China-CPU: 64 Zen(+)-Prozessorkerne und DDR5-Speicher
CPUs aus China legen immer größere Leistungssprünge hin und näheren sich ihren westlichen Vorbildern immer weiter an. Dank zweier Joint Ventures von AMD und Hygon sind mittlerweile bis zu 64 Zen(+)-Prozessorkerne und DDR5-Speicher möglich.
Die x86-Prozessoren aus China haben in den vergangenen Jahren mitunter riesige Leistungssprünge hingelegt und näheren sich ihren großen westlichen Vorbildern von AMD und Intel damit langsam, aber sich immer weiter an. Auch dank zweier bereits im Jahre 2016 geschlossener Joint Ventures von AMD und Hygon, einem chinesischen Fabless-Halbleiterunternehmen, sind inzwischen bis zu 64 Zen(+)-Prozessorkerne, schneller DDR5-Speicher sowie ein Dual-IO-Chiplet realisierbar. Denn alle diese Spezifikationen und Attribute vereint der Hygon C86-7490 im Sockel SP5.
64 × Zen(+) im aktuellen Sockel SP5
Der Hygon C86-7490 sitzt nicht nur im modernen Sockel SP5 ("Sockel LGA 6096"), den AMD für seine aktuellen Server-Prozessoren der Serien Epyc 9004 und 9004X mit den Codenamen Genoa, Genoa-X und Bergamo eingeführt hat, er unterstützt außerdem auch schnellen DDR5-4800 über 12 Speicherkanäle. Anders als die westlichen "Originale" basiert die "China-CPU" aber nicht auf Zen 4 respektive Zen 4c.
Quelle: 结城安穗 (@YuuKi_AnS)
Der Hygon C86-7490 mit 64 Prozessorkernen und 128 Threads sowie der kleinere Hygon C86-7390 mit 48 Prozessorkernen und 96 Threads, die YuuKi_AnS zuerst ausfindig machen konnte, gehen aus zwei Joint Ventures zwischen AMD, Hygon, Global Foundries und HMC hervor und basieren auf der Dyhana-Architektur.
Maßgeschneiderte Zen(+)-Architektur für China
Die Dyhana-Architektur, welche wiederum auf das Family 24 Model 4 Stepping 1 zurückgeht, basiert auf einer speziell angepassten Zen-Architektur, die Zen+ sehr ähnlich ist, jedoch mit Dual-IO-Die, 12-Speicherkanälen für DDR5-4800 deutlich modernisiert wurde. Die Spezifikationen der CPU-Spitzenmodells lesen sich folgendermaßen und sind durchaus als beeindruckend zu bezeichnen.
Hygon C86-7490 (C86-4G 86)
- Dyhana-Architektur ("AMD Zen")
- Family 24 Model 4 Stepping 1
- 64 Zen(+)-Prozessorkerne
- 128 Threads per SMT
- 12 × DDR5-4800
- Dual-IO-Chiplet
- 225 Watt TDP
Der Hygon C86-7490 besteht aus insgesamt vier 16 Core-CCDs ("Core Complex Dies"), welche so in 64 Prozessorkernen und dank SMT ("Simultaneous Multithreading") in insgesamt 128 Threads resultieren. Die Serie wird außerdem mit 48, 32 und 16 Prozessorkernen im chinesischen Großhandel angeboten und kostet auf entsprechenden Plattformen umgerechnet bis zu 5.900 US-Dollar.
Quelle: 结城安穗 (@YuuKi_AnS)
Sämtliche Hygon-CPUs dürfen nur innerhalb von China verkauft werden, was ein fester Bestandteil der Vereinbarungen des Joint Ventures zwischen AMD, Global Foundries und dem chinesischen Staatsunternehmen Hygon war.
Handelskrieg beendet Joint Venture
Nachdem der immer weiter eskalierende Handelskrieg und die damit verbundenen Sanktionen der USA gegen China begonnen hatten, konnte AMD keine zusätzlichen geistigen Eigentumsrechte ("IPs") mehr lizenzieren, während Hygon vom Silizium von Global Foundries abgeschnitten wurde. Mittlerweile laufen die Hygon-CPUs bei einem unbekannten chinesischen Auftragsfertiger vom Produktionsband und nutzen auch weiterhin AMDs Zen-IP. Im Februar 2024 meldete Bloomberg News, dass die Hygon-Aktie eine der meistgewählten Picks unter Wall-Street-Firmen war.
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Quelle: 结城安穗 (@YuuKi_AnS) via X via Wccftech

In 2016, based on the AMD–Chinese joint venture agreement, the company and AMDformed two joint ventures (JVs), Chengdu Haiguang Microelectronics (HM) and Chengdu Haiguang Integrated Circuit Design (HICD). HMC was 51% owned by AMD and 49% by Hygon while HICD was 30% owned by AMD 70% by Hygon. HM works with AMD for design and GlobalFoundries for manufacturing while HICD works with HM to add co-design elements and packaging, then selling the silicon to China. The end goal was to provide China a local version of AMD's Zen 1 CPUs that would be used only in its domestic market. Under the licensing agreement, AMD would receive $293 million as part of the licensing agreement.
Bei Hygon läuft es seit dem. Der Börsengang in 2022 war der zweitgrößte des Jahres in China.
Wie Bloomberg berichtet hat, haben US-Großkonzerne und Großinvestoren Hygon als einen der Top Picks ausgewählt und sehen ein großes Potenzial.
Auch das ist ein Teil der Wahrheit. Wenn so viele großen US-Konzerne dort investiert sind, kann es mit der Abneigung ja nicht so weit her sein.
Ich gehe fest davon aus, dass AMD relativ viel Wissen im Rahmen des Joint-Ventures weitergegeben hat und das finde ich nicht gut. Ich sehe sogar die Option, dass AMD von Seiten der amerikanischen Regierung harte Sanktionsmaßnahmen bekommen könnte. Dazu weiß ich aber zu wenig, was an Wissen weiter gegeben wurde.
Oder haben die Chinesen das weitestgehend selber hinbekommen? Haben wir eine Chance, das irgendwie heraus zubewkommen? Gibt es schon detaillierte Analysen der Struktur der CPUs?
CPUs aus China sind das Thema hier und plötzlich wird hier über einen "systematischen Feind" geredet?
Halb (bis ganz) Europa würde von Heute auf Morgen zusammenbrechen, gäbe es den systematischen Feind plötzlich nicht mehr (oder er würde uns nicht mehr beliefern)
Ist aber auch, wie etliche Beiträge vorher schon, eher OT und gehört eher hier hin:
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Nicht zu vergessen, dass wir unsere Produkte ja auch auf deren Markt bringen wollen.
Oder hast du dich noch nicht gefragt, warum jedes E-Fahrzeug aussieht wie ein rundgelutschtes Zäpfchen und mittlerweile das Interieur beleuchtet ist wie eine Disco?
Richtig, weil unsere Automobilindustrie ihr Design komplett an den asiatischen Geschmack angepasst hat.
Wir haben lange genug Wissen verschenkt. Das muss aufhören.