Zen 6 LP: AMD deklariert Low Power Cores im Linux-Kernel

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Zen 6 LP: AMD deklariert Low Power Cores im Linux-Kernel
Quelle: AMD / Montage: Sven Bauduin

AMD hat im Linux-Kernel erstmals Low Power Cores deklariert und stellt damit Zen 6 LP als dritte Stufe neben Zen 6 ("Morpheus") und Zen 6c ("Monarch") in Aussicht. Einen konkreten Prozessor benennt die Patch-Serie bislang allerdings nicht.

Die neue Klassifizierung ordnet sich unterhalb der etablierten Performance- sowie Efficiency-Kerne ein und ergänzt AMDs heterogenes Konzept um eine dritte und noch sparsamere Ebene. Damit rückt letztlich nicht nur die kommende Zen-6-Generation an APUs alias "Medusa Point" und "Medusa Halo" in den Blick, sondern auch Prozessoren für den Desktop-PC: Ein Ryzen X auf Basis von Zen 6 könnte neben seinen klassischen und dichten Prozessorkernen ebenfalls zwei bis vier Low-Power-Einheiten aufnehmen, während Intel Nova Lake-S mit bis zu 52 Prozessorkernen den Gegenpol darstellt.

AMD Zen 6 LP: Low Power Cores als dritte Ausbaustufe

AMD hat über seinen Linux-Ingenieur Vishal Badole eine neue Patch-Serie für den Linux-Kernel eingereicht, welche die x86-Topologie um einen neuen Low Power Core erweitert. Bisher kennt der Kernel nur Performance- und Efficiency-Kerne, der neue Typ kommt somit als dritte Variante hinzu und adressiert besonders niedrige Idle-Lasten.

Diese Serie erweitert die x86-Topologie-Klassifizierung von cpu_type, um zusätzlich zu den bestehenden Performance- und Efficiency-Typen auch einen Low-Power-Core-Typ zu unterstützen.

Wert 2 identifiziert einen Low-Power-Kern (stromsparenden Kern), der für minimalen Stromverbrauch bei Hintergrund- oder Leerlauf-Workloads ausgelegt ist. — Vishal Badole, AMD

Heterogene AMD-Prozessoren im Chiplet-Design melden ihre Kernarten über das CPUID-Leaf "Fn0x80000026", während der Wert 2 dabei einen speziell für die niedrige Hintergrund- und Idle-Last ausgelegten Low-Power-Prozessorkern kennzeichnet. Der überschaubare Codeumfang sorgt vor allem dafür, dass der Linux-Kernel solche Prozessorkerne korrekt einordnet, statt sie als "unbekannt" aufzuführen.

Drei Kernarten: Wo sich Zen 6 LP einordnet

Zen 6 LP markiert die dritte und sparsamste Stufe in AMDs Kernhierarchie, angesiedelt unterhalb der dichten Zen-6c-Kerne ("Zen 6 Dense"). Die dichten c-Kerne von Zen 4c über Zen 5c bis Zen 6c nutzen dieselbe Architektur wie die klassischen Prozessorkerne, nur in stark komprimierter Form mit etwas weniger L3-Cache.

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Laut kursierenden Leaks soll der sparsame Kern stets paarweise auftreten und dabei auf 512 KiB L2-Cache sowie 2 MiB L3-Cache zugreifen. Frühere Schätzungen siedeln die Pro-Takt-Performance ("IPC") solcher Kerne grob zwischen Zen 3 und Zen 4 an, während eher moderate Taktfrequenzen von 2,5 bis 3,5 GHz genannt werden.

AMD positioniert Zen 6 LP unterhalb von Zen 6 und Zen 6c als effizienten Low Power Core. Quelle: AMD via Kernel.org AMD positioniert Zen 6 LP unterhalb von Zen 6 und Zen 6c als effizienten Low Power Core.

Vom Kernel-Patch zum Produkt: Medusa-APUs und Ryzen X

Die meisten Leaks verorten Zen 6 LP zuerst in AMDs Medusa-APUs, deren Marktstart um die CES 2027 erwartet wird. Für die mobilen und integrierten Ableger kursiert eine Aufteilung aus vier klassischen Zen-6-, vier dichten Zen-6c- und zwei Low-Power-Kernen, ergänzt um eine RDNA-4m-Grafikeinhei t mit acht Compute Units.

Während Ryzen AI 400 ("Gorgon Point") auf Zen 5 ("Nirvana"), Zen 5c ("Prometheus"), RDNA 3.5 ("GFX115X") und XDNA 2 setzt, kommen für Ryzen AI 500 ("Medusa Point"), die im kommenden Jahr erscheinen sollen, Zen 6 ("Morpheus"), Zen 6c ("Monarch"), XDNA Next und sehr wahrscheinlich RDNA 4m ("GFX117X") zum Einsatz. Ein im Geekbench gelistete Modell soll so 4 × Zen 6, 4 × Zen 6c und 2 × LP-Cores zu insgesamt zehn Prozessorkernen zu einer Next-Gen-APU kombinieren.

