für Forschungseinrichtungen gedacht. Dort soll der Erkenntnisgewinn durch die einfache Schnittstelle mit den Gehirnzellen erleichtert und beschleunigt werden. Das lässt sich Cortical Labs wiederum gut bezahlen: Wer einen einzelnen CL1 bestellt, muss dafür 35.000 US-Dollar bezahlen. Wer ein ganzes Rack mit 30 Stück kauft, bekommt die Geräte hingegen schon für "nur" 20.000 US-Dollar pro Stück - und alternativ lässt sich die Gehirn-CPU für 300 US-Dollar pro Woche mieten. Interessierte Heimanwender dürften aber auch von diesem Angebot abgeschreckt werden - denn ohne passend ausgestattetes Labor kann der Computer nicht verwendet werden.
Quelle: Cortical Labs
Der CL1 ist eine Komplettlösung: Er erhält die Neuronen am Leben und kann über eine Schnittstelle mit ihnen interagieren. Der Verbrauch pro Gerät liegt bei rund 30 Watt.
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Zudem ist der CL1 recht wartungsintensiv, wenn man ihn mit normalen Prozessoren vergleicht. Denn laut Cortical Labs können die Neuronen nur für sechs Monate am Leben erhalten werden, bevor man sie austauschen muss. Der Nachfrage schadet das aber offenbar nicht: Im Sommer sollen die ersten 115 Einheiten ausgeliefert werden, die die Erforschung von Neuronen und ihrer Anwendungsmöglichkeiten als biologische Prozessoren hoffentlich schnell vorantreiben können.
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Quelle: Cortical Labs (Produktseite) via Fudzilla

Aber ich denke mal das man nur Neuronen aus dem Gehirn programmieren kann das sie "rechnen".
Aber die Frage ist ja auch, ab wann etwas lebt. Sind ein paar biologische Zellen lebendig auch wenn sie zu keinem Organismus gehören?
In welchem Entwicklungsstadium wöred dieser Neuron bei einem Leben sein was sich gerade entwickelt....