AMD mit ersten Details zum Zwölfkern-Prozessor
Mit einem Sechskern-Chip will AMD im kommenden Jahr gegen Intel im Servermarkt bestehen. Ein Jahr später soll bereits der erste Zwölfkern-Chip folgen.
Sechs Kerne im nächsten, zwölf Kerne im übernächsten Jahr - AMD will die Kernzahl seiner Opteron-Prozessoren zügig erhöhen und greift dabei zu einem Trick. In einer aktuellen Präsentation, die gestern für eine Telefonkonferenz veröffentlicht wurde, stellte Bereichschef Randy Allen die Pläne des Chipherstellers für die kommenden Server-Prozessoren vor.
AMD: Magny-Cours und Sao Paulo
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Magny-Cours soll 2010 zwölf Kerne auf einem Chip bringen.
Erstmals tauchen darin die Codenamen "Magny-Cours" und "Sao Paulo" auf. Sao Paulo steht für einen Chip mit sechs Kernen, der über 6 MiByte gemeinsamen L3-Cache verfügt. Magny-Cours dagegen wird nach den Worten von Allen kein eigenes Design - vielmehr koppelt AMD einfach zwei Sao-Paulo-Kerne und greift damit zu eben jenem Trick, für den der Chiphersteller den Konkurrenten Intel immer wieder heftig kritisierte. In der Summe kommt Magny-Cours somit auf zwölf Kerne sowie zwölf MiByte L3-Cache. Wie die Sao-Paulo-Kerne vernetzt werden sollen, ließ Allen einem Bericht von Golem zufolge offen. Magny-Cours werde aber nahezu die Leistung einer monolithischen CPU erreichen. Offenbar bringt die zugehörige Maranello-Plattform auch einen neuen Sockel, über den allerdings nichts weiter bekannt wurde.
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Die Shanghai-Verbesserungen im Detail
Beide Chip-Designs werden laut der Roadmap DDR3-Speicher unterstützen und über jeweils vier Hyper -Transport-Links verfügen. Was die neuen Funktionen "HTC", "APML" und "Probe Filter" im Detail bedeuten, war bis zum Mittag nicht in Erfahrung zu bringen. Fest steht nur, dass es sich bei HTC um eine Energiespartechnik und bei APML um ein Management-System ähnlich Intels Vpro handelt. Der Probe Filter soll offenbar die (oft aufwendige) Cache-Kohärenz effizienter sicherstellen. Als Plattform-Unterbau sieht AMD "Maranello" vor, das die hauseigenen Chipsätze RD890 und RD870 samt SB700-Southbridge auch im Serverbereich etablieren soll - bislang kommen dort Chipsätze von Nvidia und Broadcom zum Einsatz.
AMD: Istanbul und Shanghai
Bevor Magny-Cours und Sao Paulo im ersten Halbjahr 2010 auf den Markt kommen, sollen die Kerne Istanbul und Shanghai erscheinen, beide noch im kommenden Jahr. Das Shanghai-Design ist der unmittelbare Nachfolger der aktuellen Opteron-Reihe, es wird der Roadmap zufolge im 45-Nanometer-Verfahren gefertigt. Allen versprach nach einer Meldung von Heise Leistungszuwächse bis zu 20 Prozent verglichen mit AMDs aktuellen Server-Chips. Shanghai soll statt zwei dann sechs MiByte L3-Cache besitzen und auch mit DDR2-800-Modulen umgehen können.
Nach Shanghai kommt Ende 2009 Istanbul, ein ebenfalls im 45-Nanometer-Verfahren gefertigter Chip, der sechs Kerne bringt. Offenbar gibt es einen Markt für Sechs-Kern-Chips, denn auch Intel plant mit Dunnington eine entsprechende Variante. Die übrigen Daten entsprechen denen des Shanghai.
AMD: Suzuka
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Für 1P-Server sind auch 2010 "nur" vier Kerne vorgesehen. Suzuka dürfte in ähnlicher Form auch für den Desktop erscheinen.
Neben Magny-Cours und Sao Paulo wird es einen weiteren Chip geben, der DDR3-Speicher unterstützt und der laut Roadmap sogar noch 2009 erscheinen soll: "Suzuka" wird ein Server-Prozessor für 1P-Systeme, er läuft allerdings mit unbuffered RAM und benötigt keinen Registered Speicher wie die Varianten für 2P- und 4P-Systeme. Suzuka dürfte in ähnlicher Form auch für Desktop-Rechner auf den Markt kommen. Der Chip verfügt ebenfalls über sechs MiByte L3-Cache und ist für das zweite Quartal 2009 angesetzt. Als Plattform für den Vierkerner sieht AMD "Catalunya" vor, was auf katalanisch "Katalonien" heißt und damit eigentlich besser zum Barcelona-Kern gepasst hätte.