Vor knapp einem Jahr schickte Intel mit dem Core i7-980X (
PCGH-Test) erstmals eine Sechskern-CPU in Rennen, diese basiert auf der im 32-nm-Prozess gefertigten Westmere-Architektur und trägt den Codenamen Gulftown. Im Laufe des vergangenen Jahres folge der Core i7-970, welcher jedoch ebenfalls kein Schnäppchen darstellt. Für massiv parallelisierte Anwendungen ist der Gulftown wie gehabt ungeschlagen , in Spielen dagegen muss er hier und da die neuen Sandy-Bridge-Modelle (
PCGH-Test) ziehen lassen - Sechskerner wird es für den Sockel 1155 jedoch nicht geben. AMD bietet zwar ebenfalls Hexacore-CPUs wie den Phenom II X6 1100T (
PCGH-Test), diese spielen aber in Sachen Preis wie Leistung in einer anderen Liga und stellen für den weitaus schnelleren Gulftown keine Konkurrenz dar.
Core i7-990X: Technische SpezifikationenWie eingangs erwähnt, basiert der Core i7-990X auf der Westmere-Architektur. Diese stellt einen Shrink von Nehalem dar und steht technisch zwischen dem Yorkfield (Core 2 Quad) und Sandy Bridge (Core i3/i5/i7-2000). So verfügt der Core i7-990X über sechs Kerne, wovon jeder dank Simultaneous Multithreading (SMT) zwei Threads abarbeiten kann. Die Rechenherzen werden unter anderem durch 12 MiByte L3-Cache sowie DDR3-1066 im Triple-Channel-Betrieb gespeist. Die Standardfrequenz beträgt 3,46 GHz und wird via Turbo (auf einem Kern) auf maximal 3,73 GHz angehoben. Damit entspricht der Core i7-990X dem Core i7-980X, nur der (offene) Multiplikator liegt eine Stufe höher. Im Laufe von einem Jahr sollten sich jedoch Verbesserungen bei der Fertigung aufzeigen lassen, beispielsweise eine geringere Leistungsaufnahme.
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Core 2 Quad Q9550 |
Core i3-530 |
Core i5-760 |
Core i7-860 |
Core i7-990X |
Core i7-2600K |
Athlon II X4 640 |
Phenom II X4 975 BE |
Phenom II X6 1055T |
Phenom II X6 11000T |
| Takt / Turbo |
2,83 GHz |
2,93 GHz |
2,80 GHz (bis zu 3,33 GHz) |
2,80 GHz (bis zu 3,46 GHz) |
3,46 GHz (bis zu 3,73 GHz) |
3,40 GHz (bis 3,80 GHz) |
3,00 GHz |
3,60 GHz |
2,80 GHz (bis zu 3,30 GHz) |
3,30 GHz (bis zu 3,70 GHz) |
| Kerne / Threads |
4 / 4 |
2 / 4 |
4 / 4 |
4 / 8 |
6 / 12 |
4/ 8 |
4 / 4 |
4 / 4 |
6 / 6 |
6 / 6 |
| L1-/L2-Cache |
2x 64 KiB / 2x 6 MiB |
2x 64 KiB / 2x 256 KiB |
4x 64 KiB / 4x 256 KiB |
4x 64 KiB / 4x 256 KiB |
6x 64 KiB / 6x 256 KiB |
4x 64 KiB / 4x 256 KiB |
4x 128 KiB / 4x 512 KiB |
4x 128 KiB / 4x 512 KiB |
6x 128 KiB / 6x 512 KiB |
6x 128 KiB / 6x 512 KiB |
| L3-Cache |
nicht vorhanden |
4 MiByte |
8 MiByte |
8 MiByte |
12 MiByte |
8 MiByte |
nicht vorhanden |
6 MiByte |
6 MiByte |
6 MiByte |
| TDP |
95 Watt |
73 Watt |
95 Watt |
95 Watt |
130 Watt |
95 Watt |
95 Watt |
125 Watt |
95 / 125 Watt |
125 Watt |
Core i7-990X: PerformanceIm Zuge unseres aktuellen Testaufbaus (
In Vorbereitung für Sandy Bridge: Neuer CPU-Test-Parcours) müssen sich alle CPUs in den Spielen Anno 1404, Battlefield Bad Company 2, Dragon Age Origins, F1 2010, Mass Effect 2 und Starcraft 2 messen lassen. Alle diese Titel haben sich sehr gut verkauft, basieren auf einer bekannten und häufig genutzten Engine und erhalten zum Teil Nachfolger mit der gleichen Basistechnologie - ideal für unseren Index. Die vier Anwendungen Cinebench R11.5, Paint.Net, Truecrypt und x264 HD skalieren nahezu linear mit mehr Kernen und Takt, Cache ist im Gegensatz zu Spielen nicht so sehr gefragt.
