Alle Details zu AMDs 45-Nanometer-Prozessoren

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Live vorgeführt hat AMD den neuen Prozessor ja bereits (Cebit 2008: AMD zeigt ersten 45-Nanometer-Prozessor live), doch technische Daten waren dabei kaum zu erfahren. Wir haben nachgebohrt und fassen alle uns bekannten Details für Sie zusammen.

Der Neue im Detail. Gut zu erkennen sind die vier Kerne auf der linken Seite. (Bild: AMD) Quelle: AMD Der Neue im Detail. Gut zu erkennen sind die vier Kerne auf der linken Seite. (Bild: AMD) Verfügbarkeit
Erste Chips der neuen 45-Nanometer-Generation entstehen in der Dresdner Fab 36 schon jetzt, die Massenproduktion jedoch beginnt erst in der zweiten Jahreshälfte. Ein genaueres Datum für den Markteintritt rückt AMD nicht heraus, weder für den Desktop-Chip (Codename Deneb/Deneb FX) noch für die Servervariante namens Shanghai. Wir konnten lediglich in Erfahrung bringen, dass nicht beide Produkte zugleich auf den Markt kommen. Höchstwahrscheinlich erhält der Servermarkt also den Vorzug - das war bereits beim K10-Launch der Fall, als der Barcelona Monate vor dem zivilen Agena eingeführt wurde.

Name
Den Desktop-Chip Deneb wird AMD auch weiterhin unter dem Namen Phenom verkaufen. Was mit dem Nummernschema passiert, wollte man uns aber noch nicht verraten; fest steht nur, dass sich AMD etwas Neues einfallen lassen muss, denn dass auf den Phenom 9x00 das Modell 10x00 folgt, ist unwahrscheinlich. Die Grafiktochter Ati stand mit ihrem Radeon 9800 einst vor dem gleichen Problem und ging zum X800 über - gut möglich also, dass uns auch bei den Prozessoren ein völlig neues Schema erwartet. Übrigens bleiben die Namen Sempron und Athlon erhalten, sie zieren wie gehabt die günstigeren AMD-Prozessoren, die später ebenfalls auf 45-Nanometer-Fertigung umgestellt werden. Den gleichen Weg ging auch Intel mit Pentium und Celeron, etablierte Markennamen gibt man eben nicht auf.

Aus der Hand gab Ian McNaughton den Wafer leider nicht. (Bild: PCGH) Aus der Hand gab Ian McNaughton den Wafer leider nicht. (Bild: PCGH) Kernzahl und Takt
Über die günstigeren CPU-Reihen will AMD auch in Zukunft Prozessoren mit zwei oder drei Kernen verkaufen, beim Phenom gehören natürlich vier Kerne zur Standardausstattung. Ob wir denn auch mit sechs oder gar acht Kernen rechnen dürfen, wollten wir wissen - darauf gab uns Ian McNaughton, als AMD-Produktmanager zuständig für den europäischen Markt, jedoch keine Antwort. Gleiches gilt für unsere Frage nach den geplanten Taktfrequenzen, mehr als die eher scherzhafte Angabe "irgendwas zwischen einem und fünf Gigahertz" war nicht zu erfahren. Gerüchten zufolge sollen erste Deneb-Exemplare schon jetzt für mehr als 3,0 Gigahertz gut sein, was angesichts der taktfreudigen Penryn-Konkurrenz aber auch nötig ist.

Performance und Temperatur
Natürlich steigert AMD durch architektonische Verbesserungen und den von 2 auf 6 MiByte vergrößerten L3-Cache auch die Pro-MHz-Performance. Konkrete Werte nannte man uns aber nicht. Auch über die Kernspannung schwiegen sich unsere Gesprächspartner aus; die 1,65 Volt, die CPU-Z während der Präsentation preisgab, sind nicht der finale Wert. Die Spannungen dürften eher etwas niedriger ausfallen als bei aktuellen Phenom-Modellen. Der Shanghai-Server (Cebit 2008: AMD zeigt System mit 16 Kernen in 45 Nanometer) lief laut CPU-z bei 1,15 Volt - allerdings ohne Last und damit wahrscheinlich im Stromsparmodus. Durch niedrigere Spannungen sinken auch Temperatur und Strombedarf, die maximale Leistungsaufnahme (TDP) aber bleibt voraussichtlich im gleichen Rahmen. So lassen sich auch heutige Kühllösungen weiterverwenden. Der Befehlssatz wird erneut erweitert, diesmal um SSE5. Ob der neue Phenom auch die SSE4.1-Befehle der Penryn-Generation unterstützt, hängt laut AMD von Intel ab.

Sockel und Speicher
Mit der zweiten Phenom-Generation führt AMD auch einen neuen Sockel ein, den AM3. Doch damit wird nicht zwangsläufig eine Aufrüstung nötig: Die 45-Nanometer-Chips laufen auch in AM2+/AM2-Platinen, wenn der Hersteller ein entsprechendes BIOS-Update bereitstellt. Umgekehrt arbeiten heutige Prozessoren auch auf AM3-Boards, sofern diese DDR2-Speicherbänke verwenden - mit DDR3-RAM können aktuelle Phenom-Prozessoren schließlich nicht umgehen. Der Speichercontroller des nächsten Phenoms hingegen unterstützt sowohl DDR2 als auch DDR3, ganz wie bei Intel haben also die Platinenhersteller die Wahl zwischen den beiden Standards. Zu den unterstützten Speicherfrequenzen schweigt AMD aber noch.

Wir selbst durften den Wafer leider nicht aus der Nähe fotografieren. (Bild: AMD) Wir selbst durften den Wafer leider nicht aus der Nähe fotografieren. (Bild: AMD) Herstellung und Zukunft
Nach dem Wechsel von 65 zu 45 Nanometern wird es mindestens zwei Jahre dauern, bis der nächste Schritt zu 32 Nanometern ansteht - vor 2010 dürfen wir diesen nicht erwarten. Die 45-Nanometer-Prozessoren laufen derweil in der Fab 36 vom Band. Zu den kursierenden Gerüchten, AMD könne die Produktion zum Entwicklungspartner IBM oder zum Auftragsfertiger TSMC auslagern, sagte McNaughton, AMD werde auch in Zukunft alle eigenen Produkte selbst herstellen. Also ist auch nichts dran an den Gerüchten, denen zufolge ein Zusammenschluss von AMD und IBM bevorsteht? McNaughton schüttelt den Kopf: "Sie dürfen mich ruhig zitieren: Derzeit plant AMD keine Übernahme von IBM!"

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Live vorgeführt hat AMD den neuen Prozessor ja bereits (Cebit 2008: AMD zeigt ersten 45-Nanometer-Prozessor live), doch technische Daten waren dabei kaum zu erfahren. Wir haben nachgebohrt und fassen alle uns bekannten Details für Sie zusammen.

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