Bulldozer-Samples bei den ersten Testern? - Update: Zwei Cinebench-Werte
Offenbar sind die ersten Bulldozer-Samples bei den Testern eingetroffen. So zeigte Obrovsky von PC-Tuning Czech, besser bekannt als OBR, eine mit Wärmeleitpaste überzogene AMD-CPU, titelte dazu "End of speculation - I know, everything" und schob zwischenzeitlich noch Cinebench-Resultate nach.
Update vom 20.05.2011
Ob OBR tatsächlich einen Bulldozer hat, könnte sich je nach Deutung bestätigt haben: Der Blogeintrag samt Bild ist zwischenzeitlich von ihm wieder gelöscht worden - offenbar hat AMD interveniert ["Sorry, article with Cinebench was deleted ... by request of ... "]. Auch in einem zweiten Fall hat OBR Bilder zurückgezogen, denn die gestern Abend veröffentlichten "wow, enjoy"-Resultate des Cinebench R11.5 und R10 (jeweils x64) sind ebenfalls wieder verschwunden. Die Werte einer Bulldozer-CPU mit vier Modulen und über 3,0 GHz sollen sich im R11.5 auf 7.37 Punkte und im R10 auf 28.074 Punkte belaufen. Das R11.5-Resultat liegt oberhalb dessen, was ein Core i7-2600K erzielt, aber unter den Werten eines Core i7-990X (siehe PCGH-Test). Der Wert des Cinebench R10 ist schwieriger einzuordnen, der eigentlich Intel-lastige Benchmark sieht den Bulldozer weit in Front. Wissenswertes am Rande: Der Cinebench ist extrem FPU-lastig, die Gleitkomma-Einheiten des Bulldozers müssen sich hier also für die acht Integer-Kerne aufteilen.
Die Resultate sprechen dafür, dass der Bulldozer bei Multithreading Intels Sandy-Bridge-Quads knacken kann und an den Gulftowns scheitert - dieses Szenario erscheint uns realistisch. Bei der Singlethread-Leistung soll der Bulldozer trotz Turbo aber etwas langsamer sein als eine SNB-CPU. Da die Resultate von OBR stammen und wie der andere Bulldozer-Leak gelöscht wurden, ist die Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu bisher aufgetauchten Werten vergleichsweise sehr hoch, dass es sich hierbei nicht um Fakes handelt.
Quelle: OBR (gelöscht), XS forums
Originaler Artikel vom 16.05.2011
Je näher der angebliche Starttermin von AMDs kommendem Bulldozer-Chip rückt, desto mehr Gerüchte, Fakes und auch echte Informationen gelangen ans Tageslicht. So hat Obrovsky von PC-Tuning Czech offenbar sein Testsample einer FX-CPU bereits erhalten, der Launch soll am 11. Juni erfolgen - dies wäre nach der E3 und nach der Computex.
Unter der Headline "End of speculation - I know, everything" spricht OBR von einer geringen Leistungsaufnahme im Leerlauf (sofern der Google-Translater korrekt übersetzt) und die CPU laufe auf seiner Gigabyte-Platine inklusive Turbo sehr gut. Wenig überraschend sei die Speicherbandbreite stark angestiegen (im Vergleich zum Phenom II), was bei DDR3-1866 im Dualchannel-Betrieb und 2,4 GHz CPU-NB-Takt aber nicht verwundert. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass OBR in der Regel eine gute Quelle ist, sofern er die Produkte tatsächlich auch hat und nicht nur ins Blaue hinein spekuliert. Zur Performance des Bulldozers will er allerdings noch nichts sagen ;-)
Quelle: OBR (gelöscht)
Bildergalerie
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Hintergrund Bulldozer:
Der im 32-nm-Prozess gefertigte Bulldozer setzt auf sogenannte Module. Ein solches beinhaltet zwei (Integer-)Kerne, diese teilen sich unter anderem den 2 MiByte großen L2-Cache und die "Flex FPU" genannte Gleitkomma-Einheit, welche pro Takt den Kernen neu zugeordnet werden kann. Ein Modul ist laut AMD schneller als ein Zweikerner mit K10-Architektur. Alle Module, bis zu vier beim Orochi-Die (Zambezi für Desktop und Valencia für Server), greifen auf 4 bis 8 MiByte L3-Cache zu - je nach Ausbaustufe werden die Versionen von AMD mit einer TDP mit 95 bis 125 Watt eingestuft. Ein Modul erreicht laut AMD 80 Prozent der Leistung eines (fiktiven) Bulldozer-Dualcores. Auf dem Financial Analyst Day 2010 gab AMD bekannt, dass Bulldozer selbst bei Auslastung aller Kerne per Turbocore bis zu 500 MHz hochtaktet. AMDs John Fruehe sagte zudem, mit weniger Kernen könne es gar mehr sein. Offenbar ist auch ein Taktplus bei stillgelegter FPU möglich, da hierdurch das TDP-Budget für die Integer-Kerne wächst.
Die ISSCC 2011 verriet AMD, dass ein Modul 213 Millionen Transistoren auf 30,1 mm² fasst, das Design ist für 0,8 bis 1,3 Volt ausgelegt. AMD spricht davon, dass ein 8-kerniger Bulldozer weniger Die-Fläche verbraucht als ein Thuban (346 mm²), Hans de Vries von Chip-Architekt schätzt derzeit (Ende Februar 2010) 292 mm². Das Bulldozer-Design soll 3,5 GHz und mehr erreichen, inklusive Turbocore - allerdings ist es von Haus hochtaktend ausgelegt, die Frequenzen lassen sich also nicht direkt mit einem Phenom II vergleichen. Auch sagt der hohe Takt nicht zwingend etwas über den Stromverbrauch des Designs aus. Der Cache bzw. die CPU-Northbridge des Bulldozer läuft mit 1,1 Volt und erreicht 2,4 GHz und unterstützt bis zu DDR3-1866 - ein Phenom II kommt auf nur 2,0 GHz und DDR3-1333. All diese Informationen sprechen zusammen mit der neuen, teils sehr mächtigen FPU für eine massiv gesteigerte Pro-Takt-Leistung gegenüber dem Phenom II. Der Bulldozer mit seinem innovativen Modul-Aufbau wird für das zweite Quartal 2011 erwartet und setzt den neuen Sockel AM3+ für volle Kompatibilität zwingend voraus.

Klar kommt das irgendwann, aber wann? Mit den nächsten Konsolen? Aber dann gibts schon lange CPUs, die schneller als der Gulftown sind, mit weniger Kernen.
Das ist doch dann schon ein positives Ergebnis.
Ich hab zum Beispiel während ich hier gerade schreibe 74 Prozesse und ~1055 Threads am laufen
Von den Prozessen machen die meisten zwar fast nichts, aber in Summe kommt da dann halt doch 10-20% Auslastung im Idle zusammen.
Was ich damit sagen will ist, dass die Anzahl der Threads allein halt nichts aussagt.