AMD Ryzen AI 500 ("Medusa Point")*
  • Ryzen AI 9 HX 500 / Ryzen AI 9 500

    • CCD 1
      • 12 × Zen 6 ("Classic")
    • CCD 2
      • 4 × Zen 6 ("Classic")
      • 4 × Zen 6c ("Dense")
      • 2 × Zen 6 LP ("Low Power")
    • RDNA 4m ("GFX117X")
  • Ryzen AI 7 500 / Ryzen AI 5 500

    • CCD 1
      • 4 × Zen 6 ("Classic")
      • 4 × Zen 6c ("Dense")
      • 2 × Zen 6 LP ("Low Power")
    • RDNA 4m ("GFX117X")

*) noch nicht offiziell bestätigt.

Für den Desktop zeichnete sich zuletzt ein Ryzen X mit bis zu 24 klassischen Zen-6-Kernen und Boost-Taktraten jenseits von 6,5 GHz ab, ältere Berichte führten zudem zwei Low-Power-Kerne im I/O-Die ins Feld, was auch "Olympic Ridge" zu einem dreistufigen Entwurf für den Desktop-PC machen würde.

Gesichert ist davon wenig: Die Patch-Serie nennt weder Zen 6 noch Medusa noch ein einzelnes Ryzen-Modell. Dass die Low Power Cores in den kommenden Zen-6-APUs zum Einsatz kommen, gilt aufgrund der Engineering Samples als gesichert, im Desktop sind hingegen sowohl der Einsatz als auch der Nutzen fraglich.

Gegenentwurf zu Intels Kernflut bei Nova Lake-S

Intel verfolgt mit Nova Lake-S den entgegengesetzten Weg und stellt dem AMD-Ansatz bis zu 52 Prozessorkerne entgegen. Die sparsamen LPE-Kerne bekam Intel erst spät in den Griff: Bei Meteor Lake und Arrow Lake saßen lediglich zwei schwache Kerne in einem ausgelagerten Chip und weckten die Performance-Kerne zu häufig, sodass der erhoffte Spareffekt anfänglich vollständig im Nichts verpuffte.

Seit Panther Lake und mit den kommenden Nova Lake setzt Intel auf vier LPE-Kerne mit größerem L2-Cache und einem zusätzlichen Memory-Side-Cache, nun im selben Chip. AMD geht es weniger um schiere Kernzahl als um Effizienz im Leerlauf, ohne dafür eine zweite Kernarchitektur pflegen zu müssen.

Das Nova-Lake-S-Flaggschiff soll in einem kurzen Boost-Fenster bis zu 474 Watt ziehen dürfen und adressiert ohnehin eher HEDT-PCs und Workstations als Spieler. Einen gewissen Preis für die dreistufige Lösung zahlen sowohl AMD als auch Intel beim Scheduling, das Aufgaben künftig auf drei statt zwei Kernklassen verteilen muss. Unter professionellen Betriebssystemen wie Linux funktioniert das aber erfahrungsgemäß deutlich besser und früher als unter Windows.

Die häufigsten Fragen zu Zen 6 LP

Was ist Zen 6 LP?

Zen 6 LP bezeichnet einen Low-Power-Kerntyp, einen sogenannten "Low Power Core", den AMD im Linux-Kernel als dritte Stufe neben den klassischen Zen-6- und den dichten Zen-6c-Kernen deklariert hat. Er ist auf minimalen Verbrauch bei Hintergrund- und Idle-Last ausgelegt.

Worin unterscheidet sich ein Low-Power-Kern von einem Zen-6c-Kern?

Ein Zen-6c-Kern nutzt dieselbe Architektur wie der klassische Kern, nur dichter gepackt und mit weniger L3-Cache, während der Low-Power-Kern im Kernel als eigene, noch sparsamere Kernart geführt wird. Im Scheduling und bei der Boost-Skalierung behandelt Linux ihn getrennt von den Efficiency-Kernen.

In welchen AMD-Prozessoren kommen die Low-Power-Kerne zum Einsatz?

Die meisten Leaks verorten Zen 6 LP zuerst in AMDs Medusa-APUs alias Ryzen AI 500, möglich erscheint zudem ein Einsatz im Desktop-Ableger Ryzen X. Die Patch-Serie selbst nennt jedoch keine konkreten Produkte.

Wann erscheinen AMD-CPUs mit Zen 6 LP?

Ein konkretes Datum ist offen, die mit Zen 6 LP in Verbindung gebrachten Medusa-APUs werden um die CES 2027 erwartet.

