AMD Technology Analyst Day: Neues vom Barcelona
Barcelona ist bereit für die Auslieferung (Bild: AMD)
Noch hat AMD die neue K10-Plattform nicht offiziell angekündigt. Dennoch gab es beim Analyst Day einige neue Informationen zur neuen Architektur, die zunächst in der Server-Variante "Opteron" (Codename: "Barcelona") auf den Markt kommt.
Der Vierkern-Chip Barcelona ist Teil der "zweiten Opteron-Generation", in der es mit dem "Budapest" später noch einen weiteren Chip geben wird, bevor AMD zur dritten Generation übergeht. Nach wie vor laufen die Opteron-CPUs auf dem Server-Sockel F mit 1.207 Pins.
Neben 512 kByte L2-Cache pro Kern stehen dem gesamten Chip 2 MByte L3-Cache zur Verfügung. Außer Optimierungen beim Speichercontroller wartet der Neue mit diversen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz auf - mehr zu diesen Techniken wie "Coolcore" oder "Independent Dynamic Cores", womit alle vier Kerne mit unterschiedlichen Taktraten und Spannungen betrieben werden können, finden Sie in der kommenden PCGH-Ausgabe 09/07 (ab 1. August zu haben).
Den neuen Opteron gibt es in drei Energieklassen, von denen allerdings nur zwei beim Launch zur Verfügung stehen:
HE/Energy Efficient: Die sparsame Variante mit vermutlich 68 Watt Verlustleistung (TDP). Sie kommt mit dem Barcelona-Launch in nennenswerten Stückzahlen auf den Markt und taktet anfangs mit maximal 1,9 GHz, im vierten Quartal folgen höhere Taktraten. Von diesem Modell verspricht sich AMD einen Anteil von etwa 17 Prozent der gesamten Barcelona-Produktion (siehe Grafik).
Standard: Das Mittelklasse-Modell, ebenfalls von Anfang an dabei, macht mit geschätzten 77 Prozent den Löwenanteil an der Barcelona-Produktion aus. Diese Klasse kommt mit anfangs bis zu 2,0 GHz auf den Markt, auch hier folgen später höhere Takte. Die TDP liegt bei 95 Watt.
SE/High Performance: Im vierten Quartal folgt die schnellste Variante mit zunächst bis zu 2,3 GHz. Nur 6 Prozent Anteil erwartet AMD für diese High-End-Lösung mit einer TDP von 120 Watt.
Obwohl AMD stets die Energieeffizienz der neuen Prozessoren ("Performance per Watt") hervorhebt, ist der Barcelona (absolut gesehen) nicht sparsamer als sein Vorgänger - die TDP bleibt gleich. Dafür steigt jedoch die Performance, außerdem benötigen die passenden Chipsätze und der Registered-DDR2-Speicher weniger Energie als die Intel-Konkurrenz, deren aktuelle Xeon-Vierkern-Prozessoren (Clovertown) nur mit energiehungrigem FBDIMM-RAM arbeiten.
Bei der Speicherunterstützung beschränkt sich AMD übrigens auf DDR2-667, 800er-RAM soll ab 2008 folgen. DDR3 ist erst für die nächste Generation vorgesehen. Passende Chipsätze stellt AMD selbst nicht bereit, der Barcelona ist auf die Server-Chipsätze der Konkurrenz angewiesen: Nvidias Nforce Pro 3600 oder Broadcoms HT-2100.
Die 65-Nanometer-Produktion in der Dresdner Fab 36 läuft bereits auf Hochtouren. Die Fehlerrate bei der Fertigung liegt laut AMD schon von Anfang an auf dem niedrigen Niveau des Vorgängers (Opteron-Doppelkern mit 65 nm), das dieser erst nach Monaten erreichte - hohe Ausbeute also. Ausgeliefert werden die ersten der neuen Opteron-Chips noch im August dieses Jahres.