Geht um die Anwendungsleistung bei Multithreading, ist der Core i7-990X unschlagbar - das war aber auch schon der Core i7-980X. Abseits von extremer Parallelisierung muss sich die Gulftown-CPU jedoch der Sandy-Bridge-Mittelklasse beugen: Durchschnittlich ist er "nur" so schnell wie der Core i5-2500 (K), der Core i7-2600 (K) ist die derzeit flotteste CPU für Zocker. AMDs Topmodell Phenom II X6 1100T reiht sich Anwendungen zwischen Core i5-2500 (K) und Core i7-2600 (K) ein, in Spielen ist der Thuban-Prozessor nominell weit abgeschlagen. Genügend Fps liefert er nichtsdestotrotz.
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| CPU |
Cinebench R11.5 |
Paint.Net v3.36 |
Truecrypt 7.0a * |
x264 HD v3.0 |
| Phen. II X6 1100T [6x 3,30 GHz / 6 MiB L3] |
5,88 Punkte |
17,0 Sekunden |
176 MB/s |
30,9 Fps |
| Phen. II X6 1055T [6x 2,80 GHz / 6 MiB L3] |
5,02 Punkte |
19,4 Sekunden |
148 MB/s |
26,7 Fps |
| Phen. II X4 975 BE [4x 3,60 GHz / 6 MiB L3] |
4,29 Punkte |
22,1 Sekunden |
129 MB/s |
23,5 Fps |
| Phen. II X4 955 BE [4x 3,20 GHz / 6 MiB L3] |
3,80 Punkte |
24,9 Sekunden |
113 MB/s |
21,0 Fps |
| Athl. II X4 640 [4x 3,00 GHz / kein L3] |
3,43 Punkte |
27,0 Sekunden |
106 MB/s |
19,1 Fps |
| Core i7-2600K [4x 3,40 GHz / 8 MiB L3] |
6,68 Punkte |
13,2 Sekunden |
188 MB/s |
34,4 Fps |
| Core i7-2500K [4x 3,30 GHz / 6 MiB L3] |
5,26 Punkte |
15,9 Sekunden |
137 MB/s |
27,8 Fps |
| Core i7-990X [6x 3,46 GHz / 8 MiB L3] |
8,72 Punkte |
9,9 Sekunden |
279 MB/s |
44,9 Fps |
| Core i7-860 [4x 2,80 GHz / 8 MiB L3] |
4,81 Punkte |
17,6 Sekunden |
118 MB/s |
26,1 Fps |
| Core i5-760 [4x 2,80 GHz / 8 MiB L3] |
3,75 Punkte |
21,7 Sekunden |
92,7 MB/s |
21,3 Fps |
| Core i3-530 [2x 2,93 GHz / 4 MiB L3] |
2,46 Punkte |
30,6 Sekunden |
59,7 MB/s |
13,7 Fps |
| Core 2 Quad Q9550 [4x 2,83 GHz / 12 MiB L2] |
3,46 Punkte |
22,1 Sekunden |
95,2 MB/s |
19,1 Fps |
| Core 2 Duo E8400 @ 3,6 GHz [2x 3,60 GHz / 6 MiB L2] |
2,19 Punkte |
33,0 Sekunden |
60,9 MB/s |
12,4 Fps |
Core i7-990X: LeistungsaufnahmeDie 32-Nanometer-Fertigung kann den hohen Takt, die sechs Kerne und den großen Cache nur bedingt kompensieren. Rund 250 Watt in der Spitze in Core Damage zieht der Core i7-990X samt restlichem System aus der Steckdose - angesichts der Leistung in Anwendungen geht das in Ordnung. Der Leerlauf ist mit 136 Watt sehr hoch, dies ist jedoch dem X58-Chipsatz und nicht der CPU geschuldet.