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Quelle: AMD via Kernel.org via Phoronix

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von RobooeL
        Die wissen schon dass man den PC auch benutzen will.... Technologie die ist für mich sparsam und langsam... Aber sie könnte schnell ... Aber wir bauen lieber langsamer billige kerne ein... sind für trickfilm gucken.... Und ich kaufe mir natürlich auch einen 2000 € Notebook und dann jeden Tag trickfilme zu gucken und zwar nur
        Der Stromverbrauch im Leerlauf ist eine der größten Baustellen die AMD hat. Die CPUs sind, im Vergleich zu Intel, einfach komplett ineffizienter Mist. Wenn sich da etwas tut, dann wäre da eine echt tolle Sache. Wenn Leistung benötigt wird, dann sind natürlich die großen Kerne gefragt.

        Zitat von RobooeL
        Wozu brauchst du das Deckel zu Deckel auf eine Sekunde... Windows wieder da aber Linux ist natürlich ein anderes Thema stimmt's
        Ich habe keine Ahnung, was du damit sagen willst ("Deckel zu Deckel"?).
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von RobooeL
        Die wissen schon dass man den PC auch benutzen will.... Technologie die ist für mich sparsam und langsam... Aber sie könnte schnell ... Aber wir bauen lieber langsamer billige kerne ein... sind für trickfilm gucken.... Und ich kaufe mir natürlich auch einen 2000 € Notebook und dann jeden Tag trickfilme zu gucken und zwar nur
        Der Stromverbrauch im Leerlauf ist eine der größten Baustellen die AMD hat. Die CPUs sind, im Vergleich zu Intel, einfach komplett ineffizienter Mist. Wenn sich da etwas tut, dann wäre da eine echt tolle Sache. Wenn Leistung benötigt wird, dann sind natürlich die großen Kerne gefragt.

        Zitat von RobooeL
        Wozu brauchst du das Deckel zu Deckel auf eine Sekunde... Windows wieder da aber Linux ist natürlich ein anderes Thema stimmt's
        Ich habe keine Ahnung, was du damit sagen willst ("Deckel zu Deckel"?).
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von rolandluis
        Käse solange AMDs Chipsatz ne TDP von 14W und auch das IO-Die auf der CPU mehr säuft als die CPU-Kerne an sich dank Fertigungsferfahren aus der Hitlerzeit! Die CPU Kerne sind schon ewig nicht mehr der Haupstromfresser bei AMD im Leerlauf sondern ihre zusammengestückelten Frankensteinversionen aus aktueller und 20 Jahre alter Fertigung.
        Das Fertigungsverfahren des IO-DIEs ist N6 und somit moderner als das von einer RTX 3060 oder dem CCD eines 5800X3D Anniversary Edition und genauso aktuell wie das von dem SOC einer PS5 Slim oder einem Navi33. Nein, StateOfTheArt ist das nicht, aber zwanzig Jahre alt ist die Fertigung beim besten Willen nun einmal auch nicht. Die Hyperbel ist hart überzogen...
        Zitat von rolandluis
        Die CPU Kerne sind schon ewig nicht mehr der Haupstromfresser bei AMD im Leerlauf sondern ihre zusammengestückelten Frankensteinversionen aus aktueller und 20 Jahre alter Fertigung.
        Die Problematik besteht darin, dass CCDs und IO-DIE miteinander kommunizieren müssen, selbst wenn die CPU im Idle ist. Und weshalb? Na weil das IO-DIE die Verbindung nicht schlafen legen kann, denn es enthält ja keine Kerne, die dann noch weiter rechnen könnten. Die sollen jetzt zur Verfügung gestellt werden.

        Natürlich hast du aber trotzdem damit Recht, dass...
        Zitat von rolandluis
        Käse solange AMDs Chipsatz ne TDP von 14W (...)
        ...es mal einen Chipsatz braucht, der auch ordentlich schlafen gelegt werden kann und dann kaum noch was frist. Die TDP ist dafür abermals egal --- Last-Leistungsaufnahmen bzw. Kühlungsbudgets sind für Idle-Leistungsaufnahmen wurscht.
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        Hm ja es liest sich schon interessant aber wann AMD schon so zerstückelt bin ich mir bei 24 Kernen aus 2 chiplet nicht mehr so sicher . Naja ich weiß ja nicht. Aber die Befürchtung muss sich ja nicht bewahren.
      • Von rolandluis Kabelverknoter(in)
        Zitat von XD-User
        so könnte man endlich den Stromverbrauch bei Desktopmodellen im Idle wirklich mal bekämpfen und das ganz ordentlich drücken.
        Käse solange AMDs Chipsatz ne TDP von 14W und auch das IO-Die auf der CPU mehr säuft als die CPU-Kerne an sich dank Fertigungsferfahren aus der Hitlerzeit! Die CPU Kerne sind schon ewig nicht mehr der Haupstromfresser bei AMD im Leerlauf sondern ihre zusammengestückelten Frankensteinversionen aus aktueller und 20 Jahre alter Fertigung.
      • Von Emil_Esel Software-Overclocker(in)
        Der heiß erwartete 1-CCD-12-Kerner mit 3D-Cache kommt dann natürlich mit jeweils 4× Zen 6, 4× Zen 6C und 4× Zen 6LP.
      Direkt zum Diskussionsende
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