Apple A10X Fusion: Fertigung in 10 nm FF bei TSMC
Apple hat erstmals zum Release eines neuen iPad Pros ein neues Fertigungsverfahren für die SoC verwendet. Der A10X Fusion wird bei TSMC in dem 10-nm-FinFET-Verfahren gefertigt. Dies sorgt dafür, dass der neue iPad-Chip kleiner als alle bisherigen Apple-SoCs mit X-Suffix ist. Im Vergleich zu Samsung hinkt TSMC zeitlich etwas her.
Apple hat in der aktuellen Generation der iPad-Pro-Tablets einige für den Markt eher neue Technologien eingesetzt. So verbauten die Kalifornier ein 120-Hertz-Displays, welches allerdings bei einigen Nutzern für Schwindel und Übelkeit sorgte. Ein Abhilfe dagegen bietet eine Schaltfläche in den Einstellungen. Wie es sich für ein neues iPad gehört, hat Apple dafür auch eine neue SoC entwickelt, in diesem Fall den A10X-Prozessor. Wie die Webseite TechInsights.com herausgefunden hat, wurde im Gegensatz zu bisherigen X-Modellen der Apple-SoCs, diesmal ein neuer Fertigungsprozess, die 10-nm-Fertigung von TSMC, verwendet. Damit ist der A10X Fusion das erste SoC, welche von TSMC in der bisher kleinsten Strukturbreite gefertigt wird. Konkurrent Samsung hatte bereits zuvor 10-nm-LPE-Produkte in Form des Exynos 8895 und Qualcomms Snapdragon 835 gefertigt.
Die Entscheidung, den A10X Fusion in 10-mm-Strukturbreite zu fertigen, wirft einige Fragen auf. Zwar ist der A10X Fusion für einen Apple-Chip mit 96,4 Quadratmillimetern eher klein - tatsächlich ist er deutlich kleiner als der Vorgänger A9X (143,9 mm²) und sogar kleiner als die bisher kleinste Apple-X-SoC (der A6X mit seinen 123 mm²) - aber für den System-on-a-Chip-Markt sind alle diese Produkte relativ groß. Normalerweise würde man einen solchen Tablet-Chip nicht direkt in einem jungen Fertigungsprozess erwarten, weil es den Gewinn schmälert und es zu Problemen bei der Ausbeute kommen kann.
Der A10X Fusion verfügt über drei leistungsfähige Hurricane-Kerne und drei energieeffiziente Twister-Kerne. Als Grafikeinheit dient ein 12-Cluster-Design basierend auf der PowerVR-Technologie von Imagination Technologies - die ersten Apple-eigenen GPUs werden frühestens aber der nächsten Generation zum Einsatz kommen. Im A10X Fusion steigt die CPU-Leistung laut Angaben von Apple um 30 Prozent, während die Grafikleistung um 40 Prozent gesteigert wird. Damit sollte es sich um den derzeit leistungsfähigsten ARM-Chip für Tablets handeln. Zudem sollen die neuen iPad Pros längere Akkulaufzeit haben, was aber auch an Softwareoptimierungen (wie der sich automatisch anpassende Bildwiederholungsrate) und einer vergrößerten Akkukapazität liegen soll.
Laut TechInsights.com scheint sich TSMCs 10-nm-FinFET-Fertigung zu verspäten; ursprünglich plante man, Samsung zuvorzukommen. Mediateks Helio X30 verwendete zwar schon TSMCs neue Fertigungstechnik, aber es gelang dem Unternehmen kein Design-Win. Insgesamt geht die Webseite davon aus, dass die neue Fertigung beim A10X eine Reduzierung auf nur 55% der Fläche ermöglichte.
Quelle: TechInsights.com