Maximaltakt mit Kompressorkühlung: 5.683,92 MHz [Quelle: siehe Bildergalerie]
Core i7-990X: OverclockingUm die hochpreisige High-End-CPU auszureizen, verwenden wir ein Asus Rampage III Extreme und eine einstufige Kompressorkühlung. Diese erreicht am Evaporator bei 250 Watt Gegenlast -32 °C, die Kerntemperatur liegt naturgemäß etwas höher. Auslesen lässt sie sich allerdings nicht, da die Sensoren nicht für Minusgrade ausgelegt sind und unsinnige Werte liefern. Bei 1,70 Volt erreichen wir einen Maximaltakt von 5.683,92 MHz - ohne Tricks wie das Abschalten einzelner CPU-Kerne. Die stabilen Taktraten sind natürlich geringer: Benchmarks wie Super Pi 32M, die nur einen Kern nutzen, durchlaufen noch bei 5,4 GHz und mehr. Bei Multicore-Tests wie Wprime, die von allen sechs Kernen und SMT profitieren, sind ungefähr 5,15 GHz (Wprime 32M) beziehungsweise 5,05 GHz Kerntakt (Wprime 1024M) stabil. Da bei diesen Benchmarks die Temperatur am Evaporator sehr rasch, nämlich innerhalb einer Minute um fast 10 °C, ansteigt, limitieren trotz Extremkühlung die zu hohen Temperaturen. Für bestmögliche Ergebnisse ist Flüssigstickstoff erforderlich.
Core i7-990X: FazitDer Core i7-990X wird in Intels
offizieller Preisliste mit 999 Euro aufgeführt, typisch für eine Extreme Edition. Der Straßenpreis liegt etwas darunter, aber immer noch bei rund 900 Euro (Stand: 24.02.2100, 11h). Die Anwendungsleistung der Gulftown-CPU ist - sofern massiv Multithreading zum Einsatz kommt - unschlagbar hoch und weitab jeglicher Konkurrenz. Am nächsten heran kommt der Core i7-2600K für den Sockel 1155: Dieser liefert eine sehr hohe Anwendungs- und mit Abstand die höchste Spieleleistung für weniger als ein Drittel des Preises des Core i7-990X. Die Plattform ist aber hinsichtlich Lanes und Co. gegenüber Sockel 1366 beschnitten und somit für CF oder SLI nur bedingt geeignet und leidet weiterhin am sogenannten "SATA-Gate"; hier gilt es abzuwarten bis in wenigen Wochen das B3-Stepping folgt und abzuwägen, welche Komponenten zum Einsatz kommen. Problemfrei und potent ausgestattet ist die Kombination aus Phenom II X6 1100T und einem guten AM3-Board, zudem ist diese Kombi die günstigste - aber auch die "langsamste".
Der Core i7-990X ist also für Benchmark-Rekorde und gut betuchte Enthusiasten interessant, alle anderen wählen zwischen Sandy Bridge und Phenom II X6 - abhängig von den persönlichen Präferenzen.
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Intel Core i7-990X im PCGH-Preisvergleich •
Intel Core i7-2600K im PCGH-Preisvergleich •
AMD Phenom II X6 1100T im PCGH-Preisvergleich
Flüssigstickstoff-Guru
18.03.2011 21:08
Aus dem gleichen Grund gibts einen Porsche Cayenne Turbo und ein Audi RS 6, usw..
Moderator
18.03.2011 20:55
Du hast es vollständig erfasst.
Aufgabe 1): Technologieführerschaft demonstrieren
Aufgabe 2): Den paar Leuten, denen der Preis egal ist, ein exklusives Angebot machen
Komplett-PC-Aufrüster
18.03.2011 20:47
Zu was sollen diese "Extreme-CPUs" eig taugen, außer die eigene Stärke des Unternehmens zu präsentieren? Wer kauft sowas? Das müssen echt abgefahrene Nerds sein, die ihr Geld in nix sinnvolleres stecken wollen...